Drogenbericht 2017: Polizei erntete 133 kommerzielle Cannabis-Gärtnereien ab

Wien, 29. Juli 2018 –Exakt zwei Drittel oder 28.549 aller 42.610 von der Exekutive angezeigten Vergehen nach dem Suchtmittelgesetz (SMG) betrafen laut dem jüngsten Drogenbericht (PDF) des Innenministeriums Cannabis-Delikte bis auf wenige Ausnahmen im Gramm-Bereich.

Anzeigen nach dem SMG 2008 bis 2017. Quelle: BMI

„Die gesetzliche Verfolgung des einzigen opferlosen Verbrechens im österreichischen Strafrecht kostet den Staat nach unseren Schätzungen rund 430 Millionen Euro, denen gerade einmal beschlagnahmtes Cannabis im Wert von 20 Millionen Euro gegenüberstehen“, kritisierte Hanf-Institutsobmann Toni Straka am Sonntag die teure Prohibitionspolitik eines unschädlichen Heil- und Genusssmittels.

133 kommerzielle Gärtnereien

Dem Bericht zufolge hob die Polizei 2017 insgesamt 948 Cannabis-Gärtnereien aus, von denen aber gerade einmal 133 mit mehr als 50 Pflanzen bestückt waren. Insgesamt beschlagnahmte die Exekutive im Vorjahr 1,6 Tonnen Cannabis oder weniger als ein Prozent des geschätzten jährlichen Konsums von über 250 Tonnen der rund eine Million österreichischer HanffreundInnen.

Anzahl der in Österreich ermittelten Plantagen 2017. Quelle: BMI

Während die Politik jetzt die Zulassung von Cannabis in der Apotheke prüft, „darf diese riesige Gruppe von HanffreundInnen, von denen 99 Prozent keine Probleme mit Cannabis haben, nicht vergessen werden“, sagte Straka weiter. Ein erster Schritt könnte eine konventionsgerechte Überführung in das Verwaltungsrecht sein. Österreich räumte sich diesen Vorbehalt schon in der 2. UN-Drogenkonvention ein.

Weltweit bringe der Trend Richtung Legalisierung Vorteile, wie Beispiele aus mittlerweile 36 Staaten zeigen.

Legt man die Zahlen von Colorado auf Österreich um, könnten durch die Cannabis-Legalisierung rasch 40.000 neue Arbeitsplätze geschaffen werden. Allein durch die Umsatzsteuer könnten durch Cannabis rund 500 Milliarden Euro in das österreichische Staatssäckel fliessen, sagte Straka.

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