Hanf-Institut fordert zum Weltdrogentag Reklassifizierung von Cannabis

Wien, 26. Juni 2014 – Das neu gegründete Hanf-Institut hat sich am Donnerstag angesichts des UN- Weltdrogentags für eine Reklassifizierung von Cannabis im Rahmen der österreichischen Gesetzeslage ausgesprochen.

Psychoaktives Cannabis, oft mit dem Kunstbegriff Marihuana bezeichnet, ist laut dem Hanf-Institut aus medizinischer Sicht nicht als Suchtgift zu werten. „Cannabis kann schon deswegen kein Gift sein, weil der Mensch rund 750 Kilogramm auf einmal konsumieren müsste, um eine letale Dosis zu sich zu nehmen“, sagte HI-Obmann Toni Straka.

Natürliches Cannabis hat in 6.000 Jahren dokumentierter medizinischer Anwendung nicht zu einem einzigen Todesfall geführt. Die Erfahrungen von über 3 Millionen Patienten in mittlerweile über 20 US-Bundesstaaten seit mittlerweile 19 Jahren haben ebenso nicht eine einzige gefahrliche Reaktion für den menschlichen Körper ergeben.

Nachdem in den letzten 20 Jahren unzählige Studien das Licht der Offentlichkeit erreichten, die natürlichem Cannabis eine Schmerzlinderung auch in Fallen zusprachen, wo Morphine nicht mehr helfen, setzt sich das Hanf-Institut für die umgehende Entkriminalisierung von Hanf als Schmerzmittel ein.

Angesichts des überwältigenden Fortschritts in der Therapie von immer mehr Krankheitsbildern spricht sich das Hanf-Institut in einem ersten Schritt für eine Erlaubnis zum Eigenanbau von natürlichem medizinischen Cannabis für Patienten mit ärztlicher Empfehlung aus. Mit dem Eigenanbau sei auch die Qualitatskontrolle am besten gewährleistet.

Nach Ansicht des Hanf-Instituts und von Menschenrechtsexperten stellt die Kriminalisierung von Patienten wider der wissenschaftlichen Erkenntnisse der jüngeren Vergangenheit, den Tatbestand der Folter dar. „Nichts ist schlimmer für einen Kranken als das Verbot einer wirksamen Medizin auf Basis einer veralteten Betrachtung von Cannabis. Wir setzen uns dafür ein, die Schmerzen von Menschen mit einer Substanz, die als haufigste ‚Nebenwirkung‘ ein Lächeln bei Schmerzpatienten auslöst, sofort zu entkriminalisieren. Modernen Erkennntnissen zufolge gibt es wenige Medikamente, die so ein günstiges Wirkungs-Nebenwirkungs-Verhältnis wie Hanf haben“, sagte Straka.

Bisher wurden über 250 Krankheitsbilder identifiziert, bei denen natürliches Cannabis zum Therapeutikum erster Wahl zählt. Offziellen Zahlen zufolge konsumieren rund 500.000 OsterreicherInnen Cannabis regelmässig und eine weitere halbe Million gelegentlich.

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