WHO versteckt Entkriminalisierungs-Vorschlag in neuen HIV-Richtlinien

Wien, 1. Oktober 2014 – Ist die weltweite Legalisierung nur noch eine Frage der Zeit? Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat sich versteckt in ihrer jüngsten Publikation zur Bekämpfung der Immunkrankheit HIV für die Entkriminalisierung jeglichen Drogenkonsums ausgesprochen. „Das könnte die Ouvertüre für den von den Vereinten Nationen für 2016 angekündigte Änderung der drogenpolitischen Linie sein, die demzufolge klar auf eine Entkriminalisierung von Konsumenten bisher illegalisierter Substanzen hindeutet“, kommentierte Hanf-Institutsobmann Toni Straka am Mittwoch den Bericht. Zwar geht es in dem WHO-Bericht vor allem um injiziierende Drogenkonsumenten, Cannabis wird aber explizit nicht ausgeschlossen.

So heisst es auf Seite 59 des Berichts,

WHORecommendation2

Länder sollten verstärkt auf Behandlung, Information und Rehabilitation setzen, als Alternative zur Verurteilung und Bestrafung. Derzeit geben viele Länder hohe Summen dafür aus, die Rückfallsquoten bleiben aber hoch. Es gibt keine Beweise, dass der derzeitige Ansatz effizient oder kosteneffektiv wäre.

Auf Seite 91 fasst die WHO in ihren Empfehlungen zusammen:

WHORecommendation

Länder sollten in Richtung einer Entkriminalisierung von Drogenkonsum … hinarbeiten und dabei die ungerechte Anwendung von Gesetzen gegen diese Menschen eliminieren.

Nachdem die UN bereits seit 2012 konzedieren, dass die bisherige Kriminalisierung des Konsums psychoaktiver Substanzen keinerlei Erfolg bei Reduktion des Drogenkonsums brachte, wird für die UN-Generalversammlung im Jahr 2016 die Präsentation neuer drogenpolitischer Richtlinien erwartet.

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