Archiv der Kategorie: Medizin

Empörung über Cannabisblüten-Bericht des Gesundheitsministeriums

Wien, 20. März 2019 – Während bei der gleichzeitig stattfindenden Drogenkonferenz der Vereinten Nationen (UN) in Wien die Abstimmung über die Reklassifizierung von Cannabis für März 2020 angesetzt wurde, sträubt sich das österreichische Gesundheitsministerium gegen die von den Oppositionsparteien geforderte Liberalisierung von Cannabis in der Medizin. Demzufolge soll alles beim Alten bleiben und die in vielen Ländern schon lange erhältlichen Cannabisblüten sollen in Österreich weiterhin als Heilmittel verboten bleiben.

Ein elfseitiger Bericht zu einem Entschliessungsantrag aller Parteien von Gesundheitsministerin Beate Hartinger-Klein bzw. der von ihr beauftragten Institutionen wiederholt überkommene Mythen und widerspricht sich teilweise selbst. So heisst es mal, dass es keine gesicherten Erkenntnisse über den Einsatz von Cannabisblüten gibt, während dann wieder klinische Indikationen angeführt werden, wo natürliches Cannabis sehr gut wirkt.

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Cannabis-Befürworter aus allen Lagern kritisieren, dass der Bericht lediglich die ideologische Sichtweise der Regierung, die insgesamt für eine repressivere Drogenpolitik ist, wiedergibt. Von der Liste Jetzt sieht Daniela Holzinger-Vogtenhuber „Wissenschaftschauvinismus“. Es fehle an „jeglicher wissenschaftlicher Grundlage. Auf elf Seiten wird die Linie der FPÖ und von Ministerin Beate Hartinger-Klein festgeschrieben.“

In dem Papier wird unter anderem eine unzureichende Datenlage bemängelt. Holzinger-Vogtenhuber: „Wir haben Evidenzen aus der ganzen Welt, dass Cannabis als Naturprodukt in der Medizin gute Ergebnisse liefert.“

Dem pflichten auch zwei Ärzte bei, die die Liste Jetzt zur Unterstützung geladen hat. Kurt Blaas  zählte in einer Presskonferenz internationale Studien auf und wies daraufhin, dass sich Cannabis-PatientInnen jetzt am Schwarzmarkt versorgen müssten, weil es in der Apotheke nur das Monosubstanz-Präparat Dronabinol (zu einem Vielfachen der Schwarzmarktpreise) gibt.

Doch dann kämen die Patienten mit folgenden Argumenten: „Wir verwenden die Blüte. Sie wirkt allumfassender, sie wirkt stärker. Die Patienten müssen sich die Blüten auf dem Schwarzmarkt besorgen, über Stecklinge irgendwoher“ oder über Auslandskontakte. „Wir brauchen für die Patienten eine legale Lösung“, sagte der Arzt.

Gynäkologin Iris Pleyer, die vor allem Cannabidiol (CBD) verschreibt, stimmt zu:„Es ist kein Allheilmittel, es ist in der Hand des Arztes ein wunderbares Mittel. Cannabis wurde in Kanada zugelassen. Es gibt Tausende Studien zu CBD und THC. Wir brauchen nur über die Grenze zu schauen“, sagte die Gynäkologin.

In einer Sitzung des Gesundheitsausschusses am 19. März lagen die verhärteten Fronten offen.

Die Liste JETZT stellte am Ende der Sitzung ein Verlangen auf „Nicht-Enderledigung“. Sie will auch einen gemeinschaftlichen Antrag mit SPÖ und NEOS für die Erstellung eines zweiten Expertenberichts zur Causa der medizinischen Verwendung von Cannabinoiden aus natürlichen Quellen bzw. von Cannabisblüten erreichen. Hier sollen laut den Intentionen alle Oppositionsparteien kooperieren. Der Auftrag dafür soll an eine „unabhängige“ Institution gehen.

Leerlauf in der Cannabis-Politik

Weitere kritische Stimmen sind in der Parlamentskorrespondenz vermerkt. Maurice Androsch (SPÖ) zeigte sich ebenso enttäuscht von dem Bericht. Man hätte die Erfahrungsberichte von SchmerzpatientInnen einfließen lassen und Stellungnahmen veröffentlichen sollen. Ein wesentlicher Punkt fehle in dem Bericht außerdem zur Gänze – nämlich die Abschätzung der zukünftigen Rahmenbedingungen, vor allem in Hinblick auf die internationalen Entwicklungen in Bezug auf die Liberalisierung von Cannabis. Österreich ist derzeit weltweit das einzige Land, das in der Cannabis-Politik den Leerlauf eingelegt hat.

SPÖ-Fraktionskollegen Markus Vogl und Philip Kucher forderten dazu auf, die bestehenden Regelungen in anderen Ländern zu evaluieren, um das Thema von mehreren Seiten zu betrachten sowie zusätzliche Forschungen durchzuführen. Mit dem in dieser Form vorgelegten Bericht habe die Bundesministerin „ihren Job nicht gemacht“ und die parlamentarische Arbeit nicht ernstgenommen.

Widersprüchlich ist auch der Fakt, dass in dem Bericht Blüten als teuerste Form der Therapie bezeichnet werden, obwohl das Ministerium dazu keine Daten haben will. Dies macht keinen Sinn: Die staatseigene AGES, kontrolliert vom Gesundheitsministerium,  züchtet seit über einem Jahrzehnt hochpotente Cannabisblüten und verkauft diese zu einem kolportierten Kilopreis von rund 1.800 Euro an den Pharmakonzern Bionorica, der daraus das THC-Extrakt ‚Dronabinol‘ produziert, das wieder nach Österreich importiert und hier zum etwa 100-fachen des Cannabis-Verkaufpreises in Apotheken gegen Rezept abgegeben wird.

Aberwitzige Standards gefordert

Auch Chemiker und Toxikologe Rainer Schmid, der von der SPÖ als Experte geladen wurde, übt Kritik, sagte er der Tageszeitung Der Standard: „Der Oberste Sanitätsrat sprach sich in seiner Stellungnahme an Hartinger-Klein dafür aus, nur zugelassene synthetische Medikamente zu erlauben. Fakt ist aber, dass in den letzten zehn Jahren weiterhin viele andere, neue Medikamente ohne umfangreiche Zulassungsstudien erfolgreich auf den Markt kamen. Primär aus ethischen Gründen, um sie nicht Patienten vorenthalten zu müssen. Aber bei Cannabinoiden soll das jetzt nicht möglich sein. Hier werden plötzlich Standards gefordert, die aberwitzig sind.“

Aufgrund des entsprechend unterstützen Verlangens von Holzinger-Vogtenhuber auf „Nicht-Enderledigung“ wird der Bericht betreffend Liberalisierung von Cannabis zu medizinischen Zwecken auf der Tagesordnung der nächsten Plenartage stehen.

Auf internationaler Ebene hat sich die Weltgesundheitsorganisation WHO im vergangenen Jänner in einem Bericht für die Reklassifizierung von Cannabis ausgesprochen.

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Spielraum für den Einsatz von natürlichem Cannabis gibt es genug. Bereits seit 1984 anerkennt die WHO ‚herbal medicines‘, also Heilmittel pflanzlicher Natur.

Marijuana.com kritisiert falsche Zahlen des Ministeriums

In einem Artikel auf Marijuana.com rechnet Autor Micha Knodt vor, dass das Gesundheitsministerium mit falschen, aus Deutschland übernommenen Zahlen zu den Kosten von Cannabispräparaten und Blüten argumentiert:

Anscheinend versucht das FPÖ-geführte Gesundheitsministerium mit der gleichen Verdrehung von Tatsachen wie einige Verbände in Deutschland, die ungeliebte, natürliche Form der Cannabis-Medizin außen vor zu halten. Denn Cannabisblüten aus der Apotheke sind trotz des horrenden Preises von knapp 24 Euro pro Gramm immer noch um Längen billiger als die von Österreichs Regierung favorisierten Extrakte. Entscheidend hierfür ist der Preis für den Hauptwirkstoff THC. Errechnet man diesen für 1000mg THC ganz genau, dreht sich die ganze Sache plötzlich zu Ungunsten der Fertigpräparate.

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  • Eine Packung Dronabinol mit insgesamt 500 mg THC kostet als Rezepturarzneimittel etwa 440 €. Der Preis setzt sich jeweils zur Hälfte aus der Gebühr für die Herstellung durch den Apotheker und dem Rohstoffpreis zusammen. 1000 mg THC kosten hier also 880 Euro.
  • Das Cannabisblüten-Vollextrakt THC10:CBD10 des kanadischen Produzenten Tilray enthält 250 mg THC und kostet 304,59 Euro. Somit schlagen 1000mg THC hier mit 1218,68 Euro zu Buche.
  • Das Cannabisblüten-Vollextrakt THC 25 des kanadischen Produzenten Tilray enthält 625 mg THC und kostet in Deutschland 410,55 Euro. Also kosten 1000 mg des Hauptwirkstoffs THC 656,85 Euro.
  • 10 Gramm Cannabis Flos der Sorte Peace Naturlals 20/1 kosten 239,00 Euro und enthalten 2000mg THC. Somit kosten 1000mg THC als Cannabisblüte, selbst bei dem derzeit hohen Grammpreis von fast 24 Euro, aktuell 119,50 Euro. In den niederländischen Apotheken, kostet das selbe pflanzliches Cannabis der Firma Bedrocan, das es in Deutschland für 23,90 pro Gramm gibt, in der Apotheke sieben Euro. Das liegt daran, dass die Aufschläge der Zwischenhändler und Apotheken dort geringer als in Deutschland sind. Bei einer wie in den Niederlanden gestalteten Preispolitik könnten 1000mg THC auch hier, genau wie in den Niederlanden, nur 31,82 Euro kosten.
  • Sativex-Spray hat eine Zulassung als Fertigpräprat und kostet pro Set 333 €. Das enthält 3 Flaschen mit 90 Sprühstößen a 2,7 mg THC. Das sind insgesamt 729 mg THC und ergibt einen Preis von 450,68 Euro für 1000 mg Wirkstoff. Sativex enthält neben THC auch CBD und ist für therapieresistente Spastiken bei MS zugelassen.

Die pflanzliche Variante ist bei einem Preis von 119,50 Euro pro 1000mg im Vergleich zu den Extrakten, wo dieselbe Wirkstoffmenge zwischen 450 und 1218 Euro kostet, demnach weitaus billiger als alle angebotenen Extrakte.

AVISO: Kundgebung für Cannabis in der Medizin am 19. März in Wien

Wien, 18. März 2019 – Die Allianz gegen Ignoranz und der Verbraucherschutzverein haben für Dienstag, den 19. März zu einer Kundgebung vor der öffentlichen Sitzung des Gesundheitsausschusses im Parlament aufgerufen.

Allianz-Gründer Peter Kolba ersucht alle Cannabis-PatientInnen zur Teilnahme an der Kundgebung in 1010 Wien, Josefsplatz, um 10 Uhr. Laut Kolba ist der Expertenbericht des Gesundheitsministeriums einseitig und unausgewogen. Die Sozialministerin hat nur Stellungnahmen von Seiten eingeholt, die von der derzeitigen Gesetzeslage profitieren. Betroffene werden weiterhin ignoriert.

Danach wird Gesundheitsministerin Beate Hartinger-Klein ab 11 Uhr einen Bericht vorlegen, der sich gegen Cannabisblüten als Medizin ausspricht und das landwirtschaftliche Urprodukt kurioserweise als teuerste Form der Cannabis-Medizin bezeichnet. Der Verbraucherschutzverein lädt SchmerzpatientInnen zu der öffentlichen Sitzung ein, aus erster Hand zu erfahren, was der Bericht aussagt und wie die Parlamentsparteien darauf reagieren.

In Österreich sind bisher nur drei Cannabis-Medikamente zugelassen, deren Kosten jedoch rund das Zehnfache des Schwarzmarktpreises für natürliches Cannabis betragen und in vielen Fällen nicht von den Krankenkassen übernommen werden.

Österreichische Cannabis-Doku: Eine unterschätzte Highlpflanze

Wien, 26. Februar 2019 – Erstmals nach 12 Jahren gibt es wieder einen Dokumentationsfilm aus Österreich mit dem Titel: „Cannabis – Eine unterschätzte Highlpflanze“, die sich mit den gesundheitlichen Wirkungen der Hanfpflanze befasst. Zu Wort kommen Aktivisten, Mediziner, Patienten und Pharmazeuten.

Hier der Trailer:

Der ganze Film kann hier angesehen werden.

WHO empfiehlt leichteren Zugang zu Cannabis

Wien, 1. Februar 2019 – Die Weltgesundheitsorganisation WHO empfiehlt den Mitgliedsländern der Vereinten Nationen einen leichteren Zugang zu Cannabis als Medizin durch eine Reklassifizierung von Cannabis aus der Kategorie 4 in die Kategorie 1, geht aus einem dem Fachmedium mjbizdaily.com vorliegenden Schreiben der WHO hervor.
„Eine derartige Einstufung von Cannabis und Cannabisprodukten würde natürliche Cannabisprodukte leichter verschreibbar machen. Medizinalhanf ist bereits in rund 40 Ländern legal“, kommentierte Hanf-Institutsvorstand Toni Straka die Empfehlung der WHO.
Dem Bericht zufolge wird die Löschung von Cannabis aus der Kategorie 4 empfohlen. Auch der Wirkstoff Tetrahydrocannabinol (THC) – bisher in der Kategorie 3 – soll in die Kategoerie 1 verschoben werden, womit offiziell anerkannt würde, dass Hanf nicht abhängig macht.
Ursprünglich hätte Cannabis schon bei der letzten UN-Drogenkonferenz im vergangenen Dezember neu eingestuft werden sollen. Dieses Vorhaben wurde aber in letzte Minute aus undurchsichtigen Gründen von der Tagesordnung gestrichen und auf März 2019 verschoben.
Mit dem nun vorliegenden Schreiben ist aber nicht mehr mit einer Neueinstufung im laufenden Jahr zu rechnen, da die Mitgliedsländer berechtigt sind, ihre Bedenken in die Diskussion einfliessen zu lassen. „Somit wird es wohl ein weiteres Jahr dauern, bis der grosse Irrtum bei der Einstufung von Cannabis dann endlich nach 59 Jahren ein Ende findet“, sagte Straka.

CBD-Produkte unbedenklich

Die WHO bekräftigte in dem Schreiben, dass Cannabidiol (CBD) und Präparate daraus keinerlei Kontrolle unterliegen, nachdem CBD im Juni als unbedenklich eingestuft wurde. „Reines CBD und Produkte daraus mit weniger als 0,2% THC-Gehalt werden in keiner Weise in die Drogenkonventionen aufgenommen“, hiess es.
Die Intentionen der WHO widersprechen damit komplett dem Kurs der österreichischen Cannabis-Politik, die mit jüngsten Erlässen zum Verkauf von CBD-Produkten der boomenden Branche einen Prügel in den Weg legte.

Hier das Papier der WHO als PDF19-01-24_unsg-letter-ecdd41-recommendations-cannabis

2. Cannabis Social March Wien am 22. September: „Gesundheit darf nicht bestraft werden“

Wien, 29. August – Angesichts der Pläne der Regierung zu Änderungen im Suchtmittelgesetz und bei Medical Cannabis ruft das Hanf-Institut zum 2. Cannabis Social March (CSM) in Wien am 22. September zu einer Kundgebung auf.


Unter dem Motto „Gesundheit darf nicht bestraft werden“ sammeln sich HanffreundInnen ab 12 Uhr am Schwedenplatzund spazieren anschliessend rund um den Ring mit Kundgebungen vor dem Gesundheitsministerium und dem Parlament.

Die Abschlusskundgebung im Sigmund-Freud-Park neben der Universität wird die Anliegen von rund einer Million ÖsterreicherInnen bis 22 Uhr mit einem Open Mic und Sound für alle Altersklassen friedlich ausklingen lassen.

Hier geht es zum Facebook-Link der Veranstaltung.

Wir freuen uns auf eine hoffentlich wie immer ohne jegliche Zwischenfälle ablaufende Kundgebung, wie sie in Wien seit über 10 Jahren Tradition ist.

Hier ein paar Eindrücke vom 1. Cannabis Social March im Jahr 2015:

Informationen zu Cannabis-Öl

Wien, 22. August 2018 – Aus Anlass vieler Anfrage zu Cannabis-Öl hat das das Hanf-Institut die wichtigsten Informationen zu hochkonzentrierten Cannabis-Ölen in diesem elektronischen Flyer zusammengestellt.

Um den Mythos von der Haschspritze zurechtzurücken finden Sie hier die Fakten, die Cannabisöl-PatientInnen suchen.

Coil

Download: Coil (PDF)

Medical Cannabis Debatte im österreichischen Parlament

Wien,10.Juli 2018 – Im österreichischen Parlament fand am 5. Juli 2018 erstmals eine Debatte über Medical Cannabis statt. Bemerkenswert: Vertreter aller Parlamentsparteien sprachen sich unsisono für die Zulassung von natürlichem Hanf als Heilmittel aus.

Abgeordnete aller Parteien unterstützen das Ersuchen an Gesundheitsministerin Beate Hartinger-Klein mit unzähligen Fakten. Medical Cannabis ist mittlerweile weltweit in fast 40 Ländern erhältlich und nirgendwor wurden negative Erfahrung mit der ältesten Heilpflanze gemacht.

Konkret wird Hartinger-Klein von den Abgeordneten gebeten, den therapeutischen Einsatz von „Medizinalhanf“ zu prüfen und bis zum 1. Jänner 2019 einen Bericht über zukünftige medizinische, rechtliche, organisatorische und ökonomische Rahmenbedingungen zum Einsatz von cannabishaltigen Arzneimitteln vorzulegen. Dabei sollen auch die Ergebnisse des vom Ausschuss durchgeführten Begutachtungsverfahrens sowie die Erfahrungen in Deutschland berücksichtigt sowie die Österreichische Ärztekammer, die Österreichische Apothekerkammer, der Österreichische Schmerzverband, die Gesundheit Österreich GmbH, die AGES, der Hauptverband der Sozialversicherungsträger und – in Hinblick auf die Vermeidung von Missbrauch – auch das Innenministerium eingebunden werden.

1,8 Millionen SchmerzpatientInnen

Basis für die Entschließung bildete der von der Liste Pilz eingebrachte Antrag, zu der in der heutigen Sitzung ein gemeinsamer Abänderungsantrag aller Fraktionen eingebracht und schließlich einstimmig beschlossen wurde. Ein rasches Gesetz wäre ihr zwar lieber gewesen als die Anforderung eines Berichts, sagte Daniela Holzinger-Vogtenhuber (PILZ), sie hofft aber, dass dieser nur ein Zwischenschritt zu anschließenden gesetzlichen Änderungen ist. Es gebe in Österreich 1,8 Millionen SchmerzpatientInnen, die Unterstützung und Hilfe brauchen, machte die Abgeordnete geltend.

Der leider nicht mehr im Parlament wirkende Cannabis-Schmerzpatient Peter Kolba hatte in seinem Antrag darauf hingewiesen, dass fast jeder fünfte Österreicher Schmerzen mit Cannabis behandeln könnte, dass vielfach effektiver als süchtig machende Opiate sei.

„In Österreich leben derzeit rund 1,5 Millionen Schmerzpatienten. Sie werden oft mit schweren Medikamenten behandelt, die enorme Nebenwirkungen haben. Als Alternative dazu sind bisher nur synthetische Cannabis-Extrakte verfügbar, also Präparate mit den Inhaltsstoffen Tetrahydrocannabinol (THC) oder Cannabidiol (CBD).

Dronabinol etwa kostet für einen Tumorpatienten 500 bis 600 Euro im Monat, die nur fallweise von den Krankenkassen übernommen werden.

Präparate aus bzw. mit Cannabisblüten kommen nicht nur billiger, sie wirken auch besser, da die Pflanze mehr als 500 Inhaltsstoffe enthält, also weitaus mehr als die Medikamente aus synthetischen Stoffen, die derzeit legal sind.

Medizinisch nachgewiesen ist, dass Cannabisblüten effektiv wirken und dass die Einnahme nicht süchtig macht“, hiess es in seinem Antrag.

Derzeit sind medizinische Cannabis-Präparate am Schwarzmarkt um einen Bruchteil dieser Kosten zu finden, sagte ein Patient, der anonym bleiben wollte. In Form von Blüten sei dieselbe Menge THC um rund 100 Euro erhältlich, während 1000 Milligramm THC in der Apotheke bis zu 920 Euro kosten. Mögliche Einsparungen gehen in die hunderte Millionen Euro.

Auch FPÖ sieht Sinnhaftigkeit von Medizinalhanf

Seitens der FPÖ wies Gerhard Kaniak darauf hin, dass die im Begutachtungsverfahren eingelangten Stellungnahmen ein differenziertes Bild zeigen. So sei mehrfach darauf hingewiesen worden, dass es durchaus Indikationen gibt, in der die Anwendung von medizinischem Hanf sinnvoll wäre. Der Hauptverband der Sozialversicherungsträger habe demgegenüber die Kostenfrage aufgeworfen und auf erstattungsfähige Therapiealternativen aufmerksam gemacht, die billiger sind. Offen seien auch weitere Fragen wie die Herstellung und das Inverkehrbringen von Präparaten. Zudem gelte es zu beachten, dass Cannabis verschiedene Inhaltsstoffe habe. Man werde nicht zuletzt am Beispiel Deutschland sehen, ob sich die Sache bewähre.

Von einem ganz wichtigen Thema sprach Josef Smolle von der ÖVP. Chronische Schmerzen seien schließlich eine Volkskrankheit. Allerdings ortet er noch Disksussionsbedarf, etwa was die Wirksamkeit von Cannabis-Produkten betrifft. Der Begriff Liberalisierung ist für ihn außerdem der falsche, es brauche ganz klare Regelungen wie bei den Opiaten. Ebenfalls für eine Prüfung des Anliegens der Lise Pilz sprach sich Pamela Rendi-Wagner von der SPÖ aus. Gesundheitsministerin Beate Hartinger-Klein kündigte an, auch den Obersten Sanitätsrat mit der Ausarbeitung von Empfehlungen zu beauftragen.

Parlament diskutiert am 5. Juli Medical Cannabis Liberalisierung

Wien, 3. Juli 2018 – Statt der im Regierungsprogramm angedrohten Rückschritte in der österreichischen Cannabis-Politik wird das österreichische Parlament am 5. Juli die Freigabe von Medical Cannabis diskutieren, hiess es in einer Mitteilung der Parlamentskorrespondenz.

Der Nationalrat will nun auch die Liberalisierung von Cannabis zu medizinischen Zwecken in Österreich eingehender prüfen. Darüber wird seit längerem diskutiert, da Cannabisblüten bei SchmerzpatientInnen effektiv wirken und nicht süchtig machen, wie die Liste Pilz in ihrem Antrag betont.

Diese ursprüngliche Initiative ging zwar im Gesundheitsausschuss nicht durch, man hat sich aber in einem gemeinsamen Abänderungsantrag aller Fraktionen darauf geeinigt, den therapeutischen Einsatz von „Medizinalhanf“ zu prüfen und bis zum 1. Jänner 2019 einen Bericht über zukünftige medizinische, rechtliche, organisatorische und ökonomische Rahmenbedingungen zum Einsatz von cannabishaltigen Arzneimitteln vorzulegen. Dabei sollen auch die Ergebnisse des vom Ausschuss durchgeführten Begutachtungsverfahrens sowie die Erfahrungen in Deutschland berücksichtigt werden. Die Österreichische Ärztekammer, die Österreichische Apothekerkammer, der Österreichische Schmerzverband, die Gesundheit Österreich GmbH, die AGES, der Hauptverband der Sozialversicherungsträger und – in Hinblick auf die Vermeidung von Missbrauch – auch das Innenministerium werden dabei eingebunden. Gesundheitsministerin Beate Hartinger-Klein kündigte im Ausschuss zudem an, auch den Obersten Sanitätsrat mit der Ausarbeitung von Empfehlungen zu beauftragen.

Die Diskussion wurde von dem Nicht-mehr-Abgeordneten Peter Kolba initiiert.

Gesundheitsministerium wird Zulassung von Hanfblüten prüfen

Wien, 3. Juli 2018 – Die weltweiten Fortschritte bei der Cannabis-Legalisierung machen auch vor Österreich nicht halt. Verunsicherte die rechtskonservtive Regierung anfangs noch mit Plänen eines striktere Cannabis-Verbots, fassten nun alle im Parlament vertretenen Parteien Ende Juni einen einstimmigen Beschluss zur Prüfung einer Zulassung von medizinischen Cannabs in Apotheken bis zum 1. Januar 2019. Es bleibt abzuwarten, was dabei herauskommt, aber den Stellungnahmen der Parteien zufolge sind alle für Medical Cannabis offen.

Abgeordnete aller Parteien unterstützen das Ersuchen an Gesundheitsministerin Beate Hartinger-Klein mit unzähligen Fakten. Medical Cannabis ist mittlerweile weltweit in fast 40 Ländern erhältlich und nirgendwor wurden negative Erfahrung mit der ältesten Heilpflanze gemacht.

Konkret wird Hartinger-Klein von den Abgeordneten gebeten, den therapeutischen Einsatz von „Medizinalhanf“ zu prüfen und bis zum 1. Jänner 2019 einen Bericht über zukünftige medizinische, rechtliche, organisatorische und ökonomische Rahmenbedingungen zum Einsatz von cannabishaltigen Arzneimitteln vorzulegen. Dabei sollen auch die Ergebnisse des vom Ausschuss durchgeführten Begutachtungsverfahrens sowie die Erfahrungen in Deutschland berücksichtigt sowie die Österreichische Ärztekammer, die Österreichische Apothekerkammer, der Österreichische Schmerzverband, die Gesundheit Österreich GmbH, die AGES, der Hauptverband der Sozialversicherungsträger und – in Hinblick auf die Vermeidung von Missbrauch – auch das Innenministerium eingebunden werden.

1,8 Millionen SchmerzpatientInnen

Basis für die Entschließung bildete der von der Liste Pilz eingebrachte Antrag, zu der in der heutigen Sitzung ein gemeinsamer Abänderungsantrag aller Fraktionen eingebracht und schließlich einstimmig beschlossen wurde. Ein rasches Gesetz wäre ihr zwar lieber gewesen als die Anforderung eines Berichts, sagte Daniela Holzinger-Vogtenhuber (PILZ), sie hofft aber, dass dieser nur ein Zwischenschritt zu anschließenden gesetzlichen Änderungen ist. Es gebe in Österreich 1,8 Millionen SchmerzpatientInnen, die Unterstützung und Hilfe brauchen, machte die Abgeordnete geltend.

Der leider nicht mehr im Parlament wirkende Cannabis-Schmerzpatient Peter Kolba hatte in seinem Antrag darauf hingewiesen, dass fast jeder fünfte Österreicher Schmerzen mit Cannabis behandeln könnte, dass vielfach effektiver als süchtig machende Opiate sei.

„In Österreich leben derzeit rund 1,5 Millionen Schmerzpatienten. Sie werden oft mit schweren Medikamenten behandelt, die enorme Nebenwirkungen haben. Als Alternative dazu sind bisher nur synthetische Cannabis-Extrakte verfügbar, also Präparate mit den Inhaltsstoffen Tetrahydrocannabinol (THC) oder Cannabidiol (CBD).

Dronabinol etwa kostet für einen Tumorpatienten 500 bis 600 Euro im Monat, die nur fallweise von den Krankenkassen übernommen werden.

Präparate aus bzw. mit Cannabisblüten kommen nicht nur billiger, sie wirken auch besser, da die Pflanze mehr als 500 Inhaltsstoffe enthält, also weitaus mehr als die Medikamente aus synthetischen Stoffen, die derzeit legal sind.

Medizinisch nachgewiesen ist, dass Cannabisblüten effektiv wirken und dass die Einnahme nicht süchtig macht“, hiess es in seinem Antrag.

Derzeit sind medizinische Cannabis-Präparate am Schwarzmarkt um einen Bruchteil dieser Kosten zu finden, sagte ein Patient, der anonym bleiben wollte. In Form von Blüten sei dieselbe Menge THC um rund 100 Euro erhältlich, während 1000 Milligramm THC in der Apotheke bis zu 920 Euro kosten. Mögliche Einsparungen gehen in die hunderte Millionen Euro.

Auch FPÖ sieht Sinnhaftigkeit von Medizinalhanf

Seitens der FPÖ wies Gerhard Kaniak darauf hin, dass die im Begutachtungsverfahren eingelangten Stellungnahmen ein differenziertes Bild zeigen. So sei mehrfach darauf hingewiesen worden, dass es durchaus Indikationen gibt, in der die Anwendung von medizinischem Hanf sinnvoll wäre. Der Hauptverband der Sozialversicherungsträger habe demgegenüber die Kostenfrage aufgeworfen und auf erstattungsfähige Therapiealternativen aufmerksam gemacht, die billiger sind. Offen seien auch weitere Fragen wie die Herstellung und das Inverkehrbringen von Präparaten. Zudem gelte es zu beachten, dass Cannabis verschiedene Inhaltsstoffe habe. Man werde nicht zuletzt am Beispiel Deutschland sehen, ob sich die Sache bewähre.

Von einem ganz wichtigen Thema sprach Josef Smolle von der ÖVP. Chronische Schmerzen seien schließlich eine Volkskrankheit. Allerdings ortet er noch Disksussionsbedarf, etwa was die Wirksamkeit von Cannabis-Produkten betrifft. Der Begriff Liberalisierung ist für ihn außerdem der falsche, es brauche ganz klare Regelungen wie bei den Opiaten. Ebenfalls für eine Prüfung des Anliegens der Lise Pilz sprach sich Pamela Rendi-Wagner von der SPÖ aus. Gesundheitsministerin Beate Hartinger-Klein kündigte an, auch den Obersten Sanitätsrat mit der Ausarbeitung von Empfehlungen zu beauftragen.

Experten pochen auf Legalisierung von Medizinalhanf

Wien, 29. Juli 2018 – Ein Vertreter der Österreichischen Schmerzgesellschaft hat sich zuletzt gegen natürliche Cannabinoide in der Medizin ausgesprochen und für synthetische Fertigprodukte plädiert. Dabei dominierten neben fehlender ärztlicher Erfahrung die Interessen von Pharmafirmen. So sind etwa Bionorica und Trigal Pharma Sponsoren der Österreichischen Schmerzgesellschaft. Die Arbeitsgemeinschaft Cannabis als Medizin appelliert jetzt an Gesundheitsministerin Beate Hartinger, für eine Gesetzesänderung im Sinne der Patienten zu sorgen.

Die Erfahrungen von Ärzten, die Cannabisblüten eingesetzt haben, sind ausgezeichnet. Die Verträglichkeit von Cannabisblüten ist meist besser als von reinem THC. Hinzu kommt, dass die Blüte aufgrund standardisierter Wirkstoffzusammensetzungen gut dosiert werden kann. Das zeigen seit langem Länder wie Kanada, Israel, die Niederlande und seit 2017 auch Deutschland. Von miserablen Erfahrungen sprechen nahezu ausschließlich Ärzte, die keine Cannabisblüten einsetzen und daher auch keine Erfahrung damit haben“, sagt der deutsche Arzt und Cannabisspezialist Franjo Grotenhermen. Der Vorsitzende der International Association for Cannabinoid Medicines (IACM) publizierte neben zahlreichen Studien zuletzt in der Wissenschaftlichen Verlagsgesellschaft die Standardwerke Cannabis. Arbeitshilfe für die Apotheke und Cannabis. Verordnungshilfe für Ärzte.

Angesprochen auf einen jetzt in Deutschland von der Techniker Krankenkasse (TK) vorgestellten „Cannabis-Report“ entgegnet der Experte Grotenhermen: „Der Bericht verwechselt eine unzureichende Studienlage bei bestimmten Indikationen mit einer mangelnden Wirksamkeit. Wenn klinische Studien bei einer bestimmten Indikation bisher nicht durchgeführt wurden, bedeutet das nicht, dass Cannabis dabei unwirksam ist. So wurde die Wirksamkeit bei chronischen Darmerkrankungen bisher nicht ausreichend klinisch untersucht. Das bedeutet nicht, dass Cannabis dabei nicht wirksam ist. Denn viele Erfahrungsberichte legen eine gute Wirksamkeit nahe.“

Medizinalhanf: Die größten Gewinne machen Pharmafirmen

Hans-Georg Kress, Chef der Klinischen Abteilung für Spezielle Anästhesie und Schmerztherapie am Wiener AKH, verwies zuletzt auf das „Riesengeschäft der Cannabis-Industrie“. Dazu Grotenhermen: „Das größere Geschäft wird mit den synthetischen und halbsynthetischen Produkten Dronabinol von der deutschen Pharmafirma Bionorica und Sativex von dem spanischen Pharmaunternehmen Almirall S.A. gemacht. Diese Arzneimittel sind wesentlich teurer, und die Gewinnspannen sind höher.“

In Österreich profitiert vor allem Bionorica von der aktuellen Gesetzeslage, denn gegen den internationalen Trend ist eine Heilbehandlung mit qualitätsgeprüften Cannabisblüten und pflanzlichen Extrakten in Österreich illegal. Zulässig ist nur die Behandlung mit synthetischem und halbsynthetischem Cannabis, meist in Form von Dronabinol. Die monatlichen Kosten liegen für chronische Patienten bei 600 bis 800 Euro. Dabei spricht sich eine Mehrheit der Bevölkerung längst für Cannabis in der Medizin aus. Laut einer repräsentativen Befragung von Peter Hajek (September 2017) sind 61 Prozent dafür, dass medizinisches Cannabis unter ärztlicher Verschreibung erhältlich sein soll. 59 Prozent wünschen sich medizinisches Cannabis auf Rezept in Apotheken.

Kubelka: Cannabis als Arzneimittel wünschenswert

Für eine Legalisierung der Arzneidroge Herba Cannabis spricht sich auch Univ.-Prof. Dr. Wolfgang Kubelka vom Pharmaziezentrum der Universität Wien aus. „Zugelassene Cannabinoid-Präparate, seien es Extrakte oder Reinsubstanzen, werden in Österreich seit mehreren Jahren bei verschiedenen Indikationen erfolgreich eingesetzt. Die medizinische Anwendung der Arzneidroge Herba Cannabis (Blütenstände der weiblichen Pflanze) wäre hier als kostengünstige, wirksame und nebenwirkungsarme Behandlungsform äußerst wünschenswert. Voraussetzung dafür ist die Legalisierung der Verfügbarkeit einer geeigneten Arzneidroge in Apotheken, die bei entsprechender Indikation auf ärztliches Rezept abgegeben werden kann“, sagt Kubelka.

Herba Cannabis als Arzneimittel vermeidet illegale Anwendung

Das Department für Pharmakognosie forscht seit Jahrzehnten an der Zusammensetzung der Cannabispflanze und ihrem Wirkungsspektrum. „Auch wenn viele Fragen noch offen sind (welcher Cannabis-Typ mit welcher Wirkstoffzusammensetzung ist optimal, bei welcher Indikation und welcher Applikationsform etc.), könnte mit der Legalisierung von Herba Cannabis als Arzneimittel die illegale Anwendung von Cannabis zur Selbstmedikation vermieden werden. Eine Behandlung unter ärztlicher Beratung und Kontrolle wäre so für die Patienten möglich“, so Kubelka. Der Pharmazeut plädiert dafür, dass die Qualität der zugelassenen Arzneidrogen möglichst bald durch eine erste Monografie, etwa im europäischen oder österreichischen Arzneibuch, festgelegt wird.

Entourage-Effekt: Vielstoffgemische zeigen bessere Wirkung

Die Experten fordern daher, die Cannabisblüte in der Medizin als Rohmaterial zuzulassen, um daraus standardisierte Extrakte mit normierten Werten zu produzieren. Die Forschung gibt Hinweise darauf, dass sich die Wirksamkeit der Cannabispflanze nicht auf Einzelsubstanzen oder synthetische Derivate beschränken lässt. Damit bestätigt sich ein in der Phytotherapie bekanntes Phänomen: Standardisierte Pflanzenextrakte (Vielstoffgemische) zeigen eine bessere Wirksamkeit als Präparate, die nur einen Reinwirkstoff einer Pflanze enthalten. Bereits die klinische Metastudie von Franjo Grotenhermen und Arno Hazekamp (2016) konnte zeigen, dass von den 32 kontrollierten Hanfstudien acht ausschließlich mit natürlichen Hanfpräparaten in oraler und inhalativer Form mit großem Erfolg an hunderten Patienten durchgeführt wurden. In Studien mit synthetischen Cannabinoiden wurde zudem gezeigt, dass Nebenwirkungen auftreten können, die bei natürlichen Cannabinoiden nicht auftreten.

Rudolf Brenneisen ist Professor der Pharmazie und war bis 2014 Forschungsgruppenleiter im Department Klinische Forschung an der Universität Bern. Der Cannabisforscher plädiert seit Jahren für Cannabinoide in der Medizin. „Der Fokus liegt auf dem psychoaktiven Tetrahydrocannabinol und dem nichtpsychoaktiven Cannabidiol, die als Monosubstanzen eingesetzt werden. Das ist aber nur die halbe Wahrheit: Bis jetzt sind uns 500 Inhaltsstoffe und 80 Wirkstoffe der Cannabispflanze bekannt, dennoch nimmt man einen Hauptwirkstoff heraus. Monosubstanzen haben aber den Nachteil, dass alle anderen potenziell wirksamen Cannabinoide nicht zur Wirkung kommen, denn Cannabis ist eine wahre Chemiefabrik“, so Brenneisen.

Cannabisextrakte als leistbare Alternative

Ein weiterer Aspekt ist ein wirtschaftlicher: Heute müssen Medikamente teure und langwierige Tests durchlaufen, um eine Zulassung zu bekommen. Eine Pflanze kann hingegen nicht patentiert werden, was bedeutet, dass eine Nutzung standardisierter Pflanzenextrakte, die für den Patienten und Steuerzahler kostengünstigere Alternative ist. Denn im Gegensatz zu der von einigen Schmerzmedizinern getätigten Aussage lassen sich Hanfsorten mit einer bestimmten Wirkstoffzusammensetzung heute standardisiert züchten, aufziehen und vermehren. Damit kann problemlos ein Extrakt hergestellt werden, das sich sehr genau dosieren lässt. Der Allgemeinmediziner Kurt Blaas ist seit 1998 auf Cannabismedizin spezialisiert. Blaas behandelt seine Patienten mit synthetischen und natürlichen Cannabinoiden und gilt als Pionier in der Cannabismedizin. Er sagt zur Kritik der Schmerzgesellschaft: „Meine Patienten möchten etwas, das gut wirkt und keine Nebenwirkungen hat. Durch eine genaue Auslese der Cannabissubstanzen und unter medizinischer Anleitung ist das heute problemlos möglich. Tees und Tropfen aus natürlichen Cannabinoiden sind sehr gut verträglich und einfach in der Anwendung, gerade bei älteren und chronischen Patienten. Nach zwanzig Jahren Erfahrung und den Rückmeldungen tausender Patienten kann ich bestätigen, dass natürliche Cannabinoide besser und breiter wirken – das erklärt auch die starke Nachfrage der Patienten.“ Eine Legalisierung von Medizinalhanf ist ihn nur mehr eine Frage der Zeit. „Die Patienten lassen sich heute nicht mehr mit überteuerten synthetischen Produkten abfertigen, wenn leistbare, hochwertige Extrakte und Cannabisblüten besser und ohne Nebenwirkungen sind. Und diese Patienten haben ein Recht darauf, nicht länger kriminalisiert zu werden“, so Blaas.

Die Therapie mit der Cannabisblüte erfordert Erfahrung

Dass der Schmerzmediziner Rudolf Likar sagt, Medizinalhanf brauche die moderne Medizin nicht, erinnert Franjo Grotenhermen an Ärzte in Deutschland, die mit der Anwendung von Cannabisblüten keine Erfahrung haben. „THC und Sativex sind etwas für Anfänger. In der Tat benötigt man für eine Therapie mit Cannabisblüten mehr Erfahrung, um die Vorteile von Cannabisblüten bei der Wirkung und Verträglichkeit nutzen zu können. Aber Ärzte, die es vorziehen, Dronabinol zu verschreiben, verlieren nichts, wenn Ärzte mit mehr Erfahrung die Möglichkeit bekommen, die zusätzlichen Vorteile einer Therapie mit Cannabisblüten zu nutzen“, sagt Grotenhermen.

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Hanf-Talk mit Toni Straka

Krumpendorf, 22. März 2018 – Upendo.tv sprach mit dem Obmann des Hanf-Instituts, Toni Straka über die wertvollste Pflanze dieser Erde und ihrer vielfältigen Verwendungsmöglichkeiten.

Aus der Sendungsankündigung:

Hanf, insbesondere dessen Inhaltsstoff Tetrahydrocannabinol (THC) gilt (im Westen) gemeinhin als gefährliche Einstiegsdroge, die im schlimmsten Fall sogar Schizophrenie auslösen kann. Auf der anderen Seite gibt es immer mehr Stimmen, die darauf hinweisen, dass es sich um eine der ältesten Kulturpflanzen handelt, die den Menschen bereits seit ca. 30.000 Jahren begleiten soll und dessen Anwendungsmöglichkeiten von der Heilpflanze über einen klimaneutralen Energieträger bis zur hochwertigen Naturfaser reichen. Unser Gast Toni Straka setzt sich seit vielen Jahren für die Legalisierung von Cannabis ein. Im Interview erzählt er warum.

Hanf unterliegt seit den 30er Jahren des vorigen Jahrhunderts einem praktisch international geltenden Verbot, das in den letzten Jahren mehr und mehr aufgeweicht wurde. So hat unlängst auch der US-Bundesstaat Kalifornien Cannabis für den privaten Konsum (auch ohne medizinische Indikation) freigegeben. Ende 2017 forderte die UN ihre Mitgliedstaaten auf, deren Drogengesetze auf Widersprüche zu untersuchen und diese gegebenenfalls zu revidieren. Ca. 17.000 Studien zur positiven Wirkung von Cannabis und CBD sollen bereits existieren, und unzählige Krankheitsbilder lassen sich offenbar erfolgreich mit Cannabis behandeln.

Das Cannabis Krankheitslexikon

Wien, 10. März 2018 – Das Hanf-Institut hat hier eine Liste von rund 250 Krankheitsbildern erstellt, bei denen Cannabis Heilmittel erster Wahl ist.

Abgeleitet von „Dr. Tod H. Mikuriya’s List“ aus dem Jahr 2004. Kurz danach trat er von seinem Amt als oberster Mediziner der US-Drogenbehörde DEA zurück.

Dr. Mikuriya wird auch damit zitiert, dass er Cannabis für eines der sichersten Heilmittel überhaupt hält.









Liste Pilz bringt Entschliessungsantrag zu Medical Cannabis Liberalisierung im Parlament ein

Hanf-Institutsobmann Toni Straka und Abgeordneter zum Nationalrat Peter Kolba im Oktober 2017 bei der Hanfmesse Cultiva

Wien, 6. März 2018 – Peter Kolba von der Liste Pilz hat am 6. März im Parlament einen Entschliessungsantrag betreffend die Liberalisierung von Cannabis für medizinische Zwecke eingebracht, mit dem er die Bundesregierung aufforderte, „einen Gesetzesvorschlag zur Liberalisierung von Cannabis für medizinische Zwecke vorzulegen. “

In der Begründung des Antrags hiess es:

In Österreich leben derzeit rund 1,5 Millionen Schmerzpatienten. Sie werden oft mit schweren Medikamenten behandelt, die enorme Nebenwirkungen haben. Als Alternative dazu sind bisher nur synthetische Cannabis-Extrakte verfügbar, also Präparate mit den Inhaltsstoffen Tetrahydrocannabinol (THC) oder Cannabidiol (CBD). Dronabinol etwa kostet für einen Tumorpatienten 500 bis 600 Euro im Monat, die nur fallweise von den Krankenkassen übernommen werden

Präparate aus bzw. mit Cannabisblüten kommen nicht nur billiger, sie wirken auch besser, da die Pflanze mehr als 500 Inhaltsstoffe enthält, also weitaus mehr als die Medikamente aus synthetischen Stoffen, die derzeit legal sind. Medizinisch nachgewiesen ist, dass Cannabisblüten effektiv wirken und dass die Einnahme nicht süchtig macht. Cannabisblüten müssen nicht geraucht werden. Sie können als Extrakt eingenommen werden, vaporisiert, oder als Tee. Einer Gesundheitsgefährdung durch Rauch kann somit begegnet werden.

Kolba teilte dem Hanf-Institut nach der Sitzung des Gesundheitsausschusses mit, dass der Verhandlungsgegenstand zur Einholung weiterer Stellungnahmen vertagt wurde. „Ich bin optimistisch“, sagte Kolba.

Das parlamentarische Verfahren kann hier mitverfolgt werden: https://www.parlament.gv.at/PAKT/VHG/XXVI/A/A_00040/index.shtml#tab-Uebersicht

Cannabis gilt bei rund 250 Krankheitenheitsbildern als die Medizin mit den geringsten Nebenwirkungen. Noch nie starb ein Mensch durch Cannabis.

Die Arge Canna und das Hanf-Institut haben im Vorjahr eine parlamentarische Bürgerinitiative für die Legalisierung des Eigenanbaus von Medical Cannabis durch PatientInnen oder deren Helfer eingebracht, die hier unterschrieben werden kann.

VIDEO: Podiumsdiskussion “Cannabis in der Medizin” am 26.2. in der Wiener Bildungsakademie

Wien, 28. Februar 2018 – Neurophysiker Werner Gruber, Psychiater Nestor Kapusta und Hanf-Institutsobmann Toni Straka diskutierten am 26. Februar in der Wiener Bildungsakademie über „Cannabis als Medizin“

Hanf-Institut Interview mit dem Cannabisöl-Pionier Rick Simpson: Krebs kann mit Cannabis geheilt werden

Wien, 9. August 2017 – Toni Straka, Obmann des Hanf-Instituts, hat die Cannabisöl-Legende Rick Simpson interviewt.
Rick Simpson hat mit dem nach ihm benannten Rick-Simpson-Öl (RSO) schon tausende Menschen von Krebs und anderen schweren Leiden geheilt und beziffert die Erfolgsrate bei Krebs zwischen 80 und 90 Prozent. In dem Video werden Produktion und Anwendung von RSO erklärt.

Hemp Institute records first cancer healing with cannabis oil

Vienna, July 20, 2017 – A 47 year old man from Wagrain in Austria has successfully beaten his prostate cancer stage 4 with cannabis oil, the Austrian Hanf-Institut (Hemp Institute) announced on Thursday. According to his latest lab tests and doctor’s letters, he has now been cancer free for more than 3 months after treating himself with massive doses of cannabis oil for 18 months while dropping all other chemical pharmaceuticals and going off chemo therapy, which he says did more bad than good. Martin Winkler is the first documented case in Austria where cannabis oil made his ‚inoperable‘ tumor vanish completely.

But his health may come at a heavy price. Treating yourself with cannabis products in Austria is still punishable by law and can carry multi-year prison sentences.

Winkler had a life expectancy of another six months after six months of initial chemo therapy. Now, roughly 18 months later, he is cancer free, according to his urologist Ulfrit Scrinzi.

After initial treatment with Austria’s only legal cannabis medication, a very expensive synthetic THC extract named ‚Dronabinol‘, „that helped my appetite but did nothing against my cancer“, said Winkler, he began to use an alcohol extraction based cannabis concentrate in massive doses. He administered himself the so called Rick Simpson Oil in massive doses of up to five grams per day.

The cancer patient was initially confronted with doubts by his doctors. „My general practician was first against cannabis treatment but would now recommend it to other cancer patients“, said Winkler.

Parliamentary Medical Cannabis Citizen’s Initiative

Austria’s Hanf-Institut has renewed its demand for an immediate decriminalisation of cannabis patients in Austria which still face imprisonment for curing themselves with the world’s oldest healing plant.

„Getting healthy must not be threatened with prison sentences. This patient has answered the question whether to die legally or survive outside the law for himself“, said Hanf-Institut chairman Toni Straka.

„One quarter of Austrian deaths are a result of cancer. A quick change in laws regarding medical cannabis patients could certainly save lives“, said Straka.

The Hanf-Institut and Arge Canna, a medical cannabis patients association, have initiated a Parliamentary medical cannabis citizen’s initiative that can be signed online on the website of the Austrian parliament at least until the end of year. Including offline signatures the initiative has collected more than 13,000 signatures as of today.

Public approval for legal medical cannabis regularly reaches more than 95 percent in online polls. The general legalization of cannabis has been favored by 50 to 85 percent of Austrians in representative polls.

Krebskranker legt Befunde vor: Prostatatumor verschwindet nach Cannabisöl-Therapie

Wien, 19. Juli 2017 – Beim Hanf-Institut hat sich der erste durch Cannabis-Öl geheilte Krebspatient mit entsprechenden Laborbefunden gemeldet. Martin W. aus Salzburg wurde Mitte 2015 mit inoperablem Prostatakrebs diagnostiziert. Nach sechs Monaten Chemotherapie und Hormonbehandlungen setzte er alle chemischen Präparate ab und heilte sich binnen 18 Monaten mit Cannabis-Öl selbst. Sein Tumor ist bis auf Restgewebe verschwunden, die neueste Diagnose seines Urologen Ulfrit Scrinzi heisst nur mehr ‚Tumornachsorge‘.

Aus rechtlicher Sicht muss Martin W. aber in Österreich im Extremfall mit einer Gerichtsstrafe rechnen. Da Cannabis als Heilpflanze allen wissenschaftlichen – und wie in seinem Fall praktischen – Erkenntnissen zum Trotz immer noch gesetzlich als Suchtmittel angesehen wird, werden Cannabis-PatientInnen immer noch kriminalisiert.

Der nunmehr Gesunde beruft sich dabei insbesondere auf ein Gutachten des Neurologen und Psychiaters Michael Boswell, der von einem medizinischen Notstand ausgeht: „Die medizinische Anwendung von Cannabis … sind in multiplen Studien bestens dokumentiert.“

Ärzte hatten Martin W. 6 Monate nach der Erstdiagnose noch weitere 6 Monate gegeben.

Sein jüngster urologischer Befund zeigt einen im Normbereich befindlichen PSA-Wert von 1,39, deutlich unter der Schwelle von 2,50. Die relevanten Blutwerte liegen allesamt im Normbereich. Der Salzburger ist somit wieder gesund.

Massive Dosen Cannabis-Öl

Nach erfolgloser Therapie mit geringen Dosen Dronabinol während der Chemotherapie, die lediglich seinen Appetit verbesserten, setzte der Krebskranke nach sechs Monaten alle chemischen Präparate ab und nahm stattdessen massive Dosen Cannabis-Öl.

„Ich habe während der Chemotherapie Dronabinol genommen zur Appetitanregung, aber bei Krebs bringt das Null“, erinnert er sich an den Beginn seiner lebensbedrohlichen Erkrankung.

Der mit einem Prostatakarzinom in Stadium cT4 Diagnostizierte steigerte die therapeutische Einnahme in einem halben Jahr auf bis zu sechs Kapseln täglich, das entspricht etwa 3.000 Milligramm reinem Tetrahydrocannabinol THC, und ist jetzt nach insgesamt eineinhalb Jahren intensiver Cannabis-Therapie seit drei Monaten wieder gesund und ohne weiterer Therapievorschläge seiner Ärzte.

Laut W. haben sich seine vier behandelnden Mediziner angesichts der erstaunlich guten Entwicklung seiner Tumormarker-Werte für die Krebsbehandlung mit Cannabis-Öl ausgesprochen. Am Anfang lag sein Tumormarker-Wert bei rund 100 und liegt seit über drei Monaten mit 1,39 deutlich unter der Normwertgrenze von 2,50.

Sagt Martin W.: „Mein Hausarzt war anfangs gegen Cannabis. Jetzt würde er es jedem empfehlen.“

Gesund sein wollen darf nicht strafbar sein

Das Hanf-Institut erneuerte angesichts dieser Heilungserfolge von natürlichen Cannabis-Konzentraten die Forderung nach der Herausnahme der Heilpflanze Cannabis aus dem Suchtmittelgesetz. „Gesund sein wollen darf nicht strafbar sein. Dieser Patient hat die Frage ‚legal sterben oder illegal überleben‘ für sich beantwortet und ist wieder gesund. Ein Viertel aller Todesfälle resultieren aus Krebs und hier steht eine wirksame Therapie zur Verfügung. Je rascher die Politik Medical Cannabis legalisiert, umso mehr Menschenleben können gerettet werden“, sagte Hanf-Institutsobmann Toni Straka.

Das Hanf-Institut und die Arge Canna haben die parlamentarische Medical Cannabis Bürgerinitiative initiiert, die noch bis Ende 2017 auf der Webseite des Parlaments online unterzeichnet werden kann.

Note: Die dem Hanf-Institut von Martin W zur Veröffentlichung zur Verfügung gestellten Befunde und Arztbriefe können als PDF heruntergeladen werden.

Befunde 1Befunde 2

BREAKING NEWS: Erstmals von Ärzten bestätigte Krebsheilung durch Cannabis in Österreich

Wien, 19. Juli 2017 – In Österreich gibt es den ersten Fall einer vollständigen Krebsheilung durch natürliches Cannabis.  Martin Winkler wurde von seinen Ärzten bestätigt, dass sein Prostatakrebs vollständig ausgeheilt ist. Er hat keine Krebsmarker mehr im Blut. Ärzte hatten Winkler nach der Diagnose nur noch wenige Monate gegeben. Jetzt ist er gesund.

In Österreich sind Krebskrankheiten mittlerweile die vierthäufigste Todesursache. Das Hanf-Institut und die Patientenvertretung Arge Canna haben im Juni die parlamentarische Medical Cannabis Bürgerinitiative eingeleitet, die die Straffreistellung von kranken Menschen fordert, die sich selbst mit Cannabis behandeln. Die Bürgerinitiative kann hier online unterzeichnet werden.

Wir berichten in Bälde mehr.

Meilenstein: UN und WHO wollen Drogenkonsum-Entkriminalisierung da sie Menschenrechten widerspricht

Wien, 3. Juli 2017 – Die Vereinten Nationen (UN) und ihre Zweigbehörde Weltgesundheitsorganisation (WHO) haben sich vergangene Woche erstmals dezidiert für ein Ende der strafrechtlichen Verfolgung von Drogenkonsum ausgesprochen, da damit bisher nur negative gesundheitliche Folgen entstanden und ausserdem jegliche neu etablierte Evidenz ausser Acht gelassen werde. Nach Ansicht der beiden Organisationen ist es auf Basis der Fakten erwiesen, dass eine seit 1961 im Strafrecht verankerte Drogenpolitik mehr Schaden als Nutzen gebracht hat.
Das Hanf-Institut begrüsste diese wegweisende Änderung in der weltweiten Gesundheits- und Drogenpolitik am Montag und hofft, dass die österreichische Regierung der offiziellen Aufforderung rasch nachkommen wird.
„Laut den Aussagen der Vereinten Nationen sind jetzt alle Staaten rechtlich dazu verpflichtet, ihre Drogenpolitik neu zu evaluieren und auch entsprechende Massnahmen zu setzen“, sagte Hanf-Institutsobmann Toni Straka zu den jüngsten bahnbrechenden Entwicklungen.
„Wir hoffen, dass die allen weltweiten Trends gegenläufige, jeder Evidenz widersprechende österreichische Drogenpolitik damit ein rasches Ende finden wird. Damit wäre nicht nur das Ende potentiellen Kriminalisierung von über einer Million Drogen- und Heilmittelkonsumenten, die lieber illegal überleben als legal sterben wollten, erreicht, sondern auch die Republik könnte ihr Budget um mindestens eine Milliarde Euro einnahmen- und ausgabenseitig aufhübschen“, sagte Straka weiter.

Parlamentarische Medical Cannabis Bürgerinitiative bis Dezember online

In der Bevölkerung wollen zunehmend mehr BürgerInnen ein Ende der Bestrafung von Menschen, die sich unter Strafandrohung mit Cannabis versorgen und dieses konsumieren, weil die Pharmaindustrie bei hunderten Krankheitsbildern keine gleichwertigen nebenwirkungsfreien Substanzen im Repertoire hat. Bisher haben schon über 12.400 Menschen (inkusive Offline-Unterschriften) die Parlamentarische Medical Cannabis Bürgerinitiative unterschrieben. Die Bürgerinitiative kann aufgrund der Neuwahlen noch bis mindestens Dezember auf der Webseite des Parlament unterzeichnet werden.

Hanf als Heilmittel – SPÖ und FPÖ dagegen

Wien, 18. Juni 2017 – Der ORF befragte Parlamentarier um ihre Meinung zu Hanf als Heilmittel. In der Sendung „Hohes Haus“ vom18. Juni sprachen sich Vertreter von SPÖ und FPÖ dagegen aus. In der ÖVP braucht man noch mehr Informationen. Die Grünen wollen Cannabis als Heilmittel legalisieren, während die Neos für die komplette Herausnahme von Cannabis aus dem Suchtmittelgesetz sind. Beim Team Stronach weiss man schon, dass Cannabis das älteste Heilmittel der Menschheit ist.

Die laufende Medical Cannabis Bürgerinitiative kann noch bis mindestens Dezember auf der Website des Parlaments unterzeichnet werden: https://www.parlament.gv.at/PAKT/VHG/XXV/BI/BI_00116/index.shtml#tab-Zustimmungserklaerungen

Grüne Abgeordnete wollen legale grüne Medizin

Wien, 10. Mai 2017 – Österreichs Politik entdeckt Cannabis als Medizin. Bei einer Podiumsdiskussion der Grünen Penzing und der Grünen Senior_innen im Mai waren sich Podium und Auditorium einig: Cannabis muss für Patienten leichter und billiger erhältlich sein.

v.l.n.r. Albert Steinhauser, Justizprecher Grüne; Eva Mückstein, Gesundheitssprecherin Grüne; Peter Kolba, Konsumentenschützer; Klaus Hübner, ARGE Canna; Gerfried Düregger, ARGE Canna; Gerald Kitzmüller, SPÖ; Toni Straka, Vorstand Hanf-Institut, Wolfgang Mückstein, Praktischer Arzt.

Wolfgang Mückstein, Praktischer Arzt, sieht vor allem Probleme durch die teuren Preise für Cannabisprodukte.
„Die Preise müssen runter, dann werden Cannabis-Produkte auch öfter verschrieben werden. Dass da öknonomische Interessen im Hintergrund stehen, ist sehr wahrscheinlich. Die Kostenübernahme durch die Krankenkasse schwankt von Bundesland zu Bundesland. Bei vielen Indikationen ist eine Übernahme unbedingt erforderlich“, sagte Mückstein.

Peter Kolba, Konsumentenschützer, erzählte, „bei meinen Medikamenten ist der Beipackzettel gespickt voll von Nebenwirkungen. Ich müsste Dronabinol in einer Dosierung nehmen, wo ich 800 Euro im Monat dafür zahlen würde. Kasse zahlt, ist aber nicht Lösung, dass man gesetzliche Lage bestehen lässt und den Markt für einen Monopolisten schafft. Wenn man einen regulierten Markt schafft, gehen die Preise automatisch herunter.“

SPÖ-Rebell Gerald Kitzmüller berichtete von einer guten Stimmung zu Cannabis in seiner Partei:„In der Basis bis in die höheren Ebenen komplettes Ja zu Cannabis, aber die Führungsebene ist dagegen. Die an den Hebeln sitzen befürchten Stimmenverlust, obwohl breiteste Zustimmung unabhängig vom Alter an der Basis besteht.So wie sich eine Spitzenkraft für Legalisierung einsetzt, gibt es einen Shitstorm. „Der derzeitige Zustand ist aber unhaltbar, weil ein opferloses Delikt verfolgt wird“, sagte Kitzmüller.

Gerfried Düregger, Obmann der Patientenvertretung ARGE Canna meinte, „wenn die Regierung das Gesetz so durchbringt, ist das keine Verbesserung. Notwendig wäre, dass CBD-Blüten als Nahrungsergänzungsmittel erlaubt sind.“

Eva Mückstein, Gesundheitssprecherin der Grünen kritisierte die geplante SMG-Reform ebenfalls: „Die geplante Regelung ist eine massive Verschlechterung für PatientInnen. Da die Krankenkassen sehr restriktiv bei der Genehmigung von THC-hältigen Cannabismedikamenten vorgehen, sind diese vermehrt auf Blüten oder Produkte, die kein oder nur sehr wenig THC, dafür aber CBD enthalten, ausgewichen.“ Es wurden allein in den letzten vier Jahren über 4.000 Studien erarbeitet, die alle positiv waren.

„Ein de-facto Verbot von Anbau und Verarbeitung von CBD-hältigen Blüten und der Handel mit Produkten wie CBD-Ölen drängt PatientInnen vermehrt auf den Schwarzmarkt“, hält Mückstein fest und sagt: „Wichtig wäre ein kontrollierter Anbau mit einer verpflichtenden Qualitätsprüfung durch eine Kontrollbehörde, die sicherstellt, dass die Pflanzen schadstofffrei sind und die auch den Gehalt an Wirkstoffen exakt überprüft. Die PatientInnen brauchen endlich qualitätsgesicherte und leistbare Cannabismedizin.“

Toni Straka, Vorstand des Hanf-Instituts sagte: „Gesetze sind unmenschlich, wenn sie die Gesundung eines Menschen behindern.“
Er kritisierte, dass Cannabis-Produkte aus der Apotheke ein Vielfaches der Schwarzmarktpreise kosten.

Straka wies darauf hin, dass alle Patienten, die den Vergleich mit natürlichem Cannabis kennen, die natürlichen Blüten dem Monosubstanzpräparat aus der Apotheke vorziehen. „Die Regierung versucht, aus einer Heilpflanze eine Chemikalie zu machen. Es ist aber eine Heilpflanze mit über 100 Cannabinoiden und hunderten anderen Wirkstoffen.

Das Hanf-Institut wird noch vor Behandlung der SMG-Reform die Parlamentarische Bürgerninitiative für den straffreien Eigenanbau von Patient einbringen, für die wir zusammen mit der ARGE Canna schon über 20.000 Offline-Unterschriften gesammelt haben.

Albert Steinhauser, Justizprecher der Grünen, will billigeres Cannabis: „Die Produktion von Cannabis-Produkten für die Pharmaindustrie nicht interessant und offenbar werden sie jetzt künstlich teuer gehalten.“ Die aktuelle Vorgangsweise, wo mit einem eiligen Gesetzesentwurf einer noch zu bildenden Expertenkommission vorgegriffen werde, sei nicht akzeptabel, so Steinhauser.

Hanf-Institut kündigte am Hanfwandertag Einreichung der 2. Cannabis-Bürgerinitiative vor SMG-Reform an

Wien, 8. Mai 2017 – Das Hanf-Institut hat beim diesjährigen Hanfwandertag am 6. Mai die baldige Einreichung der parlamentarischen Bürgerinitiative für den straffreien Cannabis-Eigenanbau für Patienten angekündigt, für die bisher schon rund 20.000 Offline-Unterschriften gesammelt wurden. Hanf-Institutsvorstand Toni Straka wies in seiner Rede vor dem Parlament darauf hin, dass die beabsichtigten Änderungen des Suchtmittelgesetzes (SMG) nur eine weitere Verschlechterung für Cannabis-KonsumentInnen und insbesondere kranke Menschen darstelle, die jetzt wieder auf den Schwarzmarkt gedrängt würden.

„Hanf ist eine ungiftige Pflanze und keine Chemikalie aus. Dementsprechend muss sie auch behandelt werden“, sagte  Straka vor tausenden HanffreundInnen vor dem Parlament.

„Wir orten bei der Legalisierung von medizinischem Cannabis 99 Prozent Zustimmung in der Bevölkerung, weil niemand so herzlos ist, und einem Kranken eine Pflanze vorenthalten möchte, die ihm Linderung bei seinen Leiden bringen könnte.“

Dass die neue Hau-Ruck-Reform mit aussergewöhnlich kurzer Begutachtungsfrist die Behandlung einer Heilpflanze als Medikament anpeilt, erscheint dem Hanf-Institut als überzogene Massnahme, weil plötzlich auch das nicht psychoaktive Cannabinoid Cannabidiol (CBD) verbannt werden soll. CBD stellt sich in jüngster Zeit als wirksames Heilmittel bei Epilepsie, MS, Diabetes und insbesondere Schmerzen heraus. Es existieren bereits hunderte – durchwegs positive – Studien zu CBD.

„Es kann nicht sein, dass die österreichische Bundesregierung weiterhin alle wissenschaftlichen Fakten zu einer nebenwirkunsgarmen Heilpflanze ignoriert, die so breitflächig angewendet werden kann.

Dass man mit legalem Cannabis rund eine Milliarde Euro positiv zum österreichischen Budget beitragen und 50.000 Arbeitsplätze schaffen könnte sei hier nur nebenbei erwähnt.

Hanf kann genau das, was die Politik angeblich immer will: Nämlich einer alternden österreichischen Bevölkerung ein beschwerdefreies Leben ermöglichen.

Noch dazu sind bereits positive Wirkungen von CBD in der EU sowohl als Arzneimittel als auch als Nahrungsergänzungsmittel bereits in zwei Rechtsgutachten vom Oktober 2016 festgehalten.

„Hanf ist und bleibt eine Pflanze und kann daher nicht als Medikament behandelt werden. Kamille, Minze und Lindenblüten werden ja auch nicht als Medikamente verkauft“, sagte Straka abschliessend.

 

VIDEO: Idealism prevails Kamingespräch mit Toni Straka

Wien, 5. Mai 2017 – Die Diskussionsplattform Idealism Prevails hat das jüngste Kamingespräch mit Hanf-Instituts-Vorstand Toni Straka geführt. Iris Singer erkundigt sich über den aktuellen Status quo und bespricht auch viele noch vorherrschende Falschinformationen und urbane Legenden über Cannabis.

AVISO: Diskussion der Grünen SeniorInnen – Vom Mythos Haschtrafik zu Cannabis als Arzneimittel

Wien, 10. April 2017 – Die Grünen Penzing und die Grünen Senior_innen Wien laden am 8. Mai 2017 zur Expert_innenrunde. Zur Diskussion stehen das therapeutische Potenzial der Hanfpflanze sowie die juristischen Rahmenbedingungen für eine Entkriminalisierung. Während in anderen Ländern Cannabis zu medizinischen Zwecken legal ist, bleibt es in Österreich bei Freiheitsstrafen für Schmerzpatient_innen die sich selbst Abhilfe verschaffen. Diese Verurteilungen sollen der Vergangenheit angehören.

Was ist geltendes Recht bei Cannabis in Österreich, wie wirkt sich das Suchtmittelgesetz auf den Alltag der Konsument_innen und der Polizei/Justiz aus und was würde eine Legalisierung (regulierte Abgabe) und die Freigabe zum Anbau für den Eigenbedarf von Schmerzpatient_innen daran ändern? Wie sehen die Chancen und Risiken aus Sicht von Justiz und Medizin aus?

Fachleute, betroffene Schmerzpatient_innen, und Vertreter von Hanfinstituten diskutieren die aktuelle Situation am

8. Mai 2017
um 18 Uhr
in der Sargfabrik, 1140 Wien, Goldschlagstrasse 169

EINTRITT FREI

Referent_innen:

> Toni Straka, Hanf-Institutsobmann, „Cannabis-Legalisierung-Status Quo und Ausblick“
> Gerfried Düregger, Verein ARGE CANNA und Schmerzpatient, „Das Staatsmonopol auf Drogendeals“
> Dr. Wolfgang Mückstein, Allgemeinmediziner Wien, „Cannabis auf Rezept: Schmerzmittel oder Suchtgift?“
> Dr. Peter Kolba, Jurist, Autor , Berater, Verbraucherschützer, Schmerzpatient, „Schikanen des Staates bei der Verschreibung von Cannabis.“
> Dr. Eva Mückstein, Gesundheitssprecherin der Grünen im Nationalrat, Psychotherapeutin, Psychologin, „Cannabismedizin muss für Patient_innen leistbar werden“
> Mag. Albert Steinhauser,  Justizsprecher der Grünen im Nationalrat, Jurist, „Geltendes Recht bei Cannabis in Österreich“

Kronen-Zeitung Salzburg veröffentlicht Leserbrief, in dem Cannabis-Freigabe gefordert wird

Salzburg, 6. März 2017 – Wird Österreichs grösstes Boulevard-Blatt plötzlich grasgrün?  In der Print-Ausgabe der Salzburger Kronen-Zeitung vom 5.März wurde ein langer Leserbrief einer Witwe veröffentlicht, in dem die Dame angesichts des Dramas um den Cannabis Social Club Salzburg (CSCS) Obmann Willli Wallner die Freigabe von Cannabis fordert.

Kronen-Zeitung Salzburg Print-Ausgabe vom 5. März 2017

„Hätte ich vor vier Jahren, als mein Mann die schreckliche Diagnose Krebs bekam,  von Cannabis gewusst, hätte ich alles darangesetzt, um an dieses Heilmittel heranzukommen“, schrieb Judith Hammerer-Laimer.

Auch sie versteht nicht, warum kranke Menschen wegen der Einnahme der richtigen Medizin kriminalisiert werden: „Vorerst unfassbar, dass man einen Schmerzpatienten nach Puch Urstein bringt, nur weil er sich mit Cannabis seiner Schmerzen entledigen will. Diese Menschen werden in unserem Land kriminalisiert, ohne dass sie jemandem etwas getan haben.“

Den Recherchen des Hanf-Instituts zufolge ist dies der erste Leserbrief in der ‚Krone‘ in dem die Cannabis-Freigabe gefordert wird. „Es zeigt sich einmal mehr, dass die Nützlichkeit von Cannabis als Medizin in der breiten Bevölkerung bereits angekommen ist“, kommentierte Hanf-Institutsobmann Toni Straka den grünen Schwenk in Österreichs grösstem Massenmedium.

Will Österreichs Justiz den 1. Cannabis-Toten produzieren?

Wien, 4. März 2017 – Die Situation um den CSC Salzburg (CSCS) Obmann Willi Wallner eskaliert zusehends. Seit seiner Verhaftung wegen 37 Hanfpflanzen wird Wallner gegen seinen Willen mit Morphium und der Zombie-Droge Dipidolor bis hin zum mehrfachen Kollaps niedergespritzt, während man ihm die ärztlich verordneten Cannabis-Medikamente Dronabinol und Sativex vorenthält. Wallner pendelt seit Haftbeginn im Arrestantenwagen zwischen Justizanstalt und Spital hin und her, weil man in der Justizanstalt nicht die Verantwortung für seine medizinischen Komplikationen durch die Gabe potentiell tödlicher Drogen übernehmen will.

Wallner befindet sich seit seiner Verhaftung im Hungerstreik, die Justizbehörde stellt dies jedoch anders dar. Ausser seinem Rechtsanwalt Franz Essl darf niemand zu ihm. Dieser ist schockiert: Nach einem Haftbesuch bei seinem Mandanten sagte er zum ORF: „Er befindet sich mit dem heutigen Tag den fünften Tag im Hungerstreik. Mein Mandant ist körperlich sehr verfallen. Ich war heute entsetzt, als ich ihn gesehen habe. Ich werde sofort seine Enthaftung beantragen. Mein Mandant kann in der Justizanstalt Salzburg nicht entsprechend medizinisch behandelt werden. Das ist ein Punkt, der dazu führt, dass die Untersuchungshaft aufzuheben ist.“

Nach Angaben seiner Lebensgefährtin Daniela Macek wurde seine Entlassung am Freitag in letzter Minute durch die Staatsanwaltschaft verhindert, die weitere Strafverfahren gegen den seit einem Arbeitsunfall berufsunfähigen Mann einleitete.

„Die unmenschliche Behandlung eines kranken Menschen, dem unter anderem als strafrechtlicher Tatbstand die kostenlose Weitergabe von Cannabis an die rund 190 Mitglieder des CSCS vorgeworfen wird, wirft die Frage auf, ob sich die österreichische Justiz so eines lautstarken Vorkämpfers für den Einsatz von Cannabis als Medizin entledigen will“, kommentierte der Obmann des Hanf-Instituts, Toni Straka, das jede Verhältnismässigkeit vermissende Verhalten der Justiz.

„Sollte Wallner die Haft nicht lebend verlassen – und diese Angst ist aufgrund seines gesundheitlichen Zustands berechtigt –, hat die österreichische Justiz den ersten Cannabis-Toten produziert“, sagte er und ergänzte, „es ist vollkommen unverständlich, dass in der Hexenjagd auf Wallner von der Justiz sechs ärtzliche Gutachten missachtet werden, die die Wirksamkeit von Cannabis bei Wallners Schmerzen bestätigen. Wie kommt die Justiz dazu, hier Hobby-Arzt zu spielen?“

 

Erneuter Polizeieinsatz: Statt Schmerzfreiheit bekommt CSC-Obmann U-Haft

Henndorf/Wallersee, 27. Februar 2017 – Der seit einem ärztlichen Kunstfehler unter permanenten Schmerzen leidende Obmann des Cannabis Social Club Salzburg (CSCS), Wilhelm Wallner, ist am Dienstag nach der bereits 9. Hausdurchsuchung, bei der die Polizei diesmal 37 Hanfpflanzen ‚erntete‘, verhaftet worden und befindet sich derzeit in Untersuchungshaft.

Nach Angaben seiner Lebensgefährtin Daniela Macek wurde Wallner die Mitnahme seiner Cannabis-Medikamente in die U-Haft verweigert. Wallner hat seit einem Berufsunfall permanente Schmerzen (9 auf einer 10er-Skala), die nur durch Cannabis gelindert werden können. Dies geht aus mehreren medizinischen Expertisen hervor, die Wallner bei seinem letzten Verfahren vorlegte. Nach einer Hausdurchsuchung im vergangenen November wurde Wallner am 1. Februar zu 2 Monaten bedingter Haft verurteilt, weil er das mittlerweile in Deutschland legalisierte medizinische Cannabis an Mitglieder des CSCS weitergab.

Darin sah die Landespolizeidirektion Niederösterreich ein derart schweres Verbrechen, dass sie mit 10 Beamten eine 600 Kilometer-Landpartie unternahm, um im Zuge einer äusserst ruppigen Hausdurchsuchung etwas Cannabis sicherzustellen. Das Hanf-Institut hatte sich deswegen in einem Offenen Brief an mehrere Ministerien und die Volksanwaltschaft gewandt, der von Justiz und der Volksanwaltschaft bisher ignoriert wurde.

v.l.n.r.: Hanf-Instituts Obmann Toni Straka, CSCS-Gründer Wilhelm Wallner, HI-Vizepräsident Patryk Kopaczynski, Daniela Macek

Laut Macek werde Wallner damit bedroht, dass man ihn bis zum noch nicht festgelegten Gerichtstermin in Korneuburg in der U-Haft behalten werde. Bei diesem Verfahren agiert die Exekutive laut dem Rechtberater des Hanf-Instituts, Gottfried Hudl, mit illegalen Methoden. Rund 40 Polizeiinspektionen in Österreich sind seit Monaten damit beschäftigt, die 170 Mitglieder des CSCS zwischen 50 und 92 Jahren fälschlicherweise als Zeugen zu laden, in der Hoffnung, dem prominenten Vorkämpfer für medizinisches Cannabis doch noch strafrechtlich etwas anhängen zu können.

Hetzjagd gegen Cannabis-Aktivisten

Den dem Hanf-Institut vorliegenden Dokumenten zufolge legte sich die Polzei regelrecht auf die Lauer um Wallner mit den 30 Kilomter weiter westlich (in Deutschland) bereits legalen Cannabis-Blüten zu erwischen. Der Durchsuchungsbefehl galt für für einen fast 2 Monate langen Zeitraum.

 

 

U-Haft wurde wegen erneuter Tatbegehungsgefahr verhängt

 

 

Lange musste die Polizei nicht warten. Der aus den Medien bekannte Cannabis-Aktivist muss nämlich Cannabis und Cannabis-Produkte gegen Schmerzen einnehmen, bei denen erwiesenermassen weder Morphium noch die mit den Nebenwirkungen „schwerste körperliche Abhängigkeit“ und „eventueller Tod“ behafteten synthetischen Opiate helfen. An synthetischen Opiaten sterben mittlerweile weltweit mehr Menschen als an allen illegalisierten Drogen zusammen.

So wie Wallner geht es auch den Mitgliedern des CSCS, die durchwegs an lebensgefährlichen Krankheiten oder schlimmsten Schmerzen leiden. Einige dieser Patienten lassen wir hier erneut zu Wort kommen:

Da Cannabis entgegen aller wissenschaftlichen Erkenntnisse zum Trotz von der Republik Österreich weiterhin im Suchtmittelgesetz aufscheint, sind alle österreichischen Cannabis-PatientInnen, die sich die Frage ob sie legal sterben oder illegal überleben wollen, längst beantwortet haben, von Haftstrafe bedroht.

Nach Schätzungen des Hanf-Instituts kostet die Verfolgung des einzigen opferlosen ‚Verbrechens‘ im österreichischen Strafrecht den Steuerzahler rund 600 Millionen Euro im Jahr. Die Zahl der Cannabis-Konsumenten schwillt dennoch rasant an. „Es gibt keine so vielseitige Heilpflanze wie Cannabis“, sagte Hanf-Institutsobmann Toni Straka dazu. Mittlerweile anerkennen selbst Behörden wie das US-Krebsinstitut die konkurrenzlose Heilkraft der Pflanze an und in Deutschland wurde medizinisches Cannabis am 23. Jänner legalisiert. Damit kann man bereits in elf europäischen Ländern medizinisches Cannabis ohne Angst vor polizeilicher Verfolgung zur Behandlung von über 250 Krankheiten (PDF) verwenden.

Drogengesetze von Adolf Hitler eingeführt

„Für uns stellt sich die Frage, wer eigentlich noch an der Cannabis-Prohibition interessiert ist“, sagte Straka: „In mittlerweile vier Jahren Cannabis-Aktivismus ist mir noch kein einziger Politiker, Arzt, Drogenexperte oder Polizist persönlich begegnet, der an diesem erstmals von [dem Methamphetamin konsumierenden] Adolf Hitler eingeführten Gesetz festhalten möchte.“

Inzwischen geht aber die Jagd, insbesondere gegen Cannabis-Aktivisten, weiter. Wallners Lebengefährtin stand erst kürzlich wegen eines Joints, den die Polizei am Hanfwandertag 2016 in Ihrer Handtasche fand, vor Gericht. Dieser Prozess um 0,9 Gramm Tabak-Cannabis-Mischung wurde zur Ladung weiterer Zeugen vertagt und wird somit den österreichischen Steuerzahler noch einiges kosten. Das Hanf-Institut schätzt die Gesamtkosten eines solchen Verfahrens mit zumindest 15.000 Euro ein.

„Auf Basis von US-Daten könnte in Österreich Cannabis für rund 200.000 Menschen das Heilmittel erster Wahl sein“, sagte Straka und stellte die Frage: „Will die Republik Österreich wirklich weiterhin Milliarden mit der Verfolgung der Schwächsten unserer Gesellschaft, den Kranken, verschwenden obwohl sich schon 100 Millionen Europäer legal mit natürlichem Cannabis therapieren können?“

94.000 Salzburger SchmerzpatientInnen könnte mit Cannabis geholfen werden

Wien, 15. Februar 2017 – 94.000 Salzburger leiden an chronischen Schmerzen, also knapp jeder Sechste. Diese Patienten bleiben oft allein mit ihren Schmerzen, die Versorgung ist im internationalen Vergleich nicht so gut. Was mitunter helfen kann, ist Cannabis. Die Droge hat ihre Qualitäten, wenn es um Schmerzlinderung geht. In Deutschland ist der medizinische Einsatz seit kurzem erlaubt.

Bericht des ORF  in „Salzburg heute“ vom 14. Februar 2017

CSC Obmann Wilhelm Wallner zu 2 Monaten bedingter Haft verurteilt – Berufung

Salzburg, 2. Februar 2017 – Selbst mehrere ärztlichen Gutachte, wonach Wilhelm Wallner seine chronischen Schmerzen nur mit Cannabis und Cannabisöl behandeln kann, schützten den Cannabis Social Club (CSC) Salzburg Gründer Wilhelm Wallner nicht vor einer Gefängnisstrafe.

Am 1. Februar wurde Wallner zu 2 Monaten bedingter Haft verurteilt, obwohl er selbst nach Ansicht der Amtsärzte haftunfähig ist. Ein trauriges Beispiel dafür, wie die Halsstarrigkeit der österreichischen Regierung Menschen zugrunde richtet, nur weil sie ihre Schmerzen wirksam bekämpfen wollen.

Der 57-Jährige kämpft seit Jahren dafür, dass Schwerkranke auch in Österreich Cannabis auf Rezept erhalten können – so wie seit Kurzem in Deutschland. Seit einem Arbeitsunfall leide er unter schweren chronischen Schmerzen, sagte der Mann bei dem Prozess. Offiziell zugelassene Medikamente – darunter auch Morphium – hätten bei ihm nicht angeschlagen. Deshalb habe ihm der Arzt die Nutzung von Marihuana empfohlen, schilderte der 57-Jährige.

Er bekam dann auch ein Rezept für ein Medikament, das THC enthält. Die Kosten dafür waren dem Pensionisten allerdings zu hoch. Deshalb beschloss er vor fast zehn Jahren, den Hanf selbst anzubauen. Er brühte das Kraut zu einem Tee auf. Seither seien die Schmerzen im Sprunggelenk und auch die Depressionen wesentlich weniger geworden, sagte der Mann.

Frühere Berichte zu Willis Leidensweg durch die Mühlen der Justiz:

Deutscher Bundestag verabschiedet Gesetz zu Cannabis als Medizin


Wien, 23. Jänner 2017 – Wir geben hier die Pressemitteilung des Deutschen Hanfverbands zur Legalisierung von Cannabis als Medizin wider:

Heute hat der Bundestag das lange diskutierte Gesetz zur medizinischen Verwendung von Cannabis verabschiedet. Trotz Kritik im Detail sieht der Deutsche Hanfverband darin einen Meilenstein in der Geschichte der deutschen Cannabispolitik und einen großen Fortschritt für Patienten und Ärzte.

„Die Kombination aus einer relativ einfachen Verschreibungsmöglichkeit, einer relativ großen Bandbreite an Krankheiten und der Zahlung durch die Krankenkassen macht Deutschland nun mit einem Paukenschlag zu einem der weltweit führenden Länder in Sachen Cannabis als Medizin“, so DHV-Sprecher Georg Wurth.

Vor allem die Verhinderung des Eigenanbaus durch Patienten sieht der Verband allerdings kritisch. In vielen Ländern, insbesondere in Kanada und vielen Bundesstaaten der USA, ist der Eigenanbau erlaubt und es gibt keine Berichte über negative Erfahrungen mit dieser Regelung.

„Der Eigenanbau würde den Patienten nicht nur Zugang zur gesamten Sortenvielfalt von Hanf ermöglichen, sondern er würde auch die Krankenkassen entlasten“, zeigt sich Georg Wurth überzeugt.

Auch Unklarheiten bezüglich der Definition einer „schwerwiegenden Erkrankung“ sieht der Verband kritisch. Nur in solchen Fällen sollen die Krankenkassen Cannabis-Medizin erstatten. Aber was ist eine schwerwiegende Erkrankung? Das Bundesinstitut für Arzneimittel hat schon für sehr viele verschiedene Erkrankungen Ausnahmegenehmigungen zum Erwerb von Cannabis erteilt und die Verwendung damit anerkannt, darunter ADHS, Tinnitus, Kopfschmerzen und Schlafstörungen. Ob die Kassen in diesen Fällen nun die Kosten übernehmen, bleibt unklar und muss im Zweifelsfall vor Gericht geklärt werden.

„Wir werden weiter auf Verbesserungen in diesen Details drängen und die Entwicklung intensiv begleiten. Allerdings ist der große Knoten bei Cannabis als Medizin nun gelöst. Jetzt werden wir die Diskussion über die Legalisierung von Cannabis als Genussmittel und die Entkriminalisierung der Konsumenten noch stärker in den Fokus rücken“, so Georg Wurth.

In Österreich ignoriert man weiterhin die Faktenlage

Österreichische PatientInnen können einstweilen weiterhin nur davon träumen, das Heilmittel ihrer Wahl legal verwenden zu können. Die jüngste Antwort des Gesundheitsministeriums auf einen Offenen Brief des Hanf-Instituts ignoriert weiterhin die Faktenlage, dass natürliches Cannabis schon in vielen Ländern erfolgreich als Medikament eingesetzt wird und behauptet:

Für den medizinischen Einsatz von Cannabisblüten liegen zum jetzigen Zeitpunkt jedoch keine ausreichenden wissenschaftlichen Grundlagen vor.

Der Verweis auf eine nicht ausreichende wissenschaftliche Faktenlage durch das Gesundheitsministerium geht laut dem Hanf-Institut ins Leere: „Allein seit 2012 wurden über 4.000 medizinische Studien zu Cannabis veröffentlicht, die ausnahmslos die breite Heilwirkung dieser ungiftigen Pflanze bestätigen“, sagte Obmann Toni Straka und ergänzte, „es ist unverständlich, dass der österreichischen Staat weiterhin den Kopf in den Sand steckt obwohl sich durch den Einsatz von natürlichem Cannabis potentielle EInsparungen in Milliardenhöhe ergeben können.“

BMI und BMGF beantworten Offenen Brief des Hanf-Instituts und sehen keine Notwendigkeit für legales Cannabis

Wien, 9. Jänner 2017 – Das Innenministerium und das Gesundheitsministerium haben den Offenen Brief des Hanf-Instituts mit dem Titel Die Cannabis-Psychose des Staats gefährdet Menschenleben ausführlich beantwortet, sehen aber weiterhin keinen Grund für eine Entkriminalisierung von medizinischem Cannabis. Vom Justizministerium, das für eine Gesetzesänderung zuständig wäre, gab es bisher keine Antwort.

Wir geben hier die Antworten der beiden Ministerien wider, die wenig Hoffnung geben, dass das offizielle Österreich endlich wieder die älteste Heilpflanze der Welt zur Heilung von über 250 Krankheiten in ihrer natürlichen Form zulässt, womit sich die Republik Milliarden an Strafverfolgungs- und Heilungskosten ersparen könnte.

Gesundheitsministerium: Keine ausreichenden wissenschaftlichen Grundlagen

Vom Gesundheitsministerium kam diese Antwort:

Sehr geehrter Herr Straka,
sehr geehrter Herr Wallner!

Vielen Dank für Ihr Schreiben an Bundesministerin Dr.in Sabine Oberhauser, das ich hiermit gerne beantworte.

Die Sicherstellung einer umfassenden medizinischen Versorgung der österreichischen Bevölkerung sehen wir als unsere Hauptaufgabe, der wir uns jeden Tag aufs Neue widmen. Dazu gehört aus unserer Sicht jedenfalls auch, dass bei der Behandlung von Patientinnen und Patienten auch nur jene Wirksubstanzen zur Anwendung kommen, die sorgfältig durchgeführte klinische Studien durchlaufen haben.

Der Einsatz von Arzneimitteln auf Cannabisbasis nach Maßgabe der Forschung und Entwicklung wird von medizinischen Expertinnen und Experten, wie auch vom Bundesministerium für Gesundheit und Frauen, befürwortet. Wie Sie sicherlich wissen, ist  eine zugelassene Arzneispezialität auf Cannabisbasis und die aus Cannabis gewonnene pharmakologische Wirksubstanz „Dronabinol“ für magistrale Rezepturen in Österreich ärztlich verschreibungsfähig.

Für den medizinischen Einsatz von Cannabisblüten liegen zum jetzigen Zeitpunkt jedoch keine ausreichenden wissenschaftlichen Grundlagen vor. Das Bundesministerium für Gesundheit und Frauen wird die weiteren Entwicklungen beobachten. Änderungen der Rechtslage werden wie bisher in Abhängigkeit von den wissenschaftlichen Erkenntnissen zu treffen sein.

Mit freundlichen Grüßen
Dafine Mula
Kabinett der Bundesministerin Dr.in Sabine Oberhauser, MAS

Ínnenministerium: Vorteile der Legalisierung von Cannabis können aus polizeilicher Sicht nicht nachvollzogen werden

Aus dem Innenministerium erhielt das Hanf-Institut diese Antwort:

Sehr geehrter Herr Straka, sehr geehrter Herr Wallner!

Das Bundesministerium für Inneres, Generaldirektion für die öffentliche Sicherheit, Referat II/1/c (Haftungsangelegenheiten und Services), bestätigt den Erhalt Ihres Schreibens vom 4. November 2016 und teilt im Auftrag des Herrn Bundesministers folgendes mit:
Eine Legalisierung von Cannabis, welches unter das Suchtmittelgesetz fällt, ist in Österreich nicht möglich (siehe United Nations Single Convention on Narcotic drugs, 1961). Auch Holland hat Cannabis nicht legalisiert, sondern nur eine Straffreiheit bei Eigenbedarf vereinbart. In Österreich wird das Modell „Therapie statt Strafe“ umgesetzt.

Dieses erfolgreiche Modell wird auch durch die derzeitigen Rechtsnormen unterstützt. Das Innen-, Justiz- sowie das Gesundheitsministerium sind im ständigen Informationsaustausch und fortlaufend mit dieser Thematik befasst. Ziel ist es, dass einerseits der illegale Handel mit Suchtmittel verfolgt, aber anderseits die jeweiligen Konsumentinnen und Konsumenten nicht kriminalisiert werden.

Gesundheitsbezogene Maßnahmen sind am zweckmäßigsten, wenn sie schon in einem frühen Stadium der Abhängigkeit/Konsums eingesetzt werden. Dies ist wichtig, da die Dauer des Suchtmittelmissbrauches erheblich auf das Therapieverhalten und die Erfolgswahrscheinlichkeit Auswirkungen hat. Durch die nunmehrige Vollzugspraxis kann eine rasche Reaktion der Gesundheitsbehörde gewährleistet und einer wie von Ihnen kritisierte Kriminalisierung von Konsumentinnen und Konsumenten entgegengetreten werden.

Zu Ihren Angaben, Cannabis führe zu strafrechtlichen Verurteilungen und Führerscheinentzug, sei festgehalten, dass der reine Konsum von Cannabis oder cannabinoiden Medizinprodukten keinen Führerscheinentzug nach sich zieht, sofern durch den Konsum dieser Produkte keine Beeinträchtigung der Fahrtauglichkeit resultiert. Im Unterschied zu Deutschland, wo die Grenzwertverordnung bei Suchtgiften gilt, wird in Österreich die Beeinträchtigung durch Suchtmittel von einem Arzt festgestellt. Der reine Besitz oder das Vorfinden von Cannabis führt also nicht automatisch zu einem Entzug der Lenkberechtigung.

Laut der gültigen Gesetzeslage darf ein Arzt Substanzen aus dem cannabinoiden Bereich für medizinische Zwecke verschreiben. Der Arzt ist verpflichtet, den Patienten über die korrekte Einnahme aufzuklären. Ebenso dürfen auch vergleichbare Schmerzmittel aus der Morphinreihe verordnet werden. Allerdings ist es nicht gesetzeskonform, eigens hergestellte Substanzen (sei es nun selbst angebautes Marihuana oder Schlafmohn) zu konsumieren.
Aus medizinischer Sicht stehen eine Reihe (legaler) Alternativen zu Cannabis oder cannabinoiden Substanzen zur Verfügung, die erfolgreich in der Schmerztherapie angewendet werden.

Die in dem Schreiben angeführten Vorteile bei der Legalisierung von Cannabis können aus polizeilicher Sicht nicht nachvollzogen werden.

Es darf darauf hingewiesen werden, dass die bestehenden Verbote nicht als reine Strafsanktionen des Staates gesehen werden sollen, sondern vor allem zum Schutz der Gesellschaft dienen.

Ich hoffe, Ihnen mit vorstehenden Informationen behilflich gewesen zu sein und verbleibe
Mit freundlichen Grüßen
Für den Bundesminister:
MR Mag. Franz Baumgartner, MSc MSc

Hanf-Institut: Alle Fakten sprechen für legales Cannabis

Warum in der österreichischen Cannabis-Diskussion weiterhin alle wissenschaftlichen Fakten ignoriert und die Erde per Gesetz weiterhin zur Scheibe dekretiert wird, ist dem Hanf-Institut angesichts der eindeutigen Faktenlage unverständlich.

Der Verweis auf eine nicht ausreichende wissenschaftliche Faktenlage durch das Gesundheitsministerium geht laut dem Hanf-Institut ins Leere: „Allein seit 21012 wurden über 4.000 medizinische Studien zu Cannabis veröffentlicht, die ausnahmslos die breite Heilwirkung dieser ungiftigen Pflanze bestätigen“, sagte Obmann Toni Straka zur Antwort der Gesundheitsministerin.

Die bisher in Österreich erlaubten Cannabis-Medikamente gingen zudem am Bedarf der Patienten vorbei, sagte Straka: „Ausnahmslos alle PatientInnen, die natürliche Blüten und diese sündhaft teuren Medikamente – THC aus der Apotheke kostet mindestens 10mal soviel wie Blüten am Schwarzmarkt – vergleichen konnten, bevorzugen das ganz normale Gras oder die daraus gewonnenen Konzentrate, die alle Cannabinoide der Hanfpflanze enthalten.“

Auch seitens der Exekutive hofft das Hanf-Institut auf Berücksichtigung des neuen Faktenlage seit der Legalisierung im US-Bundesstaat Colorado.  „Bisherige Erfahrungen in den USA seit der Legalisierung in mehreren Bundesstaaten zeigen eindeutige Verbesserungen in allen Bereichen. Entgegen der Befürchtungen der Legalisierungsgegner sanken seither Kriminalität, tödliche Verkehrsunfälle aber auch der Cannabis-Konsum von Jugendlichen“, kommentierte Straka die Antwort des Innenministeriums.

Auch internationale Konventionen stehen einer Legalisierung nicht entgegen, wie es gerade die USA verdeutliche, wo schon in mehr als der Hälfte aller Bundesstaaten als Heil- oder Genussmittel erhältlich ist. „Diese Konventionen besagen vielmehr, dass der Staat für eine ausreichende medizinische Versorgung mit den angeführten Substanzen zu sorgen hat“, sagte Straka.

Gerade auf internationaler Ebene bewegt man sich rasch auf eine Entkriminalisierung der weltweit verbreiteten Hanfpflanze vor. Die Commission on Narcotic Drugs (CND) kehrte im vergangenen November von einem Treffen mit der Weltgesundheitsorganisation WHO mit den Neuigkeiten zurück, dass Cannabis reklassifiziert werden soll (PDF).

Auch auf nationaler Ebene wird die Legalisierungs-Diskussion nach Ansicht des Hanf-Instituts nicht mehr lange auf überkommenen Mythen beruhen. „Ein Viertel der ÖsterreicherInnen hat schon Erfahrungen mit Cannabis gehabt und weiss daher um die Unschädlichkeit dieses Heil- und Genussmittels“, sagte Straka. Nicht zuletzt wird dabei die Kostenfrage angesichts einer älter werdenden Bevölkerung und rapide steigender Krebserkrankungen an Bedeutung gewinnen. „Cannabis wird mittlerweile von der Pädiatrie bis zur Geriatrie breit angewendet und erleichtert bei vielen Krebskranken die Nebenwirkungen konventioneller Therapien. Diesen Menschen weiterhin ein wirksames Heilmittel auf Basis einer veralteten dogmatischen Drogenpolitik vorzuenthalten grenzt für uns an Folter. Es darf daher nicht verwundern, wenn sich die Betroffenen für illegales Überleben statt für den gesetzeskonformem Tod entscheiden“, sagte Straka abschliessend.

Cannabis-Krieg in Österreich: Polizei steckt haftunfähigen Patienten in die Psychiatrie

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Hausdurchsuchung beim Cannabis Social Club Salzburg. Foto: Hanf-Institut

Wien, 2. November – Ein exemplarisches Beispiel für die Sinnlosigkeit der Verfolgung kranker Menschen, die sich mit Cannabis erfolgreich selbst behandeln, lieferte die österreichische Exekutive während Halloween und an Allerheiligen.
Das Haus und Vereinslokal des Cannabis Social Club (CSC) Salzburg in Henndorf am Wallersee wurde am vergangenen Montag im Zuge eine Hausdurchsuchung durch niederösterreichische Kriminalpolizisten verwüstet.
Die Polizisten waren bei diesem Besuch nach Angaben Wallners sehr
unfreundlich und fast brutal. „Jetzt habe ich schon acht Hausdurchsuchungen hinter mir. Aber so eine Verwüstung haben die Eugendorfer Polizisten nie angerichtet“, wundert sich Wallner, dessen Verein über 140 betagte und schwerkranke Menschen versucht, mit der Medizin ihrer Wahl zu versorgen.

Diese bereits 8. Hausdurchsuchung und Beschlagnahme von 78 Hanfpflanzen sowie einem Kilogramm Hanfbutter endete damit, dass die Behörden den Clubobmann und chronischen Schmerzpatienten Wilhelm Wallner zuerst während des fünf Stunden langen Verhörs seine Cannabis-Medizin vorenthielten. Als der in Agonie liegende Wallner im Zuge der Einvernahme meinte, dass nach der Verwüstung seines Hauses und der Konfiskation der Gärtnerei-Ausstattung alles keinen Sinn mehr mache, verfrachtete die Polizei den haftunfähigen Cannabis-Aktivisten wegen ‚Selbstgefährdung‘ in eine psychiatrische Klinik, wo er sich aktuell noch immer auf Weisung der Behörden befindet, aber immerhin Kontakt zur Aussenwelt hat.

Halloween-Horror: Hausdurchsuchungen bei mehreren Cannabis Social Clubs

Auch der Obmann des CSC Wien, Markus Winter, erhielt an Allerheiligen unerwünschten Blaulicht-Besuch. „Zwei Hünen in Uniform standen vor meiner Tür. Konfisziert wurde ausser einem Fläschchen mit (legalem) Cannabidiol-Öl aber nichts“, sagte Winter dem Hanf-Institut.
Auch für andere Cannabis-Patienten wurde der 31. Oktober zum Halloween-Horror, weil nicht Clowns, sondern schwer bewaffnete Polizei-Einheiten im Rahmen weiterer Hausdurchsuchungen ihr oft lebennotwendiges Heilmittel beschlagnahmten.

Kann sich Österreich diese Milliarden-Kosten leisten?

„Die Republik Österreich muss immer noch ein sehr reiches Land sein, wenn sie sich derart unverhältnismässige Massnahmen im sinnlosen Krieg gegen Schwerstkranke leisten kann“, kommentierte Hanf-Institutsobmann Toni Straka am Mittwoch den neu aufgeflammten Cannabis-Krieg gegen die wertvollste Heilpflanze dieser Erde.
Nach Schätzungen des Hanf-Instituts kostet jede polizeiliche Aktion gegen HanffreundInnen mindestens 15.000 Euro. „Wenn niederösterreichische Kriminalbeamte Kapazitäten für eine Landpartie nach Salzburg wegen ein paar ungiftiger Pflanzen haben zeugt das von mangelnder Kooperation der Landespolizei-Direktionen. Wilhelm Wallner ist ja der Salzburger Exekutive von 7 früheren Hausdurchsuchungen gut bekannt“, sagte Straka weiter.

„Während die Legalisierung in Colorado im Jahr 2015 über 25.000 neue Arbeitsplätze schuf, kostet die gesetzliche Zwangsbehandlung von Zehntausenden HanffreundInnen in Österreich den Steuerzahler jährlich insgesamt über eine Milliarde Euro durch unnötige Ausgaben für die Verfolgung durch Justiz, Exekutive und Gesundheitsbehörden, zu denen noch dazu entgangene Steuereinnahmen in etwa derselben Höhe hinzukommen“, wies Straka wiederholt auf den ganzen Irrsinn im Namen eines Gesetzgebers hin, „der tausendfache Beweise über die Nützlichkeit von Hanf als nebenwirkungsarmes Heil- und ungiftiges Genussmittel weiter ignoriert. Die Erde ist aber ebensowenig eine Scheibe wie Cannabis ein ‚Suchtmittel‘ ist.“

Auch Mario Danne vom Netzwerk Cannabis Social Clubs Austria hat kein Verständnis für die harte Vorgehensweise: „Wir finden diese Spielchen mit Patienten. Menschen die täglich Schmerzen erleiden müssen, einfach unmenschlich. Man ist einer Behördenwillkür ausgeliefert, was einer Folter gleich kommt. Ob das Ziel ist, die Menschen auf Dauer mürbe zu machen oder gar egal ist, ob sie daran sterben? Wir rufen dazu auf Euch noch mehr gerade für Patienten einzusetzen, schliesst Euch an, werdet selbst aktiv, wir dürfen dem nicht länger zusehen!“

Dronabinol verdampfen

Wien, 10. September – Österreichische Cannabis-Patienten schielen seit Jahren neidisch nach Deutschland, wo mittlerweile schon fast 1.000 Personen eine Einzelgenehmigung zum Erwerb oder jüngst sogar erstmals zum Eigenanbau von natürlichem Cannabis erhielten. Doch im Gegensatz zu ihren deutschen Leidensgenossen können ÖsterreicherInnen davon einstweilen nur träumen, ihre Schmerzen mit natürlichen Hanfblüten behandeln zu können.

Dronabinol250mgSpritze - 1Ihnen steht als einzige Lösung für ihre Schmerzen die magistrale Zubereitung “Dronabinol” zur Verfügung, ein synthetisches Cannabis-Extrakt.

Hohe Kosten von 600 Euro je Gramm Reinsubstanz Tetrahydrocannabinol (THC) oder rund 10mal soviel wie am Schwarzmarkt für dieselbe Menge zwingen Patienten jedoch dazu, sparsam mit den kostbaren Tropfen umzugehen.

Für diese Patienten ist besonders die möglichst verlustfreie Aufnahme von THC wichtig. Es gibt deutliche Unterschiede, wie Dronabinol vom Körper absorbiert wird. Bei oraler Einnahme der Lösung mit (meistens Sesam-) Öl oder 96prozentigem Alkohol verstoffwechselt der Körper jedoch nur etwa 40 Prozent des eingenommen THC.

Deutlich besser sieht die Bilanz beim Verdampfen oder Rauchen von Dronabinol aus, wo der Körper bis zu 100 Prozent der Substanz absorbieren kann.

Während Joints mit eingetropftem Dronabinol vor allem den Vorteil der raschen Anflutung bieten, der besonders bei Schmerzpatienten gewünscht ist, bringt einen der erste Rauchversuch vor allem wegen des sehr eigenartigen, leicht metalligen und generell eher unangnehmen Geschmacks rasch wieder davon ab.

Verdampftes THC wird zu fast 100 Prozent vom Körper aufgenommen

Deutlich besser und effizienter ist die Verdampfung von Dronabinol in E-Zigaretten oder Verdampfern. Das so konsumierte THC-Extrakt wird praktisch zur Gänze vom Körper aufgenommen und bringt in vielen Fällen rasche Schmerzlinderung.

DronabinolVapo - 1Mittlerweile gibt es am Markt unzählige Verdampfer, deren Flüssigkeits-Container wiederbefüllt werden können. Doch Vorsicht: Reiner Alkohol ist dünnflüssiger als die meistens auf Glycerin basierenden Vapes, die es in unzähligen Geschmacksrichtungen mit oder ohne Nikotin gibt.

Damit das oben eingefüllte Dronabinol nicht gleich wieder unten durch die Dichtungen heraustropft, empfiehlt es sich, dem Extrakt mindestens 20 Prozent Glycerin – z.B. mit einer Cannabidiol-Vape-Flüssigkeit – beizumengen, damit das Konzentrat dickflüssig genug wird.

Mit so einer selbstgemachten Mischung verwertet der Körper verdampftes THC nahezu komplett, wodurch Dronabinol-Patienten mit ihren Fläschchen aus der Apotheke oft doppelt so lange auskommen als bei oraler Konsumation. Zugleich mildert die genannte Mischung mit CBD-Liquids auch die von vielen Patienten vor allem untertags als störend empfundene psychoaktive Wirkung des THC deutlich ab, sodass man uneingeschränkt allen Tätigkeiten schmerzfrei nachgehen kann.