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Empörung über Cannabisblüten-Bericht des Gesundheitsministeriums

Wien, 20. März 2019 – Während bei der gleichzeitig stattfindenden Drogenkonferenz der Vereinten Nationen (UN) in Wien die Abstimmung über die Reklassifizierung von Cannabis für März 2020 angesetzt wurde, sträubt sich das österreichische Gesundheitsministerium gegen die von den Oppositionsparteien geforderte Liberalisierung von Cannabis in der Medizin. Demzufolge soll alles beim Alten bleiben und die in vielen Ländern schon lange erhältlichen Cannabisblüten sollen in Österreich weiterhin als Heilmittel verboten bleiben.

Ein elfseitiger Bericht zu einem Entschliessungsantrag aller Parteien von Gesundheitsministerin Beate Hartinger-Klein bzw. der von ihr beauftragten Institutionen wiederholt überkommene Mythen und widerspricht sich teilweise selbst. So heisst es mal, dass es keine gesicherten Erkenntnisse über den Einsatz von Cannabisblüten gibt, während dann wieder klinische Indikationen angeführt werden, wo natürliches Cannabis sehr gut wirkt.

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Cannabis-Befürworter aus allen Lagern kritisieren, dass der Bericht lediglich die ideologische Sichtweise der Regierung, die insgesamt für eine repressivere Drogenpolitik ist, wiedergibt. Von der Liste Jetzt sieht Daniela Holzinger-Vogtenhuber „Wissenschaftschauvinismus“. Es fehle an „jeglicher wissenschaftlicher Grundlage. Auf elf Seiten wird die Linie der FPÖ und von Ministerin Beate Hartinger-Klein festgeschrieben.“

In dem Papier wird unter anderem eine unzureichende Datenlage bemängelt. Holzinger-Vogtenhuber: „Wir haben Evidenzen aus der ganzen Welt, dass Cannabis als Naturprodukt in der Medizin gute Ergebnisse liefert.“

Dem pflichten auch zwei Ärzte bei, die die Liste Jetzt zur Unterstützung geladen hat. Kurt Blaas  zählte in einer Presskonferenz internationale Studien auf und wies daraufhin, dass sich Cannabis-PatientInnen jetzt am Schwarzmarkt versorgen müssten, weil es in der Apotheke nur das Monosubstanz-Präparat Dronabinol (zu einem Vielfachen der Schwarzmarktpreise) gibt.

Doch dann kämen die Patienten mit folgenden Argumenten: „Wir verwenden die Blüte. Sie wirkt allumfassender, sie wirkt stärker. Die Patienten müssen sich die Blüten auf dem Schwarzmarkt besorgen, über Stecklinge irgendwoher“ oder über Auslandskontakte. „Wir brauchen für die Patienten eine legale Lösung“, sagte der Arzt.

Gynäkologin Iris Pleyer, die vor allem Cannabidiol (CBD) verschreibt, stimmt zu:„Es ist kein Allheilmittel, es ist in der Hand des Arztes ein wunderbares Mittel. Cannabis wurde in Kanada zugelassen. Es gibt Tausende Studien zu CBD und THC. Wir brauchen nur über die Grenze zu schauen“, sagte die Gynäkologin.

In einer Sitzung des Gesundheitsausschusses am 19. März lagen die verhärteten Fronten offen.

Die Liste JETZT stellte am Ende der Sitzung ein Verlangen auf „Nicht-Enderledigung“. Sie will auch einen gemeinschaftlichen Antrag mit SPÖ und NEOS für die Erstellung eines zweiten Expertenberichts zur Causa der medizinischen Verwendung von Cannabinoiden aus natürlichen Quellen bzw. von Cannabisblüten erreichen. Hier sollen laut den Intentionen alle Oppositionsparteien kooperieren. Der Auftrag dafür soll an eine „unabhängige“ Institution gehen.

Leerlauf in der Cannabis-Politik

Weitere kritische Stimmen sind in der Parlamentskorrespondenz vermerkt. Maurice Androsch (SPÖ) zeigte sich ebenso enttäuscht von dem Bericht. Man hätte die Erfahrungsberichte von SchmerzpatientInnen einfließen lassen und Stellungnahmen veröffentlichen sollen. Ein wesentlicher Punkt fehle in dem Bericht außerdem zur Gänze – nämlich die Abschätzung der zukünftigen Rahmenbedingungen, vor allem in Hinblick auf die internationalen Entwicklungen in Bezug auf die Liberalisierung von Cannabis. Österreich ist derzeit weltweit das einzige Land, das in der Cannabis-Politik den Leerlauf eingelegt hat.

SPÖ-Fraktionskollegen Markus Vogl und Philip Kucher forderten dazu auf, die bestehenden Regelungen in anderen Ländern zu evaluieren, um das Thema von mehreren Seiten zu betrachten sowie zusätzliche Forschungen durchzuführen. Mit dem in dieser Form vorgelegten Bericht habe die Bundesministerin „ihren Job nicht gemacht“ und die parlamentarische Arbeit nicht ernstgenommen.

Widersprüchlich ist auch der Fakt, dass in dem Bericht Blüten als teuerste Form der Therapie bezeichnet werden, obwohl das Ministerium dazu keine Daten haben will. Dies macht keinen Sinn: Die staatseigene AGES, kontrolliert vom Gesundheitsministerium,  züchtet seit über einem Jahrzehnt hochpotente Cannabisblüten und verkauft diese zu einem kolportierten Kilopreis von rund 1.800 Euro an den Pharmakonzern Bionorica, der daraus das THC-Extrakt ‚Dronabinol‘ produziert, das wieder nach Österreich importiert und hier zum etwa 100-fachen des Cannabis-Verkaufpreises in Apotheken gegen Rezept abgegeben wird.

Aberwitzige Standards gefordert

Auch Chemiker und Toxikologe Rainer Schmid, der von der SPÖ als Experte geladen wurde, übt Kritik, sagte er der Tageszeitung Der Standard: „Der Oberste Sanitätsrat sprach sich in seiner Stellungnahme an Hartinger-Klein dafür aus, nur zugelassene synthetische Medikamente zu erlauben. Fakt ist aber, dass in den letzten zehn Jahren weiterhin viele andere, neue Medikamente ohne umfangreiche Zulassungsstudien erfolgreich auf den Markt kamen. Primär aus ethischen Gründen, um sie nicht Patienten vorenthalten zu müssen. Aber bei Cannabinoiden soll das jetzt nicht möglich sein. Hier werden plötzlich Standards gefordert, die aberwitzig sind.“

Aufgrund des entsprechend unterstützen Verlangens von Holzinger-Vogtenhuber auf „Nicht-Enderledigung“ wird der Bericht betreffend Liberalisierung von Cannabis zu medizinischen Zwecken auf der Tagesordnung der nächsten Plenartage stehen.

Auf internationaler Ebene hat sich die Weltgesundheitsorganisation WHO im vergangenen Jänner in einem Bericht für die Reklassifizierung von Cannabis ausgesprochen.

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Spielraum für den Einsatz von natürlichem Cannabis gibt es genug. Bereits seit 1984 anerkennt die WHO ‚herbal medicines‘, also Heilmittel pflanzlicher Natur.

Marijuana.com kritisiert falsche Zahlen des Ministeriums

In einem Artikel auf Marijuana.com rechnet Autor Micha Knodt vor, dass das Gesundheitsministerium mit falschen, aus Deutschland übernommenen Zahlen zu den Kosten von Cannabispräparaten und Blüten argumentiert:

Anscheinend versucht das FPÖ-geführte Gesundheitsministerium mit der gleichen Verdrehung von Tatsachen wie einige Verbände in Deutschland, die ungeliebte, natürliche Form der Cannabis-Medizin außen vor zu halten. Denn Cannabisblüten aus der Apotheke sind trotz des horrenden Preises von knapp 24 Euro pro Gramm immer noch um Längen billiger als die von Österreichs Regierung favorisierten Extrakte. Entscheidend hierfür ist der Preis für den Hauptwirkstoff THC. Errechnet man diesen für 1000mg THC ganz genau, dreht sich die ganze Sache plötzlich zu Ungunsten der Fertigpräparate.

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  • Eine Packung Dronabinol mit insgesamt 500 mg THC kostet als Rezepturarzneimittel etwa 440 €. Der Preis setzt sich jeweils zur Hälfte aus der Gebühr für die Herstellung durch den Apotheker und dem Rohstoffpreis zusammen. 1000 mg THC kosten hier also 880 Euro.
  • Das Cannabisblüten-Vollextrakt THC10:CBD10 des kanadischen Produzenten Tilray enthält 250 mg THC und kostet 304,59 Euro. Somit schlagen 1000mg THC hier mit 1218,68 Euro zu Buche.
  • Das Cannabisblüten-Vollextrakt THC 25 des kanadischen Produzenten Tilray enthält 625 mg THC und kostet in Deutschland 410,55 Euro. Also kosten 1000 mg des Hauptwirkstoffs THC 656,85 Euro.
  • 10 Gramm Cannabis Flos der Sorte Peace Naturlals 20/1 kosten 239,00 Euro und enthalten 2000mg THC. Somit kosten 1000mg THC als Cannabisblüte, selbst bei dem derzeit hohen Grammpreis von fast 24 Euro, aktuell 119,50 Euro. In den niederländischen Apotheken, kostet das selbe pflanzliches Cannabis der Firma Bedrocan, das es in Deutschland für 23,90 pro Gramm gibt, in der Apotheke sieben Euro. Das liegt daran, dass die Aufschläge der Zwischenhändler und Apotheken dort geringer als in Deutschland sind. Bei einer wie in den Niederlanden gestalteten Preispolitik könnten 1000mg THC auch hier, genau wie in den Niederlanden, nur 31,82 Euro kosten.
  • Sativex-Spray hat eine Zulassung als Fertigpräprat und kostet pro Set 333 €. Das enthält 3 Flaschen mit 90 Sprühstößen a 2,7 mg THC. Das sind insgesamt 729 mg THC und ergibt einen Preis von 450,68 Euro für 1000 mg Wirkstoff. Sativex enthält neben THC auch CBD und ist für therapieresistente Spastiken bei MS zugelassen.

Die pflanzliche Variante ist bei einem Preis von 119,50 Euro pro 1000mg im Vergleich zu den Extrakten, wo dieselbe Wirkstoffmenge zwischen 450 und 1218 Euro kostet, demnach weitaus billiger als alle angebotenen Extrakte.

AVISO: Kundgebung für Cannabis in der Medizin am 19. März in Wien

Wien, 18. März 2019 – Die Allianz gegen Ignoranz und der Verbraucherschutzverein haben für Dienstag, den 19. März zu einer Kundgebung vor der öffentlichen Sitzung des Gesundheitsausschusses im Parlament aufgerufen.

Allianz-Gründer Peter Kolba ersucht alle Cannabis-PatientInnen zur Teilnahme an der Kundgebung in 1010 Wien, Josefsplatz, um 10 Uhr. Laut Kolba ist der Expertenbericht des Gesundheitsministeriums einseitig und unausgewogen. Die Sozialministerin hat nur Stellungnahmen von Seiten eingeholt, die von der derzeitigen Gesetzeslage profitieren. Betroffene werden weiterhin ignoriert.

Danach wird Gesundheitsministerin Beate Hartinger-Klein ab 11 Uhr einen Bericht vorlegen, der sich gegen Cannabisblüten als Medizin ausspricht und das landwirtschaftliche Urprodukt kurioserweise als teuerste Form der Cannabis-Medizin bezeichnet. Der Verbraucherschutzverein lädt SchmerzpatientInnen zu der öffentlichen Sitzung ein, aus erster Hand zu erfahren, was der Bericht aussagt und wie die Parlamentsparteien darauf reagieren.

In Österreich sind bisher nur drei Cannabis-Medikamente zugelassen, deren Kosten jedoch rund das Zehnfache des Schwarzmarktpreises für natürliches Cannabis betragen und in vielen Fällen nicht von den Krankenkassen übernommen werden.

WHO empfiehlt leichteren Zugang zu Cannabis

Wien, 1. Februar 2019 – Die Weltgesundheitsorganisation WHO empfiehlt den Mitgliedsländern der Vereinten Nationen einen leichteren Zugang zu Cannabis als Medizin durch eine Reklassifizierung von Cannabis aus der Kategorie 4 in die Kategorie 1, geht aus einem dem Fachmedium mjbizdaily.com vorliegenden Schreiben der WHO hervor.
„Eine derartige Einstufung von Cannabis und Cannabisprodukten würde natürliche Cannabisprodukte leichter verschreibbar machen. Medizinalhanf ist bereits in rund 40 Ländern legal“, kommentierte Hanf-Institutsvorstand Toni Straka die Empfehlung der WHO.
Dem Bericht zufolge wird die Löschung von Cannabis aus der Kategorie 4 empfohlen. Auch der Wirkstoff Tetrahydrocannabinol (THC) – bisher in der Kategorie 3 – soll in die Kategoerie 1 verschoben werden, womit offiziell anerkannt würde, dass Hanf nicht abhängig macht.
Ursprünglich hätte Cannabis schon bei der letzten UN-Drogenkonferenz im vergangenen Dezember neu eingestuft werden sollen. Dieses Vorhaben wurde aber in letzte Minute aus undurchsichtigen Gründen von der Tagesordnung gestrichen und auf März 2019 verschoben.
Mit dem nun vorliegenden Schreiben ist aber nicht mehr mit einer Neueinstufung im laufenden Jahr zu rechnen, da die Mitgliedsländer berechtigt sind, ihre Bedenken in die Diskussion einfliessen zu lassen. „Somit wird es wohl ein weiteres Jahr dauern, bis der grosse Irrtum bei der Einstufung von Cannabis dann endlich nach 59 Jahren ein Ende findet“, sagte Straka.

CBD-Produkte unbedenklich

Die WHO bekräftigte in dem Schreiben, dass Cannabidiol (CBD) und Präparate daraus keinerlei Kontrolle unterliegen, nachdem CBD im Juni als unbedenklich eingestuft wurde. „Reines CBD und Produkte daraus mit weniger als 0,2% THC-Gehalt werden in keiner Weise in die Drogenkonventionen aufgenommen“, hiess es.
Die Intentionen der WHO widersprechen damit komplett dem Kurs der österreichischen Cannabis-Politik, die mit jüngsten Erlässen zum Verkauf von CBD-Produkten der boomenden Branche einen Prügel in den Weg legte.

Hier das Papier der WHO als PDF19-01-24_unsg-letter-ecdd41-recommendations-cannabis

Neos stellen parlamentarische Anfrage zum CBD-Verkaufsverbot

Wien, 24. Jänner 2018 – Die Neos haben im Parlament folgende Anfrage zum angekündigten Verkaufsverbot von CBD-Produkten in Österreich gestellt. Sie sehen darin nur eine Attacke auf die heimische Hanfbranche, da Konsumenten die Produkte weiterhin problemlos im Ausland erwerben können. Sie orten daher eine massive Schädigung der heimischen Wirtschaft.

Hier die Anfrage von Neos-Abgeordnetem Gerald Loacker im Wortlaut:

Anfrage

der Abgeordneten Gerald Loacker, Kolleginnen und Kollegen
an die Bundesministerin für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Konsumenten­schutz
betreffend Folgeanfrage CBD-Erlass.

Im Erlass des BMASGK zu GZ BMASGK-75100/0020-IXIB/16a/2018 („CBO-Verbot“) trifft das Ministerium im Wesentlichen die Unterscheidung von betroffenen Produkten in drei Kategorien

1. Arzneimittel (Abs. 3)
2. Cannabinoid-haltige Extrakte als solche oder in Lebensmitteln (Abs.
3. Cannabis und daraus hergestellte Extrakte in kosmetischen Mitteln (Abs 5.)

Hinsichtlich der 1. Gruppe wird auf die Zuständigkeit des Landeshauptmannes ver­wiesen.
Hinsichtlich der 2. Gruppe wird eine Zuordnung zu neuartigen Lebensmitteln iSd
Verordnung (EU) 2015/2283 („Novel food Verordnung“) postuliert und ein Verbot des
Inverkehrbringens abgeleitet.

Dadurch, dass für solche Produkte in anderen EU-Mitgliedsstaaten kein solches Verbot gilt, können die Konsumenten auf grenznahe Verkaufsstellen beispielsweise in Lindau, Freilassing oder Passau ausweichen. Sie können aber auch die von ihnen nachgefragten CBO-Produkte im Internet bei online-Shops mit Sitz in solchen EU-­Mitgliedsstaaten bestellen. Beide Vorgänge sind vom BMASGK nicht zu kontrollie­ren. Es ist damit evident, dass der Erlass dem vorgeblichen Ziel, den Vertrieb von CBD-Produkten auf Arzneimittelhandel durch Apotheken einzuschränken, nicht ein­mal theoretisch wirksam dienen kann. Was jedenfalls eintritt, ist eine massive Schä­digung der österreichischen Marktteilnehmer auf der Angebotsseite gegenüber
deren Mitbewerbern in anderen EU-Mitgliedsstaaten.

Produkte aus Cannabis sativa Pflanzenarten, die einen natürlichen CBO-Gehalt auf­weisen Uedenfalls wohl bis rund 3%) sind allerdings – und damit fängt der juristische Pfusch bereits an – nicht neuartig, weil diese Produkte schon vor 1997 in der EU in Verkehr waren. Insofern ist der Erlass inhaltlich fehlerhaft.

Der Novel food catalogue der Europäischen Kommission führt für Cannabis (Hanf) aus: „Without prejudice to other legal requirements concerning the consumption of hemp (Cannabis sativa) and hemp products EC No. 258/97 is not applicable to most foods and food ingredients from this plant. ( . ) Most varieties contain cannabinol and cannabinol. See also Cannabidiol.“
Die Europäische Kommission geht also davon aus, dass Cannabis sativa kein neuar­tiges Lebensmittel ist. O.h. es müssen der Europäischen Kommission Informationen vorliegen, die beweisen, dass diese Zutat bereits vor dem 15. Mai 1997 in nennens­wertem Umfang in der EU als Lebensmittel verwendet wurde und deshalb nicht unterdie Novel-Food-Verordnung fällt.

Laut dem Novel food catalogue der Kommission (http://ec.europa.eu/food/safety/novel food/catalogue/search/public/index.cfm) ist eine Sicherheitsbewertung von Produkten, die CBD (Cannabidiol) enthalten, nach folgender Definition erforderlich: „Extracts of Canabis sativa L in which cannabidiol (CBD) levels are higher than the CBD levels in the source Canabis sativa L are novel  in food. Cannabidiol (CBD) is one of the cannabinoids in Cannabis sativa plant. In the European Union, the cultivation of Cannabis sativa L. varieties is granted provided they are registered in the EU’s ‚Common Catalogue of Varieties of Agricultural Plant Species‘ and the tetrahydrocannabinol (THC) content does not exceed 0.2 % of the plant. “

Also ausschließlich dann, wenn der CBD-Gehalt im Extrakt höher ist als in der Pfian­ze, kann nach den Regeln der Europäischen Union überhaupt novel food vorliegen. Dem widerspricht der gegenständliche Erlass in seiner generellen Weise, in der er unabhängig vom CBD-Gehalt alle Produkte gleich behandelt und dem Verbot unter­wirft.

Andere EU-Mitgliedsländer

In der sogenannten BELFRIT-Liste haben die Länder Belgien, Frankreich, Italien sich auf eine Positivliste von zulässigen Zutaten von Nahrungsergänzungsmitteln ver­ ständigt. Auch hier findet sich die Zutat Cannabis sativa ohne Einschränkungen. So­mit bestätigen bereits drei Mitgliedsstaaten die Verkehrsfähigkeit der Zutat ohne Ein­schränkung im Hinblick auf eine Höchstmengenbegrenzung oder einen Höchstgehalt an darin enthaltenen Cannabidiolen.
Da es sich um die zulässige Verwendung in Nahrungsergänzungsmitteln handelt, folgt hieraus auch, dass gerade die Verwendung in Extrakten hiervon umfasst ist.

In einer Stoffliste des Deutschen Bundesamtes tür Verbraucherschutz und Lebens­mittelsicherheit (BVL) findet sich für Cannabis sativa, Hanfsamen, der Eintrag „Le­bensmittel“. Eine Einstufung als Novel Food erfolgt dagegen nicht. Ferner heißt es dort: “ Eine Verarbeitung in der Lebensmittel-Herstellung sowie der Vertrieb von Er­zeugnissen, die unter Verwendung von Cannabis-Samen hergestellt wurden, sind somit aus betäubungsmittelrechtficher Sicht zulässig.“ Der Vertrieb als Nahrungser­gänzungsmittel setzt nach deutscher NemV voraus, dass es sich um ein Konzentrat von Nährstoffen oder sonstigen Stoffen mit ernährungsspezifischer oder physiologi­scher Wirkung handelt und es in dosierter Form, insbesondere in Form von Kapseln, Pastillen, Tabletten, Pillen und anderen ähnlichen Darreichungsformen, Pulverbeu­tein, Flüssigampullen, Flaschen mit Tropfeinsätzen und ähnlichen Darreichungsfor­men in abgemessenen kleinen Mengen in den Verkehr gebracht wird. Die Verwen­dung eines Extraktes ist somit gerade die klassische Zweckbestimmung eines Nah­rungsergänzungsmittels.

Aus den Positivlisten der genannten Länder ergibt sich, dass die zuständigen Ge­sundheitsbehörden dieser europäischen Mitgliedsstaaten eine wissenschaftliche Be­werbung der gesundheitlichen Unbedenklichkeit vorgenommen haben. Findet sich der entsprechende Stoff somit in einer Positivliste eines europäischen Mitglieds­staats, bestätigt sich die erfahrungsgemäße Unbedenklichkeit im Sinne des Art. 1 Abs. 2 e) VO 258/97/EG.

Im Ergebnis ist daher festzustellen, dass es somit ausreichenden Nachweis dafür gibt, dass Cannabis sativa-Extrakte bereits in nennenswertem Umfang vor dem 15. Mai 1997 als Lebensmittel in der EU verwendet wurden. Ebenfalls liegen ausrei­chende Nachweise dafür vor, dass diese Zutaten erfahrungsgemäß unbedenklich sind.

Im Lichte dessen, dass der Verordnungsgeber den freien Verkehr mit Lebensmitteln
nicht behindern und stattdessen gleiche Wettbewerbsbedingungen gewährleisten
will, dürfen an den Begriff „in nennenswertem Umfang“ quantitativ nicht zu hohe An­forderungen gestellt werden.

Grundsätzlich ist wohl die Behörde dafür beweispflichtig, dass das Produkt die Tat­bestandsvoraussetzungen eines neuartigen Lebensmittels erfüllt. Es können dabei
nur solche Bedenken relevant sein, die an konkrete Anhaltspunkte anknüpfen. Der Ausspruch eines Vertriebsverbotes greift nicht nur in das Grundrecht auf Erwerbs­freiheit (Art 6 StGG) ein. Es beschränkt auch den freien Warenverkehr innerhalb der Europäischen Union, wobei die Frage offen bleibt, wie das Ministerium innergemein­schaftlichen Warenverkehr zu unterbinden gedenkt, um dem selbst ausgesproche­nen Verbot zum Durchbruch zu verhelfen. Bei Eingriffen in Grundrechte ist besonde­re Sorgfalt und Zurückhaltung an den Tag zu legen, was der gegenständliche Erlass allerdings missen lässt.

Hinsichtlich der 3. Gruppe werden über CBO hinaus ganz generell alle aus Cannabis hergestellten Extrakte in kosmetischen Mitteln erfasst. Unter Bezugnahme auf Art. 14 Abs 1 lit. A in Verbindung mit Anhang 2 Nr. 306 der Verordnung (EG) Nr. 1223/2009 („Kosmetikverordnung“) werden diese Extrakte von der Erlassautorin schlicht zu den „natürlichen und synthetischen Betäubungsmitteln“ gezählt. Das sei jeder Stoff, der „in den Tabellen I und 11 des UN-Einheitsübereinkommens über Suchtmittel (ESK 1961) aufgezählt‘ sei. Ein Inverkehrbringen sei daher nicht zulässig, wird geschlos­sen.

Der Erlass geht also davon aus, dass sämtliche Extrakte aus Cannabis einem Verbot unterlägen, weil es ein Verbot zur Verwendung von Betäubungsmitteln gibt. Nicht berücksichtigt wird die wissenschaftlich unstrittige Tatsache, dass es sich bei CSO um eine Substanz handelt, die eben nicht psychoaktiv ist, also keinerlei berau­schende oder betäubende Wirkung hat. Nicht berücksichtigt wird ebenfalls, dass Art 1 Abs 1 b des Einheitsübereinkommens sich auf die „Blüten- und Fruchtstände von Hanfkrautpflanzen bezieht, die üblicherweise zur Erzeugung von Rauschmitteln ver­wendet werden. Ausdrücklich ausgenommen sind Produkte aus den Samen dieser Pflanzen und die nicht mit solchen Ständen vermengten Blätter.

Die unterfertigenden Abgeordneten stellen daher folgende Anfrage:
1. War die Sektion V in die Ausarbeitung dieses Erlasses mit einbezogen?
a. Wenn ja, in welcher Form, in welchem Ausmaß und in welchem Stadium der Erarbeitung des Erlasses?
b. Wenn nein, welche Sektion, Abteilung, Gruppe hat die europarelevanten
Aspekte des Erlasses inhaltlich erarbeitet und geprüft?

2. Welche Konsequenzen hat der Erlass für Konsumenten, die jene Produkte, die nunmehr in Österreich einem Verkaufsverbot unterliegen, stattdessen in Lindau, Freilassing oder Passau einkaufen?

3. Welche Konsequenzen hat der Erlass für Konsumenten, die jene Produkte, die nunmehr in Österreich einem Verkaufsverbot unterliegen, stattdessen online in jenen EU-Mitgliedsstaaten erwerben, in denen kein analoges Verbot existiert?

4. Welche Möglichkeiten haben die österreichischen Behörden, das von Ihnen per Erlass verhängte Verbot auch für den Onlinehandel durchzusetzen?

5. Wie stellen Sie sicher, dass für angebotsseitige Marktteilnehmer, also Hersteller und Verkäufer von CBD-Produkten, mit Sitz in Österreich dieselben Regeln gelten und die gleich guten Marktchancen bestehen wie für angebotsseitige Marktteil­nehmer mit Sitz in einem anderen EU-Mitgliedsstaat?

Ad Gruppe 2:

1. Gehen Sie davon aus, dass Cannabis sativa Pfanzenarten generell als novel food zu qualifizieren sind?

a. Wenn ja, auf Basis welcher Daten nehmen Sie das erste Auftreten an?

2. Gehen Sie davon aus, dass CBD-Extrakte aus Cannabis sativa Pfanzenarten unabhängig von ihrem CBD-Gehalt als novel food zu qualifizieren sind?

a. Wenn ja, auf Basis welcher Daten nehmen Sie das erste Auftreten dieses „neuartigen“ Produkts an?

3. Wie bringen Sie rechtlich das vom Erlass ausgesprochene generelle Verbot des Inverkehrsbringens von CBD-Extrakten mit dem Novel food catalogue der EU­-Kommission in Einklang, wonach Neuartigkeit nur vorliegt, wenn der CBD-Gehalt im Extrakt den natürlichen Gehalt übersteigt?

4. Wie beurteilen Sie die Rechtslage in anderen EU-Mitgliedsstaaten?

5. Wie stellen Sie sicher, dass der gegenständliche Erlass mit dem freien Waren­verkehr innerhalb der EU kompatibel ist?

Ad Gruppe 3:

1. Auf welche wissenschaftliche Evidenz stütz1 das BMASGK die Annahme, dass es sich beim Wirkstoff Cannabidiol um ein natürliches oder synthetisches „Betäu­bungsmittel“ iSd Verordnung (EG) Nr. 1223/2009 handle?

2. Auf welche rechtliche Argumentation stütz1 das BMASGK die Annahme, dass es sich beim Wirkstoff Cannabidiol um ein natürliches oder synthetisches „Betäu­bungsmittel“ iSd UN-Einheitsübereinkommens über Betäubungsmitteln handle?

3. Auf welche wissenschaftliche Evidenz stütz1 das BMASGK die Annahme, dass es sich beim Wirkstoff Cannabidiol um ein natürliches oder synthetisches „Betäu­bungsmittel“ iSd UN-Einheitsübereinkommens über Betäubungsmitteln handle?

4. Sieht das BMASGK im genannten UN-Übereinkommen eine Ausnahme für Pro­dukte aus Samen und Blättern der Hanfkrautpflanze?

a. Wenn nein, wie interpretieren Sie den Übereinkommenstextteil „Der Aus­druck („Cannabis“ bezeichnet die Blüten- oder Fruchtstände der Hanf­krautpflanze (ausgenommen die Samen und die nicht mit solchen Ständen vermengten Blätter), denen das Harz nicht entzogen worden ist, gleichgül­tig, wofür sie verwendet werden“

b. Wenn ja, gilt diese Ausnahme auch für die vom gegenständlichen Erlass erfassten Produkte?

Basteln an Österreichs neuen Cannabis-Regelungen: Der Patient muss im Mittelpunkt der Reform stehen

Wien, 20. November 2018 – Auf hohem Niveau verbleibende Cannabis-Strafanzeigen im laufenden Jahr und eine erstmals schärfere Vorgangsweise der Exekutive bei der Hanffachmesse Cultiva lassen in Österreich nichts Gutes für die von der Regierung angekündigte Reform des Suchtmittelgesetzes (SMG) erahnen.

Doch ob die Regierung bei dieser Reform angesichts des zu erwartenden Schwenks der Weltgesundheitsorganisation WHO in punkto Cannabis überhaupt noch einen Rückschritt machen kann, ist fraglich.

Die noch ausstehende angekündigte Review der WHO lässt das Hanf-Institut eine weitere Aufweichung, aber wohl noch keine Empfehlung zur Legalisierung von Cannabis erwarten. Immerhin gab die Organisation, die jahrzehntelang für die Verfolgung von Cannabis-Konsumenten verantwortlich war, 2017 zu, dass die Prohibition Millionen Menschen als Kriminelle diskriminierte.

Eine erste Pre-Review von Cannabis im vergangenen Juli ebnete zumindest für das schmerzstillende und Muskel entspannende Cannabinoid Cannabidiol (CBD) den Weg. CBD wird seither als unbedenklich angesehen, womit weitere Erleichterungen im Umgang damit abzusehen sind.

Während die Liste der Staaten, die Cannabis entkriminalisiert oder legalisiert, mittlerweile fast wöchentlich länger wird – jüngste Beispiele sind Mexiko, Norwegen und Thailand – ist noch offen, welchen Bericht die rechtskonservative Gesundheitsministerin Beate Klein-Hartinger zur Frage des Verkaufs von Cannabisblüten in den Apotheken vorlegen wird.

Bisher hatte sich das Gesundheitsministerium Augen und Ohren vor allen neuen und alten Erkenntnissen zu Cannabis als Heilpflanze zugehalten, obwohl mittlerweile über 18.000 positive Studien Beweis für die Heilkraft von Hanf sind.

Nachdem mittlerweile immer mehr Branchen von den Apothekern bis zu den Trafikanten im Geschäft mit dem Hanf mitmischen wollen, sollte die Reform der österreichischen Cannabis-Regelungen aber primär auf die Bedürfnisse der PatientInnen und KonsumentInnen abgestimmt werden.

Deutsches Modell ist realitätsfern

Im Grund liegt Gefahr im Verzug vor, wenn kranken Menschen ein natürliches und nebenwirkungsarmes Heilmittel wider besseren wissenschaftlichen Wissens vorenthalten wird.

Doch welchen Weg sollte Österreich gehen?

Anhaltende Probleme bei der PatientInnen-Versorgung mit Cannabisblütenin Deutschland und rund dreimal so hohe Preise wie am Schwarzmarkt zeigen, dass das deutsche Cannabis-Gesetz sicher nicht das optimale Modell ist. In Deutschland kostet ein Gramm aus der Apotheke bis zu 25 Euro.

Aussserdem nimmt das Gesetz keine Rücksicht auf die für PatientInnen unverzichtbaren Cannabis-Konzentrate.

In den zuständigen Amtsstuben der Republik dürfte an einem Modell gearbeitet werden, in dem THC-hältige Blüten über Apotheken abgegeben werden sollen. Bei CBD-Produkten ist einerseits der Verkauf von Blüten in Trafiken zu erwarten. Andererseits bleibt die Hoffnung, dass CBD als ‚Novel Food‘ eingestuft wird und damit künftig dem Lebensmittelgesetz unterliegt.

Pflanze, nicht Chemikalie

Das Hanf-Institut verweist weiterhin auf den wichtigsten Punkt, der im Mittelpunkt der Reformen stehen sollte: Cannabis ist eine von 28.000 natürlichen Heilpflanzen und sollte dementsprechend reguliert werden. Eine Überregulierung wie in Kalifornien führte nur dazu, dass der preisgünstigere Schwarzmarkt mit all seinen Qualitätsproblemen, unverändert weiter floriert. Ein österreichisches Modell muss auch den Eigenanbau, der in diesem Land zur EU-weit besten durchschnittlichen Qualität geführt hat, berücksichtigen. Denn immer noch wird das Gemüse aus dem eigenen Garten am besten gehegt und gepflegt.

Österreich bastelt neue Cannabis-Regelungen – Solo-Rückschritt wird kaum möglich sein

Wien, 14. September 2018 – Die österreichische Regierung schreckte bald nach ihrer Konstituierung mit der Ankündigung eines Verkaufsverbots für Hanfsamen und Stecklinge auf. Damit wäre Österreich das einzige Land weltweit, in dem bei der Cannabis-Liberalisierung der Rückwärtsgang eingelegt wird. Wir beleuchten, ob und wie so ein Rückschritt überhaupt möglich ist und welche Alternativen es gibt.

Historisch hat Medical Cannabis eine lange Tradition in Österreich. Schon Kaiserin Maria Theresias Leibarzt Gerard van Swieten verschrieb der 16-fachen Mutter eine Cannabis-Tinktur für Schmerzen „und allgemeine Leiden aller Art“. Vor rund 100 Jahren gab es in Österreich Zigaretten mit Haschisch zu kaufen, die damals türkische Zigarette genannt wurden. In der Monarchie war Österreich-Ungarn nach Russland der zweitgrösste Produzent von Nutzhanf im Gebiet des früheren Siebenbürgen.

Erst 1958 wurde die Cannabis-Produktion und die Nutzung der Pflanze generell gesetzlich untersagt.

Diese Phase, in der leider auch viel Wissen über die wohl vielfältigst verwendbare Pflanze überhaupt verloren ging, endete erst 1995 mit dem EU-Beitritt Österreichs. Ab diesem Zeitpunkt war der Anbau von Nutzhanf aufgrund der übergeordneten EU-Regelungen wieder legal.

Den Grund dafür lieferte die Besonderheit der Pflanze, dass sie erst in der Blüte beginnt, das psychoaktive Cannabinoid Tetrahydrocannabinol (THC) auszubilden – und nur dieser Wirkstoff bzw. seine Vorläufer THCA (THC-Säure) wurden illegalisiert, damit der Anbau von Nutzhanf – Cannabis ruderalis – wieder möglich wurde. Dies schuf die Grundlage für den Verkauf von zuerst Samen und dann auch Hanfstecklingen.

Schon bald eröffneten die ersten Hanfshops, die Samen und Gerätschaft zum Anbau verkauften. Da Samen kein THC enthalten und Pflanzenlampen für alle möglichen Pflanzen verwendbar sind, überstanden die Pioniere die damalige Verfolgung durch Justiz und Exekutive mit gerichtlichen Blessuren, konnten aber ihre Geschäfte fortsetzen und legten damit den Grundstein für den seither ungebrochenen Cannabis-Boom. Zurzeit wandern etwa 300.000 Stecklinge und wohl ebensoviele Hanfsamen pro Monat in Österreich über die Ladentheken, schätzt das Hanf-Institut.

Die grosse Erleichterung und damit ein Ende der behördlichen Verfolgung kam mit der Novelle des Suchtmittelgesetzes (SMG) 2008, mit dem vorherige Unsicherheiten bezüglich des Verkaufs von Stecklingen ausgeräumt wurden. Seither betont das SMG den Vorsatz der „Suchtmittelgewinnung“, die aber der aktuellen Rechtssprechung zufolge erst bei der Trennung der Blüten vom Stamm verwirklicht wird.

Seither boomt auch die Hanfbranche in Österreich. Aus einer Handvoll von Hanfshops entwickelte sich mittlerweile ein flächendeckendes Netz, das sich bis in kleine Dörfer erstreckt. Eine mittlerweilige dreistellige Zahl von Equipment- und Stecklingsfachgeschäften beschäftigt eine vierstellige Zahl von Mitarbeitern.

Vom Hippie-Kraut zur Heilpflanze

Die Wiederentdeckung von Hanf als Heilpflanze führte vor allem in den vergangenen drei Jahren zu einer deutlichen Veränderung der stark wachsenden Käuferschicht. Shop-Betreiber berichten unisono, dass sich ihre Kundschaft demografisch nicht mehr isolieren lässt und vom Anwalt über den Pensionisten bis zu Müttern reicht. Das einstige ‚Hippie-Kraut‘ wird zunehmend wegen seiner gesundheitlichen Aspekte nachgesucht.

Dazu trug auch die Entdeckung von Cannabidiol (CBD) bei. Diesem Cannabinoid werden noch mehr gesundheitlich vorteilhafte Wirkungen als THC zugeordnet. In Österreich tauchte CBD erstmals bei der Hanfmesse Cultiva in Form von CBD-Öl auf, das aufgrund eines THC-Gehalts von unter 0,3 Prozent legal ist.

CBD-Regulierung

CBD wurde im Rahmen der SMG-Novelle von der Vorgängerregierung am 1. November 2017 erstmals reguliert. Seither ist der Verkauf von CBD-dominanten Blüten und Produkten aus CBD so geregelt, dass sie als Aromatherapie erhältlich sind.

Dies führt derzeit zu einem Boom an Anbietern. Kaum eine Woche, in der nicht ein neuer, auf CBD- und andere Hanfprodukte spezialisiertes Geschäft aufsperrt.

Doch die aktuelle österreichische Regierung sorgte mit der Ankündigung eines neuerlichen Verkaufsverbots von Hanfsamen und Stecklingen für Aufruhr bei Konsumenten und Händlern.

Entgegen aller internationaler Trends – weltweit und vor allem in Europa liberalisieren mehrere Dutzend Staaten medizinisches Cannabis für PatientInnen, jüngste Beispiele sind Luxemburg, Malta und Norwegen – wäre dies ein Rückschritt, der nur zur Stärkung des Schwarzmarkts führen würde. In Österreich wären davon rund eine Million Menschen betroffen.

„Österreich hat mit der aktuellen Gesetzeslage den Schwarzmarkt mit all seinen Nachteilen wie Verunreinigungen et cetera erfolgreich eingedämmt. Statt vom unbekannten profitorientierten Dealer versorgt sich der überwiegende Teil der HanffreundInnen und PatientInnen bei einem Freund mit grünem Daumen. Damit ist wohl die effektivste Qualitätskontrolle garantiert“, kommentiert Hanf-Institutsvorstand Toni Straka den status quo.

Ein Blick in jene Länder, wo Cannabis als Heil- und zum Teil auch als Genussmittel legalisiert wurde, zeigt ausschliesslich Verbesserungen bei Kennzahlen wie etwa dem sinkenden Anteil jugendlicher Konsumenten, einem Rückgang der Drogenkriminalität, sprudelnden Steuereinnahmen und sinkendem Alkoholkonsum.

Wie geht es weiter?

Der einstimmige Beschluss des Parlaments, dass Gesundheitsministerin Beate Hartinger-Klein bis 1. Jänner 2019 die Zulassung von Cannabis in den Apotheken prüfen muss, lässt die Branche spekulieren, wie es weiter geht.

Harry Schubert, Gründer der Cultiva-Hanfmesse und des Bushdoctor, die am 12. Oktober bereits zum elften Mal ihre Pforten in der Pyramide Vösendorf öffnen wird, glaubt, dass es schwierig wird, bis Jänner einen umfassenden Bericht zusammenzustellen. „Das sind plakative Forderungen und der Nutzhanf wird sich aufgrund der EU-Regelungen nicht verbieten lassen“, sagte Schubert. Er glaubt, dass sich Österreich (am nicht funktionierenden) Modell Deutschlands orientieren wird.

Wie weit dies möglich ist, bleibt angesichts der mittlerweile unüberschaubaren Vielfalt von Cannabis-Sorten und den daraus herstellbaren Konsumationsformen offen. In Deutschland positionieren sich einstweilen die Pharma-Giganten für das Zukunftsbusiness Cannabis.

UN evaluiert Cannabis erstmals seit fast 60 Jahren

Die Gesundheitsministerin wird generell auf internationale Veränderungen Bedacht nehmen müssen. Die UN haben für November die erste Neubewertung von Cannabis angekündigt. Nachdem eine Evaluierung von CBD zu dem Resultat kam, dass dieses Cannabinoid ‚unbedenklich‘, bestehen berechtigte Hoffnungen, dass im November auch die Dämonisierung von Cannabis ein Ende haben könnte. Diese Einschätzung kann sich auf mittlerweile weit über 17.000 medizinische Studien zu Cannabis stützen, die samt und sonders positiv sind.

CBD als ‚Novel Food‘

Auch Schubert sieht Cannabis, eine von rund 28.000 Heilpflanzen, im SMG falsch angesiedelt. Er schätzt, dass sich hier im Rahmen der für 2019 geplanten grossen Strafrechtsreform etwas tun wird. Sollten sich die aktuellen Gerüchte bestätigen, plant Österreich zunächst die Einstufung von CBD als ‚Novel Food‘. Damit unterläge CBD dem Lebensmittelgesetz. Derzeit sind CBD-Blüten ausserdem als landwirtschaftliches Urprodukt kategorisiert, während CBD-Produkte ungeregelt sind.

Ähnliches erhoffen sich Aktivisten auf für THC und die Pflanze insgesamt. „Hanföl ist schon jetzt im Lebensmittelgesetz geregelt. Das sollte für die gesamte Pflanze gelten, die nachweislich bei richtiger Anwendung unschädlich ist“, sagte Straka und ergänzte, „dass doch niemand im Ernst etwas dagegen haben kann, wenn man sich die Gesundheit am Fensterbankl anbaut.“

Grösstes Wachtsumssegment in der Branche sind seit einiger Zeit Senioren, die sich über die Heilpflanze Cannabis informiert haben und diese als Alternative zu herkömmlichen medikamentösen Therapien einsetzen.

Bushdoctor-Boss Schubert erhofft sich eine pragmatische Lösung, die die Realität anerkennt, dass rund 50.000 ÖsterreicherInnen sich ihr Cannabis am liebsten selbst anbauen. Seine Erwartungen sind etwas tiefer gesteckt: „Ich erwarte, dass es einen Fortschritt bei Cannabis als Medizin geen wird und sonst alles beim Alten bleibt.

Pessimistischer ist ein anderer grosser Shop-Betreiber, der ungenannt bleiben möchte. „Ich befürchte, dass eine Lösung herauskommen wird, wo grosse Pharma-Firmen die heimischen Klein- und Mittelbetriebe aufkaufen oder verdrängen werden“, sagte der Hanfhändler, der nicht namentlich genannt werden will.

International bewegt das Gerangel um die besten Startplätze im Canna-Business Milliarden. Im August gab der US-Bierbrauer Corona bekannt, beim weltgrössten Hanfproduzenten Canopy Growth um vier Milliarden US Dollar einzusteigen, um Cannabis-Drinks zu produzieren.

In Österreich verschärfte die neue Regierung die Verfolgung von Cannabis-Vergehen, wobei sie allerdings nur wenige kommerzielle Hanfgärten aushob. Von rund 28.000 Cannabis-Anzeigen betrafen gerade einmal 133 Anlagen mit mehr als 50 Pflanzen.

„Die gesetzliche Verfolgung des einzigen opferlosen Verbrechens im österreichischen Strafrecht kostet den Staat nach unseren Schätzungen rund 430 Millionen Euro, denen gerade einmal beschlagnahmtes Cannabis im Wert von 20 Millionen Euro gegenübersteht“, kritisierte Straka die teure Prohibitionspolitik eines unschädlichen Heil- und Genussmittels.

Liegt es mittlerweile viele Jahre zurück, dass Hanfshops Besuch von der Polizei bekamen, sind nach den Informationen des Hanf-Instituts im laufenden Jahr zwei Geschäfte mit Behördenärger. Zumindest ein Fall lässt sich mit Übereile erklären. Daniel Sikler, Gründer von Grow Island in Wien-Leopoldstadt, erzählt von der Beschlagnahme von 50 Mutterpflanzen: „Ich war aber ein bisschen selbst schuld, weil wir unsere Erweiterung der Stecklingsproduktion an einem neuen Standort nicht entsprechend beschildert hatten.“ Mit dem Nachweis, dass die Pflanzen 18 Stunden täglich beleuchtet wurden, war er aber guter Dinge, dass dieses Verfahren eingestellt wird.

PatientInnen, die ihre Gesundheit mit Cannabis-Eigenanbau fördern, bleiben vorerst entspannt. „Ich baue Gras an, weil ich mir damit einige andere Medikamente und deren Nebenwirkungen erspare, sagte Bettina M. Die unter spastischen Anfällen leidende Frau entdeckte vor mehreren Jahren, welche Erleichterung ihr natürliches Cannabis verschaffen kann: „Damit sind meine Krämpfe binnen weniger Minuten verlässlich weg.“

Sie wünscht sich eine Regelung, die den Eigenanbau von Cannabis aus dem kriminellen Eck rückt. Aufgrund ihres schmalen Einkommens – wegen ihrer Erkrankung kann sie maximal Teilzeit arbeiten – wäre eine Abgabe von Cannabis über die Apotheken unleistbar, befürchtet sie. „Ich sehe das ja in Deutschland, wo das Gramm Cannabis aus der Apotheke zwischen 15 und 24 Euro kostet.“ Dem stehen Schwarzmarktpreise von acht bis zwölf Euro gegenüber. Bettina will daher nicht auf ihre Eigenproduktion für den Eigengebrauch verzichten. „Gesundheit darf doch nicht bestraft werden“, hofft sie auf lebensnahe Cannabis-Regelungen.

2. Cannabis Social March Wien am 22. September: „Gesundheit darf nicht bestraft werden“

Wien, 29. August – Angesichts der Pläne der Regierung zu Änderungen im Suchtmittelgesetz und bei Medical Cannabis ruft das Hanf-Institut zum 2. Cannabis Social March (CSM) in Wien am 22. September zu einer Kundgebung auf.


Unter dem Motto „Gesundheit darf nicht bestraft werden“ sammeln sich HanffreundInnen ab 12 Uhr am Schwedenplatzund spazieren anschliessend rund um den Ring mit Kundgebungen vor dem Gesundheitsministerium und dem Parlament.

Die Abschlusskundgebung im Sigmund-Freud-Park neben der Universität wird die Anliegen von rund einer Million ÖsterreicherInnen bis 22 Uhr mit einem Open Mic und Sound für alle Altersklassen friedlich ausklingen lassen.

Hier geht es zum Facebook-Link der Veranstaltung.

Wir freuen uns auf eine hoffentlich wie immer ohne jegliche Zwischenfälle ablaufende Kundgebung, wie sie in Wien seit über 10 Jahren Tradition ist.

Hier ein paar Eindrücke vom 1. Cannabis Social March im Jahr 2015:

Medical Cannabis wird in Österreich salonfähig

Wien, 10. August 2018 – Wir sind im Jahr 2018 – und plötzlich sind alle Befürchtungen über eine rückschrittliche Cannabis-Politik in Österreich wie weggeblasen. Was bisher noch undenkbar erschien, ist jetzt plötzlich offzielles Thema in allen Parteien. Ein einstimmiges Ersuchen an Gesundheitsministerin Beate Hartinger-Klein, die Zulassung des Vertriebs von Medizinalhanf-Blüten durch die Apotheken bis 1. Jänner 2019 zu prüfen, mag zwar nicht sofort einen Verkaufsstart ermöglichen, die in dieser Zeit stattfindenden internationalen Schritte lassen aber jetzt schon zumindest eine positive Ausrichtung dieses Berichts erwarten.

Neben länderspezifischen Liberalisierungsmassnahmen – so wird jetzt auch Portugal Medical Cannabis legalisieren – wird vor allem eine für Dezember 2018 angekündigte erstmalige Neu-Untersuchung von Cannabis nach mehr als 80 Jahren durch die Vereinten Nationen mit Spannung erwartet. Hier ist wohl die Empfehlung zu erwarten, dass die einzelnen Staaten den legalen Zugang zur Heilpflanze Hanf für PatientInnen ermöglichen sollen.

Diese positive Erwartung wird von über 17.000 medizinischen Studien zur Heilpflanze Hanf mittlerweile und die fast durchwegs positiven Erfahrungsberichte aus jenen fast 40 Staaten, wo PatientInnen schon legal Medical Cannabis verwenden können, getragen.

Alle Erfahrungen, insbesondere in den USA seit der Legalisierung von Cannabis als Heilmittel, beweisen seither, dass alle anfänglichen Befürchtungen nicht nur nicht eingetroffen sind, sondern oft das Gegenteil passierte.

In Colorado reduzierten sich seit der Legalisierung die allgemeine Kriminalität, tödliche Autounfälle, der Alkoholkonsum in der Bevölkerung und der Drogenkonsum bei Minderjährigen. Gleichzeitig spült die regulierte Branche hunderte Millionen Dollar in das Budget und schuf bisher über 40.000 Arbeitsplätze allein in Colorado. In den USA ist die Cannabis-Industrie mittlerweile seit drei Jahren die am stärksten wachsende Branche überhaupt.

Aus Sicht des Hanf-Instituts sind durch eine Legalisierung von Cannabis allein als Heilmittel enorme Einsparungen hohe Steuereinnahmen im Millionenbereich möglich, die kurzfristig umgesetzt werden können.

Im Sinne einer bürgernahen Politik für die schwächste Gruppe in unserer Gesellschaft, den Kranken, setzen wir uns für den Einsatz von natürlichem Cannabis als Heilmittel ein.

Heilpflanze Hanf ist keine Chemikalie

Im mittlerweile jahrzehntelangen Trend zur Natur und biologischer Lebensweise blüht auch der Medizinalhanf ungeachtet der Gesetzeslage zu seiner früheren Strahlkraft auf. Die Gesellschaft hat längst erkannt, dass Produkte aus den Pharmaküchen praktisch ausnahmslos zu schweren Nebenwirkungen führen kann – die ironischerweise oft durch Medical Cannabis gelindert werden!

Nachdem die bisherige Cannabis-Politik seit der Erkenntnis, dass Hanf über 500 (ungiftige!) Wirkstoffe enthält, vor allem durch die Bemühungen der Pharma-Industrie in eine Umstilisierung der ältesten Heilpflanze der Welt zu einer Chemikalie zu münden drohte, muss hier eine Rückbesinnung stattfinden. Dies muss aber auch zu vernünftigen Kosten möglich sein. Das deutsche Modell erweist sich in Europa mit Grammpreisen von 24 Euro und Versorgungs-Engpässen als nicht ideal. In Grossbritannien errechnete der UK Cannabis Social Club einen ‚Fair Trade‘ Preis von rund 5 Euro je Gramm.

Hanf wird seit über 3.000 Jahren erfolgreich als vielfältiges Hausmittel bei vielen Krankheiten und Schmerzen angewendet.

So soll es auch raschest möglich in den nächsten 3.000 Jahren sein.

Drogenbericht 2017: Polizei erntete 133 kommerzielle Cannabis-Gärtnereien ab

Wien, 29. Juli 2018 –Exakt zwei Drittel oder 28.549 aller 42.610 von der Exekutive angezeigten Vergehen nach dem Suchtmittelgesetz (SMG) betrafen laut dem jüngsten Drogenbericht (PDF) des Innenministeriums Cannabis-Delikte bis auf wenige Ausnahmen im Gramm-Bereich.

Anzeigen nach dem SMG 2008 bis 2017. Quelle: BMI

„Die gesetzliche Verfolgung des einzigen opferlosen Verbrechens im österreichischen Strafrecht kostet den Staat nach unseren Schätzungen rund 430 Millionen Euro, denen gerade einmal beschlagnahmtes Cannabis im Wert von 20 Millionen Euro gegenüberstehen“, kritisierte Hanf-Institutsobmann Toni Straka am Sonntag die teure Prohibitionspolitik eines unschädlichen Heil- und Genussmittels.

133 kommerzielle Gärtnereien

Dem Bericht zufolge hob die Polizei 2017 insgesamt 948 Cannabis-Gärtnereien aus, von denen aber gerade einmal 133 mit mehr als 50 Pflanzen bestückt waren. Insgesamt beschlagnahmte die Exekutive im Vorjahr 1,6 Tonnen Cannabis oder weniger als ein Prozent des geschätzten jährlichen Konsums von über 250 Tonnen der rund eine Million österreichischer HanffreundInnen.

Anzahl der in Österreich ermittelten Plantagen 2017. Quelle: BMI

Während die Politik jetzt die Zulassung von Cannabis in der Apotheke prüft, „darf diese riesige Gruppe von HanffreundInnen, von denen 99 Prozent keine Probleme mit Cannabis haben, nicht vergessen werden“, sagte Straka weiter. Ein erster Schritt könnte eine konventionsgerechte Überführung in das Verwaltungsrecht sein. Österreich räumte sich diesen Vorbehalt schon in der 2. UN-Drogenkonvention ein.

Weltweit bringe der Trend Richtung Legalisierung Vorteile, wie Beispiele aus mittlerweile 36 Staaten zeigen.

Legt man die Zahlen von Colorado auf Österreich um, könnten durch die Cannabis-Legalisierung rasch 40.000 neue Arbeitsplätze geschaffen werden. Allein durch die Umsatzsteuer könnten durch Cannabis rund 500 Milliarden Euro in das österreichische Staatssäckel fliessen, sagte Straka.

Medical Cannabis Debatte im österreichischen Parlament

Wien,10.Juli 2018 – Im österreichischen Parlament fand am 5. Juli 2018 erstmals eine Debatte über Medical Cannabis statt. Bemerkenswert: Vertreter aller Parlamentsparteien sprachen sich unsisono für die Zulassung von natürlichem Hanf als Heilmittel aus.

Abgeordnete aller Parteien unterstützen das Ersuchen an Gesundheitsministerin Beate Hartinger-Klein mit unzähligen Fakten. Medical Cannabis ist mittlerweile weltweit in fast 40 Ländern erhältlich und nirgendwor wurden negative Erfahrung mit der ältesten Heilpflanze gemacht.

Konkret wird Hartinger-Klein von den Abgeordneten gebeten, den therapeutischen Einsatz von „Medizinalhanf“ zu prüfen und bis zum 1. Jänner 2019 einen Bericht über zukünftige medizinische, rechtliche, organisatorische und ökonomische Rahmenbedingungen zum Einsatz von cannabishaltigen Arzneimitteln vorzulegen. Dabei sollen auch die Ergebnisse des vom Ausschuss durchgeführten Begutachtungsverfahrens sowie die Erfahrungen in Deutschland berücksichtigt sowie die Österreichische Ärztekammer, die Österreichische Apothekerkammer, der Österreichische Schmerzverband, die Gesundheit Österreich GmbH, die AGES, der Hauptverband der Sozialversicherungsträger und – in Hinblick auf die Vermeidung von Missbrauch – auch das Innenministerium eingebunden werden.

1,8 Millionen SchmerzpatientInnen

Basis für die Entschließung bildete der von der Liste Pilz eingebrachte Antrag, zu der in der heutigen Sitzung ein gemeinsamer Abänderungsantrag aller Fraktionen eingebracht und schließlich einstimmig beschlossen wurde. Ein rasches Gesetz wäre ihr zwar lieber gewesen als die Anforderung eines Berichts, sagte Daniela Holzinger-Vogtenhuber (PILZ), sie hofft aber, dass dieser nur ein Zwischenschritt zu anschließenden gesetzlichen Änderungen ist. Es gebe in Österreich 1,8 Millionen SchmerzpatientInnen, die Unterstützung und Hilfe brauchen, machte die Abgeordnete geltend.

Der leider nicht mehr im Parlament wirkende Cannabis-Schmerzpatient Peter Kolba hatte in seinem Antrag darauf hingewiesen, dass fast jeder fünfte Österreicher Schmerzen mit Cannabis behandeln könnte, dass vielfach effektiver als süchtig machende Opiate sei.

„In Österreich leben derzeit rund 1,5 Millionen Schmerzpatienten. Sie werden oft mit schweren Medikamenten behandelt, die enorme Nebenwirkungen haben. Als Alternative dazu sind bisher nur synthetische Cannabis-Extrakte verfügbar, also Präparate mit den Inhaltsstoffen Tetrahydrocannabinol (THC) oder Cannabidiol (CBD).

Dronabinol etwa kostet für einen Tumorpatienten 500 bis 600 Euro im Monat, die nur fallweise von den Krankenkassen übernommen werden.

Präparate aus bzw. mit Cannabisblüten kommen nicht nur billiger, sie wirken auch besser, da die Pflanze mehr als 500 Inhaltsstoffe enthält, also weitaus mehr als die Medikamente aus synthetischen Stoffen, die derzeit legal sind.

Medizinisch nachgewiesen ist, dass Cannabisblüten effektiv wirken und dass die Einnahme nicht süchtig macht“, hiess es in seinem Antrag.

Derzeit sind medizinische Cannabis-Präparate am Schwarzmarkt um einen Bruchteil dieser Kosten zu finden, sagte ein Patient, der anonym bleiben wollte. In Form von Blüten sei dieselbe Menge THC um rund 100 Euro erhältlich, während 1000 Milligramm THC in der Apotheke bis zu 920 Euro kosten. Mögliche Einsparungen gehen in die hunderte Millionen Euro.

Auch FPÖ sieht Sinnhaftigkeit von Medizinalhanf

Seitens der FPÖ wies Gerhard Kaniak darauf hin, dass die im Begutachtungsverfahren eingelangten Stellungnahmen ein differenziertes Bild zeigen. So sei mehrfach darauf hingewiesen worden, dass es durchaus Indikationen gibt, in der die Anwendung von medizinischem Hanf sinnvoll wäre. Der Hauptverband der Sozialversicherungsträger habe demgegenüber die Kostenfrage aufgeworfen und auf erstattungsfähige Therapiealternativen aufmerksam gemacht, die billiger sind. Offen seien auch weitere Fragen wie die Herstellung und das Inverkehrbringen von Präparaten. Zudem gelte es zu beachten, dass Cannabis verschiedene Inhaltsstoffe habe. Man werde nicht zuletzt am Beispiel Deutschland sehen, ob sich die Sache bewähre.

Von einem ganz wichtigen Thema sprach Josef Smolle von der ÖVP. Chronische Schmerzen seien schließlich eine Volkskrankheit. Allerdings ortet er noch Disksussionsbedarf, etwa was die Wirksamkeit von Cannabis-Produkten betrifft. Der Begriff Liberalisierung ist für ihn außerdem der falsche, es brauche ganz klare Regelungen wie bei den Opiaten. Ebenfalls für eine Prüfung des Anliegens der Lise Pilz sprach sich Pamela Rendi-Wagner von der SPÖ aus. Gesundheitsministerin Beate Hartinger-Klein kündigte an, auch den Obersten Sanitätsrat mit der Ausarbeitung von Empfehlungen zu beauftragen.

Parlament diskutiert am 5. Juli Medical Cannabis Liberalisierung

Wien, 3. Juli 2018 – Statt der im Regierungsprogramm angedrohten Rückschritte in der österreichischen Cannabis-Politik wird das österreichische Parlament am 5. Juli die Freigabe von Medical Cannabis diskutieren, hiess es in einer Mitteilung der Parlamentskorrespondenz.

Der Nationalrat will nun auch die Liberalisierung von Cannabis zu medizinischen Zwecken in Österreich eingehender prüfen. Darüber wird seit längerem diskutiert, da Cannabisblüten bei SchmerzpatientInnen effektiv wirken und nicht süchtig machen, wie die Liste Pilz in ihrem Antrag betont.

Diese ursprüngliche Initiative ging zwar im Gesundheitsausschuss nicht durch, man hat sich aber in einem gemeinsamen Abänderungsantrag aller Fraktionen darauf geeinigt, den therapeutischen Einsatz von „Medizinalhanf“ zu prüfen und bis zum 1. Jänner 2019 einen Bericht über zukünftige medizinische, rechtliche, organisatorische und ökonomische Rahmenbedingungen zum Einsatz von cannabishaltigen Arzneimitteln vorzulegen. Dabei sollen auch die Ergebnisse des vom Ausschuss durchgeführten Begutachtungsverfahrens sowie die Erfahrungen in Deutschland berücksichtigt werden. Die Österreichische Ärztekammer, die Österreichische Apothekerkammer, der Österreichische Schmerzverband, die Gesundheit Österreich GmbH, die AGES, der Hauptverband der Sozialversicherungsträger und – in Hinblick auf die Vermeidung von Missbrauch – auch das Innenministerium werden dabei eingebunden. Gesundheitsministerin Beate Hartinger-Klein kündigte im Ausschuss zudem an, auch den Obersten Sanitätsrat mit der Ausarbeitung von Empfehlungen zu beauftragen.

Die Diskussion wurde von dem Nicht-mehr-Abgeordneten Peter Kolba initiiert.

Gesundheitsministerium wird Zulassung von Hanfblüten prüfen

Wien, 3. Juli 2018 – Die weltweiten Fortschritte bei der Cannabis-Legalisierung machen auch vor Österreich nicht halt. Verunsicherte die rechtskonservtive Regierung anfangs noch mit Plänen eines striktere Cannabis-Verbots, fassten nun alle im Parlament vertretenen Parteien Ende Juni einen einstimmigen Beschluss zur Prüfung einer Zulassung von medizinischen Cannabs in Apotheken bis zum 1. Januar 2019. Es bleibt abzuwarten, was dabei herauskommt, aber den Stellungnahmen der Parteien zufolge sind alle für Medical Cannabis offen.

Abgeordnete aller Parteien unterstützen das Ersuchen an Gesundheitsministerin Beate Hartinger-Klein mit unzähligen Fakten. Medical Cannabis ist mittlerweile weltweit in fast 40 Ländern erhältlich und nirgendwor wurden negative Erfahrung mit der ältesten Heilpflanze gemacht.

Konkret wird Hartinger-Klein von den Abgeordneten gebeten, den therapeutischen Einsatz von „Medizinalhanf“ zu prüfen und bis zum 1. Jänner 2019 einen Bericht über zukünftige medizinische, rechtliche, organisatorische und ökonomische Rahmenbedingungen zum Einsatz von cannabishaltigen Arzneimitteln vorzulegen. Dabei sollen auch die Ergebnisse des vom Ausschuss durchgeführten Begutachtungsverfahrens sowie die Erfahrungen in Deutschland berücksichtigt sowie die Österreichische Ärztekammer, die Österreichische Apothekerkammer, der Österreichische Schmerzverband, die Gesundheit Österreich GmbH, die AGES, der Hauptverband der Sozialversicherungsträger und – in Hinblick auf die Vermeidung von Missbrauch – auch das Innenministerium eingebunden werden.

1,8 Millionen SchmerzpatientInnen

Basis für die Entschließung bildete der von der Liste Pilz eingebrachte Antrag, zu der in der heutigen Sitzung ein gemeinsamer Abänderungsantrag aller Fraktionen eingebracht und schließlich einstimmig beschlossen wurde. Ein rasches Gesetz wäre ihr zwar lieber gewesen als die Anforderung eines Berichts, sagte Daniela Holzinger-Vogtenhuber (PILZ), sie hofft aber, dass dieser nur ein Zwischenschritt zu anschließenden gesetzlichen Änderungen ist. Es gebe in Österreich 1,8 Millionen SchmerzpatientInnen, die Unterstützung und Hilfe brauchen, machte die Abgeordnete geltend.

Der leider nicht mehr im Parlament wirkende Cannabis-Schmerzpatient Peter Kolba hatte in seinem Antrag darauf hingewiesen, dass fast jeder fünfte Österreicher Schmerzen mit Cannabis behandeln könnte, dass vielfach effektiver als süchtig machende Opiate sei.

„In Österreich leben derzeit rund 1,5 Millionen Schmerzpatienten. Sie werden oft mit schweren Medikamenten behandelt, die enorme Nebenwirkungen haben. Als Alternative dazu sind bisher nur synthetische Cannabis-Extrakte verfügbar, also Präparate mit den Inhaltsstoffen Tetrahydrocannabinol (THC) oder Cannabidiol (CBD).

Dronabinol etwa kostet für einen Tumorpatienten 500 bis 600 Euro im Monat, die nur fallweise von den Krankenkassen übernommen werden.

Präparate aus bzw. mit Cannabisblüten kommen nicht nur billiger, sie wirken auch besser, da die Pflanze mehr als 500 Inhaltsstoffe enthält, also weitaus mehr als die Medikamente aus synthetischen Stoffen, die derzeit legal sind.

Medizinisch nachgewiesen ist, dass Cannabisblüten effektiv wirken und dass die Einnahme nicht süchtig macht“, hiess es in seinem Antrag.

Derzeit sind medizinische Cannabis-Präparate am Schwarzmarkt um einen Bruchteil dieser Kosten zu finden, sagte ein Patient, der anonym bleiben wollte. In Form von Blüten sei dieselbe Menge THC um rund 100 Euro erhältlich, während 1000 Milligramm THC in der Apotheke bis zu 920 Euro kosten. Mögliche Einsparungen gehen in die hunderte Millionen Euro.

Auch FPÖ sieht Sinnhaftigkeit von Medizinalhanf

Seitens der FPÖ wies Gerhard Kaniak darauf hin, dass die im Begutachtungsverfahren eingelangten Stellungnahmen ein differenziertes Bild zeigen. So sei mehrfach darauf hingewiesen worden, dass es durchaus Indikationen gibt, in der die Anwendung von medizinischem Hanf sinnvoll wäre. Der Hauptverband der Sozialversicherungsträger habe demgegenüber die Kostenfrage aufgeworfen und auf erstattungsfähige Therapiealternativen aufmerksam gemacht, die billiger sind. Offen seien auch weitere Fragen wie die Herstellung und das Inverkehrbringen von Präparaten. Zudem gelte es zu beachten, dass Cannabis verschiedene Inhaltsstoffe habe. Man werde nicht zuletzt am Beispiel Deutschland sehen, ob sich die Sache bewähre.

Von einem ganz wichtigen Thema sprach Josef Smolle von der ÖVP. Chronische Schmerzen seien schließlich eine Volkskrankheit. Allerdings ortet er noch Disksussionsbedarf, etwa was die Wirksamkeit von Cannabis-Produkten betrifft. Der Begriff Liberalisierung ist für ihn außerdem der falsche, es brauche ganz klare Regelungen wie bei den Opiaten. Ebenfalls für eine Prüfung des Anliegens der Lise Pilz sprach sich Pamela Rendi-Wagner von der SPÖ aus. Gesundheitsministerin Beate Hartinger-Klein kündigte an, auch den Obersten Sanitätsrat mit der Ausarbeitung von Empfehlungen zu beauftragen.

Experten pochen auf Legalisierung von Medizinalhanf

Wien, 29. Juli 2018 – Ein Vertreter der Österreichischen Schmerzgesellschaft hat sich zuletzt gegen natürliche Cannabinoide in der Medizin ausgesprochen und für synthetische Fertigprodukte plädiert. Dabei dominierten neben fehlender ärztlicher Erfahrung die Interessen von Pharmafirmen. So sind etwa Bionorica und Trigal Pharma Sponsoren der Österreichischen Schmerzgesellschaft. Die Arbeitsgemeinschaft Cannabis als Medizin appelliert jetzt an Gesundheitsministerin Beate Hartinger, für eine Gesetzesänderung im Sinne der Patienten zu sorgen.

Die Erfahrungen von Ärzten, die Cannabisblüten eingesetzt haben, sind ausgezeichnet. Die Verträglichkeit von Cannabisblüten ist meist besser als von reinem THC. Hinzu kommt, dass die Blüte aufgrund standardisierter Wirkstoffzusammensetzungen gut dosiert werden kann. Das zeigen seit langem Länder wie Kanada, Israel, die Niederlande und seit 2017 auch Deutschland. Von miserablen Erfahrungen sprechen nahezu ausschließlich Ärzte, die keine Cannabisblüten einsetzen und daher auch keine Erfahrung damit haben“, sagt der deutsche Arzt und Cannabisspezialist Franjo Grotenhermen. Der Vorsitzende der International Association for Cannabinoid Medicines (IACM) publizierte neben zahlreichen Studien zuletzt in der Wissenschaftlichen Verlagsgesellschaft die Standardwerke Cannabis. Arbeitshilfe für die Apotheke und Cannabis. Verordnungshilfe für Ärzte.

Angesprochen auf einen jetzt in Deutschland von der Techniker Krankenkasse (TK) vorgestellten „Cannabis-Report“ entgegnet der Experte Grotenhermen: „Der Bericht verwechselt eine unzureichende Studienlage bei bestimmten Indikationen mit einer mangelnden Wirksamkeit. Wenn klinische Studien bei einer bestimmten Indikation bisher nicht durchgeführt wurden, bedeutet das nicht, dass Cannabis dabei unwirksam ist. So wurde die Wirksamkeit bei chronischen Darmerkrankungen bisher nicht ausreichend klinisch untersucht. Das bedeutet nicht, dass Cannabis dabei nicht wirksam ist. Denn viele Erfahrungsberichte legen eine gute Wirksamkeit nahe.“

Medizinalhanf: Die größten Gewinne machen Pharmafirmen

Hans-Georg Kress, Chef der Klinischen Abteilung für Spezielle Anästhesie und Schmerztherapie am Wiener AKH, verwies zuletzt auf das „Riesengeschäft der Cannabis-Industrie“. Dazu Grotenhermen: „Das größere Geschäft wird mit den synthetischen und halbsynthetischen Produkten Dronabinol von der deutschen Pharmafirma Bionorica und Sativex von dem spanischen Pharmaunternehmen Almirall S.A. gemacht. Diese Arzneimittel sind wesentlich teurer, und die Gewinnspannen sind höher.“

In Österreich profitiert vor allem Bionorica von der aktuellen Gesetzeslage, denn gegen den internationalen Trend ist eine Heilbehandlung mit qualitätsgeprüften Cannabisblüten und pflanzlichen Extrakten in Österreich illegal. Zulässig ist nur die Behandlung mit synthetischem und halbsynthetischem Cannabis, meist in Form von Dronabinol. Die monatlichen Kosten liegen für chronische Patienten bei 600 bis 800 Euro. Dabei spricht sich eine Mehrheit der Bevölkerung längst für Cannabis in der Medizin aus. Laut einer repräsentativen Befragung von Peter Hajek (September 2017) sind 61 Prozent dafür, dass medizinisches Cannabis unter ärztlicher Verschreibung erhältlich sein soll. 59 Prozent wünschen sich medizinisches Cannabis auf Rezept in Apotheken.

Kubelka: Cannabis als Arzneimittel wünschenswert

Für eine Legalisierung der Arzneidroge Herba Cannabis spricht sich auch Univ.-Prof. Dr. Wolfgang Kubelka vom Pharmaziezentrum der Universität Wien aus. „Zugelassene Cannabinoid-Präparate, seien es Extrakte oder Reinsubstanzen, werden in Österreich seit mehreren Jahren bei verschiedenen Indikationen erfolgreich eingesetzt. Die medizinische Anwendung der Arzneidroge Herba Cannabis (Blütenstände der weiblichen Pflanze) wäre hier als kostengünstige, wirksame und nebenwirkungsarme Behandlungsform äußerst wünschenswert. Voraussetzung dafür ist die Legalisierung der Verfügbarkeit einer geeigneten Arzneidroge in Apotheken, die bei entsprechender Indikation auf ärztliches Rezept abgegeben werden kann“, sagt Kubelka.

Herba Cannabis als Arzneimittel vermeidet illegale Anwendung

Das Department für Pharmakognosie forscht seit Jahrzehnten an der Zusammensetzung der Cannabispflanze und ihrem Wirkungsspektrum. „Auch wenn viele Fragen noch offen sind (welcher Cannabis-Typ mit welcher Wirkstoffzusammensetzung ist optimal, bei welcher Indikation und welcher Applikationsform etc.), könnte mit der Legalisierung von Herba Cannabis als Arzneimittel die illegale Anwendung von Cannabis zur Selbstmedikation vermieden werden. Eine Behandlung unter ärztlicher Beratung und Kontrolle wäre so für die Patienten möglich“, so Kubelka. Der Pharmazeut plädiert dafür, dass die Qualität der zugelassenen Arzneidrogen möglichst bald durch eine erste Monografie, etwa im europäischen oder österreichischen Arzneibuch, festgelegt wird.

Entourage-Effekt: Vielstoffgemische zeigen bessere Wirkung

Die Experten fordern daher, die Cannabisblüte in der Medizin als Rohmaterial zuzulassen, um daraus standardisierte Extrakte mit normierten Werten zu produzieren. Die Forschung gibt Hinweise darauf, dass sich die Wirksamkeit der Cannabispflanze nicht auf Einzelsubstanzen oder synthetische Derivate beschränken lässt. Damit bestätigt sich ein in der Phytotherapie bekanntes Phänomen: Standardisierte Pflanzenextrakte (Vielstoffgemische) zeigen eine bessere Wirksamkeit als Präparate, die nur einen Reinwirkstoff einer Pflanze enthalten. Bereits die klinische Metastudie von Franjo Grotenhermen und Arno Hazekamp (2016) konnte zeigen, dass von den 32 kontrollierten Hanfstudien acht ausschließlich mit natürlichen Hanfpräparaten in oraler und inhalativer Form mit großem Erfolg an hunderten Patienten durchgeführt wurden. In Studien mit synthetischen Cannabinoiden wurde zudem gezeigt, dass Nebenwirkungen auftreten können, die bei natürlichen Cannabinoiden nicht auftreten.

Rudolf Brenneisen ist Professor der Pharmazie und war bis 2014 Forschungsgruppenleiter im Department Klinische Forschung an der Universität Bern. Der Cannabisforscher plädiert seit Jahren für Cannabinoide in der Medizin. „Der Fokus liegt auf dem psychoaktiven Tetrahydrocannabinol und dem nichtpsychoaktiven Cannabidiol, die als Monosubstanzen eingesetzt werden. Das ist aber nur die halbe Wahrheit: Bis jetzt sind uns 500 Inhaltsstoffe und 80 Wirkstoffe der Cannabispflanze bekannt, dennoch nimmt man einen Hauptwirkstoff heraus. Monosubstanzen haben aber den Nachteil, dass alle anderen potenziell wirksamen Cannabinoide nicht zur Wirkung kommen, denn Cannabis ist eine wahre Chemiefabrik“, so Brenneisen.

Cannabisextrakte als leistbare Alternative

Ein weiterer Aspekt ist ein wirtschaftlicher: Heute müssen Medikamente teure und langwierige Tests durchlaufen, um eine Zulassung zu bekommen. Eine Pflanze kann hingegen nicht patentiert werden, was bedeutet, dass eine Nutzung standardisierter Pflanzenextrakte, die für den Patienten und Steuerzahler kostengünstigere Alternative ist. Denn im Gegensatz zu der von einigen Schmerzmedizinern getätigten Aussage lassen sich Hanfsorten mit einer bestimmten Wirkstoffzusammensetzung heute standardisiert züchten, aufziehen und vermehren. Damit kann problemlos ein Extrakt hergestellt werden, das sich sehr genau dosieren lässt. Der Allgemeinmediziner Kurt Blaas ist seit 1998 auf Cannabismedizin spezialisiert. Blaas behandelt seine Patienten mit synthetischen und natürlichen Cannabinoiden und gilt als Pionier in der Cannabismedizin. Er sagt zur Kritik der Schmerzgesellschaft: „Meine Patienten möchten etwas, das gut wirkt und keine Nebenwirkungen hat. Durch eine genaue Auslese der Cannabissubstanzen und unter medizinischer Anleitung ist das heute problemlos möglich. Tees und Tropfen aus natürlichen Cannabinoiden sind sehr gut verträglich und einfach in der Anwendung, gerade bei älteren und chronischen Patienten. Nach zwanzig Jahren Erfahrung und den Rückmeldungen tausender Patienten kann ich bestätigen, dass natürliche Cannabinoide besser und breiter wirken – das erklärt auch die starke Nachfrage der Patienten.“ Eine Legalisierung von Medizinalhanf ist ihn nur mehr eine Frage der Zeit. „Die Patienten lassen sich heute nicht mehr mit überteuerten synthetischen Produkten abfertigen, wenn leistbare, hochwertige Extrakte und Cannabisblüten besser und ohne Nebenwirkungen sind. Und diese Patienten haben ein Recht darauf, nicht länger kriminalisiert zu werden“, so Blaas.

Die Therapie mit der Cannabisblüte erfordert Erfahrung

Dass der Schmerzmediziner Rudolf Likar sagt, Medizinalhanf brauche die moderne Medizin nicht, erinnert Franjo Grotenhermen an Ärzte in Deutschland, die mit der Anwendung von Cannabisblüten keine Erfahrung haben. „THC und Sativex sind etwas für Anfänger. In der Tat benötigt man für eine Therapie mit Cannabisblüten mehr Erfahrung, um die Vorteile von Cannabisblüten bei der Wirkung und Verträglichkeit nutzen zu können. Aber Ärzte, die es vorziehen, Dronabinol zu verschreiben, verlieren nichts, wenn Ärzte mit mehr Erfahrung die Möglichkeit bekommen, die zusätzlichen Vorteile einer Therapie mit Cannabisblüten zu nutzen“, sagt Grotenhermen.

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Peter Kolba startete Petition zu Medical Cannabis

Wien, 4. Juni 2018 – Der mittlerweile zurückgetretene Klubobmann der Liste Pilz, Peter Kolba, hat eine Petition zur Liberalisierung von Medizin gestartet. Die Petition kann hier unterzeichnet werden.

Laut Kolba gibt es in Österreich rund 1,8 Millionen Menschen mit chronischen Schmerzen.

Aus dem Text der Petition:

Cannabis wirkt nachweislich schmerzlindernd, muskelentspannend, schlaffördernd und gegen Übelkeit bei Chemotherapien. Studien belegen Wirkungen bei Krebspatienten, bei Nervenschmerzen (Polyneuropathien), bei Multipler Sklerose und bei Epilepsie. Cannabis wurde daher zur Arzneimittelpflanze des Jahres 2018 gewählt. Doch der Konsum von Cannabis ist auch für PatientInnen strafrechtlich verboten. Es gibt wenige Medikamente auf Cannabis-Basis, die erfordern ein “Suchtgiftrezept” und sind sauteuer. Die Krankenkassen übernehmen die Kosten nur sehr restriktiv.

Was will ich erreichen?

  • Ärzte sollen auch natürliche Cannabis-Blüten verschreiben können, die man über Apotheken beziehen kann.
  • Cannabis-Medikamente sollen im Erstattungskatalog der Krankenkassen ohne Chefarztpflicht erstattet werden.
  • Patienten müssen bei Cannabiskonsum entkriminalisiert werden!

Reason

Der Einsatz von Cannabis in der Medizin ist durch Studien bei bestimmten Krankheiten wirksam, ohne dass Cannabis vergleichbar starke Nebenwirkungen wie Opioide oder Antiepileptika oder Antidepressiva hätte. In Deutschland wurde Cannabis in der Medizin im Jahr 2017 einstimmig liberalisiert. In vielen Ländern ist der Zugang zu Cannabis in der Medizin inzwischen erreicht worden. Österreich hinkt nach.

Ich habe im Nationalrat einen Entschliessungsantrag eingebracht. Dieser wird derzeit im Gesundheitsausschuss überwiegend positiv begutachtet. Einer Gesetzwerdung steht mE nichts mehr im Wege.

Eine ältere Frau hat zu mir gesagt: “Vor welcher Sucht will mich der Staat den noch schützen?Ich will meinen letzten Lebensabschnitt nur möglichst schmerzfrei verbringen.”

Kolba will 18.000 Unterschriften erreichen. Bisherige Cannabis-Bürgerinitiativen endeten mit rund 33.000 bzw. 18.000 Unterschriften und wurden vom Parlament ignoriert.

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Hanf-Talk mit Toni Straka

Krumpendorf, 22. März 2018 – Upendo.tv sprach mit dem Obmann des Hanf-Instituts, Toni Straka über die wertvollste Pflanze dieser Erde und ihrer vielfältigen Verwendungsmöglichkeiten.

Aus der Sendungsankündigung:

Hanf, insbesondere dessen Inhaltsstoff Tetrahydrocannabinol (THC) gilt (im Westen) gemeinhin als gefährliche Einstiegsdroge, die im schlimmsten Fall sogar Schizophrenie auslösen kann. Auf der anderen Seite gibt es immer mehr Stimmen, die darauf hinweisen, dass es sich um eine der ältesten Kulturpflanzen handelt, die den Menschen bereits seit ca. 30.000 Jahren begleiten soll und dessen Anwendungsmöglichkeiten von der Heilpflanze über einen klimaneutralen Energieträger bis zur hochwertigen Naturfaser reichen. Unser Gast Toni Straka setzt sich seit vielen Jahren für die Legalisierung von Cannabis ein. Im Interview erzählt er warum.

Hanf unterliegt seit den 30er Jahren des vorigen Jahrhunderts einem praktisch international geltenden Verbot, das in den letzten Jahren mehr und mehr aufgeweicht wurde. So hat unlängst auch der US-Bundesstaat Kalifornien Cannabis für den privaten Konsum (auch ohne medizinische Indikation) freigegeben. Ende 2017 forderte die UN ihre Mitgliedstaaten auf, deren Drogengesetze auf Widersprüche zu untersuchen und diese gegebenenfalls zu revidieren. Ca. 17.000 Studien zur positiven Wirkung von Cannabis und CBD sollen bereits existieren, und unzählige Krankheitsbilder lassen sich offenbar erfolgreich mit Cannabis behandeln.

Liste Pilz bringt Entschliessungsantrag zu Medical Cannabis Liberalisierung im Parlament ein

Hanf-Institutsobmann Toni Straka und Abgeordneter zum Nationalrat Peter Kolba im Oktober 2017 bei der Hanfmesse Cultiva

Wien, 6. März 2018 – Peter Kolba von der Liste Pilz hat am 6. März im Parlament einen Entschliessungsantrag betreffend die Liberalisierung von Cannabis für medizinische Zwecke eingebracht, mit dem er die Bundesregierung aufforderte, „einen Gesetzesvorschlag zur Liberalisierung von Cannabis für medizinische Zwecke vorzulegen. “

In der Begründung des Antrags hiess es:

In Österreich leben derzeit rund 1,5 Millionen Schmerzpatienten. Sie werden oft mit schweren Medikamenten behandelt, die enorme Nebenwirkungen haben. Als Alternative dazu sind bisher nur synthetische Cannabis-Extrakte verfügbar, also Präparate mit den Inhaltsstoffen Tetrahydrocannabinol (THC) oder Cannabidiol (CBD). Dronabinol etwa kostet für einen Tumorpatienten 500 bis 600 Euro im Monat, die nur fallweise von den Krankenkassen übernommen werden

Präparate aus bzw. mit Cannabisblüten kommen nicht nur billiger, sie wirken auch besser, da die Pflanze mehr als 500 Inhaltsstoffe enthält, also weitaus mehr als die Medikamente aus synthetischen Stoffen, die derzeit legal sind. Medizinisch nachgewiesen ist, dass Cannabisblüten effektiv wirken und dass die Einnahme nicht süchtig macht. Cannabisblüten müssen nicht geraucht werden. Sie können als Extrakt eingenommen werden, vaporisiert, oder als Tee. Einer Gesundheitsgefährdung durch Rauch kann somit begegnet werden.

Kolba teilte dem Hanf-Institut nach der Sitzung des Gesundheitsausschusses mit, dass der Verhandlungsgegenstand zur Einholung weiterer Stellungnahmen vertagt wurde. „Ich bin optimistisch“, sagte Kolba.

Das parlamentarische Verfahren kann hier mitverfolgt werden: https://www.parlament.gv.at/PAKT/VHG/XXVI/A/A_00040/index.shtml#tab-Uebersicht

Cannabis gilt bei rund 250 Krankheitenheitsbildern als die Medizin mit den geringsten Nebenwirkungen. Noch nie starb ein Mensch durch Cannabis.

Die Arge Canna und das Hanf-Institut haben im Vorjahr eine parlamentarische Bürgerinitiative für die Legalisierung des Eigenanbaus von Medical Cannabis durch PatientInnen oder deren Helfer eingebracht, die hier unterschrieben werden kann.

VIDEO: Podiumsdiskussion “Cannabis in der Medizin” am 26.2. in der Wiener Bildungsakademie

Wien, 28. Februar 2018 – Neurophysiker Werner Gruber, Psychiater Nestor Kapusta und Hanf-Institutsobmann Toni Straka diskutierten am 26. Februar in der Wiener Bildungsakademie über „Cannabis als Medizin“

Rechts-Regierung will Hanf rekriminalisieren: Österreich kann keinen Rückschritt machen

Wien, 9. Februar 2018 – Zwei Zeilen im 188-seitigen Regierungsprogramm der neuen Mitte-Rechts-Regierung sorgen seit der Veröffentlichung für grosse Aufregung in der österreichischen Hanfbranche. Demzufolge will die neue Regierung den Schutz Minderjähriger vor Drogen ausbauen. Dieser vernünftigen Forderung folgte jedoch ein Satz, der grosse Bedenklichkeit auslöst: „Verbot des Verkaufs von Hanfsamen und Stecklingen.“


Dadurch ist die seit Jahren immer stärker boomende Hanfbranche plötzlich einem existenzgefährenden Problem ausgesetzt, nachdem die Gesetzeslage in den vergangenen zehn Jahren viele Liberalisierungsschritte durchmachte, die zu einer Situation führten, um die viele andere EU-Staaten Österreich beneiden.

Regierung kann EU-Gesetze nicht ignorieren

Das Hanf-Institut hat sich angesehen, wie weit Österreich überhaupt als einziges Land weltweit solche Rückschritte durchführen kann und sieht die Lage aufgrund der Fakten entspannt. „Der Hanfanbau in Österreich wurde erst durch den EU-Beitritt 1995 möglich und unterliegt EU-Gesetzen. Das kann auch diese Regierung nicht ignorieren“, sagte Hanf-Institutsobmann Toni Straka.

Nach einer fast 50jährigen Ruhepause aufgrund von Drogengesetzen, die noch aus den dunklen Zeiten des Nationalsozialismus stammten, wurde der Nutzhanfanbau in Österreich erst durch den EU-Beitritt wieder legal.

Während Österreich zwar noch nicht zu den über ein Dutzend EU-Ländern gehört, in dem Cannabis entkriminalisiert ist, ist aber aufgrund des erlaubten Verkaufs von Hanfsamen und Stecklingen dennoch in die Riege der fortschrittlicheren Staaten einzureihen.

Ein Rückschritt ist schon allein wegen des geltenden EU-Rechts nur schwer möglich. Überall wird der Hanfanbau erleichtert und der Cannabis-Konsum entkriminalisiert, weil sich die Fakten über die Nützlichkeit und Unschädlichkeit von Hanf als Heil- und Genussmittel gegen überkommene Dogmen und alte Lügen, die die Pflanze verdammten, durchsetzen.

Einem Alleingang stehen aber noch weitgehendere internationale positive Veränderungen in der Drogenpolitik entgegen.

So haben die Vereinten Nationen und die angegliederte Weltgesundheitsbehörde WHO Mitte 2018 eine gründliche Revision der Drogenpolitik in Angriff genommen, da die strafrechtliche Verfolgung von Drogenkonsum den Menschenrechten widerspricht.

Drogengesetze widersprechen Menschenrechten

Diese Kehrtwende nach über 50 Jahren Drogenkrieg sollen auch die Mitgliedsländer der UN vollziehen. Sie wurden aufgefordert, ihre nationalen Drogengesetze auf ebendiesen Widerspruch zu untersuchen und gegebenenfalls zu korrigieren.

Die internationale Behörde untermauert ihre neue sachliche Cannabis-Politik mit Fakten: Eine im Dezember 2017 veröffentlichte Studie zu Cannabidiol (CBD) trat etwa entschieden dem in den USA geplanten CBD-Verbot entgegen.

Österreich hatte im Vorjahr eine ebenfalls geplante Kriminalisierung von CBD nach Protesten von Cannabis-PatientInnen und der Einleitung der parlamentarischen Medical Cannabis Bürgerinitiative wieder abgeblasen. In der jüngsten Novelle des Suchtmittelgesetzes (SMG) sind alle vom Hanf-Institut kritisierten Passagen des Gesetzesentwurfs nicht mehr zu finden.

„Die Ankündigungen der neuen Regierung sind nur ein kleiner Teil populistischer Forderungen. Die Fakten und vor allem die Akzeptanz von Cannabis als Medizin sind weitum bekannt, auch bei den Politikern. Und nicht zu vergessen ist, dass die Budgetnöte einen Blick auf die erfreulichen Auswirkungen von Cannabissteuern unumgänglich machen werden“, sagte Straka und wies auf die USA hin: „In den USA geht man mittlerweile von 132 Milliarden Dollar Steuereinnahmen durch Cannabis aus. Auf Österreich heruntergebrochen wären das mehr als drei Milliarden Euro, die Hanf in das leere Staatssäckel leiten könnten. Das kann sich keine vernünftige Gesundheits- und Finanzpolitk entgehen lassen.“

Parlamentarische Medical Cannabis Eigenanbau Bürgerinitiative

Medical Cannabis Bürgerinitiative

Unterstützen Sie das Menschenrecht auf Unversehrtheit und Gesundheit mit Ihrer Unterschrift unter der 2. parlamentarischen Cannabis Bürgerinitiative auf der Homepage des Parlaments.
Klicken Sie einfach auf diesen Link oder das untenstehende Bild.

Hanf-Institut qualifiziert österreichische Cannabis-Politik als Desaster und 50 bis 86 Prozent stimmen zu

Wien, 10. Juli 2017 – Nach Ansicht der Obmanns des Hanf-Instituts, Toni Straka, ist die österreichische Cannabis-Politik, wo Kranke nach wie vor bei der Anwendung von natürlichem Cannabis mit Haftstrafe rechnen müssen, ein Desaster. Dieser Meinung stimmten über 86 Prozent der Teilnehmer in einer online-Umfrage des TV-Senders Puls4 und 50 Prozent der 500 Teilnehmer einer Echtzeit-Umfrage des Meinungsforschungsinstituts OGM am vergangenen Sonntag abend zu.

In der Sendereihe „Im Namen des Volkes“ zum Thema „Cannabis legalisieren – Ja oder Nein“ diskutierten Rechtsanwalt und Suchtmittelgesetzexperte Gottfried Hudl, die Kinderpsychiaterin Dagmar Zidek und Toni Straka unter der Moderation von Irmgard Griss mit der Salzburger Juristin Eleonore Hübner, dem Grazer Richter Helmut Wlasak, und dem Linzer Suchtmediziner Kurosch Yazdi über die Vorteile der Legalisierung.

Bilden Sie sich selbst ein Urteil und sehen sie die Sendung hier: „Im Namen des Volkes“ zum Thema „Cannabis legalisieren – Ja oder Nein“

Für Videos anklicken

Straka forderte in der teilweise sehr hitzigen Diskussion die Legalisierung von Cannabis als Heil- und Genussmittel und regte Sofortmassnahmen zur Straffreistellung von kranken Menschen an, für de Cannabis das ideale Heilmittel mit den geringsten Nebenwirkungen darstellt.

 

Die Leiterin der Gruppe, die gegen eine Legalisierung von Cannabis sprach, stimmte Straka zu, dass Cannabis-PatientInnen nicht verfolgt werden sollten. Sie stimmte auch zu, dass Cannabis nicht das grösste Drogenprobem in Österreich im Vergleich mit Alkohol ist.

Das Hanf-Institut und die Arge Canna haben Ende Mai die parlamentarische Medical Cannabis Bürgerinitiative eingeleitet, die hier online unterschrieben werden kann.

AVISO: ‚Im Namen des Volkes“ diskutiert „Cannabis legalisieren – Ja oder Nein“ – am 9. Juli auf Puls4

Dreharbeiten für die Sendung im Hanf-Institut

Wien, 7. Juli 2017 – 90 spannende TV-Minuten verspricht die kommende Diskussion „Cannabis legalisieren – Ja oder Nein“ in der Sendung ‚Im Namen des Volkes‘ auf Puls4 am Sonntag, den 9. Juli um 20:15. Die Sendung kann auch online gesehen werden.

Aus der Ankündigung von Puls4:

Soll Cannabis legalisiert werden? Toni Straka vom Hanfinstitut tritt für die vollkommende Legalisierung ein, Eleonore Hübner vom Institut für Strafrecht der Uni Salzburg ist dagegen.

Ein Thema, zwei Meinungen und 90 Minuten Zeit um zu überzeugen: „Im Namen des Volkes“ mit Ex-OGH-Präsidentin Irmgard Griss geht in die dritte Runde. Das Thema ist dieses Mal die Legalisierung von Cannabis. Dabei werden medizinische, psychologische und strafrechtliche Aspekte diskutiert, um den ZuseherInnen die beste Entscheidungsgrundlage zu liefern.

Toni Straka ist Obmann des Hanfinstituts. Er war jahrelang Finanz-Journalist und -Analyst, wurde dann wegen Cannabis-Besitz zu zwei Jahren bedingter Haft verurteilt. Cannabis-Rauchen ist für ihn eine opferlose Tätigkeit und harmlos im Vergleich zu Alkohol. Er bekommt Unterstützung von Anwalt Gottfried Hudl und der Ärztin Dagmar Zidek.

Eleonore Hübner ist Assistenz-Professorin am Institut für Strafrecht der Uni Salzburg und Co-Autorin des Berichts „Soziale Kosten des Drogenmissbrauchs“. Sie hält Cannabis-Konsum für wesentlich gefährlicher als dargestellt. Ihre Experten sind der Richter Helmut Wlasak und der Psychiater und Autor Kurosh Yazdi.

Ex-OGH-Präsidentin und Ex-Bundespräsidentschaftskandidatin Irmgard Griss führt durch den Wettkampf der Argumente. Mit Hilfe von Experten, Kreuzverhören und Video-Zuspielern versuchen Straka und Hübner die ZuseherInnen zu überzeugen. Das von OGM repräsentativ ausgewählte Österreich-Panel entscheidet am Ende darüber, welche Seite die besseren Argumente hatte. Und per Social Media und Telefon-Hotline kann ganz Österreich seine Meinung sagen, Zuschauerreaktionen werden wie immer zugespielt.

Einen kurzen Video-Teaser zu der Sendung finden sie hier: http://www.puls4.com/Im-Namen-des-Volkes/Videos/Cannabis-legalisieren/Cannabis-legalisieren-Ja-oder-Nein-537770

Meilenstein: UN und WHO wollen Drogenkonsum-Entkriminalisierung da sie Menschenrechten widerspricht

Wien, 3. Juli 2017 – Die Vereinten Nationen (UN) und ihre Zweigbehörde Weltgesundheitsorganisation (WHO) haben sich vergangene Woche erstmals dezidiert für ein Ende der strafrechtlichen Verfolgung von Drogenkonsum ausgesprochen, da damit bisher nur negative gesundheitliche Folgen entstanden und ausserdem jegliche neu etablierte Evidenz ausser Acht gelassen werde. Nach Ansicht der beiden Organisationen ist es auf Basis der Fakten erwiesen, dass eine seit 1961 im Strafrecht verankerte Drogenpolitik mehr Schaden als Nutzen gebracht hat.
Das Hanf-Institut begrüsste diese wegweisende Änderung in der weltweiten Gesundheits- und Drogenpolitik am Montag und hofft, dass die österreichische Regierung der offiziellen Aufforderung rasch nachkommen wird.
„Laut den Aussagen der Vereinten Nationen sind jetzt alle Staaten rechtlich dazu verpflichtet, ihre Drogenpolitik neu zu evaluieren und auch entsprechende Massnahmen zu setzen“, sagte Hanf-Institutsobmann Toni Straka zu den jüngsten bahnbrechenden Entwicklungen.
„Wir hoffen, dass die allen weltweiten Trends gegenläufige, jeder Evidenz widersprechende österreichische Drogenpolitik damit ein rasches Ende finden wird. Damit wäre nicht nur das Ende potentiellen Kriminalisierung von über einer Million Drogen- und Heilmittelkonsumenten, die lieber illegal überleben als legal sterben wollten, erreicht, sondern auch die Republik könnte ihr Budget um mindestens eine Milliarde Euro einnahmen- und ausgabenseitig aufhübschen“, sagte Straka weiter.

Parlamentarische Medical Cannabis Bürgerinitiative bis Dezember online

In der Bevölkerung wollen zunehmend mehr BürgerInnen ein Ende der Bestrafung von Menschen, die sich unter Strafandrohung mit Cannabis versorgen und dieses konsumieren, weil die Pharmaindustrie bei hunderten Krankheitsbildern keine gleichwertigen nebenwirkungsfreien Substanzen im Repertoire hat. Bisher haben schon über 12.400 Menschen (inkusive Offline-Unterschriften) die Parlamentarische Medical Cannabis Bürgerinitiative unterschrieben. Die Bürgerinitiative kann aufgrund der Neuwahlen noch bis mindestens Dezember auf der Webseite des Parlament unterzeichnet werden.

Nach Protesten – Keine Verschlechterungen für Cannabis im Suchtmittelgesetz

Wien, 28. Juni 2017 – Das österreichische Parlament hat am Mittwoch in der letzten Sitzung vor der Sommerpause eine stark gekürzte Novelle des Suchtmittelgesetzes (SMG) beschlossen. In dem neuen Gesetzesantrag, der einstimmig beschlossen wurde, fehlten alle im Gesetzesentwurf beabsichtigten Verschlechterungen, die den nicht psaychoaktiven Wirkstoff Cannabidiol (CBDI betrafen. Beschlossen wurden lediglich Änderungen in der Substitutionsbehandlung von Opiat-Abhängigen.

Das Hanf-Institut hatte zusammen mit der Arge Canna Ende Mai als Protest gegen den Gesetzesentwurf die parlamentarische Medical Cannabis Bürgerinitiative eingereicht, die noch zumindest bis Jahresende auf der Webseite des österreichischen Parlaments online unterzeichnet werden kann. Die Bürgerinitiative strebt einen möglichst ungehinderten und vor allem straflosen Anbau von Cannabis für PatientInnen mit entsprechender medizinischer Indikation an.

Das Hanf-Institut hatte zum ursprünglichen Gesetzesentwurf diese Stellungnahme abgegeben und alle dadurch auftauchenden Probleme wie etwa teurere Kosten für die PatientInnen kritisiert. Hanf-Institutsobmann Toni Straka sagte am Mittwoch:“Mit der geplanten Novelle hätte man Cannabis zur Chemikalie hochstilisiert. Es ist und bleibt aber eine von 28.000 ungiftigen Heilpflanzen und muss daher auch vom Gesetzgeber so behandelt werden. Dankenswerterweise hat Österreich jetzt keine allen weltweiten Trends widersprechenden Massnahmen gesetzt.“

Hanf als Heilmittel – SPÖ und FPÖ dagegen

Wien, 18. Juni 2017 – Der ORF befragte Parlamentarier um ihre Meinung zu Hanf als Heilmittel. In der Sendung „Hohes Haus“ vom18. Juni sprachen sich Vertreter von SPÖ und FPÖ dagegen aus. In der ÖVP braucht man noch mehr Informationen. Die Grünen wollen Cannabis als Heilmittel legalisieren, während die Neos für die komplette Herausnahme von Cannabis aus dem Suchtmittelgesetz sind. Beim Team Stronach weiss man schon, dass Cannabis das älteste Heilmittel der Menschheit ist.

Die laufende Medical Cannabis Bürgerinitiative kann noch bis mindestens Dezember auf der Website des Parlaments unterzeichnet werden: https://www.parlament.gv.at/PAKT/VHG/XXV/BI/BI_00116/index.shtml#tab-Zustimmungserklaerungen

W24 Studiogespräch zur Medical Cannabis Bürgerinitiative mit Toni Straka

Wien, 1. Juni 2017 – Der Wiener Regionalsender W24 sprach am 1. Juni 2017 mit Hanf-Institutsobmann Toni Straka über die geplante Suchtmittelgesetz-Novelle und die laufende parlamentarische Medical Cannabis Bürgerinitiative.
Die Bürgerinitiative kann hier online unterschrieben werden.

Grüne wollen leichteren Zugang zu Cannabismedizin

Grünen-Gesundheitsprecherin Eva Mückstein

Wien, 30.Mai 2017 – Aus der Parlamentskorrepondenz vom 30. Mai:

Für Verbesserungen im Bereich der Cannabismedizin setzt sich G-Abgeordnete Eva Mückstein ein und verweist dabei auf entsprechende Regelungen in Deutschland ( 2078/A(E) ).

Seit Jänner 2017 haben dort die PatientInnen die Möglichkeit, auf ärztliche Verschreibung hin getrocknete Cannabis-Blüten und Cannabis-Extrakte in Apotheken zu beziehen. Cannabismedizin sei für ihre schmerzstillende, stimmungsaufhellende, appetitfördernde und entspannende Wirkung bekannt und werde vor allem in der Schmerztherapie, zur Linderung der Nebenwirkungen von Chemotherapie, zur Behandlung von multipler Sklerose, Tourette-Syndrom u.v.m. eingesetzt. Die Regelung im Nachbarland sieht vor, dass die Leistung nur bei der ersten Verordnung einer Genehmigung durch die Krankenkasse bedarf, wobei eine Ablehnung nur in begründeten Ausnahmefällen möglich ist.

Außerdem soll in der Palliativversorgung ein besonders rascher Zugang zu Cannabis-Präparaten ermöglicht werden. Vorgesehen ist auch eine wissenschaftliche Begleiterhebung, um die medizinische Wirkung der Cannabispflanze noch weiter zu erforschen. In Österreich hingegen ist das Arzneimittel Dronabinol chefarztpflichtig; die Kosten werden von den Kassen nur bei ca. 30% der PatientInnen übernommen. Bundesweit verschreiben derzeit nur ca. 40 bis 50 ÄrztInnen Cannabismedikamente, wobei es ein starkes Ost-West-Gefälle gibt. Mehr Fortbildung in diesem Bereich sei daher dringend notwendig.

Parlamentarische Medical Cannabis Bürgerinitiative kann online unterzeichnet werden

Wien, 31. Mai 2017 – Die parlamentarische Medical Cannabis Bürgerinitiative kann seit Dienstag nachmittag online auf der Webseite des Parlaments unterzeichnet werden, teilte das Hanf-Institut am Mittwoch mit. Die mit bereits 10.000 händisch gesammelten Unterschriften startende Bürgerinitiative der Arge Canna und des Hanf-Instituts kann aufgrund der Nationalratswahl im Oktober mindestens bis Dezember elektronisch unterfertigt werden. Zentrale Forderung der Bürgerinitiative ist die Legalisierung des Eigenanbaus von Cannabis für und durch kranke Menschen.
Hanf-Institutsobmann Toni Straka forderte eine Rücknahme der geplanten Gesetzes-Novelle, mit der Österreich sich gegen den weltweiten Trend zur Heilpflanze Cannabis stellt und weiterhin mit einer alle wissenschaftlichen Fakten widersprechenden Cannabis-Politik via Strafrecht betreibt. Diesen Änderungen treten die Vertreter der potentiell 200.000 Cannabis-PatientInnen vehement entgegen.
„Diesmal wollen wir daher rechtzeitig ein Zeichen setzen, dass die angestrebte Novelle des Suchtmittelgesetzes diametral zu den Wünschen der Betroffenen steht, die kein teures Monosubstanz-Extrakt aus der Apotheke, sondern die ganze gesunde Blüte direkt aus dem eigenen Garten – oder auch Grow-Zelt – zur Behandlung ihrer unterschiedlichsten Leiden wollen. Damit könnte diesen Menschen eine schmerz- und leidensfreie Zeit bis zu einer generellen gesetzlichen Neubetrachtung der Hanfpflanze gewährt werden, die eine multidisziplinäre Betrachtung erfordert“, sagte Straka.
Wir hoffen damit der Regierung nahezubringen, wie wichtig den Menschen eine lebensnahe Gesundheitspolitik ist, die sich an den Bedürfnissen der Betroffenen orientiert und das unbedingte Recht auf Schmerzfreiheit und Gesundheit über das Strafrecht stellt“, sagte Straka abschliessend.

ORF ‚heute konkret‘ Bericht zur Medical Cannabis Bürgerinitiative

Wien, 30. Mai 2017 – „heute konkret“ berichtet über die Medical Cannabis Bürgerinitiative der Arge Canna und des Hanf-Instituts. Aus dem Gesundheitsministerium, das rund 17.000 Studien zu Cannabis ignoriert, wollte niemand vor die Kamera.

Medical Cannabis Bürgerinitiative kann auf der Parlaments-Webseite unterschrieben werden

Wien, 30. Mai 2017 – Die parlamentarische Medical Cannabis Bürgerinitiative kann ab sofort auf der Webseite des Parlaments online unterschrieben werden. Die Initiative der Patientenvertretung Arge Canna und des Hanf-Instituts will den Eigenanbau für Patienten mit entsprechender medizinischer Indikation legalisieren. Auf Basis der Zahlen aus Colorado könnte  Cannabis das ideale Heilmittel für über 200.000 Österreicher sein.

Jüngste Forschungsfortschritte deuten zudem auf weitere Anwendungsmöglichkeiten insbesondere bei der Behandlung von neurologischen Alterskrankheiten, bei Epilepsie, Krebs  und in der Kinderheilkunde hin. Insbesondere für die ältere Generation erweist sich Cannabis als vielseitige Heilpflanze. Nach den Angaben der österreichischen Schmerzgesellschaft haben 80 Prozent der Senioren chronische Schmerzen.

Übergabe der Unterschriften an das Parlament – v,l.n.r.: Parlamentsdirektor Dr. Harald Dossi, Hans Pirker, Parkinson Patient, Patrick Krammer Erstunterzeichner der Bürgerinitiative, ARGE Canna (vorne), Toni Straka, Obmann Hanf-Institut, Bernhard Müller, Hanf-Institut, Gerfried Düregger, Obmann ARGE Canna, Klaus Hübner, ARGE Canna, Beatrix Kohlhauser, Mutter der 4jährigen Epileptikerin Hannah.

Hanf-Institutsvorstand Toni Straka sagte, „Diesmal wollen wir daher rechtzeitig ein Zeichen setzen, dass die angestrebte Novelle des Suchtmittelgesetzes diametral zu den Wünschen der Betroffenen steht, die kein teures Monosubstanz-Extrakt aus der Apotheke, sondern die ganze gesunde Blüte direkt aus dem eigenen Garten – oder auch Grow-Zelt – zur Behandlung ihrer unterschiedlichsten Leiden wollen. Damit könnte diesen Menschen eine schmerz- und leidensfreie Zeit bis zu einer generellen gesetzlichen Neubetrachtung der Hanfpflanze gewährt werden, die eine multidisziplinäre Betrachtung erfordert.“

Gerfried Düregger, Obmann der Arge Canna sagte: „Fast 10.000 Unterschriften schon in der Offline-Phase aus ganz Österreich sind ein deutlicher Hinweis, wie positiv die Menschen zu Cannabis als Medizin stehen. Die Betroffenen könnten sich durch unser Eigenanbau-Modell kurzfristig selbst Hilfe verschaffen.“

Hanf soll als behandelt werden, was er ist: Eine Heilpflanze

Die Aktivisten hatten offline bereits 9.940 Unterschriften gesammelt und hoffen, dass Hanf wieder als das behandelt wird, was er ist: Nämlich eine Pflanze.

„Eine vom Gesundheitsministerium eingebrachte Novelle zum Suchtmittelgesetz (SMG) stilisiert Cannabis zur Chemikalie hoch und verlangt dann unmögliche klinische Standards, die auch keine andere Heilpflanze erreicht“, sagte Straka.

Aufgrund der Neuwahlen kann die Bürgerinitiative zumindest bis Dezember auf der Parlaments-Webseite unterzeichnet werden.

Hanfaktivisten leiten mit 10.000 Unterschriften parlamentarische Medical Cannabis Bürgerinitiative ein

Wien, 26. Mai 2017 – Ein Komitee aus schwer kranken HanfpatientInnen von vier bis 78 Jahren hat am Freitag  10.000 händisch gesammelte Unterschriften zum Startschuss der parlamentarischen Medical Cannabis Bürgerinitiative an Parlamentsdirektor Dr. Harald Dossi übergeben.

Die von der Cannabis-Patientenvertretung Arge Canna initiierte und vom Hanf-Institut unterstützte Bürgerinitiative (PDF)  fordert die Straffreistellung für die Produktion und den Besitz von Cannabis für Patienten mit entsprechender medizinischer Indikation und kann in Kürze auf der Webseite des österreichischen Parlaments online unterschrieben werden.

v,l.n.r.: Parlamentsdirektor Dr. Harald Dossi, Hans Pirker, Parkinson Patient, Patrick Krammer Erstunterzeichner der BŸrgerinitiative, ARGE Canna (vorne), Toni Straka, Obmann Hanf-Institut, Bernhard MŸller, Hanf-Institut, Gerfried DŸregger, Obmann ARGE Canna, Klaus HŸbner, ARGE Canna, Beatrix Kohlhauser, Mutter der 4jŠährigen Epileptikerin Hannah.
Wien. †Übergabe der Unterschriften fŸür die parlamentarische Medical Cannabis BŸürgerinitiative.

Der nach einem Unfall querschnittgelähmte und an Spastiken leidende Erstunterzeichner der Bürgerinitiative, Patrick Krammer, sagte bei der Übergabe im Wiener Palais Epstein, „als Schmerzpatient hoffe ich auf eine rasche Änderung im Sinn der betroffenen Patienten. Unsere Kriminalisierung ist nicht mehr zeitgemäss und belastet alle Kranken zusätzlich.“

Gerfried Düregger, Obmann der Arge Canna sagte: „Über 10.000 Unterschriften aus ganz Österreich sind ein deutlicher Hinweis, wie positiv die Menschen zu Cannabis als Medizin stehen. Die Betroffenen könnten sich durch unser Eigenanbau-Modell kurzfristig selbst Hilfe verschaffen.“

Geplante SMG-Novelle würde weitere Verschlechterung für Patienten bringen

Hanf-Institutsobmann Toni Straka forderte eine Rücknahme der geplanten Gesetzes-Novelle, mit der Österreich sich gegen den weltweiten Trend zur Heilpflanze Cannabis stellt und weiterhin mit einer alle wissenschaftlichen Fakten widersprechenden Cannabis-Politik via Strafrecht betreibt.

Diesen Änderungen treten die Vertreter der potentiell 200.000 Cannabis-PatientInnen vehement entgegen.

„Diesmal wollen wir daher rechtzeitig ein Zeichen setzen, dass die angestrebte Novelle des Suchtmittelgesetzes diametral zu den Wünschen der Betroffenen steht, die kein teures Monosubstanz-Extrakt aus der Apotheke, sondern die ganze gesunde Blüte direkt aus dem eigenen Garten – oder auch Grow-Zelt – zur Behandlung ihrer unterschiedlichsten Leiden wollen. Damit könnte diesen Menschen eine schmerz- und leidensfreie Zeit bis zu einer generellen gesetzlichen Neubetrachtung der Hanfpflanze gewährt werden, die eine multidisziplinäre Betrachtung erfordert“, sagte Straka.

Die geplante Novelle des Suchtmittelgesetzes SMG will das nicht psychoaktive Cannabinoid CBD den selben Strafbestimmungen wie den psychoaktiven Inhaltsstoff THC unterstellen.

Das Hanf-Institut tritt in einer Stellungnahme zum Begutachtungsentwurf insbesondere der Begründung entgegen, dass zu CBD keine ausreichenden wissenschaftlichen Erkentnisse vorliegen.

In Österreich will der Staat in wenigen Tagen eine neuerliche Gesetzes-Novelle abhandeln, in der Hanf wider alle Fakten zur Chemikalie hochstilisiert wird“, sagte Straka und sagte abschliessend, „alle, die Cannabis kennen, wissen, dass er eine von über 28.000 Heilpflanzen auf dieser Welt – wie Kamille, Salbei oder Baldrian – ist. So soll Cannabis daher nach unserer Ansicht auch behandelt werden: Als Pflanze.“

Finden Sie hier alle wichtigen Dokumente rund um die Medical Cannabis Bürgerinitiative

Volltext der Bürgerinitiative: Parlamentarische-Bürgerinitiative-betreffend-Straffreistellung von Medical Cannabis (PDF)

Stelllungnahme des Hanf-Instituts zu den Entwürfen für die Novellen zum Suchtmittelgesetz (SMG) und zur Suchtgiftverordnung (SV)

Statement von Toni Straka anlässlich der Einreichung der Unterschriften für die Bürgerinitiative.

Bilder vom Event:

Ankunft

Eine der Unterschriftenmappen.

Ankunft Patrick Krammer Erstunterzeichner der Bürgerinitiative.

Ankunft Patrick Krammer Erstunterzeichner der Bürgerinitiative.

Ankunft Patrick Krammer Erstunterzeichner der Bürgerinitiative, ARGE Canna (vorne), Beatrix Kohlhauser, Mutter der 4jährigen Epileptikerin Hannah, Toni Straka, Obmann Hanf-Institut.

v.l.n.r.: Gerfried Düregger, Obmann ARGE Canna, Patrick Krammer Erstunterzeichner der Bürgerinitiative, ARGE Canna (vorne), Parlamentsdirektor Dr. Harald Dossi.

v.l.n.r.: Parlamentsdirektor Dr. Harald Dossi, Patrick Krammer Erstunterzeichner der Bürgerinitiative.

v.l.n.r.: Parlamentsdirektor Dr. Harald Dossi, Hans Pirker, Parkinson Patient, Patrick Krammer Erstunterzeichner der Bürgerinitiative, ARGE Canna (vorne), Toni Straka, Obmann Hanf-Institut, Gerfried Düregger, Obmann ARGE Canna.

v.l.n.r.: Patrick Krammer Erstunterzeichner der Bürgerinitiative, ARGE Canna (vorne), Toni Straka, Obmann Hanf-Institut, Gerfried Düregger, Obmann ARGE Canna.

v.l.n.r.: Hans Pirker, Parkinson Patient, Patrick Krammer Erstunterzeichner der Bürgerinitiative, ARGE Canna (vorne), Toni Straka, Obmann Hanf-Institut, Gerfried Düregger, Obmann ARGE Canna.

v.l.n.r.: Hans Pirker, Parkinson Patient, Patrick Krammer Erstunterzeichner der Bürgerinitiative, ARGE Canna (vorne), Toni Straka, Obmann Hanf-Institut, Gerfried Düregger, Obmann ARGE Canna, Beatrix Kohlhauser, Mutter der 4jährigen Epileptikerin Hannah.

v.l.n.r.: Hans Pirker, Parkinson Patient, Patrick Krammer Erstunterzeichner der Bürgerinitiative, ARGE Canna (vorne), Toni Straka, Obmann Hanf-Institut, Gerfried Düregger, Obmann ARGE Canna.

v.l.n.r.: Parlamentsdirektor Dr. Harald Dossi, Hans Pirker, Parkinson Patient, Patrick Krammer Erstunterzeichner der Bürgerinitiative, ARGE Canna (vorne), Toni Straka, Obmann Hanf-Institut, Gerfried Düregger, Obmann ARGE Canna, Beatrix Kohlhauser, Mutter der 4jährigen Epileptikerin Hannah.

v.l.n.r.: Parlamentsdirektor Dr. Harald Dossi, Hans Pirker, Parkinson Patient, Patrick Krammer Erstunterzeichner der Bürgerinitiative, ARGE Canna (vorne), Toni Straka, Obmann Hanf-Institut, Bernhard Müller, Hanf-Institut, Gerfried Düregger, Obmann ARGE Canna.

v.l.n.r.: Parlamentsdirektor Dr. Harald Dossi, Patrick Krammer Erstunterzeichner der Bürgerinitiative, ARGE Canna (vorne), Hans Pirker, Parkinson Patient, Toni Straka, Obmann Hanf-Institut, Gerfried Düregger, Obmann ARGE Canna.

v.l.n.r.: Parlamentsdirektor Dr. Harald Dossi, Hans Pirker, Parkinson Patient, Patrick Krammer Erstunterzeichner der Bürgerinitiative, ARGE Canna (vorne), Toni Straka, Obmann Hanf-Institut.

v.l.n.r.: Parlamentsdirektor Dr. Harald Dossi, Hans Pirker, Parkinson Patient, Patrick Krammer Erstunterzeichner der Bürgerinitiative, ARGE Canna (vorne), Toni Straka, Obmann Hanf-Institut.

Parlamentsdirektor Dr. Harald Dossi mit Unterschriften.

v.l.n.r.: Parlamentsdirektor Dr. Harald Dossi, Patrick Krammer Erstunterzeichner der Bürgerinitiative, ARGE Canna (Rollstuhl), Hans Pirker, Parkinson Patient, Toni Straka, Obmann Hanf-Institut.

v,l.n.r.: Parlamentsdirektor Dr. Harald Dossi, Hans Pirker, Parkinson Patient, Patrick Krammer Erstunterzeichner der Bürgerinitiative, ARGE Canna (Rollstuhl), Toni Straka, Obmann Hanf-Institut, Gerfried Düregger, Obmann ARGE Canna.

v,l.n.r.: Parlamentsdirektor Dr. Harald Dossi, Hans Pirker, Parkinson Patient, Patrick Krammer Erstunterzeichner der Bürgerinitiative, ARGE Canna (vorne), Toni Straka, Obmann Hanf-Institut, Bernhard Müller, Hanf-Institut, Gerfried Düregger, Obmann ARGE Canna, Klaus Hübner, ARGE Canna, Beatrix Kohlhauser, Mutter der 4jährigen Epileptikerin Hannah.

v,l.n.r.: Parlamentsdirektor Dr. Harald Dossi, Hans Pirker, Parkinson Patient, Patrick Krammer Erstunterzeichner der Bürgerinitiative, ARGE Canna (vorne), Toni Straka, Obmann Hanf-Institut, Bernhard Müller, Hanf-Institut, Gerfried Düregger, Obmann ARGE Canna, Klaus Hübner, ARGE Canna, Beatrix Kohlhauser, Mutter der 4jährigen Epileptikerin Hannah.

Erstunterzeichnung von Patrick Krammer Erstunterzeichner der Bürgerinitiative, ARGE Canna.

Die 4jährige Epileptikerin Hannah.

Die 4jährige Epileptikerin Hannah.

v,l.n.r.: Toni Straka, Obmann Hanf-Institut im Interview.

Hans Pirker, Parkinson Patient.

v,l.n.r.: Beatrix Kohlhauser, Mutter der 4jährigen Epileptikerin Hannah, Klaus Hübner, ARGE Canna.

 

Stellungnahme des Hanf-Instituts zu den Entwürfen für die Novellen zum Suchtmittelgesetz (SMG) und zur Suchtgiftverordnung (SV)

Wien, 19. Mai 2017 – Das Hanf-Institut hat diese Stellungnahme zur SMG-Novelle abgegeben.

Sehr geehrte Damen und Herren!
Generelle Erläuterungen zu Cannabis:

Cannabis Sativa ist eine in unseren Breiten natürlich vorkommende Pflanze und mit seinem für die lokalen Sorten typischen sehr geringen THC-Gehalt heute zwar relativ selten, aber geografisch durchaus weit verbreitet (Vogelhanf).

Am Schwarzmarkt gibt es hochwirksame Produkte einer sehr ähnlichen Pflanze (ein anderer Genotyp) mit THC-Werten jenseits der 20-Prozentgrenze.

THC ist der verbotene bzw. verschreibungspflichtige Stoff der aus ausnahmslos allen Cannabispflanzen gewonnen werden kann – dies wäre allerdings Suchtgiftgewinnung und ist schon nach geltendem Recht in jeder Form strafbar.

Bei einem Gehalt von unter 0,3 Prozent THC kann laut bisherigem Gesetz (das ja in Bezug auf kommerziellen Hanfanbau gut funktioniert) Suchtgiftgewinnung ausgeschlossen werden. Man bräuchte rein rechnerisch ein Kilogramm Blütenmaterial, um unter 3 Gramm THC zu erzeugen.

Zu Z 16 (Anhang I.1.a)

Der Feststellung, dass zu Cannabidiol (CBD) keine wissenschaftlichen Erkenntnisse vorliegen, ist zu widersprechen. Auf der öffentlich zugänglichen Webseite PubMed https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed des National Institute of Health sind aktuell 1.722 Studien speziell zu Cannabidiol und 16.394 wissenschaftliche Arbeiten zu Cannabis als Heilmittel abrufbar.

Keine dieser Studien stellte eine toxische, sehr wohl aber fast alle eine therapeutische Wirkung von Cannabis allgemein und CBD speziell fest. CBD wird dabei unter unzähligen anderen Krankheitsbildern vor allem im Zusammenhang mit Schmerzen, Angstzuständen, Krebs und Schizophrenie als positiv wirkend genannt. Keine einzige Studie konnte bei CBD eine gesundheitsschädigende Wirkung in Form unerwünschter Nebenwirkungen feststellen.
Jüngste Studien bestätigen die hohe Effizienz von CBD bei Epilepsie-Patienten, die in Österreich bisher nur in anekdotischer Form vorliegen.

CBD hilft auch bei der Eindämmung der Nikotinsucht. Eine Studie des University College London kam zum Ergebnis, dass Nikotinsüchtige ihren Konsum binnen kurzen um 40 Prozent reduzierten. Anekdotische Erfahrungsberichte aus Österreich dokumentieren eine Senkung des Tabakkonsums zwischen 40 und 100 Prozent.

Auch die Weltgesundheitsorganisation WHO hat bekanntgegeben, dass noch 2017 in einer Studie der medizinische Wert der Hanfpflanze erstmals nach 82 Jahren reevaluiert wird. Alle bisher vorliegenden Studien vor allem aus den USA und Israel sprechen der Cannabis-Pflanze hohen therapeutischen Nutzen bei mittlerweile über 250 Krankheiten zu.

Die Klassifizierung von Cannabis als Suchtgift in den internationalen Konventionen von 1961 ist seit der Entdeckung des menschlichen Endocannbinoidsystems im Jahr 1995 durch den israelischen Forscher Professor Raphael Mechoulam umstritten.

Die vorgesehenen Änderungen der Suchtgiftverordnung mögen zwar die Suchtmittel-Rechtslage pro futuro unmissverständlich verdeutlichen, gehen aber an den wissenschaftlichen Erkenntnissen in puncto Cannabis der vergangenen 22 Jahre vorbei. Warum aber der Gesetzgeber Angst vor der natürlichen Cannabis-Blüte hat, bleibt weiterhin unverständlich.
In diese Zeit fällt neben der bereits erwähnten Entdeckung des Endocannabinoidsystems auch die Veröffentlichung einer Liste von 245 Krankheitsbildern durch den ehemaligen Chefmediziner der US-Drogenbehörde DEA, Dr. Tod Mikurya, der Cannabis für eines des sichersten Heilmittel hält.

Es handelt sich dabei um folgende Krankheitsbilder, die auch wissenschaftlich untersucht wurden:

  1. Adipositas (Fettleibigkeit – Überernährung und Bewegungsmangel)
  2. Agoraphobie (Panikstörung)
  3. akute Gastritis (Magenschleimhautentzündung)
  4. akute Nasennebenhöhlenentzündung
  5. Albträume (Angstträume)
  6. Alkoholdelirium (Angststörung, örtliche, zeitliche und situative Orientierungsstörungen, Halluzinationen, Verwirrtheit mit wechselndem Bewusstseinsgrad bis hin zum Koma; Unruhe, Zittern, Krämpfe, Schwitzen, Erhöhung von Puls, Blutdruck und der Atemfrequenz)
  7. Alkoholismus
  8. Alkoholmissbrauch (Abhängigkeitssyndrom)
  9. Allgemeine Gelenkschmerzen mit Gelenkverschleiß, Polyarthrose, Arthritis (entzündliche Gelenkerkrankung)
  10. Altersdemenz (Defizit in kognitiven, emotionalen und sozialen Fähigkeiten)
  11. Altersdiabetes
  12. Amblyopie (Schwachsichtigkeit, Sehstörung)
  13. Amphetaminabhängikeit
  14. Amyloidose (Stoffwechselerkrankung)
  15. Amyotrophe Lateralsklerose (degenerative Erkrankung des motorischen Nervensystems)
  16. Anaphylaktische Reaktion (Überempfindlichkeitsreaktion, Allergische Reaktion/Schock), (Nesselsucht, Juckreiz, Erröten, Schwindel, Kopfschmerz oder Angstzuständen, Blutdruckabfall, Tachykardie, Übelkeit und Erbrechen, Atemnot)
  17. Anderweitig klassifizierte Erkrankungen, bei denen psychische Faktoren eine Rolle spielen (psychosomatische Erkrankungen im engeren Sinne)
  18. Aneurysma der zerebralen Gefäße (Gehirnaneurysma, Arterienerweiterung im Gehirn)
  19. angeborene Schilddrüsenunterfunktion
  20. angeborener/vererbter Nystagmus (Augenzittern) und sonstige abnorme Augenbewegungen
  21. Angina Pectoris (Brustenge, anfallsartiger Schmerz in der Brust, durch eine vorübergehende Durchblutungsstörung des Herzens) Angststörung, Phobie,
  22. anhaltende Ein- und Durchschlafstörungen, schlechte Schlafqualität (nicht erholsamer Schlaf)
  23. Ankylose eines Gelenkes (Gelenksteife)
  24. Anorexie (Appetitlosigkeit, Magersucht)
  25. Arbovirosen (Arbovireninfektion)
  26. Arthritis psoriatica (entzündliche Gelenkerkrankung bei Schuppenflechte)
  27. Asperger-Syndrom
  28. Asthma
  29. Asthmatische Bronchitis
  30. Atherosklerotische Herzkrankheiten – Verhärtung (Ablagerungen von Blutfetten, Thromben, Bindegewebe und in geringeren Mengen auch Kalk in den Gefäßwänden) Atrophie blanche (Substanz- und Strukturveränderungen der Haut und Schrumpfung des Gewebes, Gefäßerkrankungsfolge)
  31. Aufmerksamkeitsdefizitsstörung (ADHS)
  32. Aufwach-Grand-mal-Epilepsie
  33. Autismus
  34. Autoimmunerkrankungen
  35. Bandscheibenschäden, -verlagerungen, -erkrankungen
  36. Bauchschmerzen bei Bauchfellentzündung (Peritonitis)
  37. Begleithepatitis (nicht viral), Leberentzündung
  38. Bindehautentzündung
  39. bipolare Störung (manisch-depressive Erkrankung)
  40. Bläschenhornhautentzündung
  41. Blasenentzündung, Harnleiterentzündung
  42. Bulimie (Ess-Brechsucht)
  43. Chemotherapie (Brustkrebs, Chorionkarzinom, Hodentumore, Leukämien, malignes Lymphon, Lymphknotenkrebs, Tumoren, Metastasen)
  44. Chondropathia patellae (Knorpelkrankheit der Kniescheibe, Degeneration des Knorpels)
  45. Chronische Bronchitis
  46. Chronische Nasennebenhöhlenentzündung
  47. Chronische Pankreatitis (Bauchspeicheldrüsenentzündung)
  48. Chronische Polyarthritis, rheumatoide Arthritis (chronisch entzündliche, schubweise verlaufende Autoimmunerkrankung der Gelenke)
  49. Chronische postrheumatische Arthritis, Gelenkentzündung bei rheumatischen Erkrankungen
  50. Chronische Virushepatitis B, Chronische Virushepatitis C (Müdigkeit, Abgeschlagenheit, Appetitlosigkeit, Gelenkschmerzen, depressive Symptome)
  51. Cluster-Kopfschmerzen
  52. Dermatitis
  53. Dermatomyositis-Polymyositis (Muskelerkrankung, -entzündung)
  54. diabetische Nephropathie (diabetische Nervenschädigung)
  55. diabetische periphere arterielle Verschlusskrankheit (Durchblutungsstörungen und Gefäßwandversteifung) Diabetischen Nephropathie (Nierenerkrankung, Nierenversagen)
  56. Diabetischen Retinopathie (diabetische Netzhauterkrankung)
  57. Divertikulitis (Darmentzündung)
  58. Drusen der Papille (Sehnervenerkrankungen)
  59. Dumping-Syndrom nach medizinischen Maßnahmen (Sturzentleerung flüssiger und fester Nahrung )
  60. Dupuytren-Kontraktur (Fibromatose der Palmarfaszie, Bindegewebe-Erkrankung der Handinnenfläche)
  61. Durchfall (Diarrhoe)
  62. Dyskeratosis follicularis (Morbus Darier), (erbliche Hautkrankheit – Verhornungsstörung der Haut), (Juckzreiz, trockene Haut)
  63. Dysthymie (chronische depressive Verstimmung)
  64. Ehlers-Danlos Syndrom (Störungen im Bindegewebes, Collagendefekt mit Auswirkungen auf Haut (Überdehnbarkeit), Gelenke (Überbeweglichkeit), Gefäße, Muskeln, Bänder, Sehnen und innere Organe)
  65. eiternde Erkrankung/Entzündung des Dick- oder Grimmdarmes (Durchfall)
  66. Ekzem (Juckflechte), nicht-infektiöse Hautentzündung (Hautrötung, Bläschenbildung, Nässen, Krustenbildung, Schuppung)
  67. Endometriose (Erkrankung der Gebärmutterschleimhaut), (Unterleibschmerzen)
  68. Enthesiopathie (schmerzhafter Reizzustand der Sehnenansätze)
  69. Entzündung des Sehnervs (Retrobulbärneuritis), (Verfall der Sehschärfe bis zum Erblinden, Kopfschmerzen)
  70. Enzephalitis (Entzündung des Gehirns, Fieber, Kopfschmerzen und Abgeschlagenheit bis zu Lähmungen, Sehstörungen mit Doppelbildsehen, Krämpfen, Bewusstlosigkeit, Wahrnehmungs- und Orientierungsstörungen)
  71. Eosinophilie-Myalgie-Syndrom (Multisystemerkrankung, Muskelschmerzen, Vermehrung der eosinophilen Granulozyten im Blut, Krämpfe, Hautveränderungen und allgemeine Erscheinungen wie Fieber und Schwäche)
  72. Epicondylitis (Tennisarm)
  73. Epilepsieanfälle ohne Störung des Bewusstseins
  74. Epilepsien (Krampfanfälle, Verhaltens- oder Befindensstörungen)
  75. Erbrechen
  76. erhöhter Hirndruck
  77. Erkrankung/Vergrößerung des Fettgewebes – Fettgewebshyperplasie (Fettherz, Fettgewebs-Rheumatismus)
  78. Erkrankungen des Lymphsystems und Bindegewebserkrankungen
  79. Erregungsleitungsstörungen, Herzrhythmusstörung, zu langsamer Herzschlag (Bradykardie, Bradyarrhythmie), Herzschrittmacherbehandlung
  80. Erythema multiforme (akute entzündliche Erkrankung der Haut oder Schleimhaut, Stevens-Johnson-Syndrom infekt- oder arzneimittel-allergisch bedingte Hauterkrankung)
  81. Farbenblindheit
  82. Fazialisparese (Bell-Lähmung)
  83. Felty-Syndrom (Chronische Polyarthritis, Vergrößerung der Milz, Lymphknotenschwellung, Mangel an weißen Blutkörperchen-Leukozyten)
  84. Fibromyalgie/Fibrositis, Faser-Muskel-Schmerz, (chronische Schmerzen im Bereich Rücken, Nacken, Brustkorb, Gelenke, Arme, Beine Migräne, andauernde Müdigkeit Erschöpfung, allgemeine Schwäche, Antriebsschwäche, Konzentrationsstörungen, Wetterfühligkeit, Schwellungsgefühl an Händen, Füßen und Gesicht ,Schlafstörungen)
  85. Friedreich-Ataxie (degenerative Erkrankung des zentralen Nervensystems)
  86. Gastritis und Gastroduodenitis (Magenschleimhautentzündung, chronische Entzündung der Schleimhaut des Zwölffingerdarms)
  87. Gastroösophageale Refluxkrankheit ohne Ösophagitis (Sodbrennen ohne Entzündung der Schleimhaut)
  88. Gebärmutterkrebs
  89. Gehirntumor
  90. Gelenkschmerz
  91. Genitalherpes
  92. Gicht, Gelenkerkrankungen, Arthritis, Arthrose
  93. Glaukom
  94. Glioblastom (Gehirntumor)
  95. Gürtelrose (Herpes Zoster)
  96. Haarausfall
  97. Hämophilie A (Bluter)
  98. Harnleiterschmerzen, Nierenkolik
  99. Hautkrebs
  100. Hemiparese und Hemiplegie (unvollständige und komplette Halbseitenlähmung)
  101. Hereditäre motorisch-sensible Neuropathie Typ I (Charcot-Marie-Tooth-Hoffmann-Syndrom), Neurale Muskelatrophie (Schmerzen, Missempfindungen, Muskelkrämpfe)
  102. Herpes-simplex-Virusinfektion
  103. HIV-Infektion (Fieber, Abgeschlagenheit, Müdigkeit, Unwohlsein, Kopfschmerzen, Appetitverlust, Gelenksschmerzen, Hautausschlag, Nachtschweiß, Muskelschmerzen, Übelkeit, Durchfall, Schluckschmerzen, Geschwüre, Steifer Nacken)
  104. Hodenkrebs
  105. Hodentorsion
  106. Huntington-Krankheit
  107. Husten
  108. Hyperaktivitätsstörung (ADHS)
  109. Hypertonie (Bluthochdruck)
  110. Hyperventilation (gesteigerte Lungenbelüftung), (hohe Atemfrequenz bei starker Luftnot, Engegefühl über der Brust. Gähnen, Seufzer, Reizhusten, Gefühllosigkeit und Missempfindungen, Verkrampfungen, Zittern, Muskelschmerzen, Kopfschmerz, Schwindel, Sehstörungen, Benommenheit)
  111. Infantile Zerebralparese, Zerebraler Kinderlähmung, Spastik (Lähmungen und Bewegungsstörungen aufgrund frühkindlicher Hirnschädigung) Insomnie (Ein- und Durchschlafstörungen), (Tagesmüdigkeit und Konzentrationsstörungen, Gereiztheit, Nervösität, Überforderungsgefühl) Insulinmangeldiabetes
  112. Ischämische Herzkrankheiten (Arterienverkalkung)
  113. Ischiassyndrom bei Bandscheibenvorfall
  114. Juckreiz, Sonstige somatoforme Störungen Psychogener Pruritus
  115. Kachexie (starke Abmagerung, allgemeiner Kräfteverfall)
  116. Karpaltunnelsyndrom (Kompressionssyndrom im Bereich der Handwurzel)
  117. Kinetose (Reisekrankheit, Bewegungskrankheit, Seekrankheit, Luftkrankheit, Raum- oder Landkrankheit), (Blässe, Schwindel, Kopfschmerz, Übelkeit und Erbrechen)
  118. Klimakterische Störungen/Beschwerden (Hitzewallungen, Schlaflosigkeit, Kopfschmerz, Konzentrationsschwäche, Schwindel und verschiedene psychische Symptome wie Reizbarkeit, depressive Verstimmung oder Konzentrationsstörungen), Postartifizielles Menopausensyndrom (Wechseljahrbeschwerden)
  119. Kokainabhängigkeit
  120. Krebs allgemein
  121. Lokalisationsbezogene Epilepsie
  122. Louis-Bar-Syndrom (Zerebellare Ataxie mit defektem DNA-Reparatursystem)
  123. Lungenemphysem, Emphysembläschen (übermäßiges Vorkommen von Luft an ungewohnten Stellen) Lungenfibrose (Erkrankung des Lungengewebes)
  124. Luxation von Halswirbeln (Verrenkung von Halswirbeln)
  125. Lyme-Borreliose oder Lyme-Krankheit (bakterielle Infektionskrankheiten)
  126. Lymphknotenerkrankungen
  127. Magen- und Zwölffingerdarmgeschwür
  128. Magersucht (Anorexia nervosa)
  129. Makuladegeneration (Augenerkrankung)
  130. maligne Melanome
  131. Manie (affektive Störung)
  132. Marfan-Syndrom (genetisch bedingte Bindegewebserkrankung)
  133. Mastozytose (Ansammlung von Mastzellen in Haut oder inneren Organen, dermatologische und hämatologische Erkrankung)
  134. Melorheostose (Knochenverdickung aufgrund Stoffwechselstörung)
  135. Ménière-Syndrom oder -Schwindel (Erkrankung des Innenohres, Anfälle von Drehschwindel, einseitigem Hörverlust und Ohrensausen (Tinnitus))
  136. Migräne (gewöhnliche, klassische, komplizierte, sonstige)
  137. Migräne mit Aura (Augenmigräne)
  138. Morbus Basedow (Autoimmunkrankheit der Schiddrüse)
  139. Morbus Crohn (chronische Entzündung des Verdauungstraktes, Darmerkrankungen)
  140. Morbus Osgood-Schlatter (Knieschmerzen, Kniescheibenschmerzen oder Schmerzen unterhalb der Kniescheibe), aseptische Osteochondrose (Wachstumskrankheit des oberen Schienbeins (an Wachstumsfugen) während der Wachstumsphase durch Überbelastung/Übergewicht/Sport)
  141. Mukopolysaccharidose
  142. Multiple Sklerose
  143. Muskeldystrophien (Muskelschwund) Muskelkrämpfe, Muskelkontraktur myeloische Leukämie
  144. Myelopathie
  145. Myofasziales Schmerzsyndrom (Schmerzen im Bewegungsapparat )
  146. Nagel-Patella-Syndrom (Deformationen der Fingernägel und Knochen), Osteoonychodysplasie (angeborene Fehlbildungen des Muskel-Skelett-Systems)
  147. Nebenhodenentzündung (Orchitis und Epididymitis)
  148. Neurasthenie (Nervenschwäche, Erschöpfung und Ermüdung, Ermüdung, Ängstlichkeit, Kopfschmerzen, Impotenz, Frigidität, Neuralgie, Konzentrationsstörungen, Freudlosigkeit und Melancholie, Spannungskopfschmerz und erhöhte Reizbarkeit,
  149. Neuropathien, Erkrankungen des peripheren Nervensystems durch Entzündungen oder neurotoxische Substanzen
  150. Niederer Blutzuckerspiegel (Unterzuckerung, Symptome: Übelkeit, Erbrechen, Kraftlosigkeit, Unwohlsein und Ermüdung, Nervosität, Krampfanfälle)
  151. Nieren- und Ureterstein (krampfartigen Schmerzen)
  152. Nierenentzündung, Erkrankungen der Niere und der Nierenfunktion
  153. Nierentumor
  154. Nikotinsucht
  155. Obstipation (Verstopfung)
  156. Opiat- und Opioidabhängigkeit
  157. Organische nicht psychotische Erkrankungen des Gehirns
  158. Organische psychische Störung, Hirnorganisches Syndrom
  159. Organisches Psychosyndrom nach Schädelhirntrauma (wie Kopfschmerzen, Schwindel, Erschöpfung, Reizbarkeit, Schwierigkeiten bei Konzentration und geistigen Leistungen, Gedächtnisstörungen, Schlafstörungen und verminderter Belastungsfähigkeit für Stress)
  160. Osteogenesis imperfecta (Glasknochenkrankheit – abnorm hohen Knochenbrüchigkeit)
  161. Panarteriitis nodosa (Kussmaul-Maier-Krankheit, Autoimmunerkrankungen – Entzündung der Blutgefäße)
  162. Panikstörung
  163. Parkinson
  164. Pemphiguskrankheiten, Ödeme (blasenbildende Hautkrankheiten)
  165. Peutz-Jeghers-Syndrom (Polypen im Magen-Darm-Trakt, melanotische Pigmentflecken auf Haut und Schleimhäuten, vererbbare Genmutation)
  166. Porphyrie (Stoffwechselerkrankung)
  167. Post-Polio-Syndrom (PPS) (Müdigkeit, Muskel- und Gelenkschmerzen sowie Muskelschwächen)
  168. Postkardiotomie-Syndrom (Kreislaufkomplikationen nach medizinischen Maßnahmen/Herzoperation), (Thoraxschmerz, Hustenreiz, Unwohlsein, Fieber- und Krankheitsgefühl, Muskel- und Gelenkschmerzen)
  169. Posttraumatische Belastungsstörung (Gedächnisstörung, Depressionen, Dissoziative Störungen, Persönlichkeitsveränderungen, Bindungsstörungen, Suchtverhalten, Aggressive Verhaltensmuster, Selbstverletzendes Verhalten, Suizidversuche, Ein- und Durchschlafstörungen, erhöhte Schreckhaftigkeit, Hypervigilanz, Konzentrationsschwierigkeiten, Reizbarkeit und Wutausbrüche)
  170. posttraumatische Gelenksbeschwerden, traumatisch bedingte Arthropathie (Gelenkerkrankungen)
  171. Prämenstruelle Beschwerden (PMS), Regelschmerzen
  172. Prostatakrebs
  173. Prostatitis (Entzündung der Vorsteherdrüse (Prostata))
  174. psychisch bedingte Schmerzen
  175. psychisch bedingte Dysurie (Harnblasenentleerungsstörungen)
  176. psychisch bedingte Hyperhidrose (übermäßige Schweißproduktion) psychisch bedingte Impotenz (Stress)
  177. psychisch bedingte Pylorospasmus (verengter Magenausgang, Erbrechen)
  178. Purpura Schönlein-Henoch (Entzündung der kleinen Blutgefäße: krankhaften Hautveränderungen, kolikartige Bauchschmerzen, Blut im Stuhlgang, Erbrechen, Entzündung der Sprung- und/oder Kniegelenke, Schwellung der Füße und/oder Hände, verminderte Nierenfunktion, Schmerzhaftigkeit und Schwellung der Hoden, Kopfschmerzen, Krampfanfällen, Halbseitenlähmung, Choreatische Bewegungsstörungen, mentalen Störungen und Hirnblutungen, Sprachstörung, Ataxie – Erkrankung der Bewegungssteuerung)
  179. Pylorospasmus (Magenausgangverengung)
  180. Querschnittlähmung (Verletzung des Rückenmarks)
  181. Raynaud-Syndrom, Weißfingerkrankheit (Periphere Gefäßkrankheit)
  182. Reiter-Syndrom (Gelenksentzündungen, Arthritis, Harnröhrenentzündung Infektion der Harnwege, bakterielle Infektion des Darmes, Entzündung der Bindehaut)
  183. Reizdarmsyndrom (Verstopfung, Durchfall, Blähungen, Beckenschmerzen)
  184. Restless-Legs-Syndrom (Syndrom der unruhigen Beine )
  185. Rosazea Couperose (Kupferrose – akneähnliche Hauterkrankung im Gesicht)
  186. Rückenschmerzen, Verstauchungen des Rückens/Brustwirbelsäule
  187. Schädelhirntrauma, Gehirnerschütterung
  188. Schilddrüsenentzündung
  189. Schizoaffektive Störung (manisch-depressiven Störung (bipolaren affektiven Störung), Depression, Manie, Wahn, Halluzinationen)
  190. Schizophrenien (Paranoia, schizophrenen Psychose, blande Psychose, psychomotorische Störungen, Denkstörungen und Wahn)
  191. Schlafapnoe (Atemstillstände während des Schlafs, schlafbezogenen Atmungsstörungen), (Tagesmüdigkeit, Einschlafzwang (Sekundenschlaf) Schleudertrauma der Halswirbelsäule
  192. Schluckauf (Singultus)
  193. Schmerz- und Beruhigungsmittelabhängigkeit
  194. Schmerzen aufgrund Anomalien des Kiefers (Dentofaziale Anomalien)
  195. Schmerzen im Becken und am Damm, sonstige Schmerzen der weiblichen Genitalorgane
  196. Schreibkrampf, Dystonie, Bewegungsstörungen
  197. Schultergürtel-Kompressionssyndrom (Läsionen des Plexus brachialis)
  198. Schulterläsionen,
  199. Schuppenflechte
  200. Schwere chronische Depression, depressive Episode
  201. Sehnenscheidenentzündung
  202. Sklerodermie (Bindegewebsverhärtung der Haut oder/und der inneren Organe, )
  203. Skoliose (angeborene Deformitäten der Wirbelsäule, Verkrümmung, Verdrehung)
  204. Sonstige abnorme Gewohnheiten und Störungen der Impulskontrolle (Reizbarkeit, Zwänge)
  205. Sonstige demyelinisierende Krankheiten des Zentralnervensystems
  206. Sonstige hyperkinetische Störungen
  207. sonstige Kiefergelenkserkrankungen
  208. Sonstige Krankheiten des Rückenmarkes,
  209. Sonstige Lähmungssyndrome
  210. Sonstige Mononeuropathien der unteren Extremität
  211. Sonstige nichtinfektiöse Magen-Darm-Entzündung (Magen-Darm-Grippe, Brechdurchfall, Bauch-Grippe)
  212. Sonstige vererbte spinale Muskelatrophie Typ-2
  213. Spannungskopfschmerzen, leicht- bis mittelschwere Kopfschmerzen (Ängstlichkeit, depressive Grundstimmung, Schlafstörungen; Jucken, Brennen, Spannen, Schmerzen der Kopfhaut; Verspannungen)
  214. Spina bifida occulta (Spaltwirbel)
  215. Spinal(kanal)stenose (Verengung des Wirbelkanales)
  216. Spondylolisthese (Wirbelgleiten), Instabilität der Wirbelsäule
  217. Spondylopathien (Wirbelsäulendegeneration), lumbosakrale Stenose (Cauda-equina-Syndrom)
  218. Spontaner Spannungspneumothorax
  219. Stottern
  220. Strabismus (Schielen- Augenmuskelgleichgewichtsstörung) und andere Erkrankungen mit funktionellen Sehbehinderungen
  221. Strahlentherapie (chronisch-entzündliche und degenerative Erkrankungen wie Fersensporn, Tennisellbogen, Schulterschmerzen, Arthrosen, Wirbelkörperhämangiome, Induratio Penis plastica, Krebs)
  222. Sturge-Weber-Syndrom (enzephalotrigeminale Angiomatose), angeborene Störung, Geburtsmal bzw. Portweinfleck im Gesicht, neurologische Abnormalitäten, Erhöhung des Augeninnendrucks (Glaukom) sowie seltener andere Organirregularitäten)
  223. Sturge-Weber-Syndrom(Syndroms durch Gefäßfehlbildungen der Haut und im Gehirn, Tumorartige Gefäßneubildung – Angiom / Fehlbildung – Blutschwamm) Supraventrikuläre Tachykardie, Herzrasen – hoher Puls
  224. Sympathische Reflex-Dystrophie (komplexes regionales Schmerzsyndrom)
  225. Syringomyelie und Syringobulbie (Erkrankung des Rückenmarks)
  226. Systemischer Lupus erythematodes (Autoimmunerkrankung, Hautveränderungen, Entzündungen der Organe oder Gelenke)
  227. Tetraparese und Tetraplegie (Lähmung aller vier Extremitäten)
  228. Thrombangiitis obliterans (segmentale Gefäßentzündung kleiner und mittelgroßer Arterien und Venen überwiegend der unteren Extremität)
  229. Ticstörungen
  230. Tietze-Syndrom (druckschmerzhafte Schwellung im Bereich des Brutsbeinansatzesm, Brust- und Brustbeinschmerzen)
  231. Tinnitus
  232. Tourette-Syndrom (Ärger, Anspannung, Stress)
  233. Tremor (unwillkürliches abnormes Zittern, abnorme unwillkürliche Bewegungen)
  234. Trichotillomanie (zwanghaftes Haarausreißen)
  235. Trigeminusneuralgie (Gesichtsschmerz)
  236. Übelkeit/Brechreiz mit und ohne Erbrechen
  237. Unterleibsentzündungen, Eileiterentzündung, Eierstockentzündung,
  238. Verdauungsstörung,
  239. Verletzungen der Hüfte oder des Oberschenkels, Schulter und Oberarm, Knie, Knöchel oder Fuss, Unterarmes, Ellbogens, Handgelenk, Hand, Finger Zähneknirschen (Bruxismus)
  240. Winiwarter-Buerger-Syndrom
  241. Zervikaler Bandscheibenschaden mit Myelopathie (Schädigungen des Rückenmarks)
  242. Zervikobrachial-Syndrom (von der Halswirbelsäule ausgehende Schmerzen)
  243. Sonstige zervikale Bandscheibenschäden
  244. Zwangsstörung (Zwangshandlungen, Zwangsgedanken, Zwangsneurose)
  245. Zystische Lungenkrankheit (Mukoviszidose)

Patienten brauchen Hilfe. Angst vor Strafverfolgung und/oder existenzgefährdende therapeutische Kosten sind nicht sinnvoll. Das Recht auf Gesundheitsautonomie darf nicht verboten werden.

Es ist in diesem Zusammenhang rational nicht nachzuvollziehen, warum eine Alternative verboten werden soll, die Patienten (mit ärztlicher Verordnung ohne Ersatz durch die Krankenkasse) nutzen, die sich nicht berauschen wollen. Diese kranken Menschen wollen diese Pflanze ausschliesslich zu therapeutischen Zwecken nutzen, würden aber zukünftig strafrechtlich kriminalisiert.

Salbei, Kamille, Minze, Baldrian und ähnliche Pflanzen wirken auch therapeutisch oder psychoaktiv, unterliegen aber so wie tausende andere natürliche Heilmittel nicht dem SMG und deren Anbau ist auch nicht illegal.

Die Herabsetzung des THC-Grenzgehalts auf 0,2 Prozent kriminalisiert tausende Menschen die sich nicht berauschen wollen.

Logischer wäre es eher, die Grenze für private Pflanzungen auf 1% THC anzuheben wie in der Schweiz. Die Extraktion von THC aus Vogelhanf mit 1 Prozent THC ist ohnehin nach gültigem Gesetz verboten und eine berauschende Wirkung ist, wie man in der Schweiz sieht, auch bei dieser Wirkstoffkonzentration auszuschliessen.

THC ist laut SMG die verschreibungspflichtige Substanz im Hanf. Wenn plötzlich Menschen einen Nutzen für sich in einer nach derzeitiger Gesetzeslage suchtgiftfreien Version dieser Pflanze sehen, dürfen diese nicht kriminalisiert werden. Selbst Mohnpflanzen, aus denen auch im österreichischen Klima Opium gewonnen werden kann, sind frei erhältlich. Die Liste natürlicher Heilmittel reicht von Abies Alba bis zum Zizyphus jujuba.

Ebenso ist nicht nachvollziehbar, dass Patienten mit der geplanten Änderung entweder empfindlich höhere Kosten oder eine Kriminalisierung zu erwarten haben. Als dritter Weg bleibt kranken Menschen dann nur noch der Einkauf im Ausland via Internet, womit wiederum der österreichischen Wirtschaft Umsatzverluste in einer Zukunftsbranche entstehen.

Zu 1) a. b)

Die momentane strafrechtliche Grenzmenge beträgt bei Cannabis 20 Gramm THC. Bei einem THC Gehalt von unter 0,3 Prozent bräuchte man, um diese Grenzmenge zu erreichen, eine Gesamtmenge von mindestens rund 6,7 Kilogramm Cannabiskraut. Eine psychoaktive Wirkung ist bei dieser Konzentration nicht gegeben.

Am Schwarzmarkt gibt es Cannabisblüten mit über 20 Prozent THC Gehalt – THC-hältiger Vogelhanf mit rund einem Prozent THC ist auf einem Markt, wo das psychische Wohlgefühl im Vordergrund steht, unverkäuflich. Die Extraktion wäre teurer als der kolportierte erzielbare Verkaufspreis und ausserdem nach geltendem SMG verboten.

Des weiteren ist es, abgesehen davon, dass auch die Verarbeitung von Blüten aus den im EU-Saatgut-Katalog enthaltenen Sorten nun strafbar werden soll, aufgrund einer botanischen

Besonderheit nicht möglich, aus diesen Sorten nutzbare Hanfblüten hinsichtlich des Cannabinoidprofiles zu produzieren:

Die Hanfpflanze ist von Natur aus einjährig und zweihäusig – d.h. es werden männliche und weibliche Individuen ausgebildet. Die Bestäubung erfolgt im Spätsommer durch den Wind und der Vegetationszyklus der weiblichen Pflanzen dauert, da sie die Samen produzieren, länger als der der Männlichen. Unbefruchtete weibliche Blüten enthalten die meisten Cannabinoide und Terpene – bei THC-reichen Sorten auch das meiste THC.

Die Sorten des EU Saatgutkataloges sind nach streng botanischen Kriterien keine Hanfpflanzen mehr. Sie wurden zur Faserproduktion geschaffen welche einen einheitlichen Erntezeitpunkt benötigt. Diese Pflanzen sind daher einhäusig und bilden sowohl männliche wie auch weibliche Blüten an derselben Pflanze aus. Dies war auch im Sinne eines weiteren Zuchtziels – der Minimierung der Cannabinoidproduktion. Da die männlichen Blüten direkt neben den weiblichen wachsen, bleiben am Ende der Blüte nur Samen und Samenkapseln, jedoch kaum Material mit den wirksamen (legalen) Cannabinoiden und Terpenen.

Daher ist zu bezweifeln, dass auf Faserproduktion gezüchtete Pflanzen – schon allein wegen der zwingenden Befruchtung – überhaupt ein vergleichbares Cannabinoidprofil zustande bringen. Berücksichtigt man, dass es in anderen Ländern seit langem ein medizinisches Zuchtziel gibt kann man dies wohl mit Sicherheit ausschließen.

Hanfpflanzen komplett ohne THC zu züchten wird aufgrund der Cannabis-Synthase niemals möglich sein.

Festzuhalten ist, dass nach derzeitiger praktizierter Lage legale Kräuter, welche vielen Patienten helfen, mit der Verordnung illegalisiert würden. Dieser Hanf entstammt zumeist, wie oben erklärt keinem EU-Saatgut, sondern entweder (teilweise illegal wild wachsendem) Vogelhanf oder auch in den USA, Kanada und Israel gezüchteten medizinischen Sorten.

Etwa 10 bis 15 Prozent der Phänotypen der bekannten THC-armen Sorten haben einen THC Gehalt unter 0,3%. Phänotypen unter 0,2% THC haben derzeit Seltenheitswert, sind aber schon in Entwicklung.

In diesen Ländern – vor allem in Israel – ist die Forschung zum Thema Cannabinoide sehr weit fortgeschritten. In diesem Zusammenhang sei auf das Meir Medical Center, Kfar Saba, Israel und die Internetseite www.tikun-olam.info vwerwiesen – deren Studien sind von renommierten Fachleuten und insbesondere auch in Bezug auf Wirkung und eventuelle Nebenwirkungen von CBD (und THC) interessant. Jedenfalls belegen sie die Notwendigkeit der Verfügbarkeit von THC-armen CBD-Produkten.

Eine Studie die das Monopräparat CBD mit dem Extrakt einer THC-armen Sorte vergleicht findet sich übrigens hier: http://www.tikun-olam.info/Avidekel-Versus-Single-Molecule-CBD – Auch macht diese Studie klar, dass das Kraut bzw. dessen Extrakt dem Monopräparat klar überlegen ist weswegen das Monopräparat kein gleichwertiger Ersatz für Pflanze bzw. deren Extrakt sein kann.

Diese Erkenntnis deckt sich mit der anekdotischen Evidenz von Dronabinol- und Sativex-PatientInnen, die dem Hanf-Institut und Partnerorganisationen bekannt sind und wonach noch kein Cannabis-Patient mit Vergleichsmöglichkeit die erhältlichen teuren Cannabis-Extrakte der natürlichen Blüte oder Cannabis-Konzentraten (bspw. Rick Simpson Oil) vorgezogen hätte.

Außerdem wären sämtliche momentan verfügbaren CBD-Produkte durch die Verordnung verboten. Verfügbar wäre CBD dann nur mehr als Sativex in einer Mischung mit dem „Suchtgift“ THC. Im Endeffekt müssten Patienten, die momentan mit CBD gut leben können, auf ein wesentlich teureres suchtgifthältiges Präparat umsteigen (Sativex).

Dieses momentan „Suchtgift“-freie Kraut hilft Patienten. Ein Verbot treibt sie in die Kriminalität, da durch die Novelle nur mehr eine teure, suchtgifthältige Alternative zur Verfügung steht.

Was soll eine vierjährige Epileptikerin, die auf CBD gut anspricht, kurzfristig machen? Suchtgift nehmen? Ein, wie oben genannte Studie aus Israel belegt, schlechter wirksames pharmakologisches Produkt?

Ein Rundumschlag gegen alle CBD-hältigen Produkte von Lebensmittel über Salben bis zu Kosmetika hemmt zudem die wirtschaftlich bedeutsame Innovationskraft. Es war ein Österreicher, der die ersten vier Patente zu Cannabis-Kosmetika erlangte.

Daraus folgt:

Eine Absenkung der THC-Grenze von 0,3 Prozent auf 0,2 Prozent entbehrt einer sachlichen Grundlage. Die psychoaktive Mindestwirkmenge liegt bei 10 Milligramm THC, womit schon nach der derzeitigen Regelung der Konsum zu psychoaktiven Zwecken mindesten 32 Gramm Nutzhanf pro einmaliger Konsumeinheit betragen müsste. Im Zubehörhandel gibt es keinerlei Pfeifen mit derart grossen Volumina. Die Grenze sollte vielmehr im Sinne der Patienten, für welche die berauschende Wirkung nicht im Vordergrund steht, auf 1% THC angehoben werden – und zwar unabhängig von Sorte und Verwendung.

Eine Verwendung von Cannabis mit unter 0,3 Prozent THC-Gehalt, aber hohem CBD-Gehalt kann zu gar keiner Berauschung führen, da CBD ein starker THC-Antagonist ist.

Im Zusammenhang mit den bebsichtigten Änderungen bei der Opioid-Substitution sei vermerkt, dass Cannabis ein guter Opiat-Agonist ist. Kombinationstherapien könnten hier effektiver zu einer Absenkung der Mengen verschriebener Opiat-Subistute führen.

Aufgrund des Vorbehalts Österreichs zum Artikel 36 der Single Convention von 1972 ist eine Einbeziehung einer nicht psychoaktiven Substanz ins SMG und der darin vorgesehenen strafrechtlichen Verfolgung ebenso nicht notwendig. Bisher kam noch kein einziger Mensch durch CBD zu Schaden.

Mit freundlichen Grüssen

Toni Straka, Obmann Hanf-Institut

TERMINAVISO: Arge Canna und Hanf-Institut übergeben tausende Unterschriften für Cannabis-Bürgerinitiative an Parlament

Wien, 23. Mai 2017 – Die ARGE Canna und das Hanf-Institut werden am 26. Mai 2017 um 11 Uhr tausende Unterschriften zur Einleitung der parlamentarischen Bürgerinitiative für die Legalisierung des Eigenanbaus von medizinischem Cannabi (PDF) an Parlamentsdirektor Dr. Harald Dossi übergeben.

Erstunterzeichner Patrick Krammer von der Arge Canna

Erstunterzeichner der Bürgerinitiative ist Patrick Krammer von der Arge Canna, der seit einem Unfall querschnittgelähmt ist und unter spastischen Krämpfen leidet.

Mit dabei werden auch eine 4jährige Epileptikerin und der 78jährige Parkinson-Patient Hans sein, die mit Cannabis als Heilmittel gute Erfahrungen machen.

Arge Canna Obmann Gerfried Düregger und Hanf-Institutsvorstand Toni Straka werden in Statements auf die Aktualität dieser Bürgerinitiative hinweisen, nachdem das Gesundheitsministerium zurzeit eine weitere Gesetzesverschlechterung für Cannabis-PatientInnen anstrebt, die in krassem Widerspruch zum weltweiten Trend zurück zum ältesten Heilmittel der Menschheit steht.
Wann: 26. Mai 2017 um 11 Uhr
Wo: Palais Epstein, 1010 Wien, Dr.-Karl-Renner-Ring 1

Teilnehmer:

  • Parlamentsdirektor Dr. Harald Dossi
  • Patrick Krammer, Erstunterzeichner der Bürgerinitiative, ARGE Canna
  • Toni Straka, Vorstand Hanf-Institut
  • Gerfried Düregger, Obmann ARGE Canna
  • Beatrix Kohlhauser, Mutter einer 4jährigen Epileptikerin
  • Hans, 78, Parkinson-Patient

 

Grüne Abgeordnete wollen legale grüne Medizin

Wien, 10. Mai 2017 – Österreichs Politik entdeckt Cannabis als Medizin. Bei einer Podiumsdiskussion der Grünen Penzing und der Grünen Senior_innen im Mai waren sich Podium und Auditorium einig: Cannabis muss für Patienten leichter und billiger erhältlich sein.

v.l.n.r. Albert Steinhauser, Justizprecher Grüne; Eva Mückstein, Gesundheitssprecherin Grüne; Peter Kolba, Konsumentenschützer; Klaus Hübner, ARGE Canna; Gerfried Düregger, ARGE Canna; Gerald Kitzmüller, SPÖ; Toni Straka, Vorstand Hanf-Institut, Wolfgang Mückstein, Praktischer Arzt.

Wolfgang Mückstein, Praktischer Arzt, sieht vor allem Probleme durch die teuren Preise für Cannabisprodukte.
„Die Preise müssen runter, dann werden Cannabis-Produkte auch öfter verschrieben werden. Dass da öknonomische Interessen im Hintergrund stehen, ist sehr wahrscheinlich. Die Kostenübernahme durch die Krankenkasse schwankt von Bundesland zu Bundesland. Bei vielen Indikationen ist eine Übernahme unbedingt erforderlich“, sagte Mückstein.

Peter Kolba, Konsumentenschützer, erzählte, „bei meinen Medikamenten ist der Beipackzettel gespickt voll von Nebenwirkungen. Ich müsste Dronabinol in einer Dosierung nehmen, wo ich 800 Euro im Monat dafür zahlen würde. Kasse zahlt, ist aber nicht Lösung, dass man gesetzliche Lage bestehen lässt und den Markt für einen Monopolisten schafft. Wenn man einen regulierten Markt schafft, gehen die Preise automatisch herunter.“

SPÖ-Rebell Gerald Kitzmüller berichtete von einer guten Stimmung zu Cannabis in seiner Partei:„In der Basis bis in die höheren Ebenen komplettes Ja zu Cannabis, aber die Führungsebene ist dagegen. Die an den Hebeln sitzen befürchten Stimmenverlust, obwohl breiteste Zustimmung unabhängig vom Alter an der Basis besteht.So wie sich eine Spitzenkraft für Legalisierung einsetzt, gibt es einen Shitstorm. „Der derzeitige Zustand ist aber unhaltbar, weil ein opferloses Delikt verfolgt wird“, sagte Kitzmüller.

Gerfried Düregger, Obmann der Patientenvertretung ARGE Canna meinte, „wenn die Regierung das Gesetz so durchbringt, ist das keine Verbesserung. Notwendig wäre, dass CBD-Blüten als Nahrungsergänzungsmittel erlaubt sind.“

Eva Mückstein, Gesundheitssprecherin der Grünen kritisierte die geplante SMG-Reform ebenfalls: „Die geplante Regelung ist eine massive Verschlechterung für PatientInnen. Da die Krankenkassen sehr restriktiv bei der Genehmigung von THC-hältigen Cannabismedikamenten vorgehen, sind diese vermehrt auf Blüten oder Produkte, die kein oder nur sehr wenig THC, dafür aber CBD enthalten, ausgewichen.“ Es wurden allein in den letzten vier Jahren über 4.000 Studien erarbeitet, die alle positiv waren.

„Ein de-facto Verbot von Anbau und Verarbeitung von CBD-hältigen Blüten und der Handel mit Produkten wie CBD-Ölen drängt PatientInnen vermehrt auf den Schwarzmarkt“, hält Mückstein fest und sagt: „Wichtig wäre ein kontrollierter Anbau mit einer verpflichtenden Qualitätsprüfung durch eine Kontrollbehörde, die sicherstellt, dass die Pflanzen schadstofffrei sind und die auch den Gehalt an Wirkstoffen exakt überprüft. Die PatientInnen brauchen endlich qualitätsgesicherte und leistbare Cannabismedizin.“

Toni Straka, Vorstand des Hanf-Instituts sagte: „Gesetze sind unmenschlich, wenn sie die Gesundung eines Menschen behindern.“
Er kritisierte, dass Cannabis-Produkte aus der Apotheke ein Vielfaches der Schwarzmarktpreise kosten.

Straka wies darauf hin, dass alle Patienten, die den Vergleich mit natürlichem Cannabis kennen, die natürlichen Blüten dem Monosubstanzpräparat aus der Apotheke vorziehen. „Die Regierung versucht, aus einer Heilpflanze eine Chemikalie zu machen. Es ist aber eine Heilpflanze mit über 100 Cannabinoiden und hunderten anderen Wirkstoffen.

Das Hanf-Institut wird noch vor Behandlung der SMG-Reform die Parlamentarische Bürgerninitiative für den straffreien Eigenanbau von Patient einbringen, für die wir zusammen mit der ARGE Canna schon über 20.000 Offline-Unterschriften gesammelt haben.

Albert Steinhauser, Justizprecher der Grünen, will billigeres Cannabis: „Die Produktion von Cannabis-Produkten für die Pharmaindustrie nicht interessant und offenbar werden sie jetzt künstlich teuer gehalten.“ Die aktuelle Vorgangsweise, wo mit einem eiligen Gesetzesentwurf einer noch zu bildenden Expertenkommission vorgegriffen werde, sei nicht akzeptabel, so Steinhauser.

Hanf-Institut kündigte am Hanfwandertag Einreichung der 2. Cannabis-Bürgerinitiative vor SMG-Reform an

Wien, 8. Mai 2017 – Das Hanf-Institut hat beim diesjährigen Hanfwandertag am 6. Mai die baldige Einreichung der parlamentarischen Bürgerinitiative für den straffreien Cannabis-Eigenanbau für Patienten angekündigt, für die bisher schon rund 20.000 Offline-Unterschriften gesammelt wurden. Hanf-Institutsvorstand Toni Straka wies in seiner Rede vor dem Parlament darauf hin, dass die beabsichtigten Änderungen des Suchtmittelgesetzes (SMG) nur eine weitere Verschlechterung für Cannabis-KonsumentInnen und insbesondere kranke Menschen darstelle, die jetzt wieder auf den Schwarzmarkt gedrängt würden.

„Hanf ist eine ungiftige Pflanze und keine Chemikalie aus. Dementsprechend muss sie auch behandelt werden“, sagte  Straka vor tausenden HanffreundInnen vor dem Parlament.

„Wir orten bei der Legalisierung von medizinischem Cannabis 99 Prozent Zustimmung in der Bevölkerung, weil niemand so herzlos ist, und einem Kranken eine Pflanze vorenthalten möchte, die ihm Linderung bei seinen Leiden bringen könnte.“

Dass die neue Hau-Ruck-Reform mit aussergewöhnlich kurzer Begutachtungsfrist die Behandlung einer Heilpflanze als Medikament anpeilt, erscheint dem Hanf-Institut als überzogene Massnahme, weil plötzlich auch das nicht psychoaktive Cannabinoid Cannabidiol (CBD) verbannt werden soll. CBD stellt sich in jüngster Zeit als wirksames Heilmittel bei Epilepsie, MS, Diabetes und insbesondere Schmerzen heraus. Es existieren bereits hunderte – durchwegs positive – Studien zu CBD.

„Es kann nicht sein, dass die österreichische Bundesregierung weiterhin alle wissenschaftlichen Fakten zu einer nebenwirkunsgarmen Heilpflanze ignoriert, die so breitflächig angewendet werden kann.

Dass man mit legalem Cannabis rund eine Milliarde Euro positiv zum österreichischen Budget beitragen und 50.000 Arbeitsplätze schaffen könnte sei hier nur nebenbei erwähnt.

Hanf kann genau das, was die Politik angeblich immer will: Nämlich einer alternden österreichischen Bevölkerung ein beschwerdefreies Leben ermöglichen.

Noch dazu sind bereits positive Wirkungen von CBD in der EU sowohl als Arzneimittel als auch als Nahrungsergänzungsmittel bereits in zwei Rechtsgutachten vom Oktober 2016 festgehalten.

„Hanf ist und bleibt eine Pflanze und kann daher nicht als Medikament behandelt werden. Kamille, Minze und Lindenblüten werden ja auch nicht als Medikamente verkauft“, sagte Straka abschliessend.

 

VIDEO: Idealism prevails Kamingespräch mit Toni Straka

Wien, 5. Mai 2017 – Die Diskussionsplattform Idealism Prevails hat das jüngste Kamingespräch mit Hanf-Instituts-Vorstand Toni Straka geführt. Iris Singer erkundigt sich über den aktuellen Status quo und bespricht auch viele noch vorherrschende Falschinformationen und urbane Legenden über Cannabis.