Neue Schätzungen zur Grösse des Cannabismarkts in D-A-CH

Wien, 23. Jänner 2020 – Das Schweizerische Tagblatt hat die Ergebnisse einer Studie zum Cannabisverbrauch in der Schweiz veröffentlicht, die interessante Anhaltspunkte liefert:

Es ist illegal, doch Zehntausende greifen dennoch regelmässig zum Joint: Cannabis ist die beliebteste illegale Droge. Forscher von der Stiftung Sucht Schweiz, der Uni Lausanne und von Unisanté haben nun den Cannabis-Markt im Kanton Waadt unter die Lupe genommen. Die Studie, die heute veröffentlicht wird, liefert Hinweise darauf, dass mehr Personen kiffen als bisher angenommen.

In Umfragen geben jeweils rund drei bis vier Prozent an, im letzten Monat Cannabis konsumiert zu haben. Eine Analyse des Abwassers ergibt jedoch einen höheren Wert, wie die Forschenden herausgefunden haben. Frank Zobel ist Vizedirektor von Sucht Schweiz und Mitautor der Studie. Er schätzt, dass um die fünf bis sechs Prozent mindestens einmal pro Monat zum Joint greift.

«Es scheint auch, dass der Konsum steigt – aber nur langsam», sagt er. Die Menge ist hingegen geringer als gedacht: Für die Waadt schätzt die Studie, dass jährlich 3,5 bis 5,1 Tonnen Cannabis konsumiert werden. Das entspreche mehr als 50000 Joints pro Tag. Auf die Schweiz hochgerechnet sind es mindestens eine halbe Million Joints pro Tag beziehungsweise 40 bis 60 Tonnen jährlich. Das ist laut den Studienautoren weniger als bisher angenommen.

210 Joints pro Jahr

Das sind interessante Zahlen: Wenn man jetzt 0,4 Gramm pro Joint rechnet (soviel ist im Schnitt in meinen Joints drinnen) kommt man auf einen Jahresverbrauch von rund 73 Tonnen Cannabis in der Schweiz.
Hochgerechnet wären das dann für Deutschland fast 710 Tonnen und für Österreich 76 Tonnen.
Pro Einwohner kommt man dann auf durchschnittlich auf 8,5 Gramm pro Nase und Jahr.
Geht man davon aus, dass rund 10% der Bevölkerung HanffreundInnen sind, ziehen die sich durchschnittlich 85 Gramm bzw. 210 Dübel pro Jahr rein.
Durchschnittswerte sind aber nicht sehr vielsagend. Aus Colorado wissen wir, dass rund 20% der Kiffer 80% des Materials verrauchen, verdampfen oder essen.
Bei einem Kilopreis von 4.000 Euro ist der Cannabis-Markt somit 292 Millionen (Schweiz), 304 Millionen (Österreich) bzw. 2,84 Milliarden (Deutschland) schwer.
Am Niveau des Endverbrauchers, der durchschnittlich einen Zehner fürs Gramm zahlt, kommt man dann in der Schweiz auf 730 Millionen, in Österreich auf 760 Millionen und in der Bundesrepublik auf 7,1 Milliarden Euro.

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