Cannabis und Autofahren: Es gilt nur die Blutprobe!

Wien, 27. November 2017 – Aufregung bei der diesjährigen Cultiva Hanfmesse bei Wien im vergangenen Oktober: Die Polizei hatte sich mit drei Amtsärzten und einem Schnellrichter im Hotel neben der Messe eingemietet und eine dreistellige Zahl von MessebesucherInnen oft schon am Weg zu ihrem Fahrzeug angehalten und Harnproben gefordert.

Doch der allergrösste Teil dieser Anzeigen wegen Cannabis-Besitz oder Autofahren unter Drogeneinfluss musste nach inoffiziellen Informationen der Exekutive wieder eingestellt werden, weil sich die amtshandelnden Polizisten falsch verhielten und das beschlagnahmte Cannabis weniger als 0,3 Prozent THC enthielt. Alle Betroffenen sollten mittlerweile ihre Gläschen mit dem legalen Kraut wieder zurückerhalten haben. Für das Hanf-Institut ein Anlass, um wieder einmal zum Thema Cannabis und Führerschein zu informieren.

Denn gerade in der Adventszeit sind verstärkte Polizeikontrollen gang und gäbe.

„Hier wurden offenbar gezielt Personen herausgefischt, die auf der Cultiva völlig legales CBD-dominantes Cannabis erwarben“, kommentierte Hanf-Institutsobmann Toni Straka das unwirsche Vorgehen der Behörde beim 10. Jubiläum der grössten Hanfmesse im deutschsprachigen Raum.

Augenzeugen berichteten von Polizisten, die die Angehaltenen zu Harnproben drangsalieren wollten. „Aber die meisten wissen schon, dass in Österreich nur die Blutprobe gültig ist“, zeigte sich Rechtsanwalt Gottfried Hudl erfreut über den guten Informationsstand der MessebesucherInnen.

Praxistipps

  1. Fahren Sie nicht in den ersten 3 Stunden nach dem Konsum von Cannabis.
  2. Verweigern Sie Harntests, weil sie nichts über die akute Fahrfähigkeit aussagen.
  3. Die Polizei kann Sie nur zur Abgabe einer Blutprobe zwingen, in der Cannabis-Konsum wesentlich kürzer nachweisbar ist.
  4. PatientInnen, die die legalen Cannabis-Medikamente Dronabinol, Sativex oder Nabilon einnehmen, dürfen Auto fahren. Immer das Rezept dabei haben.

In Österreich bestätigen mehrere Urteile des Verwaltungsgerichtshofs seit 1999, dass Cannabiskonsum bzw. der Erwerb oder Handel damit keinen Grund darstellen, auf mangelnde Verkehrzuverlässigkeit zu erkennen. Sehen sie sich auch unsere Seite FÜHRERSCHEIN an

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