Verwirrung bei SMG-Reform: Kommt bei illegalisiertem Cannabis-Konsum künftig Rettung statt Polizei?

CannabisistunseremedizinWien, 26. Juni 2015 – Die am 16. Juni im Parlament durchgepeitschte praxisfremde Reform des Suchtmittelgesetzes (SMG) verdient nach Ansicht des Hanf-Instituts die Note „Nicht genügend“.

„Eine Million österreichische HanffreundInnen empfinden diese Reform, die in Wahrheit keine ist, als Schlag ins Gesicht“, sagte Hanf-Institutsobmann Toni Straka am Freitag anlässlich des heutigen UN-Weltdrogentags.

„Wir kennen uns nicht aus, wie das in der Praxis laufen soll, wenn die Regierung am 1. Jänner 2016 plötzlich per Gesetz eine Million ‚Haschkranke‘ produziert. Als Vertretung dieser stark wachsenden Gruppe wollen wir wissen, ob jetzt bei – unverändert illegalisiertem – Cannabis-Konsum künftig die Rettung oder weiterhin die Exekutive unerwünschte Besuche abstatten wird“, fordert Straka im Namen des Hanf-Instituts eine genauere Aufklärung seitens der Regierung.

„Wenn HanffreundInnen jetzt per Gesetz zu Kranken erklärt werden, obwohl Cannabis in den USA bereits millionenfach als nebenwirkungsarmes Heilmittel bei über 250 Krankheiten eingesetzt wird und auch die Legalisierung als Genussmittel in bisher 4 US-Bundesstaaten ein durchschlagender Erfolg ist, können wir das sture Festhalten der Regierung am toten Mythos, dass es sich bei Hanf um ein Suchtgift handelt, nicht akzeptieren und werden natürlich unsere Informationskampagnen, aber auch die Proteste gegen die vorgesehene Zwangsbehandlung von HanffreundInnen ausweiten“, teilte das Hanf-Institut weiter mit.

Medical Cannabis-Informationsstand am Donauinselfest

Die Informationskampagne beginnt sofort. Das Hanf-Institut wird in Kooperation mit dem Donauinselfest-Hauptsponsor, dem Hanf-Fachhändler „Future Grow“, drei Tage lang wissbegierige WienerInnen auf Europas grösster Party bei der Eutopia-Bühne zusammen mit dem Fachmagazin „medijuana“ über die Vorteile des natürlichen Heilmittels Hanf aufklären.

Das Hanf-Institut wird die anhaltende Diskriminierung der Fans eines im Vergleich zu legalen Drogen harmlosen Heil- und Genussmittels nicht so ohne weiteres akzeptieren und darauf hinarbeiten, dass bei der nötigen Reform der Reform auch Experten mit praktischer Cannabis-Erfahrung eingebunden werden. Aus Sicht des Hanf-Instituts ist es ein unhaltbarer Zustand, dass die Regierung wider allen positiven wissenschaftlichen Erkenntnissen aus 20 Jahren Cannabis als Medizin in den USA weiterhin die Strafandrohung für Cannabis-Patienten aufrecht erhält.

„Wie lange will sich die Regierung noch einer menschlichen Cannabis-Politik verweigern und damit die Leiden tausender Schmerzpatienten unnötig verlängern“, fragte Straka abschliessend.

 

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