HANF-VERARBEITUNG

Hanf wird schon seit der frühen Menschheitsgeschichte verwendet. Bald wurde er so wertvoll für die Bevölkerung, dass er kultiviert wurde. nahezu alle Teile der Hanfpflanze können verarbeitet werden.

Die Samen (Nüsse), die Blütenstände und die Blätter der Hanfpflanze wurden schon früh als Nahrungs- und Rauschmittel aber auch für medizinische Anwendungen verwendet.

STOOKED HEMP

Hanfernte, ca. 1930

Im Stamm der Pflanze ist das Mark innen von der festen Faser aussen als Rinde geschützt. Durch Rösten, einer Art Verrottungsprozess, lässt sich die Faser leicht vom Stamm trennen und es bleibt das Mark, die sgn. Schäben, zurück. In Teilen Asiens wird die Faser bereits von den grünen, also von den nicht gerösteten Stielen gezogen. Das und auch der höhere THC-Gehalt der dort verwendeten Hanfsorten bringen eine bessere Faserqualität. Das soll auch der Grund für die bessere Qualität von Hanftextilien aus dem asiatischen Raum im Vergleich zu westlichen Produkten sein.

Bau- und Dämmstoffe

Putz, Dämmstoffe, Dichtung, Stopfwolle

Als Basismaterial für Bau und Dämmstoffe werden sowohl die Schäben, also das innere Mark des Stammes der Hanfpflanze, als auch die Fasern, die Rinde oder Haut des Stammes werwendet.

Für den Verputz von Häuserwänden werden die gebrochenen Hanfschäben mit Kalkputz vermischt und aufgetragen. Der Putz ist dadurch leichter als normaler Putz und kann deshalb dicker aufgetragen werden als dieser. Die Hanfschäben wirken im fertigen Putz zusätzlich isolierend und bringen dadurch eine bessere Wärmedämmung, ähnlich dem sogenannten Thermoputz.

Aber auch bei Holzhäusern wurde schon früh Hanf als Stopfwolle in die Zwischenräume der Bretter und Verbindungen gestopft um eine gewisse Dichtheit zu erreichen.

Der Installateur verwendet feinere Hanffasern um Verschraubungen abzudichten. Mittlerweile werden auch Dämmplatten aus einem Gemisch von Hanffasern und Hanfschäben hergestellt.

Faserstoffe, Textilien

Leinenstoffe, Fäden, Garne, Seile

Schon vor tausenden Jahren war der Hanf in vielen Teilen der Erde als Faserlieferant begehrt. Die Hanffaser zeichnet sich vor allem durch ihre Stabilität und Länge aus. Hanf war also schon früh in der Menschheitsgeschichte der Faserlieferant für Seile, Textilien und Papier.

Genussmittel

Lebensmittel, Knaster, Genussmittel

Alleine aus dem hochenergetischen Hanfsamen lassen sich viele Produkte erstellen. Die Hanfnuss wird entweder gepresst um an das wertvolle Hanföl zu gelangen oder geschält. Dabei wird die Nuss geknackt und von der Schale getrennt. Aus der geschälten Nuß werden Backwaren, die Hanfnußbutter oder auch die Hanfmilch gewonnen.

Die Blütenstände des Hanfs wurden schon früh, und auch in unseren Breiten als Knaster bekannt, als Genußmittel konsumiert. Aber auch die medizinische Anwendung war in unseren Breiten schon im Mittelalter aus dem Altertum übermittelt.

Medizin

Cannabinoide, Endocannabinoide

Was viele nicht wissen: Jeder Mensch verfügt über ein Cannabinoidsystem. Das Endocannabinoidsystem ist zuständig für eine Vielzahl von Funktionen in unserem Körper. Sowohl ein zuviel als auch ein zuwenig an aktiven Cannabinoiden in unserem Körper können verheerende Folgen haben.

Das bekannteste und am häufigsten in der Medizin verwendete Cannabinoid ist das als Suchmittel eingestufte synthetische THC, in Österreich unter dem Namen Dronabinol erhältlich. Der Ausgangsstoff dafür wird von der staatlichen Agentur für Ernährungssicherheit (Ages) in Wien produziert.

weitere Informationen: Dronabinol (THC)

Nahrungsmittel

Hanfkörner, Hanfmehl, Hanföl

Die Hanfkörner, richtig die Hanfnüsse, sind natur, geröstet oder geschählt genießbar. Die Hanfnuß ist für Ihren hohen Energiegehlt bekannt. Die enthaltenen Fettsäuren werden als Narungsmittelergänzung von Ernährungsexperten empfohlen.