Cannabis-Schmerzpatient in Salzburg wegen Verwaltungsstrafe in Ersatzarrest eingeliefert

Wien, 25. Juli 2014 – Am Freitag morgen wurde der schwer kranke Cannabis-Patient Wilhelm W. aus Henndorf am Wallersee (Salzburg/Flachgau) von der Polizei festgenommen und in das Polizeianhaltezentrum Salzburg eingeliefert. Grund für die Festnahme war eine Verwaltungsstrafe in Höhe von 600 Euro, die der mittlerweile finanziell ruinierte Wilhelm W. nach einem jahrelangen Rechtsstreit über die Zuerkennung einer Berufsunfähigkeitspension nicht mehr aufbringen konnte.

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Wilhelm W; Bild Mitte, wurde am Freitag für die Verbüssung einer Ersatzarreststrafe von der Polizei in Gewahrsam genommen. Foto: CSC Salzburg

Für den an an mehreren Krankheiten leidenden Mann, der im vergangenen März den Cannabis Social Club (CSC) Salzburg gegründet hatte, ist der achttätige Ersatzarrest eine Katastrophe, da ihm die Mitnahme seiner legalen Cannabis-Medikamente in den Arrest nicht erlaubt wurde.

Wilhelm W. ist seit einem Unfall im Jahr 2004 berufsunfähig und hatte seit 2009 die vom Arzt verschriebenen synthetischen Opiate zur Schmerzbekämpfung durch natürliches Cannabis ersetzt, da ihm dieses wieder ein menschenwürdiges Leben erlaubte. Nach eigenen Angaben vertrug er die zuvor eingenommenen synthetischen Opiate nur sehr schlecht und erzielte damit auch nur eine geringere Schmerz-Linderung.

Bei einer früheren Gerichtsverhandlung im Jahr 2012 wegen der Aufzucht von Cannabis-Pflanzen – ausschliesslich zum eigenen Gebrauch – zeigte sogar der Richter Verständnis für die Schmerz-Situation von Wilhelm W. und legte die Anzeige für eine Probezeit von 2 Jahren zurück.

Bei der Festnahme von Wilhelm W. am Freitag wurden keine Cannabis-Pflanzen und auch kein gebrauchsfertiges Cannabis sichergestellt.

Hanf-Institutsobmann Toni Straka sagte am Freitag im Zusammenhang mit der Arrestierung des schwer kranken Cannabis-Patienten: „Dieser Fall zeigt einmal mehr, wie notwendig die vom Hanf-Institut geforderte sofortige Entkriminalisierung von Schmerzpatienten ist. Wilhelm W. wollte nichts anderes, als seine Schmerzzustände ordentlich zu behandeln. Schon im Sinne der Menschlichkeit und Fürsorge muss es Patienten gestattet werden, die beste Medizin ihrer Wahl zur Therapie einsetzen zu können. Im vorliegenden Fall ist es besonders schlimm, dass Wilhelm W. im Ersatzarrest wieder zu toxischen synthetischen Opiaten greifen muss, um einigermassen schmerzfrei zu bleiben.“

Andere Cannabis-Patienten zeigen sich solidarisch mit dem CSC Salzburg. Der kürzlich gegründete CSC Wiener Neustadt, auf dessen Homepage weitere Details zum Fall Wilhelm W. zu finden sind, hat ein Spendenkonto für den Flachgauer eingerichtet:

Cannabis Social Club Wiener Neustadt

Spendenkonto WaWi

IBAN: AT68 1400 0273 1093 7342

 

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