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Strafe nach Krebsheilung?

Salzburg, 20. November 2019 – Martin Winkler heilte seinen Prostatakrebs mit selbst gemachtem Cannabis-Öl. Jetzt wurde der 47jährige wegen der Erzeugung von ‚Suchtmitteln‘ angeklagt. Das Urteil in diesem Prozess wird für die Richterin schwierig. Dem veralteten Suchtmittelgesetz (SMG) zufolge gilt Cannabis immer noch als illegales Suchtgift, obwohl Zehntausende Studie die Heilkraft der wahrscheinlich besten Heilpflanze bestätigen.

Das Hanf-Institut berichtete 2017 ausführlich über die erste dokumentierte Krebsheilung mit Cannabis-Öl in Österreich. Winkler hatte sich ursprünglich nach seiner Diagnose der Schulmedizin anvertraut, doch damit war nach über einem Dutzend Chemotherapien und 52 Bestrahlungen Schluss, weil er in 6 Monaten über 25 Kilogramm abnahm und ihm die Ärzte noch sechs bis zwölf Monate Lebenserwartung gaben. Er setzte diese Therapie ab und begann, sich aus selbst gezogenem Cannabis sein eigenes Konzentrat herzustellen. Binnen 18 Monaten besiegte er damit seinen Prostatakrebs. Mehrere ärztliche Gutachten bestätigten den Erfolg seiner Cannabis-Therapie und für den Wagrainer war die Welt wieder in Ordnung.

Doch knapp zwei Jahre später fand er eine Ladung zur Gerichtsverhandlung in seinem Postkasten vor. Darin wird ihm die Erzeugung von Cannabis vorgeworfen und ein Gutachten im Auftrag der Strafverfolgungsbehörden kam zu dem Schluss, Winkler hätte weiter der Schulmedizin vertrauen sollen. Winkler plädiert hingegen auf einen medizinischen Notstand, da ihm die Ärzte nur mehr wenige Monate gaben. Wer hätte in dieser Situation anders gehandelt?

Bis zu 5 Jahre Gefängnis

Doch die rechtliche Situation ist eine andere. Da Cannabis allen wissenschaftlichen Erkenntnissen zuwider weiterhin als Suchtmittel in Österreich angesehen wird, erwartet den Wagrainer eine Strafe im Ausmass von bis zu fünf Jahren Gefängnis.

In der Anklageschrift wird kein Bezug auf seine Krebsheilung genommen. Es klingt fast zynisch, wenn dem Krebsgeheilten die Erzeugung von Suchtmitteln vorgeworfen wird, weil er „an Suchtmittel gewöhnt ist.“

Der Angeklagte versteht die Welt nicht mehr:“Ich habe auf eigene Kosten meinen Krebs geheilt und niemanden damit geschädigt. Wieso soll ich jetzt dafür bestraft werden?“

Das dürften sich auch die über 1,5 Millionen Seher eines von ihm produzierten Videos auf Facebook fragen, in dem er seine skurrile Situation zwischen Heilung und Strafverfolgung beschrieb.

Solidaritätsaktion bringt Prozessverschiebung

Einem Aufruf des Hanf-Instituts und des Cannabis Social Club Salzburg folgten am 18. November rund 50 – vorwiegend ältere – Unterstützer, die dem dem Prozess beiwohnen wollten. Die Solidaritätsaktion brachte einen ersten Erfolg. Kurz vor Verhandlungsbeginn meldete sich die Richterin telefonisch bei dem Angeklagten und teilte ihm mit, dass der Prozesstermin abgesagt und auf unbestimmte Zeit verschoben werde.

Winkler ist darauf gut vorbereitet und wird seine Argumentation mit Gegengutachten und Studien unterstützen:“Ich bin der Beweis, dass sich Krebs mit Cannabis heilen lässt. Dafür kann ich doch nicht bestraft werden!“

Toni Straka, Vorstand des Hanf-Instituts, glaubt indessen an eine ‚österreichische‘ Lösung: „Die Prozessverschiebung ohne Nennung eines neuen Termins lässt uns hoffen, dass er auf den Sankt Nimmerleinstag verschoben wird.“

Der Prozess ist auf alle Fälle richtungsweisend für Zehntausende Cannabis-PatientInnen. „Es kann nicht sein, dass kranke Menschen die Wahl zwischen legalem Sterben und illegalem Überleben treffen müssen, während die Heilkraft von Cannabis bei Krebs bereits tausendfach bewiesen ist“, sagte Straka.

25. Oktober: Buchpräsentation „Hanf gegen Schmerz“

Wien, 22. Oktober 2019 – Wir freuen uns, am Freitag den 25. Oktober das soeben erschienene Buch „Hanf gegen Schmerz – Wie mir Cannabis das Leben rettete“ im Restaurant La Vie in Filzmoos im Land Salzburg zu präsentieren.

Hanf-Institutsobmann Toni Straka wird bei der kostenlosen Veranstaltung nach einführenden Worten über den Kampf von Österreichs bekanntestem Cannabis-Patienten, Willi Wallner, die Zukunft von Cannabis als Medizin in Österreich erörtern.

Danach schildert Willi Wallner seinen Leidensweg. Er sitzt quasi zwischen zwei Stühlen: Denn seinen ärztlichen Gutachten, die ihm empfehlen, sein eigenes Cannabisöl herzustellen und einzunehmen, steht die österreichische Rechtslage entgegen, die ihm das verbietet.

Im Anschluss freuen wir uns auf eine lebendige Diskussion zum Thema Cannabis als Medizin.

Datum: 25. Oktober 2019

Ort: Restaurant La Vie, Filzmoos/Salzburg

Eintritt frei

Empörung über Cannabisblüten-Bericht des Gesundheitsministeriums

Wien, 20. März 2019 – Während bei der gleichzeitig stattfindenden Drogenkonferenz der Vereinten Nationen (UN) in Wien die Abstimmung über die Reklassifizierung von Cannabis für März 2020 angesetzt wurde, sträubt sich das österreichische Gesundheitsministerium gegen die von den Oppositionsparteien geforderte Liberalisierung von Cannabis in der Medizin. Demzufolge soll alles beim Alten bleiben und die in vielen Ländern schon lange erhältlichen Cannabisblüten sollen in Österreich weiterhin als Heilmittel verboten bleiben.

Ein elfseitiger Bericht zu einem Entschliessungsantrag aller Parteien von Gesundheitsministerin Beate Hartinger-Klein bzw. der von ihr beauftragten Institutionen wiederholt überkommene Mythen und widerspricht sich teilweise selbst. So heisst es mal, dass es keine gesicherten Erkenntnisse über den Einsatz von Cannabisblüten gibt, während dann wieder klinische Indikationen angeführt werden, wo natürliches Cannabis sehr gut wirkt.

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Cannabis-Befürworter aus allen Lagern kritisieren, dass der Bericht lediglich die ideologische Sichtweise der Regierung, die insgesamt für eine repressivere Drogenpolitik ist, wiedergibt. Von der Liste Jetzt sieht Daniela Holzinger-Vogtenhuber „Wissenschaftschauvinismus“. Es fehle an „jeglicher wissenschaftlicher Grundlage. Auf elf Seiten wird die Linie der FPÖ und von Ministerin Beate Hartinger-Klein festgeschrieben.“

In dem Papier wird unter anderem eine unzureichende Datenlage bemängelt. Holzinger-Vogtenhuber: „Wir haben Evidenzen aus der ganzen Welt, dass Cannabis als Naturprodukt in der Medizin gute Ergebnisse liefert.“

Dem pflichten auch zwei Ärzte bei, die die Liste Jetzt zur Unterstützung geladen hat. Kurt Blaas  zählte in einer Presskonferenz internationale Studien auf und wies daraufhin, dass sich Cannabis-PatientInnen jetzt am Schwarzmarkt versorgen müssten, weil es in der Apotheke nur das Monosubstanz-Präparat Dronabinol (zu einem Vielfachen der Schwarzmarktpreise) gibt.

Doch dann kämen die Patienten mit folgenden Argumenten: „Wir verwenden die Blüte. Sie wirkt allumfassender, sie wirkt stärker. Die Patienten müssen sich die Blüten auf dem Schwarzmarkt besorgen, über Stecklinge irgendwoher“ oder über Auslandskontakte. „Wir brauchen für die Patienten eine legale Lösung“, sagte der Arzt.

Gynäkologin Iris Pleyer, die vor allem Cannabidiol (CBD) verschreibt, stimmt zu:„Es ist kein Allheilmittel, es ist in der Hand des Arztes ein wunderbares Mittel. Cannabis wurde in Kanada zugelassen. Es gibt Tausende Studien zu CBD und THC. Wir brauchen nur über die Grenze zu schauen“, sagte die Gynäkologin.

In einer Sitzung des Gesundheitsausschusses am 19. März lagen die verhärteten Fronten offen.

Die Liste JETZT stellte am Ende der Sitzung ein Verlangen auf „Nicht-Enderledigung“. Sie will auch einen gemeinschaftlichen Antrag mit SPÖ und NEOS für die Erstellung eines zweiten Expertenberichts zur Causa der medizinischen Verwendung von Cannabinoiden aus natürlichen Quellen bzw. von Cannabisblüten erreichen. Hier sollen laut den Intentionen alle Oppositionsparteien kooperieren. Der Auftrag dafür soll an eine „unabhängige“ Institution gehen.

Leerlauf in der Cannabis-Politik

Weitere kritische Stimmen sind in der Parlamentskorrespondenz vermerkt. Maurice Androsch (SPÖ) zeigte sich ebenso enttäuscht von dem Bericht. Man hätte die Erfahrungsberichte von SchmerzpatientInnen einfließen lassen und Stellungnahmen veröffentlichen sollen. Ein wesentlicher Punkt fehle in dem Bericht außerdem zur Gänze – nämlich die Abschätzung der zukünftigen Rahmenbedingungen, vor allem in Hinblick auf die internationalen Entwicklungen in Bezug auf die Liberalisierung von Cannabis. Österreich ist derzeit weltweit das einzige Land, das in der Cannabis-Politik den Leerlauf eingelegt hat.

SPÖ-Fraktionskollegen Markus Vogl und Philip Kucher forderten dazu auf, die bestehenden Regelungen in anderen Ländern zu evaluieren, um das Thema von mehreren Seiten zu betrachten sowie zusätzliche Forschungen durchzuführen. Mit dem in dieser Form vorgelegten Bericht habe die Bundesministerin „ihren Job nicht gemacht“ und die parlamentarische Arbeit nicht ernstgenommen.

Widersprüchlich ist auch der Fakt, dass in dem Bericht Blüten als teuerste Form der Therapie bezeichnet werden, obwohl das Ministerium dazu keine Daten haben will. Dies macht keinen Sinn: Die staatseigene AGES, kontrolliert vom Gesundheitsministerium,  züchtet seit über einem Jahrzehnt hochpotente Cannabisblüten und verkauft diese zu einem kolportierten Kilopreis von rund 1.800 Euro an den Pharmakonzern Bionorica, der daraus das THC-Extrakt ‚Dronabinol‘ produziert, das wieder nach Österreich importiert und hier zum etwa 100-fachen des Cannabis-Verkaufpreises in Apotheken gegen Rezept abgegeben wird.

Aberwitzige Standards gefordert

Auch Chemiker und Toxikologe Rainer Schmid, der von der SPÖ als Experte geladen wurde, übt Kritik, sagte er der Tageszeitung Der Standard: „Der Oberste Sanitätsrat sprach sich in seiner Stellungnahme an Hartinger-Klein dafür aus, nur zugelassene synthetische Medikamente zu erlauben. Fakt ist aber, dass in den letzten zehn Jahren weiterhin viele andere, neue Medikamente ohne umfangreiche Zulassungsstudien erfolgreich auf den Markt kamen. Primär aus ethischen Gründen, um sie nicht Patienten vorenthalten zu müssen. Aber bei Cannabinoiden soll das jetzt nicht möglich sein. Hier werden plötzlich Standards gefordert, die aberwitzig sind.“

Aufgrund des entsprechend unterstützen Verlangens von Holzinger-Vogtenhuber auf „Nicht-Enderledigung“ wird der Bericht betreffend Liberalisierung von Cannabis zu medizinischen Zwecken auf der Tagesordnung der nächsten Plenartage stehen.

Auf internationaler Ebene hat sich die Weltgesundheitsorganisation WHO im vergangenen Jänner in einem Bericht für die Reklassifizierung von Cannabis ausgesprochen.

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Spielraum für den Einsatz von natürlichem Cannabis gibt es genug. Bereits seit 1984 anerkennt die WHO ‚herbal medicines‘, also Heilmittel pflanzlicher Natur.

Marijuana.com kritisiert falsche Zahlen des Ministeriums

In einem Artikel auf Marijuana.com rechnet Autor Micha Knodt vor, dass das Gesundheitsministerium mit falschen, aus Deutschland übernommenen Zahlen zu den Kosten von Cannabispräparaten und Blüten argumentiert:

Anscheinend versucht das FPÖ-geführte Gesundheitsministerium mit der gleichen Verdrehung von Tatsachen wie einige Verbände in Deutschland, die ungeliebte, natürliche Form der Cannabis-Medizin außen vor zu halten. Denn Cannabisblüten aus der Apotheke sind trotz des horrenden Preises von knapp 24 Euro pro Gramm immer noch um Längen billiger als die von Österreichs Regierung favorisierten Extrakte. Entscheidend hierfür ist der Preis für den Hauptwirkstoff THC. Errechnet man diesen für 1000mg THC ganz genau, dreht sich die ganze Sache plötzlich zu Ungunsten der Fertigpräparate.

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  • Eine Packung Dronabinol mit insgesamt 500 mg THC kostet als Rezepturarzneimittel etwa 440 €. Der Preis setzt sich jeweils zur Hälfte aus der Gebühr für die Herstellung durch den Apotheker und dem Rohstoffpreis zusammen. 1000 mg THC kosten hier also 880 Euro.
  • Das Cannabisblüten-Vollextrakt THC10:CBD10 des kanadischen Produzenten Tilray enthält 250 mg THC und kostet 304,59 Euro. Somit schlagen 1000mg THC hier mit 1218,68 Euro zu Buche.
  • Das Cannabisblüten-Vollextrakt THC 25 des kanadischen Produzenten Tilray enthält 625 mg THC und kostet in Deutschland 410,55 Euro. Also kosten 1000 mg des Hauptwirkstoffs THC 656,85 Euro.
  • 10 Gramm Cannabis Flos der Sorte Peace Naturlals 20/1 kosten 239,00 Euro und enthalten 2000mg THC. Somit kosten 1000mg THC als Cannabisblüte, selbst bei dem derzeit hohen Grammpreis von fast 24 Euro, aktuell 119,50 Euro. In den niederländischen Apotheken, kostet das selbe pflanzliches Cannabis der Firma Bedrocan, das es in Deutschland für 23,90 pro Gramm gibt, in der Apotheke sieben Euro. Das liegt daran, dass die Aufschläge der Zwischenhändler und Apotheken dort geringer als in Deutschland sind. Bei einer wie in den Niederlanden gestalteten Preispolitik könnten 1000mg THC auch hier, genau wie in den Niederlanden, nur 31,82 Euro kosten.
  • Sativex-Spray hat eine Zulassung als Fertigpräprat und kostet pro Set 333 €. Das enthält 3 Flaschen mit 90 Sprühstößen a 2,7 mg THC. Das sind insgesamt 729 mg THC und ergibt einen Preis von 450,68 Euro für 1000 mg Wirkstoff. Sativex enthält neben THC auch CBD und ist für therapieresistente Spastiken bei MS zugelassen.

Die pflanzliche Variante ist bei einem Preis von 119,50 Euro pro 1000mg im Vergleich zu den Extrakten, wo dieselbe Wirkstoffmenge zwischen 450 und 1218 Euro kostet, demnach weitaus billiger als alle angebotenen Extrakte.

AVISO: Kundgebung für Cannabis in der Medizin am 19. März in Wien

Wien, 18. März 2019 – Die Allianz gegen Ignoranz und der Verbraucherschutzverein haben für Dienstag, den 19. März zu einer Kundgebung vor der öffentlichen Sitzung des Gesundheitsausschusses im Parlament aufgerufen.

Allianz-Gründer Peter Kolba ersucht alle Cannabis-PatientInnen zur Teilnahme an der Kundgebung in 1010 Wien, Josefsplatz, um 10 Uhr. Laut Kolba ist der Expertenbericht des Gesundheitsministeriums einseitig und unausgewogen. Die Sozialministerin hat nur Stellungnahmen von Seiten eingeholt, die von der derzeitigen Gesetzeslage profitieren. Betroffene werden weiterhin ignoriert.

Danach wird Gesundheitsministerin Beate Hartinger-Klein ab 11 Uhr einen Bericht vorlegen, der sich gegen Cannabisblüten als Medizin ausspricht und das landwirtschaftliche Urprodukt kurioserweise als teuerste Form der Cannabis-Medizin bezeichnet. Der Verbraucherschutzverein lädt SchmerzpatientInnen zu der öffentlichen Sitzung ein, aus erster Hand zu erfahren, was der Bericht aussagt und wie die Parlamentsparteien darauf reagieren.

In Österreich sind bisher nur drei Cannabis-Medikamente zugelassen, deren Kosten jedoch rund das Zehnfache des Schwarzmarktpreises für natürliches Cannabis betragen und in vielen Fällen nicht von den Krankenkassen übernommen werden.

Österreichische Cannabis-Doku: Eine unterschätzte Highlpflanze

Wien, 26. Februar 2019 – Erstmals nach 12 Jahren gibt es wieder einen Dokumentationsfilm aus Österreich mit dem Titel: „Cannabis – Eine unterschätzte Highlpflanze“, die sich mit den gesundheitlichen Wirkungen der Hanfpflanze befasst. Zu Wort kommen Aktivisten, Mediziner, Patienten und Pharmazeuten.

Hier der Trailer:

Der ganze Film kann hier angesehen werden.

WHO empfiehlt leichteren Zugang zu Cannabis

Wien, 1. Februar 2019 – Die Weltgesundheitsorganisation WHO empfiehlt den Mitgliedsländern der Vereinten Nationen einen leichteren Zugang zu Cannabis als Medizin durch eine Reklassifizierung von Cannabis aus der Kategorie 4 in die Kategorie 1, geht aus einem dem Fachmedium mjbizdaily.com vorliegenden Schreiben der WHO hervor.
„Eine derartige Einstufung von Cannabis und Cannabisprodukten würde natürliche Cannabisprodukte leichter verschreibbar machen. Medizinalhanf ist bereits in rund 40 Ländern legal“, kommentierte Hanf-Institutsvorstand Toni Straka die Empfehlung der WHO.
Dem Bericht zufolge wird die Löschung von Cannabis aus der Kategorie 4 empfohlen. Auch der Wirkstoff Tetrahydrocannabinol (THC) – bisher in der Kategorie 3 – soll in die Kategoerie 1 verschoben werden, womit offiziell anerkannt würde, dass Hanf nicht abhängig macht.
Ursprünglich hätte Cannabis schon bei der letzten UN-Drogenkonferenz im vergangenen Dezember neu eingestuft werden sollen. Dieses Vorhaben wurde aber in letzte Minute aus undurchsichtigen Gründen von der Tagesordnung gestrichen und auf März 2019 verschoben.
Mit dem nun vorliegenden Schreiben ist aber nicht mehr mit einer Neueinstufung im laufenden Jahr zu rechnen, da die Mitgliedsländer berechtigt sind, ihre Bedenken in die Diskussion einfliessen zu lassen. „Somit wird es wohl ein weiteres Jahr dauern, bis der grosse Irrtum bei der Einstufung von Cannabis dann endlich nach 59 Jahren ein Ende findet“, sagte Straka.

CBD-Produkte unbedenklich

Die WHO bekräftigte in dem Schreiben, dass Cannabidiol (CBD) und Präparate daraus keinerlei Kontrolle unterliegen, nachdem CBD im Juni als unbedenklich eingestuft wurde. „Reines CBD und Produkte daraus mit weniger als 0,2% THC-Gehalt werden in keiner Weise in die Drogenkonventionen aufgenommen“, hiess es.
Die Intentionen der WHO widersprechen damit komplett dem Kurs der österreichischen Cannabis-Politik, die mit jüngsten Erlässen zum Verkauf von CBD-Produkten der boomenden Branche einen Prügel in den Weg legte.

Hier das Papier der WHO als PDF19-01-24_unsg-letter-ecdd41-recommendations-cannabis

Neos stellen parlamentarische Anfrage zum CBD-Verkaufsverbot

Wien, 24. Jänner 2018 – Die Neos haben im Parlament folgende Anfrage zum angekündigten Verkaufsverbot von CBD-Produkten in Österreich gestellt. Sie sehen darin nur eine Attacke auf die heimische Hanfbranche, da Konsumenten die Produkte weiterhin problemlos im Ausland erwerben können. Sie orten daher eine massive Schädigung der heimischen Wirtschaft.

Hier die Anfrage von Neos-Abgeordnetem Gerald Loacker im Wortlaut:

Anfrage

der Abgeordneten Gerald Loacker, Kolleginnen und Kollegen
an die Bundesministerin für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Konsumenten­schutz
betreffend Folgeanfrage CBD-Erlass.

Im Erlass des BMASGK zu GZ BMASGK-75100/0020-IXIB/16a/2018 („CBO-Verbot“) trifft das Ministerium im Wesentlichen die Unterscheidung von betroffenen Produkten in drei Kategorien

1. Arzneimittel (Abs. 3)
2. Cannabinoid-haltige Extrakte als solche oder in Lebensmitteln (Abs.
3. Cannabis und daraus hergestellte Extrakte in kosmetischen Mitteln (Abs 5.)

Hinsichtlich der 1. Gruppe wird auf die Zuständigkeit des Landeshauptmannes ver­wiesen.
Hinsichtlich der 2. Gruppe wird eine Zuordnung zu neuartigen Lebensmitteln iSd
Verordnung (EU) 2015/2283 („Novel food Verordnung“) postuliert und ein Verbot des
Inverkehrbringens abgeleitet.

Dadurch, dass für solche Produkte in anderen EU-Mitgliedsstaaten kein solches Verbot gilt, können die Konsumenten auf grenznahe Verkaufsstellen beispielsweise in Lindau, Freilassing oder Passau ausweichen. Sie können aber auch die von ihnen nachgefragten CBO-Produkte im Internet bei online-Shops mit Sitz in solchen EU-­Mitgliedsstaaten bestellen. Beide Vorgänge sind vom BMASGK nicht zu kontrollie­ren. Es ist damit evident, dass der Erlass dem vorgeblichen Ziel, den Vertrieb von CBD-Produkten auf Arzneimittelhandel durch Apotheken einzuschränken, nicht ein­mal theoretisch wirksam dienen kann. Was jedenfalls eintritt, ist eine massive Schä­digung der österreichischen Marktteilnehmer auf der Angebotsseite gegenüber
deren Mitbewerbern in anderen EU-Mitgliedsstaaten.

Produkte aus Cannabis sativa Pflanzenarten, die einen natürlichen CBO-Gehalt auf­weisen Uedenfalls wohl bis rund 3%) sind allerdings – und damit fängt der juristische Pfusch bereits an – nicht neuartig, weil diese Produkte schon vor 1997 in der EU in Verkehr waren. Insofern ist der Erlass inhaltlich fehlerhaft.

Der Novel food catalogue der Europäischen Kommission führt für Cannabis (Hanf) aus: „Without prejudice to other legal requirements concerning the consumption of hemp (Cannabis sativa) and hemp products EC No. 258/97 is not applicable to most foods and food ingredients from this plant. ( . ) Most varieties contain cannabinol and cannabinol. See also Cannabidiol.“
Die Europäische Kommission geht also davon aus, dass Cannabis sativa kein neuar­tiges Lebensmittel ist. O.h. es müssen der Europäischen Kommission Informationen vorliegen, die beweisen, dass diese Zutat bereits vor dem 15. Mai 1997 in nennens­wertem Umfang in der EU als Lebensmittel verwendet wurde und deshalb nicht unterdie Novel-Food-Verordnung fällt.

Laut dem Novel food catalogue der Kommission (http://ec.europa.eu/food/safety/novel food/catalogue/search/public/index.cfm) ist eine Sicherheitsbewertung von Produkten, die CBD (Cannabidiol) enthalten, nach folgender Definition erforderlich: „Extracts of Canabis sativa L in which cannabidiol (CBD) levels are higher than the CBD levels in the source Canabis sativa L are novel  in food. Cannabidiol (CBD) is one of the cannabinoids in Cannabis sativa plant. In the European Union, the cultivation of Cannabis sativa L. varieties is granted provided they are registered in the EU’s ‚Common Catalogue of Varieties of Agricultural Plant Species‘ and the tetrahydrocannabinol (THC) content does not exceed 0.2 % of the plant. “

Also ausschließlich dann, wenn der CBD-Gehalt im Extrakt höher ist als in der Pfian­ze, kann nach den Regeln der Europäischen Union überhaupt novel food vorliegen. Dem widerspricht der gegenständliche Erlass in seiner generellen Weise, in der er unabhängig vom CBD-Gehalt alle Produkte gleich behandelt und dem Verbot unter­wirft.

Andere EU-Mitgliedsländer

In der sogenannten BELFRIT-Liste haben die Länder Belgien, Frankreich, Italien sich auf eine Positivliste von zulässigen Zutaten von Nahrungsergänzungsmitteln ver­ ständigt. Auch hier findet sich die Zutat Cannabis sativa ohne Einschränkungen. So­mit bestätigen bereits drei Mitgliedsstaaten die Verkehrsfähigkeit der Zutat ohne Ein­schränkung im Hinblick auf eine Höchstmengenbegrenzung oder einen Höchstgehalt an darin enthaltenen Cannabidiolen.
Da es sich um die zulässige Verwendung in Nahrungsergänzungsmitteln handelt, folgt hieraus auch, dass gerade die Verwendung in Extrakten hiervon umfasst ist.

In einer Stoffliste des Deutschen Bundesamtes tür Verbraucherschutz und Lebens­mittelsicherheit (BVL) findet sich für Cannabis sativa, Hanfsamen, der Eintrag „Le­bensmittel“. Eine Einstufung als Novel Food erfolgt dagegen nicht. Ferner heißt es dort: “ Eine Verarbeitung in der Lebensmittel-Herstellung sowie der Vertrieb von Er­zeugnissen, die unter Verwendung von Cannabis-Samen hergestellt wurden, sind somit aus betäubungsmittelrechtficher Sicht zulässig.“ Der Vertrieb als Nahrungser­gänzungsmittel setzt nach deutscher NemV voraus, dass es sich um ein Konzentrat von Nährstoffen oder sonstigen Stoffen mit ernährungsspezifischer oder physiologi­scher Wirkung handelt und es in dosierter Form, insbesondere in Form von Kapseln, Pastillen, Tabletten, Pillen und anderen ähnlichen Darreichungsformen, Pulverbeu­tein, Flüssigampullen, Flaschen mit Tropfeinsätzen und ähnlichen Darreichungsfor­men in abgemessenen kleinen Mengen in den Verkehr gebracht wird. Die Verwen­dung eines Extraktes ist somit gerade die klassische Zweckbestimmung eines Nah­rungsergänzungsmittels.

Aus den Positivlisten der genannten Länder ergibt sich, dass die zuständigen Ge­sundheitsbehörden dieser europäischen Mitgliedsstaaten eine wissenschaftliche Be­werbung der gesundheitlichen Unbedenklichkeit vorgenommen haben. Findet sich der entsprechende Stoff somit in einer Positivliste eines europäischen Mitglieds­staats, bestätigt sich die erfahrungsgemäße Unbedenklichkeit im Sinne des Art. 1 Abs. 2 e) VO 258/97/EG.

Im Ergebnis ist daher festzustellen, dass es somit ausreichenden Nachweis dafür gibt, dass Cannabis sativa-Extrakte bereits in nennenswertem Umfang vor dem 15. Mai 1997 als Lebensmittel in der EU verwendet wurden. Ebenfalls liegen ausrei­chende Nachweise dafür vor, dass diese Zutaten erfahrungsgemäß unbedenklich sind.

Im Lichte dessen, dass der Verordnungsgeber den freien Verkehr mit Lebensmitteln
nicht behindern und stattdessen gleiche Wettbewerbsbedingungen gewährleisten
will, dürfen an den Begriff „in nennenswertem Umfang“ quantitativ nicht zu hohe An­forderungen gestellt werden.

Grundsätzlich ist wohl die Behörde dafür beweispflichtig, dass das Produkt die Tat­bestandsvoraussetzungen eines neuartigen Lebensmittels erfüllt. Es können dabei
nur solche Bedenken relevant sein, die an konkrete Anhaltspunkte anknüpfen. Der Ausspruch eines Vertriebsverbotes greift nicht nur in das Grundrecht auf Erwerbs­freiheit (Art 6 StGG) ein. Es beschränkt auch den freien Warenverkehr innerhalb der Europäischen Union, wobei die Frage offen bleibt, wie das Ministerium innergemein­schaftlichen Warenverkehr zu unterbinden gedenkt, um dem selbst ausgesproche­nen Verbot zum Durchbruch zu verhelfen. Bei Eingriffen in Grundrechte ist besonde­re Sorgfalt und Zurückhaltung an den Tag zu legen, was der gegenständliche Erlass allerdings missen lässt.

Hinsichtlich der 3. Gruppe werden über CBO hinaus ganz generell alle aus Cannabis hergestellten Extrakte in kosmetischen Mitteln erfasst. Unter Bezugnahme auf Art. 14 Abs 1 lit. A in Verbindung mit Anhang 2 Nr. 306 der Verordnung (EG) Nr. 1223/2009 („Kosmetikverordnung“) werden diese Extrakte von der Erlassautorin schlicht zu den „natürlichen und synthetischen Betäubungsmitteln“ gezählt. Das sei jeder Stoff, der „in den Tabellen I und 11 des UN-Einheitsübereinkommens über Suchtmittel (ESK 1961) aufgezählt‘ sei. Ein Inverkehrbringen sei daher nicht zulässig, wird geschlos­sen.

Der Erlass geht also davon aus, dass sämtliche Extrakte aus Cannabis einem Verbot unterlägen, weil es ein Verbot zur Verwendung von Betäubungsmitteln gibt. Nicht berücksichtigt wird die wissenschaftlich unstrittige Tatsache, dass es sich bei CSO um eine Substanz handelt, die eben nicht psychoaktiv ist, also keinerlei berau­schende oder betäubende Wirkung hat. Nicht berücksichtigt wird ebenfalls, dass Art 1 Abs 1 b des Einheitsübereinkommens sich auf die „Blüten- und Fruchtstände von Hanfkrautpflanzen bezieht, die üblicherweise zur Erzeugung von Rauschmitteln ver­wendet werden. Ausdrücklich ausgenommen sind Produkte aus den Samen dieser Pflanzen und die nicht mit solchen Ständen vermengten Blätter.

Die unterfertigenden Abgeordneten stellen daher folgende Anfrage:
1. War die Sektion V in die Ausarbeitung dieses Erlasses mit einbezogen?
a. Wenn ja, in welcher Form, in welchem Ausmaß und in welchem Stadium der Erarbeitung des Erlasses?
b. Wenn nein, welche Sektion, Abteilung, Gruppe hat die europarelevanten
Aspekte des Erlasses inhaltlich erarbeitet und geprüft?

2. Welche Konsequenzen hat der Erlass für Konsumenten, die jene Produkte, die nunmehr in Österreich einem Verkaufsverbot unterliegen, stattdessen in Lindau, Freilassing oder Passau einkaufen?

3. Welche Konsequenzen hat der Erlass für Konsumenten, die jene Produkte, die nunmehr in Österreich einem Verkaufsverbot unterliegen, stattdessen online in jenen EU-Mitgliedsstaaten erwerben, in denen kein analoges Verbot existiert?

4. Welche Möglichkeiten haben die österreichischen Behörden, das von Ihnen per Erlass verhängte Verbot auch für den Onlinehandel durchzusetzen?

5. Wie stellen Sie sicher, dass für angebotsseitige Marktteilnehmer, also Hersteller und Verkäufer von CBD-Produkten, mit Sitz in Österreich dieselben Regeln gelten und die gleich guten Marktchancen bestehen wie für angebotsseitige Marktteil­nehmer mit Sitz in einem anderen EU-Mitgliedsstaat?

Ad Gruppe 2:

1. Gehen Sie davon aus, dass Cannabis sativa Pfanzenarten generell als novel food zu qualifizieren sind?

a. Wenn ja, auf Basis welcher Daten nehmen Sie das erste Auftreten an?

2. Gehen Sie davon aus, dass CBD-Extrakte aus Cannabis sativa Pfanzenarten unabhängig von ihrem CBD-Gehalt als novel food zu qualifizieren sind?

a. Wenn ja, auf Basis welcher Daten nehmen Sie das erste Auftreten dieses „neuartigen“ Produkts an?

3. Wie bringen Sie rechtlich das vom Erlass ausgesprochene generelle Verbot des Inverkehrsbringens von CBD-Extrakten mit dem Novel food catalogue der EU­-Kommission in Einklang, wonach Neuartigkeit nur vorliegt, wenn der CBD-Gehalt im Extrakt den natürlichen Gehalt übersteigt?

4. Wie beurteilen Sie die Rechtslage in anderen EU-Mitgliedsstaaten?

5. Wie stellen Sie sicher, dass der gegenständliche Erlass mit dem freien Waren­verkehr innerhalb der EU kompatibel ist?

Ad Gruppe 3:

1. Auf welche wissenschaftliche Evidenz stütz1 das BMASGK die Annahme, dass es sich beim Wirkstoff Cannabidiol um ein natürliches oder synthetisches „Betäu­bungsmittel“ iSd Verordnung (EG) Nr. 1223/2009 handle?

2. Auf welche rechtliche Argumentation stütz1 das BMASGK die Annahme, dass es sich beim Wirkstoff Cannabidiol um ein natürliches oder synthetisches „Betäu­bungsmittel“ iSd UN-Einheitsübereinkommens über Betäubungsmitteln handle?

3. Auf welche wissenschaftliche Evidenz stütz1 das BMASGK die Annahme, dass es sich beim Wirkstoff Cannabidiol um ein natürliches oder synthetisches „Betäu­bungsmittel“ iSd UN-Einheitsübereinkommens über Betäubungsmitteln handle?

4. Sieht das BMASGK im genannten UN-Übereinkommen eine Ausnahme für Pro­dukte aus Samen und Blättern der Hanfkrautpflanze?

a. Wenn nein, wie interpretieren Sie den Übereinkommenstextteil „Der Aus­druck („Cannabis“ bezeichnet die Blüten- oder Fruchtstände der Hanf­krautpflanze (ausgenommen die Samen und die nicht mit solchen Ständen vermengten Blätter), denen das Harz nicht entzogen worden ist, gleichgül­tig, wofür sie verwendet werden“

b. Wenn ja, gilt diese Ausnahme auch für die vom gegenständlichen Erlass erfassten Produkte?

Österreichs Regierung allein gegen den Rest Welt – Feindbild Cannabis-Patient?

Wien, 21.01.2019 – Auf der ganzen Welt von Chile über Thailand bis nach Neuseeland wird Medical Cannabis legalisiert. Doch das kleine Österreich spielt seit kurzem gallisches Dorf und bekämpft die älteste natürliche Heilpflanze Cannabis mit fragwürdigen Erlässen und Gutachten von den letzten Experten, die noch nie ein gutes Wort für Medical Cannabis fanden.
Wird sich Österreich dem weltweiten Trend pro Cannabis auf Dauer widersetzen können? Eine Bestandsaufnahme des Hanf-Instituts.

Ein Erlass des Gesundheitsministeriums, der am Sonntag, den 9. Dezember 2018 veröffentlicht wurde – wohl um lästige Fragen der Medien auszuschliessen – will den Verkauf von CBD-hältigen Produkten weiter erschweren, nachdem eine erst ein Jahr zuvor inkraft getretene Gesetzesnovelle die rechtliche Grundlage für den Verkauf von CBD-Blüten und anderen CBD-Produkten aus EU-Nutzhanfsorten klare Regelungen geschaffen hatte.
In den darauffolgenden 12 Monaten erlebte Österreich einen regelrechten CBD-Boom, weil sich die positiven Wirkungen dieser Blüten und anderer Produkte von CBD-Vapes bis zu mit CBD versetzten Lebensmitteln rasch bei den rund 1,5 Millionen SchmerzpatientInnen rasch herumsprachen. In ganz Österreich sperrten Dutzende neue Läden auf und schufen neue Arbeitsplätze, die nun wieder gefährdet sind.

Erlass muss erst umgesetzt werden

Noch ist die Situation unverändert und Konsumenten können weiterhin CBD-Produkte in Österreich erwerben. Denn der zweiseitige Erlass des Gesundheitsministeriums ist an die Landeshauptleute der neun Bundesländer adressiert, die diesen erst in einer gewerberechtlichen Verordnung umsetzen müssen. Ganz sicher scheint sich selbst das Gesundheitsministerium nicht zu sein. Es hat eigens dafür fünf Rechtsanwaltskanzleien beauftragt, Gutachten zur Rechtmässigkeit dieses weltweit einzigen Rückschritts zu erstellen.
Aus dem Erlass: „Cannabinoid-haltige Extrakte, die zumeist als Nahrungsergänzungsmittel auf den Markt gebracht werden, zunehmend aber auch in Lebensmitteln wie beispielsweise Süßwaren oder Kuchen eingesetzt und angeboten werden fallen unter die „Novel-Food“ (Neuartige Lebensmittel) Verordnung der EU und dürfen daher nicht in Verkehr gebracht werden.“
CBD-dominante Blüten will das Ministerium künftig als planzliche Rauchwarenerzeugnisse einstufen, womit sie unter das Tabak-NichtraucherInnen-Schutzgesetz (TNRSG) fallen würden. Diese Einstufung ist aber auch fraglich, weil die Blüten ja längst nicht nur geraucht, sondern auch verzehrt werden.
Viele Händler werden dennoch nicht aufgeben. Bei der Firma BioBloom sieht man nur eine Schlechterstellung für PatientInnen, sagte Geschäftsführerin Elisabeth Denk: „Leider bedeutet der Erlass, dass wir unsere Kunden nun weniger klar informieren dürfen. Das ist sehr bedauerlich, weil wir so viel Zuspruch von Kunden und Kundinnen mit teils ernsten Beschwerden erhalten, die unsere Hanfextrakte auch vom Arzt verordnet bekommen.“

Absage für Blüten aus der Apotheke

Für weiteren Aufruhr unter meist schwerkranken PatientInnen sorgte zudem der in der stillen Weihnachtszeit veröffentlichte „Prüfbericht“ der Gesundheitsministerin zur Abgabe von Cannabisblüten in Apotheken, in dem lange widerlegte negative Mythen unbeirrt weiter gepflegt werden. Weiterhin verwehrt sich das Ministerium, über 18.000 positive Studien im englischen Sprachraum in seine Überlegungen miteinzubeziehen. Geradezu lächerlich erscheint die Behauptung, dass Blüten zur teuersten Form von Cannabis-Medikation zählten. Im Vergleich zum einzigen häufig verschriebenen THC-Medikament „Dronabinol“ könnten Blüten ohne Profitgier um locker ein Zehntel bis Zwanzigstel billiger abgegeben werden. „1000 Milligram Rein-THC kosten in Form von Dronabinol bis zu 1.000 Euro, während dieselbe Menge in Blüten vom Schwarzmarkt locker um weniger als 100 Euro verkauft werden könnten“, sagte Hanf-Institutsvorstand Toni Straka.
Die Experten führen weitere fragwürdige Gründe an, warum sie Blüten aus der Apotheke verhindern wollen. So ist etwa von der schweren Dosierbarkeit die Rede, obwohl gerade das Rauchen oder Verdampfen den PatientInnen aufgrund der raschen Anflutung erlaubt, soviel THC zu sich nehmen, wie es ihre Krankheit erfordert.
Es sei auch darauf hingewiesen, dass Cannabis eine einzigartige Wirkungsbandbreite hat, wo selbst eine vielfache Dosis-Überschreitung nur zu geringen, rasch wieder verschwindenden Nebenwirkungen führt. Schwindel, Mundtrockenheit und andere Nebenwirkungen sind bei tausenden anderen Medikamenten oft eher die Regel als die Ausnahme.

Betroffene werden nicht in Diskussion einbezogen

In dem einzig auf Verhinderung abgerichteten Prüfbericht wird nur widerwillig auf die vielen positiven Wirkungen bei einzelnen Krankheitsbildern eingegangen und hunderte andere Indikationen wurden überhaupt nicht berücksichtigt.
Die Betroffenen und die Medien werden weiterhin komplett ignoriert, obwohl gerade PatientInnen, die lieber illegal gesund als legal krank sein wollen, am meisten dazu beitragen könnten. Auch Anfragen der Medien bleiben unbeanwortet und schon lange verwehren sich aus dem Gesundheitsministerium alle Experten einer öffentlichen Diskussion.
Dem Vernehmen nach kennen diese Experten sehr wohl die vielfältigen Vorteile von Medical Cannabis. Unter vorgehaltener Hand wird aber kommuniziert, dass die aktuelle Rechtsregierung aus politischen Gründen wider allen wissenschaftlichen Erkenntnissen den Rückwärtsgang eingelegt hat und damit weltweit allein auf dem Prohibitions-Flur dasteht.
In der Politik protestiert allein die Liste Jetzt gegen die Cannabis-Verhinderungspolitik und führt ins Treffen, dass damit der Zugang zu einem natürlichen und kostengünstigen Heilmittel verwehrt wird:
„Dieser Bericht ist eine schwere Enttäuschung für die 1,5 Millionen SchmerzpatientInnen in Österreich. Auf Basis der Pharmaindustrie-Hardliner unter den Ärzten wird, ohne auf die in der Ausschussbegutachtung eingeholten Stellungnahmen einzugehen, und ohne die wissenschaftlichen Grundlagen der Stellungnahme nachprüfbar anzugeben, einfach festgestellt, dass in Österreich sowieso alles in bester Ordnung wäre“, stellt Peter Kolba, Leiter des Teams BürgerInnenrechte von JETZT-Liste Pilz, und selbst betroffener Schmerzpatient, fest.
Im Hanf-Institut weist man daraufhin, dass die jüngsten Veröffentlichungen des Gesundheitsministeriums nichts an der geltenden Rechtslage ändern, sondern hier versucht wird, über Erlässe und Interpretationen die Cannabis-Welt weiterhin als Scheibe zu deklarieren. Das alles könnte nur von kurzer Dauer sein. Zwar haben die Vereinten Nationen die für letzten Dezember erwartete Neueinstufung von Cannabis aus undurchsichtigen Gründen auf dieses Jahr verschoben; angesichts der rasch wachsenden Zahl von Ländern, die jetzt Medical Cannabis legalisieren werden, ist aber auch in Österreich mittelfristig wieder mit einer Annäherung an die Realität zu rechnen. „Und in der Realität sind 99 Prozent der ÖsterreicherInnen für Medical Cannabis. Das zeigen alle Umfragen.“

1. österreichischer „Hallo Hanf“ Nutzhanfkongress am 19. und 20. Jänner

Pörtschach, 7. Jänner 2018 – In Pörtschach findet am 19. und 20. Jänner der „Hallo Hanf“ Nutzhanfkongress statt.

Aus dem Programm:

Nutzhanf wird nachweislich seit ca. 7000 Jahren kultiviert und genutzt; er spielte in allen Lebensbereichen eine wichtige Rolle. Ob als Lebensmittel, Kleidung oder  Baustoff  – diese Pflanze ist ein wertvoller Bodenverbesserer, Energie- und Papierlieferant.

Der Zweck dieses Kongresses soll sein diese unglaublichen Vorteile in regionalen Kreisläufen wieder zu etablieren.

So werden die Themen regionaler Anbau, regionale Verarbeitung und die regionale Nutzung in diesen beiden Tagen von ausgewiesenen Experten ausführlich dargestellt und Zukunftschancen für Landwirtschaft und Verbraucher in unserer Region aufgezeigt.

Finde heraus – was du alles aus Nutzhanf machen und in dein Leben integrieren kannst und wie regionale Kreisläufe funktionieren können. Vom Anbau über die Ernte bis hin zur Verarbeitung und Verwendung.

Weitere Informationen und Tickets finden Sie auf der Webseite von HalloHanf

Strengere Regulierung von CBD-Produkten ab 1. Jänner 2019

Wien, 9. Dezember 2018 – Das österreichische Gesundheitsministerium wird per Erlass CBD-Produkte ab 1. Jänner strenger regulieren und den Verkauf von CBD-Blüten einschränken. Hier der Erlass im Original:

Der Erlass des Gesundheitsministeriums

Auch der Verkauf von CBD-Blüten wird ab 1. Jänner 2019 stenger reguliert, da hier der Jugend- und Nichtraucherschutz ansetzt. Zukünftig muss das Alter der Konsumenten verifiziert werden und Online-Verkäufe werden: ganz verboten.

CBD-Blüten unterliegen dem TNRSG (Tabak und Nichtraucherinnen- bzw. Nichtraucherschutzgesetz)

Es ist nicht zulässig Tabak- oder Nikotinhältige Produkte mit CBD „anzureichern“. Hanfblüten mit einem kombinierten THC-Gehalt von unter 0,3 % (THC und THC-A) dürfen weiterhin gehandelt werden, solange die Bestimmungen des TNRSG eingehalten werden (im Wesentlichen: Warnhinweise auf den Verpackungen, kein Versand/Zustellung an Endkunden, kein Verkauf an Jugendliche unter 18 Jahren ab dem 1. 1. 2019)

Basteln an Österreichs neuen Cannabis-Regelungen: Der Patient muss im Mittelpunkt der Reform stehen

Wien, 20. November 2018 – Auf hohem Niveau verbleibende Cannabis-Strafanzeigen im laufenden Jahr und eine erstmals schärfere Vorgangsweise der Exekutive bei der Hanffachmesse Cultiva lassen in Österreich nichts Gutes für die von der Regierung angekündigte Reform des Suchtmittelgesetzes (SMG) erahnen.

Doch ob die Regierung bei dieser Reform angesichts des zu erwartenden Schwenks der Weltgesundheitsorganisation WHO in punkto Cannabis überhaupt noch einen Rückschritt machen kann, ist fraglich.

Die noch ausstehende angekündigte Review der WHO lässt das Hanf-Institut eine weitere Aufweichung, aber wohl noch keine Empfehlung zur Legalisierung von Cannabis erwarten. Immerhin gab die Organisation, die jahrzehntelang für die Verfolgung von Cannabis-Konsumenten verantwortlich war, 2017 zu, dass die Prohibition Millionen Menschen als Kriminelle diskriminierte.

Eine erste Pre-Review von Cannabis im vergangenen Juli ebnete zumindest für das schmerzstillende und Muskel entspannende Cannabinoid Cannabidiol (CBD) den Weg. CBD wird seither als unbedenklich angesehen, womit weitere Erleichterungen im Umgang damit abzusehen sind.

Während die Liste der Staaten, die Cannabis entkriminalisiert oder legalisiert, mittlerweile fast wöchentlich länger wird – jüngste Beispiele sind Mexiko, Norwegen und Thailand – ist noch offen, welchen Bericht die rechtskonservative Gesundheitsministerin Beate Klein-Hartinger zur Frage des Verkaufs von Cannabisblüten in den Apotheken vorlegen wird.

Bisher hatte sich das Gesundheitsministerium Augen und Ohren vor allen neuen und alten Erkenntnissen zu Cannabis als Heilpflanze zugehalten, obwohl mittlerweile über 18.000 positive Studien Beweis für die Heilkraft von Hanf sind.

Nachdem mittlerweile immer mehr Branchen von den Apothekern bis zu den Trafikanten im Geschäft mit dem Hanf mitmischen wollen, sollte die Reform der österreichischen Cannabis-Regelungen aber primär auf die Bedürfnisse der PatientInnen und KonsumentInnen abgestimmt werden.

Deutsches Modell ist realitätsfern

Im Grund liegt Gefahr im Verzug vor, wenn kranken Menschen ein natürliches und nebenwirkungsarmes Heilmittel wider besseren wissenschaftlichen Wissens vorenthalten wird.

Doch welchen Weg sollte Österreich gehen?

Anhaltende Probleme bei der PatientInnen-Versorgung mit Cannabisblütenin Deutschland und rund dreimal so hohe Preise wie am Schwarzmarkt zeigen, dass das deutsche Cannabis-Gesetz sicher nicht das optimale Modell ist. In Deutschland kostet ein Gramm aus der Apotheke bis zu 25 Euro.

Aussserdem nimmt das Gesetz keine Rücksicht auf die für PatientInnen unverzichtbaren Cannabis-Konzentrate.

In den zuständigen Amtsstuben der Republik dürfte an einem Modell gearbeitet werden, in dem THC-hältige Blüten über Apotheken abgegeben werden sollen. Bei CBD-Produkten ist einerseits der Verkauf von Blüten in Trafiken zu erwarten. Andererseits bleibt die Hoffnung, dass CBD als ‚Novel Food‘ eingestuft wird und damit künftig dem Lebensmittelgesetz unterliegt.

Pflanze, nicht Chemikalie

Das Hanf-Institut verweist weiterhin auf den wichtigsten Punkt, der im Mittelpunkt der Reformen stehen sollte: Cannabis ist eine von 28.000 natürlichen Heilpflanzen und sollte dementsprechend reguliert werden. Eine Überregulierung wie in Kalifornien führte nur dazu, dass der preisgünstigere Schwarzmarkt mit all seinen Qualitätsproblemen, unverändert weiter floriert. Ein österreichisches Modell muss auch den Eigenanbau, der in diesem Land zur EU-weit besten durchschnittlichen Qualität geführt hat, berücksichtigen. Denn immer noch wird das Gemüse aus dem eigenen Garten am besten gehegt und gepflegt.

Ein Patient erzählt: Prostatakrebs mit Cannabis-Öl geheilt

Wien, 3. Oktober 2018 – Martin Winkler ist der erste Österreicher, der seinen Prostatakrebs dokumentiert mit Cannabis-Öl heilte. Das Hanf-Institut  berichtete darüber. In diesem Interview erzählt Martin über seinen erfolgreichen Kampf gegen den Krebs, nachdem ihm die Ärzte vor zwei Jahren nur noch 6 Monate Lebenerwartung gegeben hatten. Dem Hanf-Institut sind mittlerweile mehrere Fälle bekannt, wo Prostatakrebs-Erkrankte gute Erfolge mit Cannabis-Konzentraten erzielen.

Österreich bastelt neue Cannabis-Regelungen – Solo-Rückschritt wird kaum möglich sein

Wien, 14. September 2018 – Die österreichische Regierung schreckte bald nach ihrer Konstituierung mit der Ankündigung eines Verkaufsverbots für Hanfsamen und Stecklinge auf. Damit wäre Österreich das einzige Land weltweit, in dem bei der Cannabis-Liberalisierung der Rückwärtsgang eingelegt wird. Wir beleuchten, ob und wie so ein Rückschritt überhaupt möglich ist und welche Alternativen es gibt.

Historisch hat Medical Cannabis eine lange Tradition in Österreich. Schon Kaiserin Maria Theresias Leibarzt Gerard van Swieten verschrieb der 16-fachen Mutter eine Cannabis-Tinktur für Schmerzen „und allgemeine Leiden aller Art“. Vor rund 100 Jahren gab es in Österreich Zigaretten mit Haschisch zu kaufen, die damals türkische Zigarette genannt wurden. In der Monarchie war Österreich-Ungarn nach Russland der zweitgrösste Produzent von Nutzhanf im Gebiet des früheren Siebenbürgen.

Erst 1958 wurde die Cannabis-Produktion und die Nutzung der Pflanze generell gesetzlich untersagt.

Diese Phase, in der leider auch viel Wissen über die wohl vielfältigst verwendbare Pflanze überhaupt verloren ging, endete erst 1995 mit dem EU-Beitritt Österreichs. Ab diesem Zeitpunkt war der Anbau von Nutzhanf aufgrund der übergeordneten EU-Regelungen wieder legal.

Den Grund dafür lieferte die Besonderheit der Pflanze, dass sie erst in der Blüte beginnt, das psychoaktive Cannabinoid Tetrahydrocannabinol (THC) auszubilden – und nur dieser Wirkstoff bzw. seine Vorläufer THCA (THC-Säure) wurden illegalisiert, damit der Anbau von Nutzhanf – Cannabis ruderalis – wieder möglich wurde. Dies schuf die Grundlage für den Verkauf von zuerst Samen und dann auch Hanfstecklingen.

Schon bald eröffneten die ersten Hanfshops, die Samen und Gerätschaft zum Anbau verkauften. Da Samen kein THC enthalten und Pflanzenlampen für alle möglichen Pflanzen verwendbar sind, überstanden die Pioniere die damalige Verfolgung durch Justiz und Exekutive mit gerichtlichen Blessuren, konnten aber ihre Geschäfte fortsetzen und legten damit den Grundstein für den seither ungebrochenen Cannabis-Boom. Zurzeit wandern etwa 300.000 Stecklinge und wohl ebensoviele Hanfsamen pro Monat in Österreich über die Ladentheken, schätzt das Hanf-Institut.

Die grosse Erleichterung und damit ein Ende der behördlichen Verfolgung kam mit der Novelle des Suchtmittelgesetzes (SMG) 2008, mit dem vorherige Unsicherheiten bezüglich des Verkaufs von Stecklingen ausgeräumt wurden. Seither betont das SMG den Vorsatz der „Suchtmittelgewinnung“, die aber der aktuellen Rechtssprechung zufolge erst bei der Trennung der Blüten vom Stamm verwirklicht wird.

Seither boomt auch die Hanfbranche in Österreich. Aus einer Handvoll von Hanfshops entwickelte sich mittlerweile ein flächendeckendes Netz, das sich bis in kleine Dörfer erstreckt. Eine mittlerweilige dreistellige Zahl von Equipment- und Stecklingsfachgeschäften beschäftigt eine vierstellige Zahl von Mitarbeitern.

Vom Hippie-Kraut zur Heilpflanze

Die Wiederentdeckung von Hanf als Heilpflanze führte vor allem in den vergangenen drei Jahren zu einer deutlichen Veränderung der stark wachsenden Käuferschicht. Shop-Betreiber berichten unisono, dass sich ihre Kundschaft demografisch nicht mehr isolieren lässt und vom Anwalt über den Pensionisten bis zu Müttern reicht. Das einstige ‚Hippie-Kraut‘ wird zunehmend wegen seiner gesundheitlichen Aspekte nachgesucht.

Dazu trug auch die Entdeckung von Cannabidiol (CBD) bei. Diesem Cannabinoid werden noch mehr gesundheitlich vorteilhafte Wirkungen als THC zugeordnet. In Österreich tauchte CBD erstmals bei der Hanfmesse Cultiva in Form von CBD-Öl auf, das aufgrund eines THC-Gehalts von unter 0,3 Prozent legal ist.

CBD-Regulierung

CBD wurde im Rahmen der SMG-Novelle von der Vorgängerregierung am 1. November 2017 erstmals reguliert. Seither ist der Verkauf von CBD-dominanten Blüten und Produkten aus CBD so geregelt, dass sie als Aromatherapie erhältlich sind.

Dies führt derzeit zu einem Boom an Anbietern. Kaum eine Woche, in der nicht ein neuer, auf CBD- und andere Hanfprodukte spezialisiertes Geschäft aufsperrt.

Doch die aktuelle österreichische Regierung sorgte mit der Ankündigung eines neuerlichen Verkaufsverbots von Hanfsamen und Stecklingen für Aufruhr bei Konsumenten und Händlern.

Entgegen aller internationaler Trends – weltweit und vor allem in Europa liberalisieren mehrere Dutzend Staaten medizinisches Cannabis für PatientInnen, jüngste Beispiele sind Luxemburg, Malta und Norwegen – wäre dies ein Rückschritt, der nur zur Stärkung des Schwarzmarkts führen würde. In Österreich wären davon rund eine Million Menschen betroffen.

„Österreich hat mit der aktuellen Gesetzeslage den Schwarzmarkt mit all seinen Nachteilen wie Verunreinigungen et cetera erfolgreich eingedämmt. Statt vom unbekannten profitorientierten Dealer versorgt sich der überwiegende Teil der HanffreundInnen und PatientInnen bei einem Freund mit grünem Daumen. Damit ist wohl die effektivste Qualitätskontrolle garantiert“, kommentiert Hanf-Institutsvorstand Toni Straka den status quo.

Ein Blick in jene Länder, wo Cannabis als Heil- und zum Teil auch als Genussmittel legalisiert wurde, zeigt ausschliesslich Verbesserungen bei Kennzahlen wie etwa dem sinkenden Anteil jugendlicher Konsumenten, einem Rückgang der Drogenkriminalität, sprudelnden Steuereinnahmen und sinkendem Alkoholkonsum.

Wie geht es weiter?

Der einstimmige Beschluss des Parlaments, dass Gesundheitsministerin Beate Hartinger-Klein bis 1. Jänner 2019 die Zulassung von Cannabis in den Apotheken prüfen muss, lässt die Branche spekulieren, wie es weiter geht.

Harry Schubert, Gründer der Cultiva-Hanfmesse und des Bushdoctor, die am 12. Oktober bereits zum elften Mal ihre Pforten in der Pyramide Vösendorf öffnen wird, glaubt, dass es schwierig wird, bis Jänner einen umfassenden Bericht zusammenzustellen. „Das sind plakative Forderungen und der Nutzhanf wird sich aufgrund der EU-Regelungen nicht verbieten lassen“, sagte Schubert. Er glaubt, dass sich Österreich (am nicht funktionierenden) Modell Deutschlands orientieren wird.

Wie weit dies möglich ist, bleibt angesichts der mittlerweile unüberschaubaren Vielfalt von Cannabis-Sorten und den daraus herstellbaren Konsumationsformen offen. In Deutschland positionieren sich einstweilen die Pharma-Giganten für das Zukunftsbusiness Cannabis.

UN evaluiert Cannabis erstmals seit fast 60 Jahren

Die Gesundheitsministerin wird generell auf internationale Veränderungen Bedacht nehmen müssen. Die UN haben für November die erste Neubewertung von Cannabis angekündigt. Nachdem eine Evaluierung von CBD zu dem Resultat kam, dass dieses Cannabinoid ‚unbedenklich‘, bestehen berechtigte Hoffnungen, dass im November auch die Dämonisierung von Cannabis ein Ende haben könnte. Diese Einschätzung kann sich auf mittlerweile weit über 17.000 medizinische Studien zu Cannabis stützen, die samt und sonders positiv sind.

CBD als ‚Novel Food‘

Auch Schubert sieht Cannabis, eine von rund 28.000 Heilpflanzen, im SMG falsch angesiedelt. Er schätzt, dass sich hier im Rahmen der für 2019 geplanten grossen Strafrechtsreform etwas tun wird. Sollten sich die aktuellen Gerüchte bestätigen, plant Österreich zunächst die Einstufung von CBD als ‚Novel Food‘. Damit unterläge CBD dem Lebensmittelgesetz. Derzeit sind CBD-Blüten ausserdem als landwirtschaftliches Urprodukt kategorisiert, während CBD-Produkte ungeregelt sind.

Ähnliches erhoffen sich Aktivisten auf für THC und die Pflanze insgesamt. „Hanföl ist schon jetzt im Lebensmittelgesetz geregelt. Das sollte für die gesamte Pflanze gelten, die nachweislich bei richtiger Anwendung unschädlich ist“, sagte Straka und ergänzte, „dass doch niemand im Ernst etwas dagegen haben kann, wenn man sich die Gesundheit am Fensterbankl anbaut.“

Grösstes Wachtsumssegment in der Branche sind seit einiger Zeit Senioren, die sich über die Heilpflanze Cannabis informiert haben und diese als Alternative zu herkömmlichen medikamentösen Therapien einsetzen.

Bushdoctor-Boss Schubert erhofft sich eine pragmatische Lösung, die die Realität anerkennt, dass rund 50.000 ÖsterreicherInnen sich ihr Cannabis am liebsten selbst anbauen. Seine Erwartungen sind etwas tiefer gesteckt: „Ich erwarte, dass es einen Fortschritt bei Cannabis als Medizin geen wird und sonst alles beim Alten bleibt.

Pessimistischer ist ein anderer grosser Shop-Betreiber, der ungenannt bleiben möchte. „Ich befürchte, dass eine Lösung herauskommen wird, wo grosse Pharma-Firmen die heimischen Klein- und Mittelbetriebe aufkaufen oder verdrängen werden“, sagte der Hanfhändler, der nicht namentlich genannt werden will.

International bewegt das Gerangel um die besten Startplätze im Canna-Business Milliarden. Im August gab der US-Bierbrauer Corona bekannt, beim weltgrössten Hanfproduzenten Canopy Growth um vier Milliarden US Dollar einzusteigen, um Cannabis-Drinks zu produzieren.

In Österreich verschärfte die neue Regierung die Verfolgung von Cannabis-Vergehen, wobei sie allerdings nur wenige kommerzielle Hanfgärten aushob. Von rund 28.000 Cannabis-Anzeigen betrafen gerade einmal 133 Anlagen mit mehr als 50 Pflanzen.

„Die gesetzliche Verfolgung des einzigen opferlosen Verbrechens im österreichischen Strafrecht kostet den Staat nach unseren Schätzungen rund 430 Millionen Euro, denen gerade einmal beschlagnahmtes Cannabis im Wert von 20 Millionen Euro gegenübersteht“, kritisierte Straka die teure Prohibitionspolitik eines unschädlichen Heil- und Genussmittels.

Liegt es mittlerweile viele Jahre zurück, dass Hanfshops Besuch von der Polizei bekamen, sind nach den Informationen des Hanf-Instituts im laufenden Jahr zwei Geschäfte mit Behördenärger. Zumindest ein Fall lässt sich mit Übereile erklären. Daniel Sikler, Gründer von Grow Island in Wien-Leopoldstadt, erzählt von der Beschlagnahme von 50 Mutterpflanzen: „Ich war aber ein bisschen selbst schuld, weil wir unsere Erweiterung der Stecklingsproduktion an einem neuen Standort nicht entsprechend beschildert hatten.“ Mit dem Nachweis, dass die Pflanzen 18 Stunden täglich beleuchtet wurden, war er aber guter Dinge, dass dieses Verfahren eingestellt wird.

PatientInnen, die ihre Gesundheit mit Cannabis-Eigenanbau fördern, bleiben vorerst entspannt. „Ich baue Gras an, weil ich mir damit einige andere Medikamente und deren Nebenwirkungen erspare, sagte Bettina M. Die unter spastischen Anfällen leidende Frau entdeckte vor mehreren Jahren, welche Erleichterung ihr natürliches Cannabis verschaffen kann: „Damit sind meine Krämpfe binnen weniger Minuten verlässlich weg.“

Sie wünscht sich eine Regelung, die den Eigenanbau von Cannabis aus dem kriminellen Eck rückt. Aufgrund ihres schmalen Einkommens – wegen ihrer Erkrankung kann sie maximal Teilzeit arbeiten – wäre eine Abgabe von Cannabis über die Apotheken unleistbar, befürchtet sie. „Ich sehe das ja in Deutschland, wo das Gramm Cannabis aus der Apotheke zwischen 15 und 24 Euro kostet.“ Dem stehen Schwarzmarktpreise von acht bis zwölf Euro gegenüber. Bettina will daher nicht auf ihre Eigenproduktion für den Eigengebrauch verzichten. „Gesundheit darf doch nicht bestraft werden“, hofft sie auf lebensnahe Cannabis-Regelungen.

2. Cannabis Social March Wien am 22. September: „Gesundheit darf nicht bestraft werden“

Wien, 29. August – Angesichts der Pläne der Regierung zu Änderungen im Suchtmittelgesetz und bei Medical Cannabis ruft das Hanf-Institut zum 2. Cannabis Social March (CSM) in Wien am 22. September zu einer Kundgebung auf.


Unter dem Motto „Gesundheit darf nicht bestraft werden“ sammeln sich HanffreundInnen ab 12 Uhr am Schwedenplatzund spazieren anschliessend rund um den Ring mit Kundgebungen vor dem Gesundheitsministerium und dem Parlament.

Die Abschlusskundgebung im Sigmund-Freud-Park neben der Universität wird die Anliegen von rund einer Million ÖsterreicherInnen bis 22 Uhr mit einem Open Mic und Sound für alle Altersklassen friedlich ausklingen lassen.

Hier geht es zum Facebook-Link der Veranstaltung.

Wir freuen uns auf eine hoffentlich wie immer ohne jegliche Zwischenfälle ablaufende Kundgebung, wie sie in Wien seit über 10 Jahren Tradition ist.

Hier ein paar Eindrücke vom 1. Cannabis Social March im Jahr 2015:

Informationen zu Cannabis-Öl

Wien, 22. August 2018 – Aus Anlass vieler Anfrage zu Cannabis-Öl hat das das Hanf-Institut die wichtigsten Informationen zu hochkonzentrierten Cannabis-Ölen in diesem elektronischen Flyer zusammengestellt.

Um den Mythos von der Haschspritze zurechtzurücken finden Sie hier die Fakten, die Cannabisöl-PatientInnen suchen.

Coil

Download: Coil (PDF)

Medical Cannabis wird in Österreich salonfähig

Wien, 10. August 2018 – Wir sind im Jahr 2018 – und plötzlich sind alle Befürchtungen über eine rückschrittliche Cannabis-Politik in Österreich wie weggeblasen. Was bisher noch undenkbar erschien, ist jetzt plötzlich offzielles Thema in allen Parteien. Ein einstimmiges Ersuchen an Gesundheitsministerin Beate Hartinger-Klein, die Zulassung des Vertriebs von Medizinalhanf-Blüten durch die Apotheken bis 1. Jänner 2019 zu prüfen, mag zwar nicht sofort einen Verkaufsstart ermöglichen, die in dieser Zeit stattfindenden internationalen Schritte lassen aber jetzt schon zumindest eine positive Ausrichtung dieses Berichts erwarten.

Neben länderspezifischen Liberalisierungsmassnahmen – so wird jetzt auch Portugal Medical Cannabis legalisieren – wird vor allem eine für Dezember 2018 angekündigte erstmalige Neu-Untersuchung von Cannabis nach mehr als 80 Jahren durch die Vereinten Nationen mit Spannung erwartet. Hier ist wohl die Empfehlung zu erwarten, dass die einzelnen Staaten den legalen Zugang zur Heilpflanze Hanf für PatientInnen ermöglichen sollen.

Diese positive Erwartung wird von über 17.000 medizinischen Studien zur Heilpflanze Hanf mittlerweile und die fast durchwegs positiven Erfahrungsberichte aus jenen fast 40 Staaten, wo PatientInnen schon legal Medical Cannabis verwenden können, getragen.

Alle Erfahrungen, insbesondere in den USA seit der Legalisierung von Cannabis als Heilmittel, beweisen seither, dass alle anfänglichen Befürchtungen nicht nur nicht eingetroffen sind, sondern oft das Gegenteil passierte.

In Colorado reduzierten sich seit der Legalisierung die allgemeine Kriminalität, tödliche Autounfälle, der Alkoholkonsum in der Bevölkerung und der Drogenkonsum bei Minderjährigen. Gleichzeitig spült die regulierte Branche hunderte Millionen Dollar in das Budget und schuf bisher über 40.000 Arbeitsplätze allein in Colorado. In den USA ist die Cannabis-Industrie mittlerweile seit drei Jahren die am stärksten wachsende Branche überhaupt.

Aus Sicht des Hanf-Instituts sind durch eine Legalisierung von Cannabis allein als Heilmittel enorme Einsparungen hohe Steuereinnahmen im Millionenbereich möglich, die kurzfristig umgesetzt werden können.

Im Sinne einer bürgernahen Politik für die schwächste Gruppe in unserer Gesellschaft, den Kranken, setzen wir uns für den Einsatz von natürlichem Cannabis als Heilmittel ein.

Heilpflanze Hanf ist keine Chemikalie

Im mittlerweile jahrzehntelangen Trend zur Natur und biologischer Lebensweise blüht auch der Medizinalhanf ungeachtet der Gesetzeslage zu seiner früheren Strahlkraft auf. Die Gesellschaft hat längst erkannt, dass Produkte aus den Pharmaküchen praktisch ausnahmslos zu schweren Nebenwirkungen führen kann – die ironischerweise oft durch Medical Cannabis gelindert werden!

Nachdem die bisherige Cannabis-Politik seit der Erkenntnis, dass Hanf über 500 (ungiftige!) Wirkstoffe enthält, vor allem durch die Bemühungen der Pharma-Industrie in eine Umstilisierung der ältesten Heilpflanze der Welt zu einer Chemikalie zu münden drohte, muss hier eine Rückbesinnung stattfinden. Dies muss aber auch zu vernünftigen Kosten möglich sein. Das deutsche Modell erweist sich in Europa mit Grammpreisen von 24 Euro und Versorgungs-Engpässen als nicht ideal. In Grossbritannien errechnete der UK Cannabis Social Club einen ‚Fair Trade‘ Preis von rund 5 Euro je Gramm.

Hanf wird seit über 3.000 Jahren erfolgreich als vielfältiges Hausmittel bei vielen Krankheiten und Schmerzen angewendet.

So soll es auch raschest möglich in den nächsten 3.000 Jahren sein.

Drogenbericht 2017: Polizei erntete 133 kommerzielle Cannabis-Gärtnereien ab

Wien, 29. Juli 2018 –Exakt zwei Drittel oder 28.549 aller 42.610 von der Exekutive angezeigten Vergehen nach dem Suchtmittelgesetz (SMG) betrafen laut dem jüngsten Drogenbericht (PDF) des Innenministeriums Cannabis-Delikte bis auf wenige Ausnahmen im Gramm-Bereich.

Anzeigen nach dem SMG 2008 bis 2017. Quelle: BMI

„Die gesetzliche Verfolgung des einzigen opferlosen Verbrechens im österreichischen Strafrecht kostet den Staat nach unseren Schätzungen rund 430 Millionen Euro, denen gerade einmal beschlagnahmtes Cannabis im Wert von 20 Millionen Euro gegenüberstehen“, kritisierte Hanf-Institutsobmann Toni Straka am Sonntag die teure Prohibitionspolitik eines unschädlichen Heil- und Genussmittels.

133 kommerzielle Gärtnereien

Dem Bericht zufolge hob die Polizei 2017 insgesamt 948 Cannabis-Gärtnereien aus, von denen aber gerade einmal 133 mit mehr als 50 Pflanzen bestückt waren. Insgesamt beschlagnahmte die Exekutive im Vorjahr 1,6 Tonnen Cannabis oder weniger als ein Prozent des geschätzten jährlichen Konsums von über 250 Tonnen der rund eine Million österreichischer HanffreundInnen.

Anzahl der in Österreich ermittelten Plantagen 2017. Quelle: BMI

Während die Politik jetzt die Zulassung von Cannabis in der Apotheke prüft, „darf diese riesige Gruppe von HanffreundInnen, von denen 99 Prozent keine Probleme mit Cannabis haben, nicht vergessen werden“, sagte Straka weiter. Ein erster Schritt könnte eine konventionsgerechte Überführung in das Verwaltungsrecht sein. Österreich räumte sich diesen Vorbehalt schon in der 2. UN-Drogenkonvention ein.

Weltweit bringe der Trend Richtung Legalisierung Vorteile, wie Beispiele aus mittlerweile 36 Staaten zeigen.

Legt man die Zahlen von Colorado auf Österreich um, könnten durch die Cannabis-Legalisierung rasch 40.000 neue Arbeitsplätze geschaffen werden. Allein durch die Umsatzsteuer könnten durch Cannabis rund 500 Milliarden Euro in das österreichische Staatssäckel fliessen, sagte Straka.

Medical Cannabis Debatte im österreichischen Parlament

Wien,10.Juli 2018 – Im österreichischen Parlament fand am 5. Juli 2018 erstmals eine Debatte über Medical Cannabis statt. Bemerkenswert: Vertreter aller Parlamentsparteien sprachen sich unsisono für die Zulassung von natürlichem Hanf als Heilmittel aus.

Abgeordnete aller Parteien unterstützen das Ersuchen an Gesundheitsministerin Beate Hartinger-Klein mit unzähligen Fakten. Medical Cannabis ist mittlerweile weltweit in fast 40 Ländern erhältlich und nirgendwor wurden negative Erfahrung mit der ältesten Heilpflanze gemacht.

Konkret wird Hartinger-Klein von den Abgeordneten gebeten, den therapeutischen Einsatz von „Medizinalhanf“ zu prüfen und bis zum 1. Jänner 2019 einen Bericht über zukünftige medizinische, rechtliche, organisatorische und ökonomische Rahmenbedingungen zum Einsatz von cannabishaltigen Arzneimitteln vorzulegen. Dabei sollen auch die Ergebnisse des vom Ausschuss durchgeführten Begutachtungsverfahrens sowie die Erfahrungen in Deutschland berücksichtigt sowie die Österreichische Ärztekammer, die Österreichische Apothekerkammer, der Österreichische Schmerzverband, die Gesundheit Österreich GmbH, die AGES, der Hauptverband der Sozialversicherungsträger und – in Hinblick auf die Vermeidung von Missbrauch – auch das Innenministerium eingebunden werden.

1,8 Millionen SchmerzpatientInnen

Basis für die Entschließung bildete der von der Liste Pilz eingebrachte Antrag, zu der in der heutigen Sitzung ein gemeinsamer Abänderungsantrag aller Fraktionen eingebracht und schließlich einstimmig beschlossen wurde. Ein rasches Gesetz wäre ihr zwar lieber gewesen als die Anforderung eines Berichts, sagte Daniela Holzinger-Vogtenhuber (PILZ), sie hofft aber, dass dieser nur ein Zwischenschritt zu anschließenden gesetzlichen Änderungen ist. Es gebe in Österreich 1,8 Millionen SchmerzpatientInnen, die Unterstützung und Hilfe brauchen, machte die Abgeordnete geltend.

Der leider nicht mehr im Parlament wirkende Cannabis-Schmerzpatient Peter Kolba hatte in seinem Antrag darauf hingewiesen, dass fast jeder fünfte Österreicher Schmerzen mit Cannabis behandeln könnte, dass vielfach effektiver als süchtig machende Opiate sei.

„In Österreich leben derzeit rund 1,5 Millionen Schmerzpatienten. Sie werden oft mit schweren Medikamenten behandelt, die enorme Nebenwirkungen haben. Als Alternative dazu sind bisher nur synthetische Cannabis-Extrakte verfügbar, also Präparate mit den Inhaltsstoffen Tetrahydrocannabinol (THC) oder Cannabidiol (CBD).

Dronabinol etwa kostet für einen Tumorpatienten 500 bis 600 Euro im Monat, die nur fallweise von den Krankenkassen übernommen werden.

Präparate aus bzw. mit Cannabisblüten kommen nicht nur billiger, sie wirken auch besser, da die Pflanze mehr als 500 Inhaltsstoffe enthält, also weitaus mehr als die Medikamente aus synthetischen Stoffen, die derzeit legal sind.

Medizinisch nachgewiesen ist, dass Cannabisblüten effektiv wirken und dass die Einnahme nicht süchtig macht“, hiess es in seinem Antrag.

Derzeit sind medizinische Cannabis-Präparate am Schwarzmarkt um einen Bruchteil dieser Kosten zu finden, sagte ein Patient, der anonym bleiben wollte. In Form von Blüten sei dieselbe Menge THC um rund 100 Euro erhältlich, während 1000 Milligramm THC in der Apotheke bis zu 920 Euro kosten. Mögliche Einsparungen gehen in die hunderte Millionen Euro.

Auch FPÖ sieht Sinnhaftigkeit von Medizinalhanf

Seitens der FPÖ wies Gerhard Kaniak darauf hin, dass die im Begutachtungsverfahren eingelangten Stellungnahmen ein differenziertes Bild zeigen. So sei mehrfach darauf hingewiesen worden, dass es durchaus Indikationen gibt, in der die Anwendung von medizinischem Hanf sinnvoll wäre. Der Hauptverband der Sozialversicherungsträger habe demgegenüber die Kostenfrage aufgeworfen und auf erstattungsfähige Therapiealternativen aufmerksam gemacht, die billiger sind. Offen seien auch weitere Fragen wie die Herstellung und das Inverkehrbringen von Präparaten. Zudem gelte es zu beachten, dass Cannabis verschiedene Inhaltsstoffe habe. Man werde nicht zuletzt am Beispiel Deutschland sehen, ob sich die Sache bewähre.

Von einem ganz wichtigen Thema sprach Josef Smolle von der ÖVP. Chronische Schmerzen seien schließlich eine Volkskrankheit. Allerdings ortet er noch Disksussionsbedarf, etwa was die Wirksamkeit von Cannabis-Produkten betrifft. Der Begriff Liberalisierung ist für ihn außerdem der falsche, es brauche ganz klare Regelungen wie bei den Opiaten. Ebenfalls für eine Prüfung des Anliegens der Lise Pilz sprach sich Pamela Rendi-Wagner von der SPÖ aus. Gesundheitsministerin Beate Hartinger-Klein kündigte an, auch den Obersten Sanitätsrat mit der Ausarbeitung von Empfehlungen zu beauftragen.

Parlament diskutiert am 5. Juli Medical Cannabis Liberalisierung

Wien, 3. Juli 2018 – Statt der im Regierungsprogramm angedrohten Rückschritte in der österreichischen Cannabis-Politik wird das österreichische Parlament am 5. Juli die Freigabe von Medical Cannabis diskutieren, hiess es in einer Mitteilung der Parlamentskorrespondenz.

Der Nationalrat will nun auch die Liberalisierung von Cannabis zu medizinischen Zwecken in Österreich eingehender prüfen. Darüber wird seit längerem diskutiert, da Cannabisblüten bei SchmerzpatientInnen effektiv wirken und nicht süchtig machen, wie die Liste Pilz in ihrem Antrag betont.

Diese ursprüngliche Initiative ging zwar im Gesundheitsausschuss nicht durch, man hat sich aber in einem gemeinsamen Abänderungsantrag aller Fraktionen darauf geeinigt, den therapeutischen Einsatz von „Medizinalhanf“ zu prüfen und bis zum 1. Jänner 2019 einen Bericht über zukünftige medizinische, rechtliche, organisatorische und ökonomische Rahmenbedingungen zum Einsatz von cannabishaltigen Arzneimitteln vorzulegen. Dabei sollen auch die Ergebnisse des vom Ausschuss durchgeführten Begutachtungsverfahrens sowie die Erfahrungen in Deutschland berücksichtigt werden. Die Österreichische Ärztekammer, die Österreichische Apothekerkammer, der Österreichische Schmerzverband, die Gesundheit Österreich GmbH, die AGES, der Hauptverband der Sozialversicherungsträger und – in Hinblick auf die Vermeidung von Missbrauch – auch das Innenministerium werden dabei eingebunden. Gesundheitsministerin Beate Hartinger-Klein kündigte im Ausschuss zudem an, auch den Obersten Sanitätsrat mit der Ausarbeitung von Empfehlungen zu beauftragen.

Die Diskussion wurde von dem Nicht-mehr-Abgeordneten Peter Kolba initiiert.

Gesundheitsministerium wird Zulassung von Hanfblüten prüfen

Wien, 3. Juli 2018 – Die weltweiten Fortschritte bei der Cannabis-Legalisierung machen auch vor Österreich nicht halt. Verunsicherte die rechtskonservtive Regierung anfangs noch mit Plänen eines striktere Cannabis-Verbots, fassten nun alle im Parlament vertretenen Parteien Ende Juni einen einstimmigen Beschluss zur Prüfung einer Zulassung von medizinischen Cannabs in Apotheken bis zum 1. Januar 2019. Es bleibt abzuwarten, was dabei herauskommt, aber den Stellungnahmen der Parteien zufolge sind alle für Medical Cannabis offen.

Abgeordnete aller Parteien unterstützen das Ersuchen an Gesundheitsministerin Beate Hartinger-Klein mit unzähligen Fakten. Medical Cannabis ist mittlerweile weltweit in fast 40 Ländern erhältlich und nirgendwor wurden negative Erfahrung mit der ältesten Heilpflanze gemacht.

Konkret wird Hartinger-Klein von den Abgeordneten gebeten, den therapeutischen Einsatz von „Medizinalhanf“ zu prüfen und bis zum 1. Jänner 2019 einen Bericht über zukünftige medizinische, rechtliche, organisatorische und ökonomische Rahmenbedingungen zum Einsatz von cannabishaltigen Arzneimitteln vorzulegen. Dabei sollen auch die Ergebnisse des vom Ausschuss durchgeführten Begutachtungsverfahrens sowie die Erfahrungen in Deutschland berücksichtigt sowie die Österreichische Ärztekammer, die Österreichische Apothekerkammer, der Österreichische Schmerzverband, die Gesundheit Österreich GmbH, die AGES, der Hauptverband der Sozialversicherungsträger und – in Hinblick auf die Vermeidung von Missbrauch – auch das Innenministerium eingebunden werden.

1,8 Millionen SchmerzpatientInnen

Basis für die Entschließung bildete der von der Liste Pilz eingebrachte Antrag, zu der in der heutigen Sitzung ein gemeinsamer Abänderungsantrag aller Fraktionen eingebracht und schließlich einstimmig beschlossen wurde. Ein rasches Gesetz wäre ihr zwar lieber gewesen als die Anforderung eines Berichts, sagte Daniela Holzinger-Vogtenhuber (PILZ), sie hofft aber, dass dieser nur ein Zwischenschritt zu anschließenden gesetzlichen Änderungen ist. Es gebe in Österreich 1,8 Millionen SchmerzpatientInnen, die Unterstützung und Hilfe brauchen, machte die Abgeordnete geltend.

Der leider nicht mehr im Parlament wirkende Cannabis-Schmerzpatient Peter Kolba hatte in seinem Antrag darauf hingewiesen, dass fast jeder fünfte Österreicher Schmerzen mit Cannabis behandeln könnte, dass vielfach effektiver als süchtig machende Opiate sei.

„In Österreich leben derzeit rund 1,5 Millionen Schmerzpatienten. Sie werden oft mit schweren Medikamenten behandelt, die enorme Nebenwirkungen haben. Als Alternative dazu sind bisher nur synthetische Cannabis-Extrakte verfügbar, also Präparate mit den Inhaltsstoffen Tetrahydrocannabinol (THC) oder Cannabidiol (CBD).

Dronabinol etwa kostet für einen Tumorpatienten 500 bis 600 Euro im Monat, die nur fallweise von den Krankenkassen übernommen werden.

Präparate aus bzw. mit Cannabisblüten kommen nicht nur billiger, sie wirken auch besser, da die Pflanze mehr als 500 Inhaltsstoffe enthält, also weitaus mehr als die Medikamente aus synthetischen Stoffen, die derzeit legal sind.

Medizinisch nachgewiesen ist, dass Cannabisblüten effektiv wirken und dass die Einnahme nicht süchtig macht“, hiess es in seinem Antrag.

Derzeit sind medizinische Cannabis-Präparate am Schwarzmarkt um einen Bruchteil dieser Kosten zu finden, sagte ein Patient, der anonym bleiben wollte. In Form von Blüten sei dieselbe Menge THC um rund 100 Euro erhältlich, während 1000 Milligramm THC in der Apotheke bis zu 920 Euro kosten. Mögliche Einsparungen gehen in die hunderte Millionen Euro.

Auch FPÖ sieht Sinnhaftigkeit von Medizinalhanf

Seitens der FPÖ wies Gerhard Kaniak darauf hin, dass die im Begutachtungsverfahren eingelangten Stellungnahmen ein differenziertes Bild zeigen. So sei mehrfach darauf hingewiesen worden, dass es durchaus Indikationen gibt, in der die Anwendung von medizinischem Hanf sinnvoll wäre. Der Hauptverband der Sozialversicherungsträger habe demgegenüber die Kostenfrage aufgeworfen und auf erstattungsfähige Therapiealternativen aufmerksam gemacht, die billiger sind. Offen seien auch weitere Fragen wie die Herstellung und das Inverkehrbringen von Präparaten. Zudem gelte es zu beachten, dass Cannabis verschiedene Inhaltsstoffe habe. Man werde nicht zuletzt am Beispiel Deutschland sehen, ob sich die Sache bewähre.

Von einem ganz wichtigen Thema sprach Josef Smolle von der ÖVP. Chronische Schmerzen seien schließlich eine Volkskrankheit. Allerdings ortet er noch Disksussionsbedarf, etwa was die Wirksamkeit von Cannabis-Produkten betrifft. Der Begriff Liberalisierung ist für ihn außerdem der falsche, es brauche ganz klare Regelungen wie bei den Opiaten. Ebenfalls für eine Prüfung des Anliegens der Lise Pilz sprach sich Pamela Rendi-Wagner von der SPÖ aus. Gesundheitsministerin Beate Hartinger-Klein kündigte an, auch den Obersten Sanitätsrat mit der Ausarbeitung von Empfehlungen zu beauftragen.

Experten pochen auf Legalisierung von Medizinalhanf

Wien, 29. Juli 2018 – Ein Vertreter der Österreichischen Schmerzgesellschaft hat sich zuletzt gegen natürliche Cannabinoide in der Medizin ausgesprochen und für synthetische Fertigprodukte plädiert. Dabei dominierten neben fehlender ärztlicher Erfahrung die Interessen von Pharmafirmen. So sind etwa Bionorica und Trigal Pharma Sponsoren der Österreichischen Schmerzgesellschaft. Die Arbeitsgemeinschaft Cannabis als Medizin appelliert jetzt an Gesundheitsministerin Beate Hartinger, für eine Gesetzesänderung im Sinne der Patienten zu sorgen.

Die Erfahrungen von Ärzten, die Cannabisblüten eingesetzt haben, sind ausgezeichnet. Die Verträglichkeit von Cannabisblüten ist meist besser als von reinem THC. Hinzu kommt, dass die Blüte aufgrund standardisierter Wirkstoffzusammensetzungen gut dosiert werden kann. Das zeigen seit langem Länder wie Kanada, Israel, die Niederlande und seit 2017 auch Deutschland. Von miserablen Erfahrungen sprechen nahezu ausschließlich Ärzte, die keine Cannabisblüten einsetzen und daher auch keine Erfahrung damit haben“, sagt der deutsche Arzt und Cannabisspezialist Franjo Grotenhermen. Der Vorsitzende der International Association for Cannabinoid Medicines (IACM) publizierte neben zahlreichen Studien zuletzt in der Wissenschaftlichen Verlagsgesellschaft die Standardwerke Cannabis. Arbeitshilfe für die Apotheke und Cannabis. Verordnungshilfe für Ärzte.

Angesprochen auf einen jetzt in Deutschland von der Techniker Krankenkasse (TK) vorgestellten „Cannabis-Report“ entgegnet der Experte Grotenhermen: „Der Bericht verwechselt eine unzureichende Studienlage bei bestimmten Indikationen mit einer mangelnden Wirksamkeit. Wenn klinische Studien bei einer bestimmten Indikation bisher nicht durchgeführt wurden, bedeutet das nicht, dass Cannabis dabei unwirksam ist. So wurde die Wirksamkeit bei chronischen Darmerkrankungen bisher nicht ausreichend klinisch untersucht. Das bedeutet nicht, dass Cannabis dabei nicht wirksam ist. Denn viele Erfahrungsberichte legen eine gute Wirksamkeit nahe.“

Medizinalhanf: Die größten Gewinne machen Pharmafirmen

Hans-Georg Kress, Chef der Klinischen Abteilung für Spezielle Anästhesie und Schmerztherapie am Wiener AKH, verwies zuletzt auf das „Riesengeschäft der Cannabis-Industrie“. Dazu Grotenhermen: „Das größere Geschäft wird mit den synthetischen und halbsynthetischen Produkten Dronabinol von der deutschen Pharmafirma Bionorica und Sativex von dem spanischen Pharmaunternehmen Almirall S.A. gemacht. Diese Arzneimittel sind wesentlich teurer, und die Gewinnspannen sind höher.“

In Österreich profitiert vor allem Bionorica von der aktuellen Gesetzeslage, denn gegen den internationalen Trend ist eine Heilbehandlung mit qualitätsgeprüften Cannabisblüten und pflanzlichen Extrakten in Österreich illegal. Zulässig ist nur die Behandlung mit synthetischem und halbsynthetischem Cannabis, meist in Form von Dronabinol. Die monatlichen Kosten liegen für chronische Patienten bei 600 bis 800 Euro. Dabei spricht sich eine Mehrheit der Bevölkerung längst für Cannabis in der Medizin aus. Laut einer repräsentativen Befragung von Peter Hajek (September 2017) sind 61 Prozent dafür, dass medizinisches Cannabis unter ärztlicher Verschreibung erhältlich sein soll. 59 Prozent wünschen sich medizinisches Cannabis auf Rezept in Apotheken.

Kubelka: Cannabis als Arzneimittel wünschenswert

Für eine Legalisierung der Arzneidroge Herba Cannabis spricht sich auch Univ.-Prof. Dr. Wolfgang Kubelka vom Pharmaziezentrum der Universität Wien aus. „Zugelassene Cannabinoid-Präparate, seien es Extrakte oder Reinsubstanzen, werden in Österreich seit mehreren Jahren bei verschiedenen Indikationen erfolgreich eingesetzt. Die medizinische Anwendung der Arzneidroge Herba Cannabis (Blütenstände der weiblichen Pflanze) wäre hier als kostengünstige, wirksame und nebenwirkungsarme Behandlungsform äußerst wünschenswert. Voraussetzung dafür ist die Legalisierung der Verfügbarkeit einer geeigneten Arzneidroge in Apotheken, die bei entsprechender Indikation auf ärztliches Rezept abgegeben werden kann“, sagt Kubelka.

Herba Cannabis als Arzneimittel vermeidet illegale Anwendung

Das Department für Pharmakognosie forscht seit Jahrzehnten an der Zusammensetzung der Cannabispflanze und ihrem Wirkungsspektrum. „Auch wenn viele Fragen noch offen sind (welcher Cannabis-Typ mit welcher Wirkstoffzusammensetzung ist optimal, bei welcher Indikation und welcher Applikationsform etc.), könnte mit der Legalisierung von Herba Cannabis als Arzneimittel die illegale Anwendung von Cannabis zur Selbstmedikation vermieden werden. Eine Behandlung unter ärztlicher Beratung und Kontrolle wäre so für die Patienten möglich“, so Kubelka. Der Pharmazeut plädiert dafür, dass die Qualität der zugelassenen Arzneidrogen möglichst bald durch eine erste Monografie, etwa im europäischen oder österreichischen Arzneibuch, festgelegt wird.

Entourage-Effekt: Vielstoffgemische zeigen bessere Wirkung

Die Experten fordern daher, die Cannabisblüte in der Medizin als Rohmaterial zuzulassen, um daraus standardisierte Extrakte mit normierten Werten zu produzieren. Die Forschung gibt Hinweise darauf, dass sich die Wirksamkeit der Cannabispflanze nicht auf Einzelsubstanzen oder synthetische Derivate beschränken lässt. Damit bestätigt sich ein in der Phytotherapie bekanntes Phänomen: Standardisierte Pflanzenextrakte (Vielstoffgemische) zeigen eine bessere Wirksamkeit als Präparate, die nur einen Reinwirkstoff einer Pflanze enthalten. Bereits die klinische Metastudie von Franjo Grotenhermen und Arno Hazekamp (2016) konnte zeigen, dass von den 32 kontrollierten Hanfstudien acht ausschließlich mit natürlichen Hanfpräparaten in oraler und inhalativer Form mit großem Erfolg an hunderten Patienten durchgeführt wurden. In Studien mit synthetischen Cannabinoiden wurde zudem gezeigt, dass Nebenwirkungen auftreten können, die bei natürlichen Cannabinoiden nicht auftreten.

Rudolf Brenneisen ist Professor der Pharmazie und war bis 2014 Forschungsgruppenleiter im Department Klinische Forschung an der Universität Bern. Der Cannabisforscher plädiert seit Jahren für Cannabinoide in der Medizin. „Der Fokus liegt auf dem psychoaktiven Tetrahydrocannabinol und dem nichtpsychoaktiven Cannabidiol, die als Monosubstanzen eingesetzt werden. Das ist aber nur die halbe Wahrheit: Bis jetzt sind uns 500 Inhaltsstoffe und 80 Wirkstoffe der Cannabispflanze bekannt, dennoch nimmt man einen Hauptwirkstoff heraus. Monosubstanzen haben aber den Nachteil, dass alle anderen potenziell wirksamen Cannabinoide nicht zur Wirkung kommen, denn Cannabis ist eine wahre Chemiefabrik“, so Brenneisen.

Cannabisextrakte als leistbare Alternative

Ein weiterer Aspekt ist ein wirtschaftlicher: Heute müssen Medikamente teure und langwierige Tests durchlaufen, um eine Zulassung zu bekommen. Eine Pflanze kann hingegen nicht patentiert werden, was bedeutet, dass eine Nutzung standardisierter Pflanzenextrakte, die für den Patienten und Steuerzahler kostengünstigere Alternative ist. Denn im Gegensatz zu der von einigen Schmerzmedizinern getätigten Aussage lassen sich Hanfsorten mit einer bestimmten Wirkstoffzusammensetzung heute standardisiert züchten, aufziehen und vermehren. Damit kann problemlos ein Extrakt hergestellt werden, das sich sehr genau dosieren lässt. Der Allgemeinmediziner Kurt Blaas ist seit 1998 auf Cannabismedizin spezialisiert. Blaas behandelt seine Patienten mit synthetischen und natürlichen Cannabinoiden und gilt als Pionier in der Cannabismedizin. Er sagt zur Kritik der Schmerzgesellschaft: „Meine Patienten möchten etwas, das gut wirkt und keine Nebenwirkungen hat. Durch eine genaue Auslese der Cannabissubstanzen und unter medizinischer Anleitung ist das heute problemlos möglich. Tees und Tropfen aus natürlichen Cannabinoiden sind sehr gut verträglich und einfach in der Anwendung, gerade bei älteren und chronischen Patienten. Nach zwanzig Jahren Erfahrung und den Rückmeldungen tausender Patienten kann ich bestätigen, dass natürliche Cannabinoide besser und breiter wirken – das erklärt auch die starke Nachfrage der Patienten.“ Eine Legalisierung von Medizinalhanf ist ihn nur mehr eine Frage der Zeit. „Die Patienten lassen sich heute nicht mehr mit überteuerten synthetischen Produkten abfertigen, wenn leistbare, hochwertige Extrakte und Cannabisblüten besser und ohne Nebenwirkungen sind. Und diese Patienten haben ein Recht darauf, nicht länger kriminalisiert zu werden“, so Blaas.

Die Therapie mit der Cannabisblüte erfordert Erfahrung

Dass der Schmerzmediziner Rudolf Likar sagt, Medizinalhanf brauche die moderne Medizin nicht, erinnert Franjo Grotenhermen an Ärzte in Deutschland, die mit der Anwendung von Cannabisblüten keine Erfahrung haben. „THC und Sativex sind etwas für Anfänger. In der Tat benötigt man für eine Therapie mit Cannabisblüten mehr Erfahrung, um die Vorteile von Cannabisblüten bei der Wirkung und Verträglichkeit nutzen zu können. Aber Ärzte, die es vorziehen, Dronabinol zu verschreiben, verlieren nichts, wenn Ärzte mit mehr Erfahrung die Möglichkeit bekommen, die zusätzlichen Vorteile einer Therapie mit Cannabisblüten zu nutzen“, sagt Grotenhermen.

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Peter Kolba startete Petition zu Medical Cannabis

Wien, 4. Juni 2018 – Der mittlerweile zurückgetretene Klubobmann der Liste Pilz, Peter Kolba, hat eine Petition zur Liberalisierung von Medizin gestartet. Die Petition kann hier unterzeichnet werden.

Laut Kolba gibt es in Österreich rund 1,8 Millionen Menschen mit chronischen Schmerzen.

Aus dem Text der Petition:

Cannabis wirkt nachweislich schmerzlindernd, muskelentspannend, schlaffördernd und gegen Übelkeit bei Chemotherapien. Studien belegen Wirkungen bei Krebspatienten, bei Nervenschmerzen (Polyneuropathien), bei Multipler Sklerose und bei Epilepsie. Cannabis wurde daher zur Arzneimittelpflanze des Jahres 2018 gewählt. Doch der Konsum von Cannabis ist auch für PatientInnen strafrechtlich verboten. Es gibt wenige Medikamente auf Cannabis-Basis, die erfordern ein “Suchtgiftrezept” und sind sauteuer. Die Krankenkassen übernehmen die Kosten nur sehr restriktiv.

Was will ich erreichen?

  • Ärzte sollen auch natürliche Cannabis-Blüten verschreiben können, die man über Apotheken beziehen kann.
  • Cannabis-Medikamente sollen im Erstattungskatalog der Krankenkassen ohne Chefarztpflicht erstattet werden.
  • Patienten müssen bei Cannabiskonsum entkriminalisiert werden!

Reason

Der Einsatz von Cannabis in der Medizin ist durch Studien bei bestimmten Krankheiten wirksam, ohne dass Cannabis vergleichbar starke Nebenwirkungen wie Opioide oder Antiepileptika oder Antidepressiva hätte. In Deutschland wurde Cannabis in der Medizin im Jahr 2017 einstimmig liberalisiert. In vielen Ländern ist der Zugang zu Cannabis in der Medizin inzwischen erreicht worden. Österreich hinkt nach.

Ich habe im Nationalrat einen Entschliessungsantrag eingebracht. Dieser wird derzeit im Gesundheitsausschuss überwiegend positiv begutachtet. Einer Gesetzwerdung steht mE nichts mehr im Wege.

Eine ältere Frau hat zu mir gesagt: “Vor welcher Sucht will mich der Staat den noch schützen?Ich will meinen letzten Lebensabschnitt nur möglichst schmerzfrei verbringen.”

Kolba will 18.000 Unterschriften erreichen. Bisherige Cannabis-Bürgerinitiativen endeten mit rund 33.000 bzw. 18.000 Unterschriften und wurden vom Parlament ignoriert.

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Wasser & Weed: 1.000 kamen zum Hanf Picknick in Wien


Wien, 7. Mai 2018 – 
Rund 1.000 HanffreundInnen folgten am 5. Mai dem Aufruf des Hanf-Instituts zu einem Hanf Picknick im Wiener Sigmund-Freud-Park. Mehrere DJs und ein kräftiges Sound System sorgten von Mittag bis 22 Uhr für beste Stimmung. Zum Chillen im Park verteilte das Hanf-Institut CBD-Hanf Kostproben und für den Hunger gab es CBD-Brownies. Das schon bei mehreren Veranstaltungen erfolgreiche Alkoholvermeidungskonzept mit einer kostenlosen Wasserbar wirkte sich auch an dem Tag mit Kaiserwetter gut aus.

Mehrere Redner sprachen sich für ein Ende der Kriminalisierung aus. Hanf-Institutsobmann Toni Straka wies in seinem Statement darafhin, dass neben des Augenmerks auf Medical Cannabis auch nicht die Bedürfnisse der 90Prozent Genussraucher vergessen werden dürften. Immer noch ist Cannabis-Besitz in Österreich ein strafrechtliches Delikt.

Wasserbar & Weed beim Hanf Picknick

Wasser statt Bier sorgte für gute Stimmung

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TERMINAVISO: Hanf-Picknick am 5. Mai im Sigmund-Freud-Park

Wien, 3. Mai 2018 – Nach der Absage des alljährlichen Hanfwandertags durch den bisherigen Veranstalter laden das Hanf-Institut und der Verein mirkollektiv sowie weitere Aktivisten-Organisationen zum Hanf-Picknickam Samstag, den 5. Mai von 13 bis 22 Uhr im Wiener Sigmund-Freud-Park.

„Weltweit geht der Trend in Richtung Cannabis-Legalisierung als wirksames Heil- und schadstoffarmes Genussmittel. Dem wird sich auch die österreichische Regierung nicht verschliessen können. Das Motto ‚Unsere Wahl – Hanf legal‘ ist daher aktueller denn je“, sagte Hanf-Institutsobmann Toni Straka und hofft, dass zahlreiche HanffreundInnen ihrer Forderung nach Entkriminalisierung im Rahmen eines gemütlichen Samstags-Protests folgen werden.

Das Hanf-Picknick beginnt um 13 Uhr im Sigmund-Freud-Park in Wien-Alsergrund neben der Hauptuni Wien und bietet ein abwechslungsreiches Musik-Potpourri für jeden Geschmack.

Als Redner werden Toni Straka, Hanf-Institutsobmann, Gaby Kozar, Chairwoman ENCOD, Paul Burger von den Junos sowie Stella Witt (Plastic Planet) und Elli Ener Jelli von der Psycedelic Society auftreten.

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Hanf-Talk mit Toni Straka

Krumpendorf, 22. März 2018 – Upendo.tv sprach mit dem Obmann des Hanf-Instituts, Toni Straka über die wertvollste Pflanze dieser Erde und ihrer vielfältigen Verwendungsmöglichkeiten.

Aus der Sendungsankündigung:

Hanf, insbesondere dessen Inhaltsstoff Tetrahydrocannabinol (THC) gilt (im Westen) gemeinhin als gefährliche Einstiegsdroge, die im schlimmsten Fall sogar Schizophrenie auslösen kann. Auf der anderen Seite gibt es immer mehr Stimmen, die darauf hinweisen, dass es sich um eine der ältesten Kulturpflanzen handelt, die den Menschen bereits seit ca. 30.000 Jahren begleiten soll und dessen Anwendungsmöglichkeiten von der Heilpflanze über einen klimaneutralen Energieträger bis zur hochwertigen Naturfaser reichen. Unser Gast Toni Straka setzt sich seit vielen Jahren für die Legalisierung von Cannabis ein. Im Interview erzählt er warum.

Hanf unterliegt seit den 30er Jahren des vorigen Jahrhunderts einem praktisch international geltenden Verbot, das in den letzten Jahren mehr und mehr aufgeweicht wurde. So hat unlängst auch der US-Bundesstaat Kalifornien Cannabis für den privaten Konsum (auch ohne medizinische Indikation) freigegeben. Ende 2017 forderte die UN ihre Mitgliedstaaten auf, deren Drogengesetze auf Widersprüche zu untersuchen und diese gegebenenfalls zu revidieren. Ca. 17.000 Studien zur positiven Wirkung von Cannabis und CBD sollen bereits existieren, und unzählige Krankheitsbilder lassen sich offenbar erfolgreich mit Cannabis behandeln.

Das Cannabis Krankheitslexikon

Wien, 10. März 2018 – Das Hanf-Institut hat hier eine Liste von rund 250 Krankheitsbildern erstellt, bei denen Cannabis Heilmittel erster Wahl ist.

Abgeleitet von „Dr. Tod H. Mikuriya’s List“ aus dem Jahr 2004. Kurz danach trat er von seinem Amt als oberster Mediziner der US-Drogenbehörde DEA zurück.

Dr. Mikuriya wird auch damit zitiert, dass er Cannabis für eines der sichersten Heilmittel überhaupt hält.









Liste Pilz bringt Entschliessungsantrag zu Medical Cannabis Liberalisierung im Parlament ein

Hanf-Institutsobmann Toni Straka und Abgeordneter zum Nationalrat Peter Kolba im Oktober 2017 bei der Hanfmesse Cultiva

Wien, 6. März 2018 – Peter Kolba von der Liste Pilz hat am 6. März im Parlament einen Entschliessungsantrag betreffend die Liberalisierung von Cannabis für medizinische Zwecke eingebracht, mit dem er die Bundesregierung aufforderte, „einen Gesetzesvorschlag zur Liberalisierung von Cannabis für medizinische Zwecke vorzulegen. “

In der Begründung des Antrags hiess es:

In Österreich leben derzeit rund 1,5 Millionen Schmerzpatienten. Sie werden oft mit schweren Medikamenten behandelt, die enorme Nebenwirkungen haben. Als Alternative dazu sind bisher nur synthetische Cannabis-Extrakte verfügbar, also Präparate mit den Inhaltsstoffen Tetrahydrocannabinol (THC) oder Cannabidiol (CBD). Dronabinol etwa kostet für einen Tumorpatienten 500 bis 600 Euro im Monat, die nur fallweise von den Krankenkassen übernommen werden

Präparate aus bzw. mit Cannabisblüten kommen nicht nur billiger, sie wirken auch besser, da die Pflanze mehr als 500 Inhaltsstoffe enthält, also weitaus mehr als die Medikamente aus synthetischen Stoffen, die derzeit legal sind. Medizinisch nachgewiesen ist, dass Cannabisblüten effektiv wirken und dass die Einnahme nicht süchtig macht. Cannabisblüten müssen nicht geraucht werden. Sie können als Extrakt eingenommen werden, vaporisiert, oder als Tee. Einer Gesundheitsgefährdung durch Rauch kann somit begegnet werden.

Kolba teilte dem Hanf-Institut nach der Sitzung des Gesundheitsausschusses mit, dass der Verhandlungsgegenstand zur Einholung weiterer Stellungnahmen vertagt wurde. „Ich bin optimistisch“, sagte Kolba.

Das parlamentarische Verfahren kann hier mitverfolgt werden: https://www.parlament.gv.at/PAKT/VHG/XXVI/A/A_00040/index.shtml#tab-Uebersicht

Cannabis gilt bei rund 250 Krankheitenheitsbildern als die Medizin mit den geringsten Nebenwirkungen. Noch nie starb ein Mensch durch Cannabis.

Die Arge Canna und das Hanf-Institut haben im Vorjahr eine parlamentarische Bürgerinitiative für die Legalisierung des Eigenanbaus von Medical Cannabis durch PatientInnen oder deren Helfer eingebracht, die hier unterschrieben werden kann.

VIDEO: Podiumsdiskussion “Cannabis in der Medizin” am 26.2. in der Wiener Bildungsakademie

Wien, 28. Februar 2018 – Neurophysiker Werner Gruber, Psychiater Nestor Kapusta und Hanf-Institutsobmann Toni Straka diskutierten am 26. Februar in der Wiener Bildungsakademie über „Cannabis als Medizin“

AVISO: Podiumsdiskussion „Cannabis in der Medizin“ am 26.2. in der Wiener Bildungsakademie

Wien, 15. Februar – Die Wiener Bildungsakademie der SPÖ veranstaltet am 26. Februar um 18:30 Uhr  in der Praterstrasse 25 in Wien-Leopoldstadt  die Podiumsdiskussion „Cannabis in der Medizin“. Sie gelangen hier zur Webseite für die Anmeldung.

Aus dem Text des Programms:

Cannabisgebrauch in der Medizin ist in Österreich ein gleichermaßen interessantes wie umstrittenes gesellschaftspolitisches Thema. Um sich ein persönliches und politisches Bild erarbeiten zu können bzw. um sich einen Überblick über die divergenten Diskurse verschaffen zu können, laden wir zu dieser Diskussionsveranstaltung.

Manche PatientInnen würden sich die getrocknete Cannabisblüte zur Behandlung oder Heilung ihrer Krankheit wünschen, in Österreich ist sie allerdings noch nicht erlaubt, und es ist mit Konsequenzen bei der eigenmächtigen Behandlung mit Cannabis zu rechnen.

Braucht es neue Weichenstellungen in der politischen Entscheidungsfindung bzw. ein Umdenken im Umgang mit Rauschmitteln in unserer Stadt? Wie sinnvoll sind Verbote bei persönlichem Gebrauch von Rauschmitteln?

Es diskutieren:

Werner Gruber, Direktor Planetarium Wien, Kuffner & Urania Sternwarte

Melanie Eidler, Sozialistische Jugend Wien

Toni Straka, CEFA, Obmann des Österreichischen Hanfinstituts

Assoc. Prof. Priv.-Doz. Dr. Nestor Kapusta, Facharzt für Psychiatrie und psychotherapeutische Medizin

Moderation: Mag.a Elisabeth Gutenbrunner, MA, stellvertretende Direktorin der Wiener Bildungsakademie

Rechts-Regierung will Hanf rekriminalisieren: Österreich kann keinen Rückschritt machen

Wien, 9. Februar 2018 – Zwei Zeilen im 188-seitigen Regierungsprogramm der neuen Mitte-Rechts-Regierung sorgen seit der Veröffentlichung für grosse Aufregung in der österreichischen Hanfbranche. Demzufolge will die neue Regierung den Schutz Minderjähriger vor Drogen ausbauen. Dieser vernünftigen Forderung folgte jedoch ein Satz, der grosse Bedenklichkeit auslöst: „Verbot des Verkaufs von Hanfsamen und Stecklingen.“


Dadurch ist die seit Jahren immer stärker boomende Hanfbranche plötzlich einem existenzgefährenden Problem ausgesetzt, nachdem die Gesetzeslage in den vergangenen zehn Jahren viele Liberalisierungsschritte durchmachte, die zu einer Situation führten, um die viele andere EU-Staaten Österreich beneiden.

Regierung kann EU-Gesetze nicht ignorieren

Das Hanf-Institut hat sich angesehen, wie weit Österreich überhaupt als einziges Land weltweit solche Rückschritte durchführen kann und sieht die Lage aufgrund der Fakten entspannt. „Der Hanfanbau in Österreich wurde erst durch den EU-Beitritt 1995 möglich und unterliegt EU-Gesetzen. Das kann auch diese Regierung nicht ignorieren“, sagte Hanf-Institutsobmann Toni Straka.

Nach einer fast 50jährigen Ruhepause aufgrund von Drogengesetzen, die noch aus den dunklen Zeiten des Nationalsozialismus stammten, wurde der Nutzhanfanbau in Österreich erst durch den EU-Beitritt wieder legal.

Während Österreich zwar noch nicht zu den über ein Dutzend EU-Ländern gehört, in dem Cannabis entkriminalisiert ist, ist aber aufgrund des erlaubten Verkaufs von Hanfsamen und Stecklingen dennoch in die Riege der fortschrittlicheren Staaten einzureihen.

Ein Rückschritt ist schon allein wegen des geltenden EU-Rechts nur schwer möglich. Überall wird der Hanfanbau erleichtert und der Cannabis-Konsum entkriminalisiert, weil sich die Fakten über die Nützlichkeit und Unschädlichkeit von Hanf als Heil- und Genussmittel gegen überkommene Dogmen und alte Lügen, die die Pflanze verdammten, durchsetzen.

Einem Alleingang stehen aber noch weitgehendere internationale positive Veränderungen in der Drogenpolitik entgegen.

So haben die Vereinten Nationen und die angegliederte Weltgesundheitsbehörde WHO Mitte 2018 eine gründliche Revision der Drogenpolitik in Angriff genommen, da die strafrechtliche Verfolgung von Drogenkonsum den Menschenrechten widerspricht.

Drogengesetze widersprechen Menschenrechten

Diese Kehrtwende nach über 50 Jahren Drogenkrieg sollen auch die Mitgliedsländer der UN vollziehen. Sie wurden aufgefordert, ihre nationalen Drogengesetze auf ebendiesen Widerspruch zu untersuchen und gegebenenfalls zu korrigieren.

Die internationale Behörde untermauert ihre neue sachliche Cannabis-Politik mit Fakten: Eine im Dezember 2017 veröffentlichte Studie zu Cannabidiol (CBD) trat etwa entschieden dem in den USA geplanten CBD-Verbot entgegen.

Österreich hatte im Vorjahr eine ebenfalls geplante Kriminalisierung von CBD nach Protesten von Cannabis-PatientInnen und der Einleitung der parlamentarischen Medical Cannabis Bürgerinitiative wieder abgeblasen. In der jüngsten Novelle des Suchtmittelgesetzes (SMG) sind alle vom Hanf-Institut kritisierten Passagen des Gesetzesentwurfs nicht mehr zu finden.

„Die Ankündigungen der neuen Regierung sind nur ein kleiner Teil populistischer Forderungen. Die Fakten und vor allem die Akzeptanz von Cannabis als Medizin sind weitum bekannt, auch bei den Politikern. Und nicht zu vergessen ist, dass die Budgetnöte einen Blick auf die erfreulichen Auswirkungen von Cannabissteuern unumgänglich machen werden“, sagte Straka und wies auf die USA hin: „In den USA geht man mittlerweile von 132 Milliarden Dollar Steuereinnahmen durch Cannabis aus. Auf Österreich heruntergebrochen wären das mehr als drei Milliarden Euro, die Hanf in das leere Staatssäckel leiten könnten. Das kann sich keine vernünftige Gesundheits- und Finanzpolitk entgehen lassen.“

Parlamentarische Medical Cannabis Eigenanbau Bürgerinitiative

Medical Cannabis Bürgerinitiative

Unterstützen Sie das Menschenrecht auf Unversehrtheit und Gesundheit mit Ihrer Unterschrift unter der 2. parlamentarischen Cannabis Bürgerinitiative auf der Homepage des Parlaments.
Klicken Sie einfach auf diesen Link oder das untenstehende Bild.

Hanf-Talk auf CROPfm.at am 2. Februar mit Toni Straka

UPDATE: Die Sendung kann hier nachgehört oder als Podcast heruntegeladen werden.

Oder sie klicken einfach hier:

Wien, 30. Jänner 2018 – Das Internetradio CROPfm.at widmet sich am Freitag den 2. Februar 2018 um 19 Uhr ganz dem Thema Hanf. Moderator Tarek Al-Ubaidi wird in einem Interview mit Hanf-Institutsobmann Toni Straka die aktuelle Situation und den Ausblick für die stark wachsende Branche erörtern.

Aus der Ankündigung:
Hanf, insbesondere dessen Inhaltsstoff Tetrahydrocannabinol (THC) gilt (im Westen) gemeinhin als gefährliche Einstiegsdroge, die im schlimmsten Fall sogar Schizophrenie auslösen kann. Auf der anderen Seite gibt es immer mehr Stimmen, die darauf hinweisen, dass es sich um eine der ältesten Kulturpflanzen handelt, die den Menschen bereits seit ca. 30.000 Jahren begleiten soll und dessen Anwendungsmöglichkeiten von der Heilpflanze über einen klimaneutralen Energieträger bis zur hochwertigen Naturfaser reichen. Mein Gast Toni Straka setzt sich seit vielen Jahren für die Legalisierung von Cannabis ein – im live Interview erzählt er warum.

Hanf unterliegt seit den 30er Jahren des vorigen Jahrhunderts einem praktisch international geltenden Verbot, das in den letzten Jahren mehr und mehr aufgeweicht wurde. So hat unlängst auch der US-Bundesstaat Kalifornien Cannabis für den privaten Konsum (auch ohne medizinische Indikation) freigegeben. Ende 2017 forderte die UN ihre Mitgliedstaaten auf, deren Drogengesetze auf Widersprüche zu untersuchen und diese gegebenenfalls zu revidieren. Ca. 17.000 Studien zur positiven Wirkung von Cannabis und CBD sollen bereits existieren, und unzählige Krankheitsbilder lassen sich offenbar erfolgreich mit Cannabis behandeln – Zeit sich diesem Thema auch auf CROPfm zu widmen.

 

Legale CBD-Blüten im Hanf-Institut erhältlich

Wien, 19. Dezember – Wir haben wieder genug legale CBD-dominante Blüten für Interessierte abzugeben.

Mit 0,16 Prozent Tetrahydrocannabinol (THC) und 3,76 Prozent Cannabidiol (CBD) sind die Blüten als Hanftee in Österreich legal. Mit limonigem Duft und ohne Samen oder sonstige Verunreinigungen ein Genuss auf allen Ebenen und für alle Sinne.

Die Kostproben sind gegen eine Spende von 75 Euro im Hanf-Institut in 1230 Wien, Klostermanngasse 16 erhältlich. Wir geben nur an Cannabis-Patienten ab. Keine Wiederverkäufer.

Optional verschicken wie sie für weitere 8 Euro Versandspesen in Österreich.Wir akzeptieren Überweisungen oder Kartenzahlung. Für Versand in der EU addieren Sie bitte 13 Euro Versandspesen.

Bitte überweisen Sie den Betrag auf unser Vereinkonto

Hanf-Institut
IBAN: AT46 2011 1825 3904 6500;
BIC: GIBAATWXXX
Verwendungszweck: CBD-Spende

oder klicken Sie den PayPal Button.



Zu den Baggies gibt es natürlich eine Analyse, die die Legalität dieser Blüten bestätigen.

Bei Interesse bitte das untenstehende Kontaktformular ausfüllen  oder Tel.: 0676 6966 664

 

Cannabis und Autofahren: Es gilt nur die Blutprobe!

Wien, 27. November 2017 – Aufregung bei der diesjährigen Cultiva Hanfmesse bei Wien im vergangenen Oktober: Die Polizei hatte sich mit drei Amtsärzten und einem Schnellrichter im Hotel neben der Messe eingemietet und eine dreistellige Zahl von MessebesucherInnen oft schon am Weg zu ihrem Fahrzeug angehalten und Harnproben gefordert.

Doch der allergrösste Teil dieser Anzeigen wegen Cannabis-Besitz oder Autofahren unter Drogeneinfluss musste nach inoffiziellen Informationen der Exekutive wieder eingestellt werden, weil sich die amtshandelnden Polizisten falsch verhielten und das beschlagnahmte Cannabis weniger als 0,3 Prozent THC enthielt. Alle Betroffenen sollten mittlerweile ihre Gläschen mit dem legalen Kraut wieder zurückerhalten haben. Für das Hanf-Institut ein Anlass, um wieder einmal zum Thema Cannabis und Führerschein zu informieren.

Denn gerade in der Adventszeit sind verstärkte Polizeikontrollen gang und gäbe.

„Hier wurden offenbar gezielt Personen herausgefischt, die auf der Cultiva völlig legales CBD-dominantes Cannabis erwarben“, kommentierte Hanf-Institutsobmann Toni Straka das unwirsche Vorgehen der Behörde beim 10. Jubiläum der grössten Hanfmesse im deutschsprachigen Raum.

Augenzeugen berichteten von Polizisten, die die Angehaltenen zu Harnproben drangsalieren wollten. „Aber die meisten wissen schon, dass in Österreich nur die Blutprobe gültig ist“, zeigte sich Rechtsanwalt Gottfried Hudl erfreut über den guten Informationsstand der MessebesucherInnen.

Praxistipps

  1. Fahren Sie nicht in den ersten 3 Stunden nach dem Konsum von Cannabis.
  2. Verweigern Sie Harntests, weil sie nichts über die akute Fahrfähigkeit aussagen.
  3. Die Polizei kann Sie nur zur Abgabe einer Blutprobe zwingen, in der Cannabis-Konsum wesentlich kürzer nachweisbar ist.
  4. PatientInnen, die die legalen Cannabis-Medikamente Dronabinol, Sativex oder Nabilon einnehmen, dürfen Auto fahren. Immer das Rezept dabei haben.

In Österreich bestätigen mehrere Urteile des Verwaltungsgerichtshofs seit 1999, dass Cannabiskonsum bzw. der Erwerb oder Handel damit keinen Grund darstellen, auf mangelnde Verkehrzuverlässigkeit zu erkennen. Sehen sie sich auch unsere Seite FÜHRERSCHEIN an